Umfrage: Brauchen Frauen eine Göttin?
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Warum brauchen besonders Frauen eine Göttin?
#61
(19-05-2017, 08:10)Jutta schrieb: Um Deine Frage zu beantworten, warum man heute noch Gottheiten braucht, kann ich Dir keine allgemeingültige Antwort geben, weil der Glaube an Gott/männliche Götter, und der Glauben an die Göttin (die in sich drei Aspekte vereinigt, welche durch unterschiedliche Göttinnen repräsentiert werden) unterschiedlich sind.
Gott/Göttin repräsentiert das, was den Menschen "heilig" ist. Das sind Dinge, die im Allgemeinen ins Absolute geschoben und damit der normalen Verhandlung entzogen werden z. B. das Verhältnis zum Eigentum, die Achtung des menschlichen Lebens (zumindest der Verwandten, Freunde und Nachbarn). Bei der Frage der Kooperation (dein Beispiel) wird die Sache schon schwieriger. Zwar fordert Gott Jahwe Gerechtigkeit, Solidarität, Achtsamkeit, Versöhnung und Ähnliche Verhaltensweisen. Im Allgemeinen sind es aber "die" Männer, welche sich darum weniger kümmern.

Die 'heilige' Maria, Mutter Gottes, ist im katholischen Ritus jene Figur, die typische und tragische Eigenschaften der Menschenfrauen darstellt (von der gesellschaftlichen Stellung in der Gemeinde über Fruchtbarkeit und Empfängnis bis zum Verlust des eigenen Kindes). Nun ist Maria 'nur' eine Heilige. Man könnte sich jedoch eine Göttin vorstellen, die das Lebensgefühl der Frau ins Absolute (Heilige) steigert.


(19-05-2017, 08:10)Jutta schrieb: Männer brauchen den Gott/männliche Götter, zumeist, um ihre Macht zu festigen, ihren Willen durchzusetzen, oder, um persönlich reich zu werden (siehe die Televangelisten).
Das mag richtig beobachtet sein und in vielen Fällen zutreffen. Leider hat das aber mit dem Gott der Bibel insbesondere des Neuen Testamentes nichts zu tun. Mich beschleicht eher der Verdacht, dass einge Frauen durchaus den Bad-Boy, den Haudrauf, suchen, also das genaue Gegenteil dessen, was die Emanzipation vom Patriarchat verlangt.

(19-05-2017, 08:10)Jutta schrieb: Frauen brauchen die Göttin, um ihre durch das Patriarchat verlorene Kraft und Macht zurückzugewinnen, um sich in sich selbst heil zu fühlen.
Das 'Zurückgewinnen' bezweifle ich. Das tut so, als sei die Gesellschaft hierzulande jemals frau-und-Mutter-zentriert gewesen UND, dies sei ein erstrebenswerter Zustand. Wir kennen keine moderne Massengesellschaft, deren geistiger Zustand fraubezogen ist und sich irgendwo behauptet hat.

Sich 'heil' zu fühlen, ist eine aber keine hinreichende geistige Verfassung einer Gesellschaft. Auch die Männerwelt fühlt sich nicht 'heil', anderenfalls gäbe es nicht so viel Drogenkonsum jeglicher Art. Also bedürfen beide Geschlechter anderer geistiger Optionen als sie gegenwärtig pflegen oder aus Konkurrenzgründen pflegen zu müssen glauben.

Ich glaube, dass diese Konkurrenz die treibende Kraft fast der gesamten gegenwärtigen Menschheit ist - unabhängig von jeglichem Geschlecht und Glauben. Und eine Gottheit, die uns alle Konkurrenz "vom Hals schafft" z. B. dadurch, dass buchstäblich alles friedlich verhandelt werden muss, ist weit und breit nicht in Sicht. Denn niemand garantiert, dass sich alle an derartige Leitvorstellungen halten, insbesonder nicht die Diktatoren unserer Welt.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#62
Genau. Die Kehrseite von Ruhe und Harmonie, dem Prinzip der Bewahrung, ist Stagnation, Stillstand. Die Kehrseite von Konkurrenz und Streit, dem Prinzip der Zerstörung*, ist Veränderung, Fortschritt. Diese Aspekte hängen zum Glück nicht zwingend zusammen, aber ich denke schon, das ist mit ein Grund, warum mythische "goldene" Zeiten immer enden. Insofern sind matrifokale Gesellschaften fast überall verschwunden, weil ihnen die Konkurrenzfähigkeit fehlt.

