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wichtige islamische Fachbegriffe
#1
"Alles muss man selber machen"
Also ich setz hier mal eine bearbeitete Liste islamischer Fachwoerter ein (von einem Sunniten):
[quote]http://www.halal.de/islam-fachbegriffe.pdf Al-'Aqida enth
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#2
WiTaimre schrieb:"Alles muss man selber machen"
Also ich setz hier mal eine bearbeitete Liste islamischer Fachwoerter ein (von einem Sunniten):

Die Liste ist zwar nett, aber unvollständig (m.E.)

Vielleich wäre der Sunnit, den du da an der Hand hast, auch bereit, mal folgende islamische Fachwörter zu übersetzen und zu erläutern:

Dar-al-Islam
Dar-al-Harb
Dhimmi
Harbi
Mustamin
Fai
Ghanima

Wäre nett, was dazu von berufener Hand zu erfahren.

Grüße
Moski
Ich bin gegen Religion weil sie uns lehrt, damit zufrieden zu sein, dass wir die Welt nicht verstehen (Richard Dawkins)
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#3
Hi Moski :)
Na gut, ich versuch's mal, folgende islamische Fachwörter zu übersetzen und zu erläutern:
Dar = Haus, Nachbarschaft (wie ebenso nehmbar arab."Gar" und hebr."LaGur")
Dar al-Kufr - Wohnen mit nicht islamischen, christlich oder juedisch Glaeubigen, oder inmitten von nichts-Glaubenden:
Kafirun sind Nicht-Muslime, nicht-Harbi Kafirun leben ihr Leben nebenher nach eigenem Glauben, als Christen oder Juden sind sie seitens des Islam akzeptabel, sind aber in islamisch-religionsgesetzlich regierten Staaten zu hoeherer Steuer herangezogen worden, aber leben sie generell als Goetzendiener oder Heiden, die Vertraege weder halten noch verstehen, sollen Muslime sie zu ueberzeugen versuchen, Muslime zu werden.
Dar-al-Islam - "Haus" =Nachbarschaft aus fast nur der "Umma" (Gemeinschaft) der Islam-Glaeubigen
Dar-al-Harb - "Haus" =Nachbarschaft des Streits oder Kämpfens:
diese Harbi Kafirun bekaempfen Muslime, wozu permanentes Sticheln und Schmaehen im Kleinen oder Aufruhr im Grossen einem wirklich irgendwann genuegt - ein islamisches Gericht vertritt sie nicht und hoert sie in dem Zustand nicht unbedingt an - deren Einwohner, wenn es sich um ganze Regonen handelte, die schon slamisch regiert wurden, galten als versklavbar, und weil das eine Reichsgepflogenheit war, haben es unsere Kaiser und Koenige frueher nicht anders gehalten (bis zum Jahr 1000 etwa), und in der Neuzeit auch jederzeit solche Sklaven gekauft und in Kolonien eingesetzt.
Wir waren kein Stueck zartfuehlender bis weit ins 19.Jhd.
Harbi - ist ein nicht-muslimischer, sogar aktiv islam-feindlicher Bewohner des Dar al-harb, ein Polytheist (ein "Muschrik" betet mehrere oder sehr viele G0etter an, oder man verweigert irgendwelche Sitten-Ordnungen aus z.B.Anarchismus ganz) - wir sollten hier nicht ueversehen, dass nicht wenige ASorgen des subtropischen Erdbereichs daher kommen, dass die neuen Staaten seit knapp etwas ueber 100 Jahren a) das Osmanische Reich verloren, b) in Koenigreiche zerkaempfend verteilt wurden und c) fast alle anschliessend kommunistisch-sozialistische Revolutions-Regierungen bekamen, welche Koenige und Religionen erstmal stuerzten und erst seit ca.30 Jahren langsam wieder zulassen.
Der Stand der Islam-Lehre im Volk konnte auch nicht grad auf die gehabte Kontinuitaet vertrauen wie zuvor. Deshalb ist vielerorts ei ihnen in ehemaligen Dar-al-Islam ein Dar-al-harb vorhanden, aber als aeusserlich noch immer Muslime koennen sich das viele nicht so definieren, aber leben als Binnen-Vertriebene in Abhaengigkeiten, die sie sich auch nicht gewaehlt haetten.
Dar al-'Ahd - das weiss ich noch nicht genauer, es gibt jedenfalls insgesamt 4 Arten "Haeuser", in deren Nachbarschafts-Gemeinschaft ein Muslim ohnen und zu tun haben koennte.

Dhimmi - (genauer "Ahl al-dhimma") sind im Bereich eines Dar-el-Islam mit wohnhafte Nicht-Muslime, auch sie haben Rechte in diesem Staat, das regelte Kalif Umar II, aber es gibt Unterschiede gegenueber islamischen Buergern: Sie zahlen als akzeptierte Andersglaeubige - am ehesten gilt das fuer Juden und Christen - eine Sondersteuer =Jizya (dies "Schutzgeld" war meistens doppelt so hoch wie die Steuern der Muslime) und benoetigen einen entsprechenden Schutzbrief bei Reisen durch ein Dar-el-Islam.
- Die sehr alte "Hanafi-Schule" akzeptiert alle anderen Konfessionen, im Schutz eines Islam-Religionsstaates zu bleiben was sie waren, und diese "Jizya" - Schutzgelder - zu entrichten
- ausser wenn es Araber aus den arabischen Staemmen sind,
oder dass sie schon Muslime waren, aber abgesagt haben.
- Letztere beiden Gruppen muessen der Lehre nach, soweit ich weiss, ein "Dar-el-Islam" verlassen, oder bekaempft werden, bis sie (als Stammes-Araber) sich dem Islam anschliessen bzw.die G0TT ganz Absagenden bleiben fuer Abtruennigkeit bestrafbar.
(Das Wie waere aber zu diskutieren, denn es gibt in der Sunna keinen Kalifen mehr und die Shia hat ihre Iman-Position auch vakant.
Kapitalstrafen zu beurteilen stand nur dem obersten 1 Nachfolger Mohammeds zu.)
Sie koennen sich mit keiner Sondersteuer davon freistellen lassen, permanent mit Nachdruck fuer den Islam "zurueck"-missioniert zu werden. Araber galten den frueher sunnitischen Islam als ueberhaut das auserwaehlte Volk fuer den Islam, mit andern hatte man gar nichts vorgehabt, ausser sie zum selben Einen G0TT und in die Handels-Gemeinschaft der Umma zu bringen.
Anfangs waren es die Shiiten, die auch andere Voelker zu allen Stufen des Islam-Staates gleichberechtigt zulassen wollten, Ali hatte einen sehr engagierten gelehrten Perser auf seiner Seite.
Die Sunniten meinten, es sei angebrachter, ueberall nur Stammes-Araber und am besten Jemeniten (darin lag Mekka damals), die dem Islam angeschlossenen Voelker regieren zu lassen.

Kriegs-Situationen im Schlachtfeld sind aussen vor, da gilt weder Blutrache noch ist es darin eine Ausloese-Geld-Situation, jemanden getoetet zu haben - beiderseits nicht.
Der Islam hat mit den Eingrenzungen zum Thema Blutrache die regional seinerzeit masslose Blutrache strikte begrenzt, sodass nur der Taeter selber zur Rechenschaft gefordert werden darf, nicht jeder Beliebige von Stamm zu Stamm, bis am Ende beide Staemme ausgerottet waren. Jemeniten plagt es aber auch heute noch am meisten, es nicht ganz zu unterlassen.
In der suedlichen USA gab es dasselbe Problem, und das waren alles Leute christlicher Abstammung. Auch da hat die Regierung schwer zu tun gehabt, es einzudaemmen. Als ob es die heisse Sonne ausformt.
Und die Sharia will keine eigenmaechtige Lynchjustiz. Der Fall soll abgewogen werden unter Anhoeren beider Seien und des ganzen Vorfalls. Denn es gibt auch die Diya (indemnity). Das ist das Zahlen von Ausloese-Geld anstelle von Blutrache, an Naechst-Verwandte eines Getoeteten bzw.die geschaedigte Partei vor einem Gerichtshof, im Gegensatz zu Qisas =Vergeltung (retaliation), wobei der Taeter auch zum Tod verurteilt wird - was von beidem verlangt wird, bestimmt die Familie des Getoeteten, die soll es waehlen. Das Ausloese-Geld stuft sich ab, also fuer das Toten eine muslim.Frau wird die Haelfte gerechnet wie fuer einen Muslim, bei getoeteten Juden oder Christen ist es 1/3 soviel wie fuer einen maennlichen Muslim, ein Perser, der in der Zoroaster-Religion lebt, bekommt das 1/15 - also straffrei ist es nicht, einen Nichtmuslim mit oder ohne Anlass zu toeten. Es muss in jedem Fall vor ein Gericht.

