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Karfreitag, Osternacht, Ostern
#1
Hallo!

Am Karfreitag wird der Passion vom Leiden und Sterben Jesus Christus in besonderer Weise gedacht. Bei ev. und kath. Christen wird dieser Tag heute begangen.

So folgt auf die Einsetzung des Abendmals gestern(Gründonnerstag) heute Karfreitag(s.o.)und am Ostersonntag die Auferstehung, die in der Osternacht, Samstag Abend oder auch manchmal Ostersonntag in der Frühe begangen wird.

Ich wünsche allen Frohe und Gesegnete Ostertage.

LG Gerhard
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#2
SMS-Fasten zitiert heute Markus 15,37+39

Zitat:Jesus schrie laut. Dann hauchte er den Geist aus. Der Hauptmann, der Jesus sterben sah, sagte: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn.

Das ist doch das, woran wir Christen glauben.

Gerhard
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#3
Ich hatte gerade die Vorstellung, in der Fußgängerzone auf das bevorstehende Osterfest angesprochen zu werden. Was würde ich antworten, ohne auszuschweifen?

Ich sehe das Fest als einen Seelenweg von tiefster Trauer und Entsetzen (Jesu Hinrichtung, politischer Mord an einer Bezugsperson) hin zur Hoffnung, dass nunmehr alles besser wird (Auferstehung am Ostermorgen).

Die historischen Vorgänge sind Nebensache. Wichtig ist mir, das Zusammenleben mit neuem Mut anzugehen, auch wenn mächtige politische Kräfte wahrhaft alles tun um ihrer eigenen Vorteile willen: Damals die römische Besatzung, heute die Herren im Kreml, im Weißen Haus, in Ankara, in Damaskus oder in der Slowakei. Immer werden die Kritiker mundtot gemacht und Schlimmeres.

Ostern feiern Christen eben auch die Überwindung dieser "Herren" - und sei es ihr allmähliches, biologisches Ableben. Gewiss, es kommen neue. Im Grunde bleiben sie verachtenswerte Kreaturen.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#4
(18-04-2003, 11:46)Gerhard schrieb:
Zitat:Jesus schrie laut. Dann hauchte er den Geist aus. Der Hauptmann, der Jesus sterben sah, sagte: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn.

Das ist doch das, woran wir Christen glauben.

Manchmal heißt es auch "Wahrhaftig, dieser Mensch war ein Gerechter."

Die hebräische Bibel ist voller Söhne Gottes. Könige, das Volk Israel oder besonders gerechte Menschen eben. 

Woran das Christentum glaubt, ist vielmehr die Exklusivität. Aus einem Gerechten, der einer der vielen Gerechten der hebräischen Bibel war, wurde der Messias.
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#5
(30-03-2018, 09:20)dharma schrieb: Woran das Christentum glaubt, ist vielmehr die Exklusivität. Aus einem Gerechten, der einer der vielen Gerechten der hebräischen Bibel war, wurde der Messias.

Nun, das wird den meisten Christen (inzwischen) nicht (mehr) bewusst, obwohl ich dir zustimme. Andererseits zählt der Messias (und alles theologische Drumherum) zu den Mythen des Christentums - größtenteils entlehnt aus der hebräischen Bibel.

Über Mythen kann man streiten, ohne je zu einem Ende zu gelangen. Oder umgekehrt: Man lässt es. Für mich persönlich gibt es beim Glauben nur eine Frage: Wie können wir mit diesen oder gegen diese Vorstellungen zu einer Gesellschaft gelangen, in der wir leben wollen.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#6
(30-03-2018, 21:39)Ekkard schrieb: Für mich persönlich gibt es beim Glauben nur eine Frage: Wie können wir mit diesen oder gegen diese Vorstellungen zu einer Gesellschaft gelangen, in der wir leben wollen.

Aber Du bist nicht deshalb gläubig geworden?
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#7
Aus diesem Grunde habe ich aber bei der (evangelischen) Kirche mitgewirkt.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#8
(31-03-2018, 20:42)Ekkard schrieb: Aus diesem Grunde habe ich aber bei der (evangelischen) Kirche mitgewirkt.