Eine funktionierende Gesellschaft, die überleben will, braucht beide Seiten.

*Zerstörung ist hier nicht nur mit sinnloser Zerstörung gleichzusetzen; manchmal muss man Bestehendes beseitigen, um Neues zu schaffen.
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#63
(20-05-2017, 07:29)Ulan schrieb: Genau. Die Kehrseite von Ruhe und Harmonie, dem Prinzip der Bewahrung, ist Stagnation, Stillstand. Die Kehrseite von Konkurrenz und Streit, dem Prinzip der Zerstörung*, ist Veränderung, Fortschritt. Diese Aspekte hängen zum Glück nicht zwingend zusammen, aber ich denke schon, das ist mit ein Grund, warum mythische "goldene" Zeiten immer enden. Insofern sind matrifokale Gesellschaften fast überall verschwunden, weil ihnen die Konkurrenzfähigkeit fehlt.

Die meisten matrifokalen und matrilinearen Gesellschaften sind verschwunden, weil patriarchalische Horden sie zerstört haben, weil sie sich nahmen was ihnen nicht gehörte. Andere wurden von innen heraus zerstört, als das Patriarchat an Einfluss in diesen Gesellschaften gewann, und die Frauen sich nicht vorstellen konnten, dass die eigenen Söhne sich gegen sie richteten. Es gibt eine schöne Geschichte aus der Antike, die das aufzeigt:

Die Orestie, geschrieben im 5. Jahrhundert vor Christi, erzählt von der Tötung eines Königs durch seine Frau und dessen Liebhaber. Die Königin, die gute Gründe für ihre Tat hatte, flieht, wird aber am Ende doch vor Gericht gestellt. Es gibt Stimmen für, und Stimmen gegen sie. Am Ende gibt die Göttin Athene ihre Stimme ab. Athene, die aus dem Kopf von Zeus geboren wurde, spricht sich gegen das Mutterrecht, und für das Vaterrecht aus, wonach eine Vatertat nicht bestraft werden darf, wenn sie gegen eine Frau begangen wurde, eine Tat gegen einen Mann von einer Frau schon. So wurde das Frauenrecht durch das Männerrecht ausgetauscht. Für Frauen ein schlechter Tausch!
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#64
(20-05-2017, 17:00)Jutta schrieb:
(20-05-2017, 07:29)Ulan schrieb: Genau. Die Kehrseite von Ruhe und Harmonie, dem Prinzip der Bewahrung, ist Stagnation, Stillstand. Die Kehrseite von Konkurrenz und Streit, dem Prinzip der Zerstörung*, ist Veränderung, Fortschritt. Diese Aspekte hängen zum Glück nicht zwingend zusammen, aber ich denke schon, das ist mit ein Grund, warum mythische "goldene" Zeiten immer enden. Insofern sind matrifokale Gesellschaften fast überall verschwunden, weil ihnen die Konkurrenzfähigkeit fehlt.

Die meisten matrifokalen und matrilinearen Gesellschaften sind verschwunden, weil patriarchalische Horden sie zerstört haben, weil sie sich nahmen was ihnen nicht gehörte.
Du idealisierst da etwas, das mit der Wirklichkeit unserer Vorfahren nichts zu tun hat.

Frauen und Kinder hatten bis vor vor Hundert Jahren immer schon eine sehr hohe Sterblichkeitsrate. Mikroben regeln schon seit Milliarden Jahren  das Gleichgewicht des Lebens auf unserem Planeten.