Jihad "Anstrengung" vom Wort "muJahada",
Nafs =das eigene Selbst in seinem sich immer noch nicht diszipliniert Haben, dies soll im "Grossen Jihad" von den einzelnen Muslimen vorrangig spirituell (geistlich) gebessert werden, jeder bei sich selbst ansetzend, also dass man z.B.tatsaechlich ordentlich die Speisegebote einhaelt, den Fastenmonat Ramadan beachtet und mitmacht, und die 5mal taeglich zum Gebet antritt, wozu man morgens die Familie treffen sollte und abends die Ortsgemeinde, sowie die Wall-Fahrt nach Mekka wenigstens 1 mal im Leben und zwar lieber bald als nie, macht, und von seinem Eigentum die religioes vorgesehene Menge an islamische Arme abgibt.
(Nichtmuslimen Barmherzigkeit zu erweisen, ist lobenswert, erfuellt aber nicht das Gebot der "Zakkat", die eine Art Armensteuer an Mitmuslime darstellt.)
- Es wird davon ausgegangen, dass eine solcherart lebendig praktizierende Gemeinde anziehend sein wird fuer Nicht-Glaeubige.
- Der "kleine Jihad" ist bewaffneter Kampf und gilt als zweite Wahl, denn das Ergebnis haelt oft nicht lange, man bekaeme keine ruhige Lebenswelt.
Es herrscht aber in den Schulen sowohl der Sunna als auch der Shia Einigkeit darin, dass jeder Mulim sich bemuehen soll, den Islam weiterzuverbreiten.

Ahl el Kitab: Im Islam weden Christen und Juden als "Schriftbesitzer" bezeichnet, d.h. sie haben von Gott - nach islamischem Verstaendnis, Dem Einen, demselben Gott wie dem unseren - eine Offenbarungsschrift erhalten.
Es stimmt auch nicht, dass es Muslimen so doll verboten sei, in eine Bibel zu schauen und sie zu lesen, der Qur'an setzt an vielen Stellen voraus, dass es sie gibt. Gelehrte und Schriftsteller nutzen sie auch als Quelle des Wissens mit. Wohl aber kommt es auch umgekehrt vor, dass jemand christlicherseits zoegern wuerde, einen Qur'an zu nehmen und zu lesen, speziell waehrend die Kamera zuschaut.

Uns Juden und Christen denkt man sich allerdings nicht im Himmel der Muslime, sondern sieht jene von vor Mohammeds Zeiten als moegliche Gerechte, die niemand hoeren wollte, aber diese Grosszuegigkeit umfasst theoretisch doch nicht mehr die, die vom Islam haben wissen koennen und ihm dennoch nicht folgten.
Diese denkt man sich spaetestens beim natuerlichen Sterben als erstmal bestraft von G0TT, aber nur zeitlich, denn ER wird nachher die wirklich an IHN Glaeubigen durchaus auch belohnen. Nur im Paradies fuer Muslime koennen gedanklich nicht zugleich auch die Christen, Sabaeer-Sterndiener, zoroastrischen Perser und Juden sein (aber umgekehrt doch auch, meine ich, vice versa).

Die meisten Muslime sind ja nicht auch zugleich Religionsgelehrte, sie kennen die Lehren ihrer Religion nicht wirklich, sie kennen, wie viele Christen und auch Juden, nur ihre ererbte Kultur, mit ihren Masstaeben und Braeuchen, was sie schon auch fuer ihre Religion halten.

Wer aber Christen generell im negantiven Sinn mit "Unglaeubige" (Kafirun) tituliert, masst sich eine Bewertung an, die ihm gar nicht zusteht. G0TT weiss es, IHM ist das Herz jedes Menschen bekannt.

Aber so etwas wurede auch schon von den einen Christen ueber sie andern Christen geschimpft. Ich rede hier nichtmal von den Kampf-Episoden der Reformationszeit, sondern hab es noch 2001 in zwei Faellen auf deutsch so reden hoeren, pauschal gegen Katholiken gerichtet von vereinzelten kleinen unerleuchteten Freikirchen.

Allerdings fuer Menschen, die sich in keiner Weise zum Einen G0TT bekennen, hat der Islam nur einen Zugang: diese muesse man ueberzeugen, denn ein Barmherziger G0TT ist doch in diesem Leben und erst recht danach sehr wichtig.

Wenn Muslime Andersgläubige wie Christen usw. als "Unglaeubige" bezeichnen, soll das aber auch nicht immer heissen, dass etwa Andersglaeubige "generell Unglaubige" seien. Es wird schomal im Streit sogar Glaubensbruedern gesagt.
Es besagt, dass Andersglaeubige NUR BEZUEGLICH des ISLAM "nicht-glaeubig" sind. Aber "glaeubig" BEZUEGLICH der ANDEREN RELIGIONEN. Andersrum besehen, sind Muslime ebenfalls "Unglaeubige", da sie ja selbst nicht an das z.B.Christentum als einer Religion, die auf immer ausreichen soll und keinen Propheten mehr ueber Jesus hinaus akzeptieren kann, glauben! - So eine Defiinition wird doch auch nicht nur von Muslimen benutzt.
Als die Araber im 8.Jhd über Gibraltar nach Spanien kamen, wurden sie sogar als "Teufelsanbeter" beschimpft, und als die Osmanen im 15.Jhd über den Balkan ins Mitteleuropa kamen, wurden sie als immer noch "Heiden" aufgefasst. Allerdings, das war auch Krieg und da gehen verbal die "Wellen hoch".

(Forts.folgt)
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#4
(Forts.)Wort-Erlaeuterungen zum Dar-el-Harb: "Streithaus"
Das Zusammenwirken der heute verfuegbaren Medien und Macht-Bestrebungen, Konkurrenzen und Umsatz-Erwaegunen beschert einem eine "Streit-Nachbarschaft" ueber die entferntesten Strecken.
Geradezu musterhaft (aber un-vorbildlich) kann man es an dem "Karikaturenstreit" von 2006 nachweisen:
_________________
Was auffällt ist, daß es immer die Fundis, die Scharfmacher und Hetzprediger sind, die eigentlich die Massen für ihre Zwecke missbrauchen.
Kulturchef Rose, der groessten daenischen Tageszeitung Jyllands-Posten, bat die namhaftesten Karikaturisten seines Landes, den Propheten Mohammed mal zu zeichnen, jeder wie es ihm so einfiele - als er erfahren hatte, dass fuer ein freundliches Kinderbuch ueber den Islam kein Zeichner habe mitmachen moegen.
Er habe in Erfahrung bringen wollen, sagte Rose spaeter, wie weit die Selbstzensur in der daenischen Oeffentlichkeit schon gehe.
- Ein Zeichner dachte sich in die Wueste hinein und malte einen einfachen Prediger, als male er einen Apostel auf bescheidener Missions-Rundreise, er hatte z.B.Paulus im Hinterkopf.
- Auf einer mehr erbitterten Karikatur werden verdutzte Selbstmordattentaeter beim Eingang ins Paradies mit den Worten abgewiesen: "Uns sind die Jungfrauen ausgegangen."
- Wieder andere verspotteteten allerdings eher nur die Motive der Zeitung. "Die Kulturredaktion der Jyllands-Posten ist ein Haufen konservativer Provokateure", lautete eine Unterzeile.
Beides Letztere war zwar weit am Thema vorbeigeschossen, sich fuer ein nettes Kinderbuch zu eignen, aber direkt gemein war eigentlich nicht das, was dann abgedruckt wurde.
Wierderum, wer eins der Bilder so trifft und diese Beziehung nicht mitgekriegt hat, findet als Muslim einige sogar ganz ok.: ich fand noch kuerzlich auf einer indonesisch-inner-islamischen Website den Kopf mit der "Bombe im Turban" ganz gemuetlich als "Avatar" gewaehlt. Er hielt ihn wohl fuer einen der legendaeren Kaempfer, einen "MuJaheddin".
Dies wurde also gedruckt. Eine Woche lang regte sich gar kein Protest.

