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Dawkins über Missbrauchsfälle
#1
Ratzinger ist der perfekte Papst – dieser Meinung ist nicht nur unser Benedetto selbst, sondern auch der Antichrist, der notorische Richard Dawkins. Der Religionskritiker nimmt Bezug auf die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche und schreibt:

„Dieses vormalige Oberhaupt der Inquisition sollte in dem Moment verhaftet werden, sobald er es wagt, außerhalb seines Westentaschen-Lehensgutes, des Vatikans, Land zu betreten.”

Ferner: “Und es sollte in einem angemessenen zivilen – nicht kirchlichen – Gericht gegen ihn verhandelt werden. Das ist es, was geschehen sollte. Leider wissen wir alle, dass unsere glaubensberauschten Regierungen zu feige sein werden, das zu tun.“

Aber Dawkins ist noch lange nicht fertig. Er verneint die Frage, ob Benedikt XVI. seinen lustigen Hut an den Nagel hängen sollte mit folgender Begründung:

„Wie das Kardinalskollegium erkannt haben muss, als es ihn gewählt hat, ist er perfekt – ideal – qualifiziert, die römisch-katholische Kirche anzuführen. Ein schielender alter Schurke in einer Kutte, der Jahrzehnte hinter verschlossenen Türen konspirierte, um die Position zu erreichen, in der er sich nun befindet; ein Mann, der sich für unfehlbar hält und der sich auch so beträgt; ein Mann, dessen Predigt wissenschaftlicher Falschheiten verantwortlich ist für den Tod unzähliger AIDS-Opfer in Afrika; ein Mann, dessen erster Instinkt, wenn seine Priester mit heruntergelassenen Hosen erwischt werden, darin liegt, den Skandal zu vertuschen und den jungen Opfern das Maul zu stopfen; kurz gesagt, genau der richtige Mann für den Job. Er sollte außerdem nicht kündigen, weil er in der optimalen Lage ist, um den Niedergang der bösartigen, korrupten Organisation zu beschleunigen, zu dessen Charakter er wie angegossen passt und von der er der absolute und historisch angemessene Monarch ist.“

„Nein, Papst Ratzinger sollte nicht kündigen. Er sollte die gesamte verdorbene Einrichtung weiterhin anführen – die ganze profitgierige, Frauen-fürchtende, Schuld-fressende, Wahrheits-verachtende, Kinder-vergewaltigende Institution – während sie im Weihrauchgestank und einem Regen von Touristen-kitschigen heiligen Herzen und grotesk gekrönten Jungfrauen über ihm zusammenbricht.“


Quelle (Übersetzung):
feuerbringer.com/2010/04/03/dawkins-uber-die-missbrauchsfalle/

Originalquelle:
newsweek.washingtonpost.com/onfaith/panelists/richard_dawkins/2010/03/ratzinger_is_the_perfect_pope.html
"What can be asserted without proof can be dismissed without proof." [Christopher Hitchens]
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#2
(03-04-2010, 20:32)humanist schrieb: „Nein, Papst Ratzinger sollte nicht kündigen. Er sollte die gesamte verdorbene Einrichtung weiterhin anführen – die ganze profitgierige, Frauen-fürchtende, Schuld-fressende, Wahrheits-verachtende, Kinder-vergewaltigende Institution – während sie im Weihrauchgestank und einem Regen von Touristen-kitschigen heiligen Herzen und grotesk gekrönten Jungfrauen über ihm zusammenbricht.“
Quelle (Übersetzung):
feuerbringer.com/2010/04/03/dawkins-uber-die-missbrauchsfalle/
Originalquelle:
newsweek.washingtonpost.com/onfaith/panelists/richard_dawkins/2010/03/ratzinger_is_the_perfect_pope.html


Leider trifft Dawkins damit den Nagel vollkommen. Diese "Kirche" wird sich nicht grundlegend ändern! Hier und da etwas Kosmetik, damit das Bild nach außen wieder stimmt, aber es wird alles beim (alten)Alten (Papst) bleiben. Selbst die vielen Kirchenaustritte der letzten Zeit, werden daran nichts ändern, am Verhalten des "Stellvertreters Christi", dessen Entscheidungen genausowenig hinterfragt werden darf, er gilt ja als "unfehlbar", wie diese Kirche.
ich kann gar nicht soviel kotzen, wie ich möchte!!!!!
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#3
Was hälst du von seiner implizierten Forderung, den Papst nach Völkerrecht zu verurteilen?
"What can be asserted without proof can be dismissed without proof." [Christopher Hitchens]
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#4
Wenn ich mich erinnere, wie viele Jugendliche und Kinder auf diesem Kirchentag waren und dem Papst zugejubelt haben... ziemlich abstoßend.
Gruß
Motte

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#5
(04-04-2010, 13:25)humanist schrieb: Was hälst du von seiner implizierten Forderung, den Papst nach Völkerrecht zu verurteilen?