Nichts anderes als die weibliche Fruchtbarkeit stand im Mittelpunkt matrifokaler/matrilinerarer Gesellschaften. Beim Kinderkriegen konnte bei Frauen ziemlich viel schief gehen und das Immunsystem von neugeborenen  Kindern war auch damals nicht besser entwickelt als das der Neugeborenen von heute.  Nur waren die Hygienestandarts und das Wissen darüber bei unseren frühen Vorfahren noch ganz andere.
Gerade in tropischen Gegenden, gedeihen Infektionserreger besonders optimal.. Böse Geister, Dämonen.. gekränkte Ahnen.. usw. usf.. waren damals der Grund für Krankheit und frühzeitigem Tod
Nahrungsmittel können  bei 30-40 C° und extrem hoher Luftfeuchtigkeit nicht mehre Tage aufbewahrt werden und müssen/mussten sofort verzehrt werden, was anders herum heißt, dann auch jeden Tag frisch gesammelt und gejagt werden. Unsere Vorfahren litten an allen nur erdenklichen Bandwürmern und hunderten anderen lästigen oder gefährlichen Parasiten und Erregern..



(20-05-2017, 17:00)Jutta schrieb: Andere wurden von innen heraus zerstört, als das Patriarchat an Einfluss in diesen Gesellschaften gewann,
Das Leben unserer Vorfahren war in der Regel kurz und "beschissen",, ständig von bösen Geistern, beleidigten Ahnen, schmerzhaften Dämonen und gefräßigen Parasiten und Würmern geplagt.. Männer hatten aus genannten Gründen meist mehrere Frauen, um die Überlebenschance der eigenen Gene  zu erhöhen. Unfruchtbare Frauen oder solche, die nur selten mal ein Kind durch brachten, hatten auch in matrilinearen und matrifokalen Gesellschaften einen schweren Stand, waren aber als Ammen nützlich.

Bei unseren neolitischen Vorfahren ging es nicht um irgendwelche Macht, sondern ums nackte Überleben,
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" der ihn dafür zu einem Auserwählten machte.
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#65
https://de.wikipedia.org/wiki/Inuit-Mythen

In kalten Gegenden unseres Planeten, haben sich weder Götter noch Göttinnen durchgesetzt. Mikroben und Parasiten gedeihen in Gegenden wo die Durchschnittstemperatur nur ein paar Wochen im Jahr knapp über 0 C° liegt nicht sonderlich gut.

Auf matrilinere und matrifokale Gesellschaften, wurde bei den Inuit auch kein Wert gelegt. Alte, Kranke und ungelegener Nachwuchs.. alle die, die das Überleben der Stammesgemeinschaft in Härtezeiten mit ihrem Hunger belasteten, wurden der Natur überlassen..

Mikroben gedeihen auch in wasserarmen Gegenden unsere Planeten weniger gut als in feuchteren. Weniger Krankheiten, weniger Götter und Göttinnen..
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" der ihn dafür zu einem Auserwählten machte.
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#66
(20-05-2017, 17:00)Jutta schrieb: Die meisten matrifokalen und matrilinearen Gesellschaften sind verschwunden, weil patriarchalische Horden sie zerstört haben, weil sie sich nahmen was ihnen nicht gehörte. Andere wurden von innen heraus zerstört, als das Patriarchat an Einfluss in diesen Gesellschaften gewann, und die Frauen sich nicht vorstellen konnten, dass die eigenen Söhne sich gegen sie richteten.

Das ist nur eine andere Art das auszudrücken. Die matrifokalen Gesellschaften waren zu statisch und ihnen fehlte die Anpassungsfähigkeit an veränderte Situationen. Deshalb sind sie verschwunden.
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#67
Falsch! Die meisten matrifokalen Gesellschaften verschwanden, weil patriarchalische Reiterhorden sie überrannten, also in ihr Gebiet eindrangen (im Englischen "to penetrate"), quasi das Land und die Bewohner vergewaltigten. Damit will ich nicht sagen, dass matrilineare und matrifokale Gemeinschaften gewaltfrei oder friedlich waren (die Amazonen/Skythen sind dafür der beste Gegenbeweis), sondern, dass diese Völker nicht genügend Zeit hatten, um sich auf den Kampf einzustellen. Um den Unterschied zwischen einer matrilinearen und patriarchalischen Kultur zu verdeutlichen, hier einige Abschnitte in Englisch aus einer Webseite über Transsexualität und Göttinnenkultur:


Zitat:In Canaan we find the Goddess as Athirat also called Asherah or Astarte and Her hierodule transsexual priestesses, the Qedshtu.  It should be noted that just as Gallae is changed into Gallus denying the very gender of these priestesses and erasing the truth of their lives, the bible refers to them as Qedeshim (masculine).  The functions of the Qedshtu were almost identical to those of the Assinnu and sexual congress with the Qedshtu was considered sex with Athirat Herself.  Apparently they also practiced a tantric sexual rite accompanied by drums and other instruments and also used flagellation to obtain an estatic state.  The worship of Athirat dates back as far as 8000 BCE by the Natufians who were replaced around 4000 BCE by the Yarmukians.  The young consort, Baal added around this time and somewhat better known in biblical times as El.  By around 2000 BCE the Qedshtu worn long flowing caftans made of mixed colours, interweaved with gold and silver threads intended to envoke a vision of Athirat in Her full glory in the springtime and are thought to have also worn veils over their faces.  They were renown for charity, maintained the garden like groves and temples of Athirat and were prized potters and weavers.  Among the surviving rites was the preparation of a sacred ritual food made from a mixture of milk, butter, mint and coriander blended in a cauldron and blessed by lighting seven blocks of incense over the top while accompanied by music played by other Qedshtu.

The invasion of Canaan by the bloodthirty, patriarchial and fanatical followers of Yahweh, the people later known as the Israelites, took place around 1000 BCE.  Yahweh's worshipers insisted he was a jealous god that would have no rivals.  Unable to completely conquer the Canaanites, they lived in close proximity for a while.  It's no wonder that the Israelite women were drawn to Athirat, now often called Asherah, whose followers believed in equality of the sexes.  It is no wonder that the sexually repressed Israelite men would also want to participate in Her rites.  For a time the religions mixed enough that Yahweh and Asherah were considered co-deities.  The Levite priests of Yahweh were at their wits end, since even their wives often openly worshiped Asherah.  That some of their "sons" became Qedshtu, can be decoded in the story of Joseph and his "coat of many colours".  It is believed that Rachel, Joseph's mother, was a priestess of Asherah and the coat came from her.  We've mentioned the colourful caftans with gold and silver threads that were the marks of the Qedshtu, both transsexual and non transsexual priestesses.  Small wonder that Joseph's brothers, devotees of Yahweh, would react badly to their brother becoming a woman, a hierodule priestess of Asherah, for indeed this is what the story indicates. Quelle

Für eine Weile existierte die Göttin Astarte neben dem Gott Jehova im Tempel. Astarte galt sogar als Mrs GOD. Dann, weil Männer keine Frau gleichberechtigt neben ihrem Big Boss duldeten, zerstörten die Israeliten die Statuen der Göttin, und verboten es unter Androhung der Todesstrafe, jemanden anderen, als ihren Big Boss Jahwe zu verehren. Mit Gewalt wurde die Göttin zerstört, woe Gewalt immer das Kennzeichen patriarchalischer Religionen war und ist!