Erst auf Nachfrage von Journalisten, die damit offenbar wirklich Streit vom Zaun brechen wollten, brach der "Karikaturen-Sreit" dann auch allmaehlich aus:
Nun begannen einige Imame in Kopenhagen und Aarhus, so direkt gefragt, zu erklaeren, ja, die Karikaturen beleidigten "alle Muslime - weltweit". Speziell der Geistliche einflussreichsten Moscheevereins, Imam Ahmed Abu Laban, nutzte die Chance, sich zum nationalen Sprecher aufzuwerfen. Seine Gemeinde umfasst trotzdem bisher nur einige hundert Mitglieder.
Kurz darauf führte er aber eine Delegation daenischer Muslime auf eine Rundreise durch mehrere islamische Laender, um sich ueber Daenemark zu beschweren. Er legte noch ein paar "Beweise" mehr dazu, die nicht aus Daenemark waren und auch nichtmal mit Islam was zu tun gehabt hatten (wie den gelegentlichen Bauernspass aus Suedfrankreich, die sich zum "Wett-Grunzen" treffen und dazu Schweine-Nasen aufsetzen. - Und eine sehr unanstaendige Zeichnung, die nie in einem Kinderbuch untergekommen waere und deren Quelle ganz unklar blieb, wo das denn gedruckt gewesen sein sollte)
- Dies legte er unter Behauptungen, so etwas muessten sie in Daenemark staendig als extra die Muslime kraenken wollende Medien-Produkte "ertragen", schliesslich der Al-Azhar-Gelehrtenschule in Kairo vor: Ob so etwas nicht kraenkend sei? - Sollten die so Getaeuschten etwa sagen, es sei nicht kraenkend? So kam es zu dem Aufruf, oeffentlich zu protestieren, was dann aber gleich so ausuferte, weil z.B." Muslimbrueder", Hamas, Fatah, Hizbollah und wie sie heissen dann sofort zu Stelle sind und "einheizen", bis es entgleist. Die Tuerkei hatte es diesmal aber entschieden gleich eng begrenzt stattfinden lassen, in der Hauptstadt, da hat so ein el-Gezirah-Radiohoerer am andern Ende des Landes aus Frust einfach den naechsten kath.Priester erschossen, wo er lebte.
Prompt kam nun das alles in die Nachrichten, es folgten nun auch erst die Karikaturen nach ueberall hin - was doch, wenn das "beleidigend" waere, den Friedens-"Schaden" erst ausmacht. Aber Leser /Hoerer wollten nun auch wissen, um was es gehe, auch im Jemen und so.
Und der unheilstiftende Abu Laban war ohnehin nicht logisch.

Einer der moderaten daenischen Muslime, wie der syrisch-staemmige Naser Khader, Abgeordneter der sozial-liberalen Venstre-Partei im daenischen Parlament, dem Folketing, bezeichnet sich selbst als einen "Ultralight-Muslim".
Er kritisierte beide Einpeitscher: Die Kampagne gegen die Karikaturen ist ein durchsichtiges Manoever der Radikalen. - Aber dass wiederum der Islam bei uns unter oeffentlichem Beifall nun erst recht ein "Krebsgeschwuer" genannt wird, bereite doch ihnen den Boden.
- Als Muslim will er sich gar nicht von verbohrten Attentaetern oder Fundamentalisten repraesentieren lassen. Darum gruendete er ein "Netzwerk", das die saekularen Kulturmuslime und die Mehrheit der Migranten vertreten will, die ihren Glauben auch "sehr pragmatisch" leben, also im heimischen Rahmen, wie's kommt. "Der Karikaturen-Streit hat auch etwas Gutes fuer uns" - sinnierte er: "Wir wissen jetzt, wo die Radikalen stehen. Und wir Moderaten muessen eine Alternative entwickeln. Der Kampf geht um die Seele des Islams."

Waehrend nun die Eskalation am 2.Fbr.2006 rundum arrangiert wurde, Botschaften bedroht und angezuendet wurden, und es kam zu Verletzten und 1Toten - nebenbei... und u.a.in Gaza brannten daenische Fahnen, wovon 1 in extra Fernsehbildern von 1 Berufs-Demonstranten "hasserfuellt wuetig" fuer die Tagesschauen zertreten wurde
- und nicht zu vergessen: Sowas weist auch nicht auf Demokratien hin: das Zeichen der Daenen-Flagge ist das christliche Kreuz, was also mehr als unangebracht war - (man haette auch was Anderes benutzen koennen, um Daenemark zu symbolisieren, etwa eine Landkarte
- und einige Medien hier genossen dies wohl auch noch, dies immer wieder zu zeigen, wissend, dass die Christen hier schon gar nichts mehr dazu sagen wuerden, um das Durcheinander nicht auch noch zu steigern)

- (und nicht nur das: ganz beilaeufig wurden am 2.Fbr.2006, am Tag, nachdem der "Karikaturenstreit" so richtig bekannt wurde, von Dubai aus uns dt.Juden ca.60 unserer Gemeinschafts-Websites durch einen Hacker attentatsmaessig synchron zerstoert, jahrelange Arbeit und im Allgemeinen durchaus islam-freundlich
- also wir hatten doch in dieser Angelegenheit gar nichts "getan" sondern muessen mit wesentlich schlimmeren, wirklich so gemeinten Hass-Karikaturen (in islam.Laendern und Palaestina gefertigt) ueber uns und unsere Religion leben! - diese sind noch immer nicht aus dem Stadium vom "Stuermer" raus, im Gegenteil. - Aber die sind ja nicht unsere Muslime hier bei uns.)
- der Spiegel wiederum als "Leithammel" der dt Presseorgane trug nun zum Hoehepunkt des Karikaturenstreits im Fbr 2006 "Verstaendnis" fuer die "verletzten religioesen Gefuehle" der Moslems vor - und gab genau den Falschen damit Rueckenwind, um so lauter zu plaerren, man sei da beleidigt worden in seinen heiligsten Gefuehlen!
- frz Blaetter wie die linksliberale "Liberation" zeigten sich wiederum "solidarisch" zum "Jyllands Posten" und druckten die 12 "Mohammed-Karikaturen" vollstaendig ab, damit wenigstens Normal-Europaeer erfahren koennten, um was das sichtlich angeordnete spontane Geschrei ueberhaupt gehe.
- Aber in dem frz.Satire-Magazin Charlie Hebdo's, dem die 12 Karikaturen nicht gehaessig "genug" schienen, um sich derartig zu eskalieren, steuerte Zeichner Cabu nun noch eine sehr viel bissigere Eigenproduktion dazu, um vielleicht extra zu demonstrieren, was eine "wirklich gehaessige" Zeichnung waere - gegen ihn laeuft uebrigens zur Zeit (seit Fbr.2007') deswegen ein eigener Beleidigungs-Prozess.
Genau in diesen Wochen ist dann aber doch gerade Kare Bluitgens Kinder-Buch ueber den Islam erschienen, und es sieht praechtig aus, nicht zuletzt dank der liebevollen Illustrationen. Denn das geht doch auch. Von wem die aber stammen, wird man nun nicht erfahren.

Wiederum, der subtropischen Zone sind angeordnete "spontane" Erregungen auch wieder nicht sooo wichtig: (http://blogg.zeit.de/jemen/) Schon am 03.05.2006 berichtet ein Besucher aus dem doch wirklich gestrengen Land Jemen:
An den Zeitungskiosken liegen bald wieder 3 Zeitungen mehr aus. Ein Vierteljahr nach dem Verbot von "al-Hurriah", "al-Rai al-Aam" sowie des "Yemen Observer“ duerfen die Blaetter jetzt wieder erscheinen – auf Geheiss des Premierministers persoenlich.
Diese Zeitungen hatten die daenischen Mohammed-Karikaturen klein nachgedruckt. Der "Observer“-Herausgeber Faris Sanabani, immerhin selbst Berater des Praesidenten von Jemen, freut sich – und schreibt der Regierung ins Stammbuch: Die Journalisten haetten eine "wichtige Rolle im Kampf gegen die Korruption, für mehr Transparenz und Entwicklung“ zu spielen. Sogar der streitbare Generalsekretär der Journalistengewerkschaft, Hafez al-Bukari, zeigt sich nach der frohen Botschaft des Premiers "beeindruckt“.
- Jetzt sei nur noch zu hoffen, dass die Regierung ihre Versprechen erfuelle und zum Beispiel endlich eine Pressestelle im Kabinett einrichte, die die Journalisten mit den noetigen Informationen versorge. Bereits am 01.05.06 erschien zuvor ein Eigen-Imitat des "Yemen Observer" namens "Spectrum" im Jemen, das ging so herum auch - einfach umbenannt dasselbe Blatt, aber nicht etwa heimlich: es steht im Kleingedruckten unter dem Titel und im Impressum
- aber die Prozesse wegen potentieller "Propheten-Beleidigung" gegen die verantwortlichen Chefredakteure laufen noch.

Den "Kopf" wird es die nicht gleich kosten. Man haette doch sonst die Demontrationen im Februar nicht gut damit erklaeren koennen, dass ganz Jemen nichtmal eine Ahnung haette haben koennen, um was es denn ueberhaupt bildlich gehe. Natuerlich haetten sie auf Anordnung auch sowieso demonstriert, was sollen die machen? Militaer-Diktatur...

------------ also das nennt sich als Zustand "Dar-el-harb".
Ein Problem der modernen islam.Theologien ist, dass an sich die kapitalen Strafen nicht ohne den Kalifen (bei Sunniten) verhaengt werden koennen
- solange es keinen gibt, fuehlen sich viele Richter ebenfalls dazu ermaechtigt, und damit irritieren sie sich gegenseitig, es ist nicht klug so. Es wird zu leicht zum Einschuechtern der Menschen missbraucht. Das sehn sie auch selbst und die Islam-Autoritaeten arbeiten daran.