Das ist insofern interessant, weil es meine Beobachtung bestätigt, dass die Beziehung zu Gott - die transzendentale Dimension - immer weiter abnimmt und Religionen mittlerweile oft von Menschen nur noch für ihre sozial-politischen Ziele instrumentalisiert werden. Was bleibt dann noch von Religion übrig? Am Ende muss man sich dann kaum noch wundern, wenn sich die Menschen von den institutionalisierten Religionen abwenden, wenn sie am Ende so spirituell wie Parteien oder NGOs sind.
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#9
Das wundert mich ja auch nicht. Nur, was kann man heute noch als (Stütz-) Mythos erzählen?
Die ganze (in dem Falle: christlichen) Geschichten ignorieren die unvorstellbare Weite, das ungeheure Alter des Universums, seine Abläufe und Kräfte oder auch die biologischen Vorgänge.
Im Beginn dieser Welt sind die Zeit und alles andere erst entstanden. Es gab buchstäblich kein "Zuvor" oder "Außen", von dem heraus ein Gott die Welt hätte erschaffen können, von Gottessöhnen ganz abgesehen.

Hingegen ist das Leiden und Sterben eines politisch exponierten Menschen (Künstlers, Lehrers, ...) ein verhältnismäßig einfach zu verstehender Vorgang, der sich widerlicherweise ständig wiederholt.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#10
(31-03-2018, 23:21)Ekkard schrieb: Das wundert mich ja auch nicht. Nur, was kann man heute noch als (Stütz-) Mythos erzählen?
Die ganze (in dem Falle: christlichen) Geschichten ignorieren die unvorstellbare Weite, das ungeheure Alter des Universums, seine Abläufe und Kräfte oder auch die biologischen Vorgänge.

Warum wird man dann Christ? Immerhin gibt es noch ein Glaubensbekenntnis. Warum bekennt man etwas, was man nicht glaubt? Das ist nicht redlich und man lügt doch der ganzen Gemeinde etwas vor. Da heißt es doch: Du sollst nicht lügen. Ich finde, "nicht zu lügen" ist für die meisten die erste Übung, um moralisches Handeln entwickeln zu können. Und Du brichst bereits mit diesem Grundsatz. Damit willst Du dann die Welt verbessern? Genau das ist der Punkt, warum die Welt nicht besser wird. Weil die Menschen nur noch Lippenbekenntnisse kennen.
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#11
(01-04-2018, 07:37)dharma schrieb: Warum wird man dann Christ?

Zumindest fuer meine Generation und die davor ist das doch eine eher muessige Frage. Das hatten die Eltern doch geregelt, bevor man dazu ueberhaupt eine Meinung entwickelt hatte. Die Taufe geschieht eh, bevor man etwas sagen kann, und der Rest gehoerte bei mir zur normalen Schullaufbahn, da das Erziehungssystem (Kindergaerten und Grundschulen) in meiner Heimat komplett in kirchlicher Hand war. Das heisst, "Christ Werden" passiert einfach.

Und das beantwortet doch auch Deine Frage. Die Kirche als soziales Netz wurde nicht ausgesucht, man wuchs dort hinein. Insofern haben auch die Worte des Glaubensbekenntnisses fuer viele Leute keine inhaltliche Bedeutung, sondern sind Teil des Ritus, mit dem die Gemeinschaft ihren Zusammenhalt ausdrueckt. Wenn man aufwaechst, begreift man doch, dass das Leben voll von Kompromissen dieser Art ist; anders funktioniert Gesellschaft nicht. Bedingungslose Ehrlichkeit ist nicht wirklich lebbar, wenn man Wert auf soziale Kontakte legt.


Ich wuensche jedenfalls allen angenehme Feiertage.
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#12
(01-04-2018, 09:12)Ulan schrieb: Zumindest fuer meine Generation und die davor ist das doch eine eher muessige Frage. Das hatten die Eltern doch geregelt, bevor man dazu ueberhaupt eine Meinung entwickelt hatte. Die Taufe geschieht eh, bevor man etwas sagen kann, und der Rest gehoerte bei mir zur normalen Schullaufbahn, da das Erziehungssystem (Kindergaerten und Grundschulen) in meiner Heimat komplett in kirchlicher Hand war. Das heisst, "Christ Werden" passiert einfach.

Ekkard gab aber etwas anderes an, warum er sich in der Kirche engagiert.
Elterliche Fremdbestimmung war es nicht.

