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Evolution der Götter
#1
Am Anfang der menschlichen Geschichte stand der Urmensch.
Er war dazu fähig, über sich und seine Umwelt zu reflektieren.
Für Naturphänomene wie Feuer, Donner und Blitz machte er multiple Personen verantwortlich, die
im Himmel leben mussten. Diesen schrieb er besondere Kräfte zu.
Er besaß einen Gott für jedes Unerklärliche. Also Spezialisten auf ihrem Gebiet.

In der weiteren Entwicklung entfaltete sich Kultur und der Mensch dachte zunehmends rationaler.
Konsequenterweise fasste man die Spezialisten unter einem Gott zusammen.
Ein radikales, wie auch ökonomisches Konzept. Ein Zeichen höherer Denkleistung - Aufgrund eines besseren Wissensstandes;
der Mensch hat sich seit dem Urmensch ja genetisch nicht signifikant weiterentwickelt.
Religionen entstanden.

Nun befinden wir uns in einem Zeitalter, in dem der Wissensstand weit fortgeschritten ist.
Für nahezu Alles existiert eine plausible Erklärung, oder wird gefunden werden.
Der Glaube an eine höhere Macht hat in der Bevölkerung abgenommen.

Wie wird es in der Zukunft weitergehen?
"What can be asserted without proof can be dismissed without proof." [Christopher Hitchens]
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#2
Wie all' die Jahrtausende auch: Es wird Krisen geben, in denen das Wissen verloren geht. Nach solchen "dunklen Zeitaltern" wird es eine strenge Moral geben, eine wahrscheinlich nach heutigen Maßstäben unmenschliche. Man wird im Namen dieser Moral oder Religion töten und getötet werden. Und dann wird man vielleicht seltsame Artefakte aus unserer Zeit entdecken, und versuchen, unsere "Religion" zu entschlüsseln: Gott hatte Räder, Drähte und Spulen. Unerklärlich bleiben die vielen Reste feinsten Glassandes.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#3
Ob Religion in nach uns folgenden Kulturen tatsächlich so eine große Rolle spielen wird, ist nicht voraussagbar.
In einer Gesellschaft, die massiv in Bildung investiert (nicht Deutschland) und in der Kirchen keinen großen Einfluss haben,
wird sich Atheismus durchsetzen. Religiösität ist stark von konservativer Erziehung und mangelnder Bildung abhängig.

Ich spreche die heutige Entwicklung an.
Wenn wir mal die Gefahr vom digitalen Datensterben und die unmittelbare Bedrohung durch Atomwaffen (s. Iran und andere Staaten)
außer Acht lassen. Wie sieht dann die demografische Entwicklung bzgl. Religionen aus?
Ich habe von einer Prognose gehört, die besagt, dass nichtgläubige Menschen in Deutschland
langfristig (in mehreren Jahrzehnten) die Mehrzahl stellen werden.

PS: Ich halte das digitale Datensterben nicht für eine Gefahr für das Weltwissen.
Schließlich gibt es zu jedem wichtigen Thema gedruckte Bücher.
Ob nun Wikipedia, persönliche Urlaubsfotos oder betriebliche Datenbestände "hopsgehen",
ist für das Weltwissen irrelevant.
"What can be asserted without proof can be dismissed without proof." [Christopher Hitchens]
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#4
Humanist schreibt:

"Wie sieht dann die demografische Entwicklung bzgl. Religionen aus?
Ich habe von einer Prognose gehört, die besagt, dass nichtgläubige Menschen in Deutschland
langfristig (in mehreren Jahrzehnten) die Mehrzahl stellen werden."

Dummerweise scheint es so zu sein das Menschen ohne religiöse Bindung in Deutschland weniger Kinder bekommen als die etwa mit starker chrsitlicher oder gar muslimischer Bindung.

Einige Religionsformen sind mit eine sehr hohen Kinderzahl korreliert (beispielsweise ultraorthodoxes Judentum, fundamenlistisches Mormonentum, orthodoxer Islam)

In Staaten wie Israel zeigt sich schon, wohin das führen kann. Ultraorthodoxe bekommen da im Schnitt acht Kinder, das heißt grob eine Vervierfachung pro Generation. Die Anzahl derjenigen, die abspringen ist eher gering, obzwar größer als die Zahl der neu Dazustoßenden.

Vervierfachung pro Generation heißt in zwei Gerationen Versechzehnfachung (das haben die Ultraortodoxen seit der Staatsgründung Israels ungefähr hingekriegt).

Wenn das ganze auch nur wenig vermindert so weitergeht, werden in Israel die sekularen Juden schon bald (in den nächsten 30-40 Jahren) völlig an die Wand gedrückt.

Die Kinderzahl bei den Ultraothodoxen nimmt übrigens in Israel nicht ab sondern zu!