Ebenso - aber mehr weise in meinen Augen - waere ja die Loesung moeglich, solche Strafen eben auszusetzen oder gegen nicht-Koerperstrafen zu tauschen, bis man wieder einen Kalifen resp.nur 1 hoechsten Entscheider hat, denn das Gericht von ALLAH wird doch nach diesen Leben ohnehin kommen und keinen uebergehen, der seine Normabweichungen nicht schon auf Erden abgebuesst hat.

mfG WiT
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#5
WiTaimre schrieb:Harbi - ist ein nicht-muslimischer, sogar aktiv islam-feindlicher Bewohner des Dar al-harb, ein Polytheist (ein "Muschrik" betet mehrere oder sehr viele G0etter an, oder man verweigert irgendwelche Sitten-Ordnungen aus z.B.Anarchismus ganz) - wir sollten hier nicht ueversehen, dass nicht wenige ASorgen des subtropischen Erdbereichs daher kommen, dass die neuen Staaten seit knapp etwas ueber 100 Jahren a) das Osmanische Reich verloren, b) in Koenigreiche zerkaempfend verteilt wurden und c) fast alle anschliessend kommunistisch-sozialistische Revolutions-Regierungen bekamen, welche Koenige und Religionen erstmal stuerzten und erst seit ca.30 Jahren langsam wieder zulassen.
Der Stand der Islam-Lehre im Volk konnte auch nicht grad auf die gehabte Kontinuitaet vertrauen wie zuvor. Deshalb ist vielerorts ei ihnen in ehemaligen Dar-al-Islam ein Dar-al-harb vorhanden, aber als aeusserlich noch immer Muslime koennen sich das viele nicht so definieren, aber leben als Binnen-Vertriebene in Abhaengigkeiten, die sie sich auch nicht gewaehlt haetten.

Zum Thema "Dhimmi" und "Harbi" habe ich auch mal geforscht. Über einen Freund habe ich heute nachmittag Kontakt zu einem Muslim aus Afghanistan bekommen, der als Heranwachsender auf einer hanafitischen Islam-Schule war und mir einiges zu diesen beiden Begriffen erklärt hat.

Ein "Dhimmi" ist ein monotheistischer Gläubiger, der nicht muslimisch ist. Zu dieser Gruppe zählen die Juden und die Christen, aber auch die Zoroastrier als altpersische monotheistische Religion, die türkischen Sabier und die irakischen Mandäer.

Ein "Dhimmi" steht unter dem Schutz des islamischen Staates, zahlt dafür aber eine Kopf- und Landsteuer. Verklärend wird dies von islamischer Seite damit begründet, dass "Dhimmis" nicht zur Verteidigung des (islamischen) Glaubens herangezogen werden können und daher zum Ausgleich höhere Steuern zu entrichten haben. In Wahrheit verbirgt sich hinter dieser Regelung das Verbot für "Dhimmis", Waffen zu tragen. Dies ist eine geltende Regelung seit Beginn des Islam.

Ein "Dhimmi" ist vor einem islamischen Gericht ein Zeuge zweiter Klasse. Die Aussage eines "Dhimmi" gilt weniger als die Aussage eines Muslim. Gegen einen Muslim darf ein "Dhimmi" gar nicht aussagen.

Einem "Dhimmi" ist es untersagt, eine Muslima zu heiraten. Ein Muslim hingegen ist es erlaubt, eine "Dhimmi" zu ehelichen.

Den Begriff "Harbi" hat er mir so erklärt:

Als "Harbi" werden alle Menschen bezeichnet, die nicht Muslime und nicht "Dhimmis" sind. Harbis haben jeglichen Anspruch auf Schutz des eigenen Lebens und Schutz des eigenen Besitzes verloren, da sie aufgrund ihrer Lebensart Feinde des Islam darstellen. Hier stehen insbesondere die Polytheisten im Rampenlicht, wie etwa die Hindus, oder jene Religionen ohne Buch, wie viele asiatischen Religionen (Buddhisten, Taoisten, Konfuzianer, Shintoisten) sowie alle Naturreligionen.

Ein "Harbi" kann jederzeit von einem Muslim getötet werden, ohne dass der Muslim dafür ein Strafe in Form von Blutgeld zahlen muss (wie es der Fall bei einer Tötung eines Muslims oder "Dhimmis" der Fall wäre).

Ein "Harbi" kann Sklave eines Muslim werden (die Sklaverei ist bis heute ein ungeklärtes Problem im Islam), sein Eigentum von einem Muslim ersatzlos beschlagnahmt werden.

So weit der Mann aus Afghanistan zu den beiden Begriffen. Ich war - vielleicht verständlich - ziemlich geplättet, insbesondere da ich (weder Christ noch Jude) in den Augen eines gläubigen Muslim in die Kategorie
des "Harbi" falle und somit Freiwild bin -  ein echt nettes Gefühl, kann ich dir sagen.

Mittlerweile habe ich zudem herausgefunden, dass diese Definition des "Harbi" heute noch aktuell ist. Auf Memri gibt es die Aussage des ägyptischen Groß-Muftis Scheich Ali Guma, wonach es für einen Muslim erlaubt sei, einen Israeli zu töten, der sich außerhalb Israels  bewegt.

http://www.memri.org/bin/articles.cgi?Ar...ID=SP58003

Ebenfalls bei Memri gibt es ein Dokument von Scheich Yousef Al-Qaradhawi, offenbar einer der einflussreichsten Prediger im Islam, wo es heißt:

"It has been determined by Islamic law that the blood and property of people of Dar Al-Harb [the Domain of Disbelief where the battle for the domination of Islam should be waged] is not protected."

Auf deutsch:
"Es ist durch das islamische Gesetz festgelegt, dass das Blut und das Eigentum der Menschen im Dar Al-Harb (das Gebiet des Unglaubens, wo der Kampf für die Herrschaft des Islam ausgetragen werden muss) nicht geschützt sind"

http://memri.org/bin/articles.cgi?Page=a...ID=SP54203

Beide Aussagen stammen nicht, wie man glauben könnte, aus der Zeit der Kreuzzüge, sondern aus dem Jahre 2003 - sind also zeitaktuell. Und es sind intelligente Leute, die so etwas gesagt haben

Deinen Bezug auf die einfachen Leute mit ihrem Problem der fehlenden Kontinuität:

WiTaimre schrieb:Der Stand der Islam-Lehre im Volk konnte auch nicht grad auf die gehabte Kontinuitaet vertrauen wie zuvor. Deshalb ist vielerorts ei ihnen in ehemaligen Dar-al-Islam ein Dar-al-harb vorhanden, aber als aeusserlich noch immer Muslime koennen sich das viele nicht so definieren, aber leben als Binnen-Vertriebene in Abhaengigkeiten, die sie sich auch nicht gewaehlt haetten.

halte ich in diesem Zusammenhang für ziemlich euphemistisch.

Grüße
Moski
Ich bin gegen Religion weil sie uns lehrt, damit zufrieden zu sein, dass wir die Welt nicht verstehen (Richard Dawkins)
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#6
Moski schrieb:Ein "Dhimmi" ist ein monotheistischer Gläubiger, der nicht muslimisch ist. Zu dieser Gruppe zählen die Juden und die Christen [...]. Ein "Dhimmi" steht unter dem Schutz des islamischen Staates.

Mittlerweile habe ich zudem herausgefunden, dass diese Definition des "Harbi" heute noch aktuell ist. Auf Memri gibt es die Aussage des ägyptischen Groß-Muftis Scheich Ali Guma, wonach es für einen Muslim erlaubt sei, einen Israeli zu töten, der sich außerhalb Israels bewegt.

Wenn man diese beiden Aussagen islamischer Rechtsgelehrter bzw. besser gesagt ihrer Begriffe sieht, erkennt man die Absurdität ihrer Verwendung und die noch grössere Heuchelei.
In aller Regel ist wohl anzunehmen, dass ein Israeli ein verhasster Jude ist. Und da die Juden als "Dhimmi" zur sogenannten "Familie des Buches" gehören, sollen sie nicht Zwangsbekehrt und Getötet werden. Das dies natürlich sowohl de jure, als auch de facto im islamischen Recht nicht eingehalten wird, weder bei Christen oder Juden ist allgemeinhin bekannt.

Moski schrieb:Verklärend wird dies von islamischer Seite damit begründet, dass "Dhimmis" nicht zur Verteidigung des (islamischen) Glaubens herangezogen werden können und daher zum Ausgleich höhere Steuern zu entrichten haben. In Wahrheit verbirgt sich hinter dieser Regelung das Verbot für "Dhimmis", Waffen zu tragen. Dies ist eine geltende Regelung seit Beginn des Islam.

Das ist nicht verklärend, sondern antik, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Es entspringt der griechischen und römischen bzw. der in der antike allgemeinüblichen Rechtstradition, dass nur derjenige Vollbürger ist, der Waffen tragen darf bzw. kann (auch ein finanzieller Aspekt der Antike) und somit zum Wehrdienst herangezogen werden kann.
So dürfen in der attischen Polis auch nur waffenfähige Männer wählen, sowohl in der Timokratie des Solon, als auch in der späteren attischen Demokratie.
Auch das römische Recht kennt bzw. erkennt bis zur Heeresreform des Gaius Marius, die ein, der Begriff trifft es nicht 100%, Berufsheer aufstellt, nur waffenfähige Männer als römische Vollbürger an.