Generell finde ich aber, dass man ab einem bestimmten Alter auch selbst Verantwortung übernehmen kann. Und ggf. austreten. Man nimmt ja auch ganz eigenverantwortlich an, etwas vor vielen Menschen zu bekennen, was man nicht glaubt. Oder sind an diesem freiwilligen Akt der Bekenntnis im Erwachsenenalter auch die Eltern schuld?
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#13
Wieso setzt Du "Verantwortung Uebernehmen" mit "Austreten" gleich (auch wenn durch ein "gegebenenfalls" abgemildert)? Ob sich das ergibt oder nicht haengt doch nicht an einem einzigen Parameter. Fuer mich war das keine Frage, da ich seit meinem Abitur nicht mehr in der Naehe meines Heimatorts gewohnt habe, was den sozialen Aspekt, den ich oben angesprochen habe, abschneidet, so dass Austreten keine isolierenden Effekte hatte. Wenn Du aber weiterhin in ein christliches, soziales Umfeld integriert bist und das dortige soziale Engagement unterstuetzt, kann das doch ein vollkommen ausreichender Grund sein, in einer Kirche zu bleiben. Wir haben es hier nicht mit einer "Alles oder Nichts"-Frage zu tun. Der Punkt des Glaubensbekenntnisses ist doch gerade fuer jemanden, der nicht daran glaubt, eine vollkommen unwichtige Nebensaechlichkeit, wenn Du es weiterhin fuer richtig haeltst, eine Botschaft von z.B. Naechstenliebe zu verbreiten.
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#14
(01-04-2018, 07:37)dharma schrieb: Warum wird man dann Christ? Immerhin gibt es noch ein Glaubensbekenntnis.
Siehe Beitrag Ulan: Das war bei mir genauso.

(01-04-2018, 07:37)dharma schrieb: Warum bekennt man etwas, was man nicht glaubt? Das ist nicht redlich und man lügt doch der ganzen Gemeinde etwas vor. Da heißt es doch: Du sollst nicht lügen. Ich finde, "nicht zu lügen" ist für die meisten die erste Übung, um moralisches Handeln entwickeln zu können. Und Du brichst bereits mit diesem Grundsatz.
Das Glaubensbekenntnis kann sich ohne Weiteres auf die ethischen Grundzüge des Gottes- und Christus-Glaubens beziehen. Ich habe nur erkannt, dass die Mythologie (die Gestalten des Mythos und ihre Geschichten) vollkommen wirkungslos sind. Die Wirkung geht nur vom Konsens der Menschen aus. Und wenn da kein Konsens ist, nützt der ganze mythologische Kram nichts!

Darin besteht ja der ganze Irrwitz kirchlicher Ansprüche von Verkündigung und Sündenvergebung. Eine Mythologie, die nicht einmal die simpelste Konfliktsituation in der Gemeinde zu verstehen oder gar zu lösen vermag, trägt nicht! Die Zeiten, in denen mit brutaler Gewalt oder Drohung Konflikte erstickt worden sind, sind vorbei. Du kannst: "Gott will ..." übersetzen mit "Die Gemeindeleitung will ...".

(01-04-2018, 07:37)dharma schrieb: Damit willst Du dann die Welt verbessern? Genau das ist der Punkt, warum die Welt nicht besser wird. Weil die Menschen nur noch Lippenbekenntnisse kennen.
Wer sagt dir denn, dass z. B. ich mir nicht genau überlegt habe, wie man an der Mythologie vorbei zu einem christlichen Bekenntnis kommen kann. Ich glaube durchaus an das Recht des Wohlergehens der Vielen und ein wünschenswertes Verhalten jedes Einzelnen. Nur glaube ich nicht an einen Gott, der dieses Interesse angeblich haben soll. Usw. Wir können das apostolische Glaubensbekenntnis durchdeklinieren und seine Absichten im Lichte der Aufklärung transparent machen. (Aber nicht im Rahmen des Osterfestes!)

Und wer sagt, dass ich oder jemand sonst die Welt verbessern wollen sollte? Niemand kann für andere wollen, was wünschenswert ist. Das muss jeder für sich selbst tun. Etwas anderes ist es, eine Gemeinde zu organisieren. Sie verbessert aber die Welt nicht! Sondern sie stellt einen Ort des Austauschs bereit, so wie die Administration dieses Forums.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#15
(01-04-2018, 11:47)Ulan schrieb: Der Punkt des Glaubensbekenntnisses ist doch gerade fuer jemanden, der nicht daran glaubt, eine vollkommen unwichtige Nebensaechlichkeit


Es geht nicht um den Inhalt des Glaubensbekenntnisses, sondern gegenüber der Gemeinde (einer Gruppe von Menschen), einen Glauben vorzutäuschen (zu bekennen), den man nicht hat.


Das ist nicht mehr als eine Lüge. Ich verstehe, dass ein Ungläubiger Mensch keine Problem damit hat, zu lügen, weil er nicht davon ausgeht, dass es irgendwann ein Gericht geben wird. Es ist aber charakterlich nicht gerade etwas, womit man glänzen kann. Ob da mit sozialen Engagement kokettiert wird, ist auch nebensächlich, denn was nutzt es, vor den Menschen mit guten Taten glänzen zu wollen, wenn man seine Umgebung dauerhaft anlügt?
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