Apropos Maria: Sie ist eine Göttin von Männergnaden, aber geht zurück auf die uralte Göttinnenverehrung in vielen Kulturen, die diese Machtkirche, um noch mehr macht zu bekommen im Volk, erfand, um das Volk an sich zu binden.
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#68
Diese Interpretation ist eine Form psychologisierender Geschichtsbetrachtung, die aus dem radikalen Feminismus geboren ist, und die gerade deshalb,weil man ihr dieses Gesteuertsein durch die zugrundeliegende Ideologie so offensichtlich ansieht, außerhalb des Zirkels,aus dem sie stammt, nur wenig Überzeugungskraft entwickelt, eignet sich nicht als "Richtigstellung". Du hast ja auch die Interpretation der Orestie bis ins Unkenntliche verbogen und das Prinzip der Abschaffung primitiver Blutrachegesetze und die Berücksichtigung individueller Motivationen, was eine bedeutende zivilisatorische Leistung darstellt,die in dem Stück thematisiert wird, schlicht unterschlagen. Bei solch einer einseitigen Betrachtungsweise droht die im Prinzip richtige Vorstellung, dass die Entwicklung des jüdischen Monotheismus mit einer Patriarchalisierung einherging, unterzugehen, da man der These, so wie sie da steht, unmöglich zustimmen kann.
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#69
(21-05-2017, 12:02).Ulan schrieb: Diese Interpretation ist eine Form psychologisierender Geschichtsbetrachtung, die aus dem radikalen Feminismus geboren ist, und die gerade deshalb,weil man ihr dieses Gesteuertsein durch die zugrundeliegende Ideologie so offensichtlich ansieht, außerhalb des Zirkels,aus dem sie stammt, nur wenig Überzeugungskraft entwickelt, eignet sich nicht als "Richtigstellung". Du hast ja auch die Interpretation der Orestie bis ins Unkenntliche verbogen und das Prinzip der Abschaffung primitiver Blutrachegesetze und die Berücksichtigung individueller Motivationen, was eine bedeutende zivilisatorische Leistung darstellt,die in dem Stück thematisiert wird, schlicht unterschlagen. Bei solch einer einseitigen Betrachtungsweise droht die im Prinzip richtige Vorstellung, dass die Entwicklung des jüdischen Monotheismus mit einer Patriarchalisierung einherging, unterzugehen, da man der These, so wie sie da steht, unmöglich zustimmen kann.

Wieder falsch! (Radikale) Feministinnen mögen es weiterentwickelt haben, oder weiter geforscht haben, aber es waren zumeist Männer, die die ersten Arbeiten über matrifokale und matriliniare Gesellschaften schrieben. Hier ein paar Buchempfehlungen von mir:

Johann Jakob Bachofen: Das Mutterrecht (erschien 1861)

Lewis H. Morgan: Ancient Society (Engels beruft sich auf ihn. Erscheinungsjahr 1877, deutsch 1891). Morgan schrieb, laut Wikipedia, dass zu Beginn der Menschheitsentwicklung alle Völker matrifokal (siehe auch matrilinear und matrilokal) gelebt hätten... (Quelle)

Elisabeth Gould Davis: Am Anfang war die Frau (USA 1971, BRD 1975)

Robert Ranke-Graves: Die weiße Göttin (1948)

Heide Göttner-Abendroth: Das Matriarchat (3 Bände 1988-91)

Lies diese Werke, und überprüfe sie. Dann sehen wir weiter!
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#70
(21-05-2017, 18:52)Jutta schrieb: Wieder falsch! (Radikale) Feministinnen mögen es weiterentwickelt ...

Du solltest mittlerweile mitbekommen habe, dass ich diese Deine Bewertungen für Unsinn halte. Wer sich darauf kapriziert, Eroberungszüge von Reitervölkern über die Wortwahl der Penetration zu sexualisieren, wird außerhalb von feministischen Zirkeln nicht weiter ernstgenommen. Eine objektive geschichtliche Einordnung ist bei solch einer ideologisierten Betrachtungsweise nicht zu erwarten. Bei nüchterner Betrachtung steht sogar die Idee einer ursprünglich weit verbreiteten matrifokalen Kultur selbst auf einer ausgesprochen dünnen Evidenzbasis. Da wäre eine nüchterne Neubetrachtung angebracht.