Was in Israel die Ultraorthodoxen machen, können in anderen Staaten andere religiöse Gruppen machen. Die muslimischen Kosovo-Albaner haben so beispielsweise die Serben an die Wand gedrückt.

Es gibt durchaus seriöse Prognosen, die für etliche europäische Staaten (Frankeich, Niederlande, Österreich, Deutschland etc.) prognostizieren, dass die Muslime in der zweiten Hälfte den 21. Jahrhunderts zur Mehrheit werden.

Die Sache mit der Angleichung der Geburtenraten ist übrigens ein Märchen von den Multikulti-Fans.
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#5
Dann bist du ein Anhänger der Islamisierungsthese.
Auf Wikipedia ist dort ein interessanter Artikel zu finden:
Islamisierung
Speziell der Absatz "Die These einer Islamisierung Europas im 21. Jahrhundert".
Ich schließe mich der dortigen Kritik an.

Vielleicht finde ich nochmal die Studie, auf die ich mich bezogen habe.
"What can be asserted without proof can be dismissed without proof." [Christopher Hitchens]
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#6
Da ich grad nach Studien suche...

Studien zeigen: Atheisten verhalten sich ethischer
http://feuerbringer.com/2009/04/08/studi...ethischer/

Islamischer Unglaube und Atheismus in der BMI-Studie
http://kamenin.wordpress.com/2008/02/09/...mi-studie/

Religiöse sind dümmer als Atheisten
http://blog.dignitatis.com/wordpress/?p=380
"What can be asserted without proof can be dismissed without proof." [Christopher Hitchens]
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#7
Auch spannend:

Religion: Die neuesten Erkenntnisse
http://hpd.de/node/7545
"What can be asserted without proof can be dismissed without proof." [Christopher Hitchens]
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#8
Die Wortwahl (z. B. "religiöser Zirkus") dieser (tendenziösen) Berichte straft die vorgeschobene Wissenschaftlichkeit Lügen. Warum nur müssen sich die Autoren in dieser Weise diskreditieren?

Interessant ist z. B. die These von der "Hypersozialität"; d. h. Menschen pflegen auch dann noch soziale Bande, auch wenn kein wirkungsmäßiger Zusammenhang bekannt ist. Beispiele: Sprechen mit Toten am Grab, Ahnenverehrung, Gebete für Verstorbene.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#9
Zu Glauben an Gott unter Muslimen ist meiner Ansicht nach folgendes Anzumerken:

Unter Muslimen, mit Ausnahme einiger Gruppen an Rande des Islam, wie etwa die Aleviten, ist es extrem schwer Menschen zu finden, die sich - auch nur privat - dazu bekennen, nicht an Gott zu glauben. Nicht zuletzt spielt die Todesdrohung gegen Apostaten in der klassischen Scharia dabei eine entscheidende Rolle.

Nachdem was ich selbst erfahren habe (ein Jahr in Syrien gelebt), was Menschen, die ebenfalls lang unter Muslimen gelebt haben und was aus dem Islam kommende Konvertiten und Exmuslime sagen, was übrigens auch empirischen Untersuchenungen belegen (selbst in der Türkei, in der atheistische Anschauungen noch am ehesten verteten werden können, git es gerade mal 1% Atheisten), ist Atheismus unter Muslimen tatsächlich extrem selten.

Was die BMI-Studie zu islamischem Unglauben und Atheismus sagt, ist meiner Ansicht nach der in letzer Zeit öfters unternommene Versuch, die Zahl der Muslime irgendwie kleinzureden.

Nachdem es immer öffensichttlicher wird, dass die Thesen von der unaufhaltsam fortschreitenden Integration und die These von der Angleichung der Geburtenrate etc. nicht zutreffen, haben die multikulturellen Deutungseliten ein Glaubwürdigkeitsproblem: Die Zahl der Muslime steigt in allen europäischen Länder unaufhaltsam und immer mehr Menschen wird dabei mulmig - also muss man mit allen Mitteln die Zahl der Muslime möglichst nach unten korrigiert werden.
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#10
Der Islam ist ca. 600 Jahre jünger als das Christentum und rund 5000 Jahre jünger als das Judentum. Gehen wir zurück in das Jahr 1400 u.ZR, dann sehen wir ein aggressives Christentum, das nach Weltherrschaft strebte. Na, und das Alte Testament berichtet aus der Blütezeit um David herum auch nicht gerade von der Bescheidung auf ein kleines, unbedeutendes Reich am Rande der bekannten Welt.

Die Muslime werden auch noch merken, dass sie einem Phantom nachjagen, das sie kechtet wie ein orientalischer Wüstenfürst.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#11
Ich halte es für eine völlig irrige Vorstellung, dass alle Religionen sich, sozusagen evolutionär, in eine bestimmte Richtung bewegen müssten.

