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Digitale Medien machen dumm? - Holmes - 01-11-2017

Digitale Demenz, dass ist der Titel den man in einem Buch von Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer findet. Seine TV sowie Internetpräsenz hat sich in den letzten Jahren stark erhöht und es kommen immer wieder neue Bücher zu diesem Thema auf den Markt. Doch was ist an der These dran, dass jene Digitale Medien uns Dumm machen? Manfred Spitzer warnt vor einem Medien Konsum im Kindesalter und will diese sogar erst ab 18 erlauben. Ist sowas heute noch überhaupt denkbar? 


Schaden Medien wirklich der geistigen Entwicklung und dämmen sie sie sogar unsere Kognitiven Fähigkeiten ein? Was ist mit der nächsten Generation die nur mit diesen Medien aufwachsen, werden diese bleibende Schäden davontragen? Laut Manfred Spitzer, Ja! Von Depressionen,Ängste und Abstumpfung, Schlafstörungen und Depressionen, Übergewicht und Gewaltbereitschaft all dies sollen direkte folgen vom diesem Überkonsum sein. Der Durchschnittsbürger sitzt heute 7,5 Stunden pro Tag vor einem dieser ob vor dem Smartphone oder anderweitig. Haben wir die Kontrolle verloren oder sieht er das viel zu Radikal. 

Ein Beispiel das man sich anschauen kann ist Südkorea, denn dort soll man einen Anteil von 30% Internet süchtigen bzw. Smartphone süchtigen haben. Ärzte sollen dort bemerkt haben, dass junge Männer die betroffen waren Gedächtnis-,Aufmerksamkeits-, sowie Konzentrationsstörungen haben. Direkte körperliche folgen wären Kurzsichtigkeit von dessen Korea stark betroffen ist. Nun hat Korea ein Gesetz eingeführt, dass dem entgegenwirken soll. Smartphone spiele sollen per Gesetz ab 24 Uhr ausgeschaltet werden und ein Übermäßiger Konsum aktiviert automatisch ein System, dass den betroffenen Eltern einen Brief nachhause schickt indem es sie vor diesem Konsum warnt. Können wir von Südkorea etwas lernen? Bei uns sind die Zahlen von süchtigen Allgemein viel niedriger, aber Korea ist im digitalem Bereich Deutschland auch in der Spieleindustrie weit voraus. 

Weitere Studien sollen auch gezeigt haben, dass Sprachliche Fähigkeiten sowie Empathie nicht von einem Gerät bzw. iPad gelernt werden könnten. Wirtschaftswissenschaftler sollen rausgefunden haben, dass wenn man einer Schule Laptops, iPads und andere Meiden austeilt sich die Schulischen Leistungen verschlechtern. Die schlechteren werden noch schlechter, den besseren schadet es nicht, da sie anscheinend den Umgang kontrollieren können. Sollte man Kinder also früh mit Smartphones, Tablets und anderen Sachen schon konfrontieren? Auch dazu steht Manfred Spitzer radikal, denn er sieht keine positiven Effekte in dem Medien Konsum. Er würde den Kindern mehr schaden als es ihnen helfen würde, da auch das Suchtpotenzial dieser Geräte sehr groß ist. 

Jetzt möchte ich mal mit den Studien und etc. abschließen und meine Subjektive Meinung noch dazu schreiben. Ich selber merke wie immer mehr Jugendliche in meiner Umgebung und auch in meiner Familie sehr abhängig von diesen Geräten geworden sind und es kaum noch lassen können, denn sie sind dauererreichbar auch die Konzentrationsstörungen kann ich aus erster Hand bestätigen. Der richtige Umgang mit Menschen fehlt auch immer öfter Jugendliche und Kinder haben eine ganz andere Mentalität bekommen ich weiß, dass ist jetzt keine Wissenschaftliche Studie, sondern nur meine Beobachtung. Früher so kommt es mir vor, hatte man etwas mehr Respekt vor älteren. Auch wenn man sich heute noch mit Freunden trifft ist kaum jemand noch fähig sich 20-30 Minuten ohne ein Smartphone zu Unterhalten. Auch in der Uni im Hörsaal die Leute sitzen vor ihren Rechnern und Smartphones und stören auch manchmal die Vorlesungen. Mir haben die Medien auch vieles erleichtert Bücher die man nicht mehr überall hinschleppen muss das Skript, dass man überall dabei hat in seinem Tablett oder Laptop und während der Vorlesung mitlesen kann und vieles weitere. Das ist die eine Seite der Medaille, aber dieses große Suchtpotential, da sehe ich die Gefahr, der richtige Umgang mit diesem ist selbst für denke ich für Erwachsene Menschen schwer. 

Wie seht ihr das Wissenschaftlich, denn Manfred Spitzer ist ja Gehirnforscher und welche Studien bzw. subjektiven Erfahrungen könnt ihr noch zu diesem Thema beitragen? 