Letztlich ist es ein weiteres Beispiel, dass der Islam samt seiner Scharia, die in vielen Fällen eine magere und schlechte Anlehnung und Ausbeutung der römischen Rechtstradition in Syrien, gepaart mit arabischen Stammesdenken ist, völlig unfähig zur Inkulturation neuer rechtsphilosophischer Überlegungen und sittlich, moralischer Bewertungen des Menschen und seines Handelns.

Eine These, die durch das haarstreubende, rechtsstaatlich ungeheuerliche und eher archaischen Rechtsvorstellungen unterworfene Urteil der Frankfurter Richterin bestätigt wird.
Anscheinend ist die neue Legislative nicht mehr das deutsche Parlament, sondern die Groß-Ayathollahs und Groß-Muftis der islamischen Rechtsschulen.

In diesem Sinne:
Es lebe Ayathollah Khomeini und die permanente Revolution (ach nein... das war ja Trotzki), ich meine die islamische Revolution!
Omnis mundi creatura quasi liber et pictura nobis est et speculum.
-
Jedes Geschöpf der Welt ist sozusagen ein Buch und Bild und ein Spiegel für uns.
(Alanus ab Insulis, Theologe, Philosoph und Dichter)
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#7
Hallo Presbyter :)
Zitat:
Zitat:In Wahrheit verbirgt sich hinter dieser Regelung das Verbot für "Dhimmis", Waffen zu tragen. Dies ist eine geltende Regelung seit Beginn des Islam.
Das ist nicht verklärend, sondern antik, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Es entspringt der griechischen und römischen bzw. der in der antike allgemeinüblichen Rechtstradition, dass nur derjenige Vollbürger ist, der Waffen tragen darf bzw. kann (auch ein finanzieller Aspekt der Antike) und somit zum Wehrdienst herangezogen werden kann.
So dürfen in der attischen Polis auch nur waffenfähige Männer wählen, sowohl in der Timokratie des Solon, als auch in der späteren attischen Demokratie.
Auch das römische Recht kennt bzw. erkennt bis zur Heeresreform des Gaius Marius, die ein, der Begriff trifft es nicht 100%, Berufsheer aufstellt, nur waffenfähige Männer als römische Vollbürger an.
Letztlich ist es ein weiteres Beispiel, dass der Islam samt seiner Scharia, die in vielen Fällen eine magere und schlechte Anlehnung und Ausbeutung der römischen Rechtstradition in Syrien, gepaart mit arabischen Stammesdenken ist, völlig unfähig zur Inkulturation neuer rechtsphilosophischer Überlegungen und sittlich, moralischer Bewertungen des Menschen und seines Handelns.
Also ich erwaehne es ungern - aber mit Deiner eignen Geschichte als Katholik hast Du Dich wohl auch nichtmal befasst?
Wenn Du dies so auslegst, dann erklaer mir mal, wieso es bis vor etwa erst 150 Jahren genauso nicht in Europa gestattet war, dass ein Jude Waffen tragen durfte und eine noch viel hoehere "Schutzgeld-Steuer" zu zahlen hatte, nur weil er weder katholisch noch nachher evangelisch war?
Das hielten die Kaiser - und ihre Fuerstbischoefe und Fuerst-Aebte - und die Paepste, als diese noch einen grossen Vatikanstaat zu verteidigen hatten, aus diesen von Dir aufgefuehrten so niedrigen vor-antiken Bewwegruenden so? - Ich zitiere Presbyter:
Zitat:.... völlig unfähig zur Inkulturation neuer rechtsphilosophischer Überlegungen und sittlich, moralischer Bewertungen des Menschen und seines Handelns.
Ihr beiden beeindruckt mich aber wirklich....
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#8
WiTaimre schrieb:Also ich erwaehne es ungern - aber mit Deiner eignen Geschichte als Katholik hast Du Dich wohl auch nichtmal befasst?
Wenn Du dies so auslegst, dann erklaer mir mal, wieso es bis vor etwa erst 150 Jahren genauso nicht in Europa gestattet war, dass ein Jude Waffen tragen durfte und eine noch viel hoehere "Schutzgeld-Steuer" zu zahlen hatte, nur weil er weder katholisch noch nachher evangelisch war?

In der Tat führst du hier ein Beispiel an, dass der christlichen Geschichte nicht zu hohem Ruhm verholfen hat, aber wenn du es so undifferenziert in den Kontext der Vollbürgerschaft durch das Waffenrecht stellst, dann hast du dich wohl eher schlecht als recht mit der Kirchengeschichte auseinandergesetzt.
Denn die sich langsam entwickelende Zweit-Bürgerstellung der Juden, war im Beginn ihrer Entwicklung keineswegs ein Problem staatsrechtlicher Räson (wie es die Frage nach dem Waffenrecht ist), sondern ist eine eher kleinere, wenn über die Jahrhunderte auch folgenschwere, Entscheidung des IV. Lateranums gewesen.

"Das Zusammenleben der Juden mit ihrer christlichen Umwelt war aber lange Zeit geprägt von tagtäglicher Koexistenz. Ab dem Hochmittelalter jedoch wurde das christlich-jüdische Verhältnis dann periodisch und in zunehmenden Maße durch Ausbrüche der Gewalt gestört. Dieser dynamisch ablaufende Prozess verwandelte den Konflikt ab etwa 1300 zur Norm und bildete eine explosive Mischung aus Stereotypenbildung, sozialen Unruhen und obrigkeitlicher Manipulation. Wo und wann dieser Kreislauf einsetzte, lässt sich nicht genau feststellen. Als sicher gilt, dass ein Hauptgrund dafür in der gegenseitigen Abgrenzung von Juden und Christen zu sehen ist. Von kirchlicher Seite wurde die Abgrenzung der Christen gegenüber den Juden auf dem Vierten Lateranischen Konzil von 1215 vorgenommen, da man unter anderem den Schwerpunkt des Schutzes auf den christlichen Glauben verlagerte und dabei den Jüdischen außen vor ließ. Diese kirchenrechtliche Maßnahme ist deshalb von so großer Bedeutung, da es die Lehre des Augustinus vom minderen, aber erhaltenswerten Status der Juden in konkretes geistliches und weltliches Recht umsetzte. Die Folgen ihres neuen Rechtstatus führten zu einer Spezialisierung der jüdischen Bevölkerung vor allem im Pfandleihgeschäft, dem Trödelhandel und der Ärzteschaft. [...]
Ein entscheidendes Moment des wachsenden jüdisch-christlichen Gegensatzes lag dennoch in ihrer eigenen Konfession. Durch das Festhalten an ihrer Religion banden sie sich nicht an den damaligen verfassungsgebenden Konsens einer christlichen Kulturtradition, was aber zur Ausbildung einer übergreifenden kulturellen Identität von Gruppen und Personen unbedingt notwendig gewesen wäre."

(Walzel, Frank: Frankfurts Juden und ihre christliche Umwelt – Die Zweite Judenschlacht von 1349 als Wendepunkt spätmittelalterlicher Judenfeindschaft?)

Ich habe diesen Text, zugegeben nur aus einer Hauptseminararbeit, hier zitiert, weil er dennoch die Grundproblematik zutreffend beschreibt.
Die Beschlüsse des IV. Lateranum die langfristig zu dem geführt haben, was man später die Judenregalien nennt, sind Mitursache der "Degradierung" der Juden zu Bürgern zweiter Klasse.
Anlass hier für sind aber nicht die ungleichwertige Stellung des Juden, denn bis dahin waren sie de facto gleichwertig als Bürger, sondern das theologische Problem des Messiasbekenntnisses. Das IV. Lateranum steht in einer Zeit, in der wieder gehäuft Diskussion zwischen Juden und Christen über die Messiasfrage geführt wurden. Es ist daher nicht ungewöhnlich bzw. unverständlich, dass das Konzil in besonderer Weise die Messianität Christi betont, und dies erstmals auch mit Abgrenzung gegenüber Juden und "Mohammedanern". Wichtig ist aber, dass jene Abgrenzung sich nicht in der Herabstufung der Juden durch die göttliche Offenbarung äussert, sondern ihnen im Bezug auf das religöse Leben der Christen Einschränkungen aufgelegt werden.
Es ist also, keine aus der Antike übernommene Herabstufung der Juden gewesen, wenngleich solche Denkmuster latent die Zeit überdauert haben, sondern es ist die zunehmende kulturelle Auseinanderentwicklung zweier Religionen, die zu jenen Beschlüssen geführt haben.