Der Baha'ismus beispielsweise ist erst ca. 150 Jahre alt und trotzdem unendlich viel humaner als der gewöhnliche Scharia-Islam.

Dass Judentum und Hinduismus, weil sie angeblich so alt sind, deshalb so sehr viel weiter sind, als andere Religionen (etwa Christentum und Buddhismus), halte ich auch für ein Gerücht.

Der Islam ist übrigens Erbe, zumindest was die Gebiete angeht, sehr alter Hochkulturen: Ägypten, das Zweistromland, die hellenistische Welt, Nordindien.

Der Islam hätte also vieles übernehmen können, was diese alten Kulturen zu bieten hatten. Tatsächlich haben arabische Gelehrte etwa die griechische Philosophie aufgenommen und einiges dazugefügt. Doch die islamische Orthodoxie hat durch das Urteil Al-Ghazalis jeden zum mit dem Tode bedrohten Ketzer erklärt, der Philosophie treibt - das war das Ende der arabischsprachigen Philosophie.

Der orthodoxe Islam verneint übrigens vehement jede Möglichkeit einer Weiterentwicklung: der Mensch kann selbständig keinerlei Wissen erwerben. Alles wissen ist Offenbahrung. Nach Mohammed kann es keine weiteren Propheten und damit keine weitere Offenbarung mehr geben. Zudem ist jede Neuerung (bid'a) Ketzerei.
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#12
(17-08-2009, 11:32)Ekkard schrieb: Der Islam ist ca. 600 Jahre jünger als das Christentum und rund 5000 Jahre jünger als das Judentum.

Hallo Ekkard,

seit wann gibt es "das Judentum"?

Das Judentum von Mischna und Talmud entwickelte sich zwischen dem 2. u. 5. Jh. Das, was damals entstand, ist im orthodoxen Judentum alles noch (weitgehend) erhalten.

Das Entstehen des Judentums ist früher anzusetzen, keine Frage. Die Frage wann genau, lässt sich aber nicht eindeutig beantworten. Ist es die Königszeit, die man als den Anfang ansehen muss oder doch erst die Zeit des Exils und kurz nach dem Exil?

Ich würde den Anfang des Judentums mit der Zeit der priesterlichen Überarbeitung der im Exil und kurz danach entstanden Texte ansetzen. Es ist auch jene Zeit, in der die meisten alten und sehr alten Mythen, die im AT vorzufinden sind, letztlich ihre heute bekannte Gestalt erhielten. Aus dieser Zeit stammt im Wesentlichen auch der jüdische Gesetzesbestand.

Das Entstehen des Judentums vor der (wenigstens noch einigermaßen) historisch erfassbaren Königszeit anzusetzen, halte ich für nicht korrekt.

MfG E.
MfG B.
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#13
(17-08-2009, 10:10)Ekkard schrieb: Die Wortwahl (z. B. "religiöser Zirkus") dieser (tendenziösen) Berichte straft die vorgeschobene Wissenschaftlichkeit Lügen. Warum nur müssen sich die Autoren in dieser Weise diskreditieren?

Interessant ist z. B. die These von der "Hypersozialität"; d. h. Menschen pflegen auch dann noch soziale Bande, auch wenn kein wirkungsmäßiger Zusammenhang bekannt ist. Beispiele: Sprechen mit Toten am Grab, Ahnenverehrung, Gebete für Verstorbene.

Und da muss ich dir widersprechen. Die genannten Links sind nur Verweise auf die eigentlichen Studien. Dass die "Verweiser" etwas harsch mit ihrer Wortwahl sind, mindert ja nicht die Wissenschaftlichkeit der Studien, auf die Bezug genommen wird. Das musst du differenzieren!
"What can be asserted without proof can be dismissed without proof." [Christopher Hitchens]
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#14
@Epicharm: Genaueres historische Wissen ersetzt ungenaueres, vielen Dank. (Ich hatte mehr an den mythischen Beginn der Zeit vor etwa 6000 Jahren gedacht).
@Humanist: Nun ja, dann differenzieren wir eben. Gleichwohl diskreditieren die verlinkten Seiten jene möglicherweise lupenrein naturwissenschaftlichen Studien. Letzteres kann ich natürlich nicht nachprüfen, weil mir dazu der Aufwand zu hoch erscheint. Soweit reicht meine Lust nicht, zumal ich das Pferd "Atheismus/Theismus" für einen toten Gaul halte. Eine Weisheit der Dakota-Indianer besagt: "Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!".
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#15
Schade, dass du von Studien nichts hältst.
"What can be asserted without proof can be dismissed without proof." [Christopher Hitchens]
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