RE: Digitale Medien machen dumm? - scilla - 01-11-2017

die Kunst lotet die Grenzen der Medien aus
und zeigt, wie die Medien trotz ihrer Gefahren
für das Gute sorgen können

wer die Medien zu zensieren versucht,
zensiert in Wirklichkeit vor allem die Antworten der Kunst
und hat damit bereits kapituliert

im Bereich Spielfilm gibt es bspw. Werke,
welche seinerzeit zensiert oder gleich ganz verboten wurden,
welche aber heutzutage moralisch wertvoller als der zeitgenössische Rest sind

im Bereich digitale Medien geht die Gefahr
von den Massen bedeutungsloser Kurzmeldungen
und den willkürlich mobbenden likes/dislikes auf

wie man damit umgeht, weiss ich nicht


RE: Digitale Medien machen dumm? - Ekkard - 01-11-2017

@scilla: Ich denke, du hast Recht. Und vielleicht sollte ich meine Ansicht noch etwas präzisieren. Es gibt - und gab immer schon - relevante und bedeutungslose Informationen. Und es gibt die Notwendigkeit, sich von der Aufnahme relevanter Informationen durch geeignete Pausen zu erholen. Wenn nun diese Pausen auch durch Informationsaufnahme "gestaltet" werden, auch wenn sie irrelevant sind, dann kann die notwendige Erholung nicht stattfinden. Das Gehirn frisst und frisst und frisst ...

Eine weitere Gefahr ist die soziale Verwahrlosung. Kinder und Jugendliche auf der einen Seite und die Erwachsenen auf der anderen werden durch Fesseln voneinander getrennt: Die Alten sind beruflich eingespannt, die Kinder und Jugendlichen durch Medienkonsum, Mobbing eingeschlossen. Der Reiz der Medien ist extrem und macht nach meiner Beobachtung süchtig, vertieft also den Graben vor allem zwischen Kindern und Jugendlichen auf der einen und ihren Eltern und Großeltern auf der anderen Seite.

Es ist also durchaus richtig, diesen Reiz zu erkennen und zu kanalisieren.


RE: Digitale Medien machen dumm? - Holmes - 01-11-2017

(01-11-2017, 21:56)scilla schrieb: die Kunst lotet die Grenzen der Medien aus
und zeigt, wie die Medien trotz ihrer Gefahren
für das Gute sorgen können

wer die Medien zu zensieren versucht,
zensiert in Wirklichkeit vor allem die Antworten der Kunst
und hat damit bereits kapituliert

im Bereich Spielfilm gibt es bspw. Werke,
welche seinerzeit zensiert oder gleich ganz verboten wurden,
welche aber heutzutage moralisch wertvoller als der zeitgenössische Rest sind

im Bereich digitale Medien geht die Gefahr
von den Massen bedeutungsloser  Kurzmeldungen
und den willkürlich mobbenden likes/dislikes auf

wie man damit umgeht, weiss ich nicht

Naja seine Forderung wie ich sie kenne sind nicht die Medien zu zensieren, sondern sie Kindern und Jugendlichen nicht in die Schulen bzw. in die Kindergärten zu bringen. Er hat auch das Beispiel mit Alkohol genommen oder das Auto fahren, dass wir Kindern auch erst ab einem bestimmten Alter zutrauen und ihnen erstmal die geistige Entwicklung nicht hinderlich machen mit eben diesen Mitteln. Also z.B Handys erst ab 16-18 freigeben, ob das Realistisch ist kann ich jetzt auch nicht direkt beurteilen. Aber viele negative Folgen konnte ich sehr gut beobachten.


RE: Digitale Medien machen dumm? - Geobacter - 02-11-2017

Ich denke dass es gar nicht möglich ist, Kinder heutzutage noch von digitalen Medien abzuschotten.. Es ist viel mehr unsere Aufgabe ihnen schon frühstmöglich bei zubringen, relevante Informationen von irrelevanten zu unterscheiden. Das wurde nämlich in früheren Zeiten oft am meisten versäumt. Ich kann mich noch gut erinnern, was uns in der Grundschule oftmals für Unsinn als Tatsache verkauft wurde.. und ich hab auch miterlebt wie viele meiner damaligen Mitschüler später daran gescheitert sind, dass die Welt halt doch nicht so ist, wie man uns glauben machen wollte.

Kinder sind in Bezug Informationen sogar viel belastbarer, als wir.. Wir müssen ihnen nur zeigen, dann auch etwas damit anzufangen...


RE: Digitale Medien machen dumm? - scilla - 03-11-2017

(01-11-2017, 22:19)Holmes schrieb: nicht die Medien zu zensieren, sondern sie Kindern und Jugendlichen nicht in die Schulen bzw. in die Kindergärten zu bringen.


KINO

die alten FSK-Einstufungen haben versucht, bestimmte Themen von den Kindern und Jugendlichen fernzuhalten,
obwohl diese Themen wichtig gewesen wären
(Gewalt in der Ehe, Nacktheit, konkrete Verbrechen und ihre Auswirkungen)

die alten FSK-Einstufungen haben dafür sehr gut erkannt, welchen Kitzel welche Altersgruppe hat
und das Unpassendste nur für Erwachsene freigegeben

die neuen FSK-Einstufungen erkennen diese Kitzel nicht mehr,
so daß FSK12 heutzutage durchaus etwas Unpassendes bedeuten kann
(intellektueller Witz, Grusel, Verbrechensästhetik)

DIGITALE FLUCHT NACH VORNE

wünschenswert wäre ein Mini-Computer im DinA5-Querformat mit aufklappbarer Tastatur
(Texte schreiben, Formeln lösen, Sprachen übersetzen, Musik komponieren, Audio-und Video-Schnitt für Präsentationen)

als Regierung würde ich eingreifen
und ein derartiges Gerät als Standard an den Schulen festlegen
(ein stabiles Subnotebook bzw. Netbook mit einem Betriebssystem ohne Einstellmöglichkeiten)

statt dessen spielen die Schüler auf einem empfindlcihen Touchscreen (Tablet, Smartphone)
oder schleppen ein viel zu großes Notebook mit sich herum

die ganzen Schulbücher liessen sich auf Bildungsservern bündeln