Da hängt sich moderner Feminismus an schwärmerischen Vorstellungen des 19. Jahrhunderts auf, die auf nicht viel mehr basieren als ein paar Figurinen und dem Befund einer flachen gesellschaftlichen Hierarchie.
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#71
(21-05-2017, 18:52)Jutta schrieb:
(21-05-2017, 12:02).Ulan schrieb: Diese Interpretation ist eine Form psychologisierender Geschichtsbetrachtung, die aus dem radikalen Feminismus geboren ist, und die gerade deshalb,weil man ihr dieses Gesteuertsein durch die zugrundeliegende Ideologie so offensichtlich ansieht, außerhalb des Zirkels,aus dem sie stammt, nur wenig Überzeugungskraft entwickelt, eignet sich nicht als "Richtigstellung". Du hast ja auch die Interpretation der Orestie bis ins Unkenntliche verbogen und das Prinzip der Abschaffung primitiver Blutrachegesetze und die Berücksichtigung individueller Motivationen, was eine bedeutende zivilisatorische Leistung darstellt,die in dem Stück thematisiert wird, schlicht unterschlagen. Bei solch einer einseitigen Betrachtungsweise droht die im Prinzip richtige Vorstellung, dass die Entwicklung des jüdischen Monotheismus mit einer Patriarchalisierung einherging, unterzugehen, da man der These, so wie sie da steht, unmöglich zustimmen kann.

Wieder falsch! (Radikale) Feministinnen mögen es weiterentwickelt haben, oder weiter geforscht haben, aber es waren zumeist Männer, die die ersten Arbeiten über matrifokale und matriliniare Gesellschaften schrieben. Hier ein paar Buchempfehlungen von mir:

Johann Jakob Bachofen: Das Mutterrecht (erschien 1861)

Lewis H. Morgan: Ancient Society (Engels beruft sich auf ihn. Erscheinungsjahr 1877, deutsch 1891). Morgan schrieb, laut Wikipedia, dass zu Beginn der Menschheitsentwicklung alle Völker matrifokal (siehe auch matrilinear und matrilokal) gelebt hätten... (Quelle)

Elisabeth Gould Davis: Am Anfang war die Frau (USA 1971, BRD 1975)

Robert Ranke-Graves: Die weiße Göttin (1948)

Heide Göttner-Abendroth: Das Matriarchat (3 Bände 1988-91)

Lies diese Werke, und überprüfe sie. Dann sehen wir weiter!

Solche Schwiegermütter-Regime findest du  noch zur genüge in Albanien und in Sizilien, wo die männlichen "Stammhalter" durch die sogenannte Blutrache entweder frühzeitig "dahin scheiden"... oder den Rest ihres Lebens in abgeschiedenen Verstecken als Hirten oder Jäger und Sammler fristen müssen.

Dass solche matriarchalen Gesellschaftsformen früher mal überall die Regel waren, ist einfach nur ideologische motivierter Unsinn.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" der ihn dafür zu einem Auserwählten machte.
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#72
Mal ganz im Ernst:

Dass matrilineare und matrifokale Gesellschaftsformen in irgendeiner Weise friedlicher, harmonischer, gerechter, sozialer sind und gewesen sein sollen, ist einfach an der Realität vorbei geträumt und nichts weiter, als die strategische Kriegs-Propaganda vom verbissener Feministinnen, die im Wettbewerb um die besten Fortpflanzungspartner nie so richtig mithalten konnten.

Es gibt unter den "Weibern" genau so viele "Doofe" wie unter den Patriarchen..

Verhältnis zur Gewalt

Nicht jede Gesellschaft mit matrilinearer oder matrilokaler Verwandtschaftsorganisation ist zwingend friedlicher oder gewaltloser als eine patrilineare. So waren die Nayar in Südindien eine Kriegerkaste, die Irokesen und Huronen bildeten Kriegsbünde, die matrilinearen Bororo im zentralbrasilianischen Hochland und die Munduruku im Amazonasgebiet − eine Gesellschaft mit patrilinearer Abstammungsregel und matrilokaler Wohnfolgeordnung[44] − galten wegen ihrer kriegerischen Aggressivität als gefürchtet,[45] die nordindischen Garo gingen auf rituelle Kopfjagden.[46]

Ethnologische Quellen berichten jedoch übereinstimmend, dass Männer der Irokesen niemals eine Frau vergewaltigten. In der Vergangenheit drückten irokesische Männer und Frauen Aggressionen gegenüber männlichen Gefangenen in Folterungen bis zum Tode aus. Aggression und Grausamkeit waren Teil ihrer religiösen Tradition
 Quelle Wikipedia
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" der ihn dafür zu einem Auserwählten machte.
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#73
Ich hatte nie behauptet, das matrifokale oder matrilineare Gesellschaften besser, weil gewaltfreier waren. Manche waren es, andere nicht! Aber dieser Satz von Dir:


Zitat:... und nichts weiter, als die strategische Kriegs-Propaganda vom verbissener Feministinnen, die im Wettbewerb um die besten Fortpflanzungspartner nie so richtig mithalten konnten
 zeigt mir, dass Du weder den Feminismus, noch die Matriarchatsforschung verstanden hast. Frauen wollen eben NICHT auf ihre Fortpflanzungsorgane reduziert werden! Auf die Rolle der Ehefrau und Mutter. Sie wollen, wie die Männer, die Welt "erobern", indem sie versuchen, sie etwas besser zu machen. Und, um das zu erreichen, mussten und müssen Frauen auch heute noch kämpfen. Ich hoffe, Du verstehst jetzt, warum Frauen die Göttin auch heute noch als Archetypen brauchen, denn die Göttinnen stellen verschiedene Aspekte des Frau Seins dar, darunter auch die jungfräulische, autonome Jägerin, und die Kriegerin. Aber auch die Weise, und die Muttergöttin.
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#74
(23-05-2017, 14:29)Jutta schrieb: Ich hatte nie behauptet, das matrifokale oder matrilineare Gesellschaften besser, weil gewaltfreier waren. Manche waren es, andere nicht! Aber dieser Satz von Dir:


Zitat:... und nichts weiter, als die strategische Kriegs-Propaganda vom verbissener Feministinnen, die im Wettbewerb um die besten Fortpflanzungspartner nie so richtig mithalten konnten
 zeigt mir, dass Du weder den Feminismus, noch die Matriarchatsforschung verstanden hast.
Natürlich versteh ich den "Feminismus" anders als du und auf meine Art. Ich habe nichts gegen feminine Frauen, die intelligent, willensstark sind und ihr Leben so gestalten wollen, wie sie es sich vorstellen. (So stelle ich mir sogar meine Idealpartnerin vor) Aber für dumme "Tussen", die nicht mit sich selbst richtig klar kommen und für ihre ganzen privaten Unzufriedenheiten allein die Männer in Verantwortung nehmen wollen, fehlt mir einfach die Begeisterung, mich mit patriarchalen Schuldgefühlen herum plagen zu wollen.


(23-05-2017, 14:29)Jutta schrieb: Frauen wollen eben NICHT auf ihre Fortpflanzungsorgane reduziert werden! Auf die Rolle der Ehefrau und Mutter.
Dann sollten sie auch nicht zu viel von ihren "matrifokalen" Idealen schwärmen, wenn sie dann noch ernst genommen werden möchten.

"Matrifokal" heißt nämlich nichts anderes, als dass genau diese Rollenbilder der Frau als Ideal im gesellschaftlichen Fokus stehen.


(23-05-2017, 14:29)Jutta schrieb: Sie wollen, wie die Männer, die Welt "erobern", indem sie versuchen, sie etwas besser zu machen. Und, um das zu erreichen, mussten und müssen Frauen auch heute noch kämpfen. Ich hoffe, Du verstehst jetzt, warum Frauen die Göttin auch heute noch als Archetypen brauchen, denn die Göttinnen stellen verschiedene Aspekte des Frau Seins dar, darunter auch die jungfräulische, autonome Jägerin, und die Kriegerin. Aber auch die Weise, und die Muttergöttin.

Wie heißt es doch so schön? "Brave Mädchen kommen in den Himmel, böse Mädchen kommen überall hin."
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" der ihn dafür zu einem Auserwählten machte.
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#75
Geo, weißt Du, was DeinProblem ist? Du verwechselst "feminin" mit "Feminismus", und meinst, in matrifokalen oder/und matrilinearen Kulturen würden Frauen zur "Weiblichkeit" erzogen. Mitnichten, mein Lieber! Jede Zapoteka, jede Mosuo-Frau würde Dir mit Leichtigkeit das Gegenteil beweisen!
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