Unbestitten ist, dass jene Bestimmungen auch häufig der Willkür der territorialen Machthaber ausgesetzt waren, aber es ist durchaus auch geschichtlich belegt, dass besonders die Fürstbischöfe von Mainz, Worms und Köln Protektoren der jüdischen Bevölkerung waren.
__________________

Desweiteren habe ich ein Problem mit deinem Vergleich, wenn du die Scharia, und meine Aussagen zur ihr, mit dem was ihr, vom Sinn zumindest, im christlichen Kontext am nächsten kommt, dem Kirchenrecht vergleichst.
Während die Scharia in der Tat nur eine "in vielen Fällen [...] magere und schlechte Anlehnung und Ausbeutung der römischen Rechtstradition in Syrien, gepaart mit arabischen Stammesdenken ist", ist der Codex Iuris Canonici durchaus die sinngemäße und ordentliche Fortführung der römischen Rechtstradition in Westeuropa.
Während die Scharia sich bis heute kein einziges Mal verändert hat, sich also auch den neuen und kulturellen Veränderungen nicht angepasst hat, wurde der CIC mehrfach erweitert, ja teilweise vollkommen neugeordnet. Während die Scharia in antiken Denkmustern (auch heute noch) verhaftet blieb, so wurde der CIC beständig auch mit den neuen theologischen und kanonischen Überlegungen der Hoch- und Spätscholastik, sowie der Renaissance und Aufkärung erweitert. Während die Scharia noch heute eben jene unhaltbare Strukturierung der Zweiklassengesellschaft beinhaltet, wird man im heutigen CIC (Codex Iuris Canonici) und dem CCEO (Codex Canonum Ecclesiarum Orientalum) solche Bestimmungen vergeblich suchen.

In sofern ist es durchaus richtig, wenn ich die Scharia für "völlig unfähig zur Inkulturation neuer rechtsphilosophischer Überlegungen und sittlich, moralischer Bewertungen des Menschen und seines Handelns" bezeichne, denn sie hat es bis heute nicht getan.
Die christlichen Rechtsbestimmungen, besser die staatsrechtlichen Bestimmungen im christlichen Kulturraum, aber sind diesbezüglich überdacht und aufgehoben worden, während sowohl Koran, als auch Scharia unverblümt daran festhalten, mit der Legitimation durch göttliches Recht.

Und gerade letzteres wird man in den Canones der Kriche nichtfinden, dass Mittels göttlicher Offenbarung andere Völker degradiert wurden. Selbst die Canones des IV. Lateranums gehen von einem kulturellen Streit aus und haben damit keine Gewalt de jure divino, sondern de jure humano.

Dadurch werden zwar die bedauernswerten gesellschaftlichen Folgen, wie z.B. ein in sich bestehender, schleichender Antijudaismus bis ins 20.Jh., nicht besser, aber es wird deutlich, dass diese Fehlentwicklung auf Grund eines gesellschaftlichen und kulturellen Streites bestand, der heute Überwunden ist.
Im Falle des Koran und der Scharia kann man das nicht behaupten. Denn halten wir fest was uns die islamischen Rechtsgelehrtenuns über den Koran und die Scharia sagen:
a) Der Koran ist diktiertes Wort Gottes. (Nicht wie im Christentum die Offenbarung Gotteswort in Menschenwort, als personale Offenbarung des ewigen Logos in Schrift und Traditio)
b) Die Scharia ist die authentische Interpretation des göttlichen Rechts im Koran.

Damit sind alle Bestimmungen im Koran, sei es diejenigen Über Nicht-Muslime, eheliche Gewalt usw., sacrosanct und unwiderruflich.
Die haarsträubende Entscheidung der Frankfurter Richterin (bis jetzt noch ein Einzelfall; deo gratias) scheinen dies aber nur zu bestätigen. Und zwar in soweit, dass nicht nur fundamentalistische, sondern auch gut situierte und mit der europäischen Aufklärung in Kontakt getretene Muslime die Vorschriften des Koran für (eheliche) Gewalt als unverbrüchlich ansehen. Von den unzähligen Fatawas der islamischen Rechtsschulen wollen wir gar nicht erst anfangen.
_____________________

Desweiteren frage ich mich, was dein Einwand impliziert?
Denn in der Tat hast du keine meiner Vorwürfe über die Rechtstradition der Scharia widerlegt, sondern sie nur mit ähnlichen, nicht gleichen Problemen der westlichen Geschichte verglichen. Wird denn die Scharia dadurch besser, dass wir selbst einmal jener Intoleranz verfallen waren? Und jetzt, da dies überwunden ist, ist es da falsch auf die anscheindend genuine Intoleranz des Islams aufmerksam zu machen, besonders wenn er sich in einer "göttlichen Offenbarung" wie dem Koran versteckt?

Ich habe auch kein Problem damit, dass ein Volk, ein Staat oder eine Religion schwarze Flecken trägt, diese trägt jeder Mensch und damit jedes kulturelle Phänomen der Menschheitsgeschichte. Gefährlich wird es allerdings dann, wenn es statt einer Erneuerung und Überwindung dieser Gefahren und Gewalt, diese auch noch als unantastbare, göttliche Offenbarung angesehen wird.


Koran:
"Denen gehört das Paradies, die auf dem Weg Allahs streiten, die töten und getötet werden. Ihnen wird wahrhaftig die Verheißung zuteil, die enthalten ist in der Thora der Juden, im Evangelium der Christen und im Koran." (9:111)

Evangelium:
"Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz (die Thora) samt den Propheten. (Mt 22, 37-40)

"Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; (Mt 5, 43ff)
Omnis mundi creatura quasi liber et pictura nobis est et speculum.
-
Jedes Geschöpf der Welt ist sozusagen ein Buch und Bild und ein Spiegel für uns.
(Alanus ab Insulis, Theologe, Philosoph und Dichter)
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#9
Hallo Presbyter :)
Zitat:Wird denn die Scharia dadurch besser,
dass wir selbst einmal jener Intoleranz verfallen waren?

Nein, darauf wollte ich auch nicht heraus. Im Uebrigen ist Dein Geschichtsbeispiel mit dem 4.Lateranum ziemlich spaet angesetzt. Es kann ja stimmen, dass die Kirche als eigenstaendige koerperschaft neben dem "allerchristlichsten Kaiser" sich erst damal hingesetzt hat, den Status der Juden theologisch neu zu definieren, aber da sassen wir laengst tief in der Patsche, denn die Entwaffnung der Judenschaft geschah staatlich mit dem Ausbruch der Kreuzzuege, und wir sollten uns aus dem andern Volk entmischen, auf die Ghettos begrenzen, auf keinen Fall Land besitzen oder gar bearbeiten - und schon der 1.Kreuzzug entgleiste im Bereich der aufgeregten Rotten - nicht des vom Papst gerufenen offiziellen Ritterheeres, das moechte ich betonen - und damals hat nur Regensburg es geschafft, seine Juden zu retten. Die ganze Strecke Landes ab dem Niederrhein an Rhein und Main und Donau hatte ermordete Juden-Gemeinden zu beklagen - das war schon ein gewaltiger Schock.

Vorher vermittelten am ehesten juedische Gelehrte auch den Zugang zu islamischen Wissenschafts-Ergebnissen, Beispiel: den "Kanon der Medizin" Avicenna (=Ibn Sina -1037^), Hochschullehrer von Isfahan, Persien, ins Latein uebersetzt zu bekommen, brachte die hiesig-europaeische Heilkunde ganz betraechtlich weiter. Arabische Sprachen stehn ja dem Hebraeischen naeher, und solche Uebersetzungen waren sicherer als Versuche anderer Art.
An den Hochschulen Spaniens hat es christliche und juedische Studenten ebenso wie islamische gegeben.
Einige Kontakte waren schon aus der Zeit Karl d.Gr. (-814^) beibehalten worden, der zwar entschieden militaerisch Spanien bis zum Ebro den Muslimen wieder annahm, aber ein Kulturaustausch, Handel, Technologie-Transfer etc.war beiderseits nicht durch Feldzuege zu irritieren und nicht durch den Glauben "undenkbar".

Und genau hiernach, als durch die Horden die bluehendsten Gemeinden seit der Karolingerzeit angefallen uns als "Unglaeubige" beschimpft umgebracht wurden, zu verordnen, dass Juden keine Waffen fuehren duerfen, war mehr als gemein.
Beim Verteidigen der durch unbeauftragte Volksrotten ueberfallenen Gemeinden waere es zumindest recht und billig gewesen, uns eine Selbstverteidigung zu ermoeglichen, bis ein beauftragtes Reichsheer eintraefe und mit mehr Autoritaet solche ungeordneten Haufen zu stoppen.

Bis zu den Kreuzzuegen waren juedische Mit-Untertanen doch auch bei Heer und Stadtwachen willkommen und die Ausruestung des offizellen Ritterheeres im 1.Kreuzzug (1096-99) war auch teils freiwillig von hoffnungsvollen Juden grosszuegig mit finanziert worden, denn damals haben die neu-islamischen Seldschuken ja alle Wallfahrtsstaetten zu vernichten begonnen, es war auch unser Hl.Land und auch uns wurde es unmoeglich die Pilgerfahrt nach Jerusalem zu machen.

Das neue Gesetz, keine Waffen zu tragen, betraf uebrigens auch die Geistlichen und die Frauen. Geistliche sind aber nur ein paar Leute pro Ort, und Frauen gab es nicht alleinstehend, also da war es machbar, sie durch maennliche Ordnungskraefte oder Maenner im eigenen Hause zu beschuetzen. Es gab auch keine solchen Pogrome gegen diese als Gesamt.
Juden aber sassen nun "auf dem Praesentierteller gehaeuft" in den Ghettos, darauf begrenzt, allein von Geld zu leben, ohne sich auch nur ne eigne Kuh halten zu duerfen, wirkten wie Schmarotzer, die nichts selber "arbeiten", und da hoerten seitdem die Ueberfaelle nicht auf.
Im Vatikan-Staat, auch als er gross war, da gab es nie ein anti-juedisches Pogrom, da weiss ich auch, dass es der kath.Lehre nach auch keines haette geben duerfen, doch hinderte das keine Landesfuersten, nach Ueberfaellen auf die Ghettos bei den jeweiligen Uebeltaetern aufgefundene "Beute" einfach zu behalten. Trotzdem wurde die Steuer erst dann gemindert, wenn die komplette Gemeinde des Judenregalien-Inhabers wegen Alter und Krankheit am Verhungern war. Man wurde ihnen abgezaehlt zugeteilt als mobile "Geld-Boerse".
Ein Ueberfall galt nur als straffbar, weil das ja den Ghetto-Besitzer beraubte.

Auch der Nach-Ost-Handel als Erwerbs-Moeglichkeit wurde Juden weggenommen und nun von den anderen Europaeern direkter erledigt (Venedig, Genua...), auch nachdem es keine Kreuzzuege mehr gab. Man kam drauf, das Kirchengesetz des Zinsnehme-Verbotes gelte nicht fuer juristische Personen, also Institute, und gruendete nun auch bei Christen selbst Banken. Aber diese konnten von vielen anderen Berufen auch ueberleben, Juden nur noch mittels Bargeld. Drumherum kannte da aber ganz Europa bis ins 19.Jhd ueberhaupt keine Geldwirtschaft als solche.
Wir "durften" die Russland-Durchquerung nach China behalten, weil es da die traditionellen Pest-und Pocken-Zonen zu durchqueren galt. Oder mal ein Nashorn aus Afrika lebendig nach Augsburg zum Kaiser hin schaffen... - Leibaerzte, das durften wir immer mal liefern, es war nur nicht erlaubt, eine Lateinschule zu besuchen und wo wir das studierten, erforderte riesige Distanzen, wohin man die Kinder zum Lernen schicken konnte, z.B.Bologna gewaehrte es.
Warum trauten sie aber grad in Krankheiten einem juedischen Arzt?
Man hatte immer die Drohung im Nacken, dass das oertliche Ghetto vertrieben wuerde, wenn irgendwer mit uns unzufrieden war, aich bei der Sache mit dem Nashorn. Und sie wussten, wir lernen aus Gruenden unserer Religion, selbst ohne Hoffnung, etwas dafuer zu kriegen.

Nun kann ich eben nicht danebenhalten, unter unseren islamischen Herrschaften sei es generell und ueberall stets besser gewesen, das wollte ich keineswegs hiermit sagen. Aber ich moechte klarstellen, dass Religion nicht die Welt um uns so ausdruecklich praegte, dort nicht und hier nicht. Trotzdem unterschied sich im Ganzen das Leben mit dem Islam als offizieller Regierungs-Konfession von dem hier unter dem Christentum, weil der Qur'an mehr fuer die Rechtsprechung da war, und das Gestalten der meisten Dinge im Leben den eroberten Voelkern ganz ueberlassen bliieb, wenn sie eine Gesellschaftsordnung, einen Fuersten oder Koenig hatten, das konnte alles so geordnet bleiben, nur etwaige Kulte mussten zuoberst nur ALLAH anbeten, auf Arabisch, versteht sich. Man hat es mitunter nichtmal uebersetzt.

Zitat:Und jetzt, da dies überwunden ist,
ist es da falsch auf die anscheinend genuine Intoleranz des Islams aufmerksam zu machen,
besonders wenn er sich in einer "göttlichen Offenbarung" wie dem Koran versteckt?
a) es ist "ueberwunden" seit ...? Schau dir doch mal an, wie ich noch letzten Juli im Forum KATHOLISCHES (bei parsimony.net) anlaesslich des Libanon-Feldzugs als Mitjude, der garantiert hier sass und niemandem was antat, behandelt wurde, sogar zum "Antichrist" hat mich jemand ernannt: auf das Faktum meines Religions-Bekenntnisses hin, das wurde mir auch noch "erlaeutert".
Ich war es, der da gemahnt hat, nicht dem Hl.Vater in den Ruecken zu fallen mit derartig "katholisch" genannten Aeusserungen.

b) "anscheinend genuine" Intoleranz, das ist nie derartig eindeutig so in der gesamten islamischen Region zugleich praktiziert gewesen.

Sogar als es in Marokko sektiererisch hoch her ging und nach Spanien ueberschwappte und auch da ein fanatischer Purismus fuer eine Weile an die Macht kam, konnten Juden nach Aegypten oder anderswohin fliehen, und dort wieder in Ruhe gelassen leben. Beispiel aus dieser Situation war Maimonides (Mosche ben Maimun -1204^), er war bei der Flucht Medizinstudent und wurde in Aegypten Leibarzt bei Hofe.

Auch andere Berufe, z.B.Marktrichter zu sein, waren moeglich. An der ganzen Seidenstrasse bis hinein nach China wohnten juedische und auch islamische Gemeinden. Ebenso in allen grossen staedten, auch in eigenen Homelands auf dem Lande, auch in den Verwaltungen des Osmanenreiches war Platz und Arbeit fuer sie da, nachdem Spanien sie sogar nach Annahme des Christentums noch "porentief" rausreinigte.

Wenn aber die Intoleranz "genuin-islamisch" waere, haette das besagt, dass da ueberall keine Muslime haetten sein koennen, die ihren Glauben ernst nehmen.

Im Gegenteil, im Zeitalter der Scholastik und des abendlaendischen Interesses fuer einen Dialog der Konfessionen, da haben sehr viele juedische Gelehrte die immense Uebersetzungs-Arbeit, griechische, von Arabern und Persern noch gehabte Wissenschafts-Texte incl. der dazu nuetzlichen Beweis-Philosophie (von den Byzantinern erbeutete) aus dem Griechischen, sowie vom Arabischen ins Latein sowie vom Lateinischen ins Arabische, nach beiden Seiten hin, besorgt, St.Thomas v.Aquin (-1274^) als zeitl.Anhaltspunkt.
Es gab dadurch kurze Zeit hindurch einen wissenschaftlichen Gleichstand in allen drei Konfessionen.

Wenn der gegenwaertige agitatorische "Fundamentalismus" den Islam immer charakrerisiert haette, besessen wir nichtmal die Null als Ziffer zum Rechnen, keine Glasfenster, keine Badewanne, keine vernuenftige Arznei-Kunde, keinen Kompass, keine Astronomie, keine Sprachlehre (Grammatik stammt aus Qur'an-Forschungen fuer die nicht-arabisch-sprachigen ersten Muslime bis Irak und Persien hin), und in unserer Dichtkunst waere es sehr viel aermer geblieben ohne die hoefischen Uebungen aus dem Orient. Landkarten-Geografie, die Architektur der runden Kuppeln - die zauberhaftesten Mosaiken und Intarsien - all das kam aus dem Kulturaustausch, der trotz aller "Tuerken, Sarazenen und Mauren"-Kriege still und ruhig permanent weiter verlief.

Es gab dann auch re-Transfer ins Islamische Gebiet zurueck, wenn wir dann mal etwas Besseres wussten, die Fachleute verstaendigten sich dann trotzdem. Ein ganz einfacher Grund fuer vieles ist es ja, dass schon weit zivilisierte Staaten auch komplett vom Islam erobert wurden, doch hauptsaechlich die Verkehrswege und Staedte.
Man erschlug doch nicht deren gesamte Bildungs-Elite, wenn sie sich so "irgendwie" arrangierte, nicht zu demonstrativ andersglaeubig zu sein. So ist schon in der Generation der "Gefaehrten" Mohammeds zu bemerken, wie schnell die Dispute der Rechtsgelehrten auf hohem Nibeau mit dem Islam umgingen, ich bring mal noch Beispiele dazu.

Die "Mission" im Vorfeld oblag haeufig Kaufleuten, und staedtische Kaufleute waren auch in Europa eine multi-kulti-Welt fuer sich, wie schon das allererste Babylon war so eine Stadt eingeteilt in "Quartiere" der verschiedensten Nationen, spaeter auch bei der Hanse, wie Koeln, wie Nowgorod oder London. So auch z.B.Damaskus. Das bedeutete, in dem eignen Quartier versorgten sich auch die Bewohner religioes selber. Die kleine Rechtsprechung war deren eigene Sache. Erst wenn ein Mord oder so eine Groessenordnung kapitaler Delikte anlag, war man der gastgebenden Obrigkeit verpflichtet, und dann eben auch mal einer Sharia-Rechtsprechung untertan.

Das ist eine uralte Regelung.
Nun, zur Sharia. Hier im Forum, noch vor gar nicht langer Zeit, als ich hier schon moderierte, hatten wir eine Kurze Darstellung der Sharia besprochen, und danach ist sie 3-stufig.
Nur ein Teil - eine Stufe - ist "koranisches Recht", an dem es nichts zu wackeln gaebe, es kann aber aus ebenfalls dem Qur'an entnommenen Aussagen weiter modifiziert werden - und auch das geschah in den 1400 Jahren seitdem.
Die verschiedenen Rechtsschulen sind doch nicht alle aus dem 7.Jahrhundert, sie debattierten auch untereinander.
Aus der Sicht afghanischer Hanafiten gibt es z.B.nicht einen einzigen wirklich islamischen Staat auf der Welt, gegenwaertig - daher koenne der Fromme genausogut in Deutschland fromm sein, wo es wenigstens die Glaubensfreiheit gibt, denn nur aus einem Land, wo man ihnen die "5 Saeulen" des Islam wirklich vereitelt, da sollte der Fromme auch wegziehn. Es gibt unterschiedliche Rechtsschulen fuer Staedter und fuer eher Landbevoelkerungen, und dem Muslim ist es innerhalb der Sunniten freigestellt, nach welcher von 4 hoechsten Schulen er sein Leben ausrichten moechte, ebenso bei Schiiten 2 eigene. Das erwaehnte ich auch schon mehrfach, genau wie die Moderatoren von mir.
(*g* irgendwo hab ich es schliesslich auch her!)

Es ist einfach nicht sinnvoll, Kontraste statt Parallelen als Alternativen der rechten Bekenntnisse hinzustellen, wie Deine 3 Zitate es tun. Ich koennte gemein sein und das genau umdrehen und Dir genauso umgekehrt aus dem Qur'an ein sehr "christliches Wort" ueber Liebe, Vergebung und Bruederlichkeit waehlen und neben etwas aus dem NT oder AT stellen, das aehnliche Diskrepanzen aufzeigt. Warum wohl traten in den letzten Jahrzehnten grad so viele Katholiken (Beispiel Trierer Gegend) in Deutschland ohne Heiratsanlass in den Islam ueber? Sie traten dem uebersetzten Qur'an bei, weil der Ton lieb und vertraut sehr "biblisch" wirken kann, wenn man einen Uebersetzer dafuer passend auswaehlt.

Wie ich vom Mittelalter schilderte, was hier ablief, wenn man es als Jude erinnert, so war da ein Grossteil der Last staatlich-weltlich bedingt, denn der Vatikan selber verbot es, Juden vor die Inquisition zu bringen, die nur fuer Katholiken zustaendig war, und der Vatikan verbot es umsomehr, Juden heimlich, listig oder mit Gewalt zu taufen, um sie dann der Inquisition zu bringen, denn das ist einfach verbitternd und nicht Christus gemaess.

Es gibt keinen gerechten Anlass, von der historisch real vorhandenen 1400 jaehrigen Welt des Islam, was schliesslich der ganze subtropische Guertel des Erdballs war, dann ploetzlich zu behaupten, es habe nicht so ein aehnliches Nebeneinander gegeben. Mnchmal war auch da der saekulare Staatsanteil der humanere und forderte es von den Religionsgelehrten nach, und manchmal umgekehrt, dann mussten die Religioesen vom Staat das Erbarmen mit den Benachteiligten fordern, auch wenn das im Allgemeinen Militaerregierungen oder Aristokratie-Feudalismen waren, und im 19.Jhd. reichlich viele Kommunisten.

Ich will auch daraus keine Idylle behaupten, zumal ich das unter Obhut des Islam gefoerderte Herrschaftskonzept nicht so doll sozial finde, ich moechte hier nur darauf hin wirken, dass unser Niveau des Gespraeches auch fair ist und nicht irgendwer dem anderen kurzerhand die Faehigkeiten abspricht, ein hinhoerender Mensch zu sein.

mfG WiT :)
- also gut, auf die Richterin-Sache komm ich auch noch zu sprechen, aber unter eigenem Thread. Hiier sind wir im Thread, Fach-Worte aus dem Islam zu klaeren. Das war noch zum Thema "Scharia".
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#10
Wink 
:hand:

Danke WiTaimre, habe wieder mehr interessantes dazu gelernt.
Weiter so, und du hast ein treuen Schüler(in)...

Schau mal , wenn Du Satellit hast, auf Saudi Channel.... hochinteressant,
wenn mans versteht...Eusa_think
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#11
Tja, ihr Leut`... Das die Juden im Mittelalter Progrommen ausgesetzt waren, hatte zwar eine ideologisch-theokratische "Begründung"; diese war aber nur eine Schutzbehauptung. Durch Weisung der jeweiligen Landesherren konnten Juden nur als Kaufleute, nicht aber als Standesleute (Handwerker) ihren Lebensunterhalt verdienen. Da die Juden in der Diaspora bereits über ein gutes Netzwerk gegenseitiger Unterstützung verfügten, waren bei einigen von Ihnen die Handelsbeziehungen recht erfolgreich - über Ländergrenzen hinweg. Und einige wurden so vermögend, das die Landesherren sich bei Ihnen Geld liehen, um gegen ihre christlichen Nachbarn Krieg zu führen. Nach gewonnenem -oder verlorenem- Krieg war die Staatskasse leer - also veranstaltete man ein "kleines Progrom" um den unliebsamen Gläubiger loszuwerden... Mit Glauben und Religion hatte das alles nichts zutun; letztlich hatte Hitler`s Rassenwahn auch nichts mit Religion zutun.

"Begründungen" für Diskriminierungen - da sind die Menschen erfinderisch. In Saudi-Arabien, dem Land der Wahabiten, sind Juden und Christen formal gleichgestellt. Da aber nach Überzeugung der Wahabiten alle "Islam", also "Gottergebene" sind, dürfen Juden und Christen keine eigenen Gotteshäuser bauen - dafür sind ja genügend Moscheen da. Um nun als Jude oder Christ eine Moschee betreten zu dürfen - muss man Allah anerkennen, denn von Jahwe oder Jehova wird nicht`s gepredigt... und Ende ists mit der Religionsfreiheit...

Andersherum: "Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich" steht im Grundgesetz. Was nicht `drinn steht: Manche sind gleicher....
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#12
Ich wette um millionen das piere vogel
in 10 jahren mehr weisheit hat und festgestellt das es falsch ist, so ware ich auch, wenn piere vogel alle wissen der
welt hätte würde er anders denken, schaut die chinesen denken die haben recht und die Araber:naughty: denken die haben recht, usw woher wollt ihr es eigentlich wissen, ich selber glaube an den allmächtigen gott aber wer kann es mir garantieren das koran der richtige religion ist, beispiel mohamed weicht von jesus ab zumbeispiel steinigen, kann ja auch sein das die bibel der größte teil gefälscht wurde, sammelt alle informationen der welt dan beginnt der mensch zu zweifeln was richtig ist, die wahrheit kennt nur gott.:pray:
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#13
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#14
Vielleicht kann ich einwenig Licht reinbringen hier.

Die interpretation einiger Suren im Islam sind falsch das weiss man Heute. Weil der Koran nicht auf Arabisch sondern auf Armenisch geschrieben worden ist. Funde von Sanaa kann jeder Googlen. Die damaligen Kommentatoren konnten diese Sprache nicht genau übersetzen. Und wenn man sich die entwicklung der Arabischen Schrift genauer anschaut stösst man auf das. Nehmen wir ein Wort.
Allah - ist Arabisch
Al lah - Armenisch wurde später die kurz vorm Allah genommen, da die einfacher zuschreiben und zu sprechen war.

so nun mal zum Vogel. Also der meint alles zu wissen. Nicht mal die weissesten Islam Kommentatoren können den sogenannten dunklen teil des Koran nicht eindeutig deuten, aber er kann es. Der redet nur das was das Volk hören will und nicht was er weiss.
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#15
(01-06-2009, 10:59)Daniel 01 schrieb: Vielleicht kann ich einwenig Licht reinbringen hier.

Die interpretation einiger Suren im Islam sind falsch das weiss man Heute. Weil der Koran nicht auf Arabisch sondern auf Armenisch geschrieben worden ist. Funde von Sanaa kann jeder Googlen

nein, das hätte ich schon lieber von dir erklärt und belegt

wieso armenisch?
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