Klasse Idee!

Aber wäre er als Deutscher nicht nach Deutschem Recht zu verknacken?
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#6
Der Vatikan ist ein eigener Staat. Der Papst würde als "Vatikaner" angeklagt, da er Stellvertreter ist.
Ihm würde also ein internationaler Prozess gemacht, ähnlich den NS-Strippenziehern.

Mit der Anklage wird es schwierig. Ist sowas ein Völkerrechtsbruch?

Natürlich ist das alles theoretisch.
"What can be asserted without proof can be dismissed without proof." [Christopher Hitchens]
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#7
(04-04-2010, 18:05)Witch of Hope schrieb:
(04-04-2010, 13:25)humanist schrieb: Was hälst du von seiner implizierten Forderung, den Papst nach Völkerrecht zu verurteilen?

Klasse Idee!

Aber wäre er als Deutscher nicht nach Deutschem Recht zu verknacken?

und wofür?

egal nach welchem recht?

vor dem "verknacken" kommt im rechtsstaat übrigens erst ein gerichtsverfahren

wie soll die anklage lauten?

was hr. dawkins hier betreibt - so man der darstellung im eröffnungsbeitrag folgt - ist imho billigster populismus, wohlfeile entrüstung der selbstgerechten und feiges nachtreten
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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#8
Wohl wahr! Was ist denn passiert? - Eine große Religionsgemeinschaft ist in jener Realität angekommen, mit der sich alle Gemeinschaften auseinander zu setzen haben. Einmal mehr: Priester und Ordensleute sind keine Heiligen!
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#9
(04-04-2010, 13:57)SchmetterMotte schrieb: Wenn ich mich erinnere, wie viele Jugendliche und Kinder auf diesem Kirchentag waren und dem Papst zugejubelt haben... ziemlich abstoßend.

Wieso, habe ich was verpasst? Hat der Papst auch ein Kind missbraucht?¨

Könnte mal jemand die genaue Anklage gegen den Papst formulieren?
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#10
(05-04-2010, 00:56)petronius schrieb: und wofür?
egal nach welchem recht?
vor dem "verknacken" kommt im rechtsstaat übrigens erst ein gerichtsverfahren
wie soll die anklage lauten?

Na, wie wäre es mit:
  • Strafvereitelung (im Amt?)
  • Verdeckung einer Straftat
  • Indirekte Beihilfe zum Kindesmissbrauch (weil Täter nicht aus dem Verkehr gezogen, sondern versetzt wurden, wo sie weitermachen konnten), und nicht zuletzt
  • Mittelbare Körperverletzung (weil durch den Missbrauch die Opfer körperlich und seelisch geschädigt wurden)

Aber selbst, wenn er nur minimal bestraft würde, wäre in JEDEM FALL er als Papst erledigt und nicht mehr glaubwürdig.
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#11
(04-04-2010, 19:37)humanist schrieb: Der Vatikan ist ein eigener Staat. Der Papst würde als "Vatikaner" angeklagt, da er Stellvertreter ist.
Ihm würde also ein internationaler Prozess gemacht, ähnlich den NS-Strippenziehern.

Mit der Anklage wird es schwierig. Ist sowas ein Völkerrechtsbruch?

Natürlich ist das alles theoretisch.


Aber er ist geborener Deutscher! Und, soviel ich weiß, hat er seine Staatsbürgerschaft nicht aufgegeben.
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#12
Geht ja nicht primär darum den Papst anzuklagen, sondern die Vatikan-Regierung bzw. deren Führungsriege.

Um nur ein paar Beweisansätze aus dem Stehgreif aufzuzählen:
-Es gibt einen internen Brief vom Papst, der seine Kirchenmänner zur Vertuschung von Kindesmissbrauch aufruft.
-Er soll einen pädophilen Priester wieder dem Kontakt mit Kindern ausgesetzt haben.
-Es gibt eine ganze Menge nachgewiesener Missbrauchsfälle der Kirche.
-Der Vatik hat das Geld der Mafia gewaschen.

Objektiv betrachtet könnte man den Laden als Verbrecherorganisation bezeichnen. Viele Länder sind betroffen. Ein Fall für den internationalen Gerichtshof. Traut sich bloß keiner Anklage zu erheben.
"What can be asserted without proof can be dismissed without proof." [Christopher Hitchens]
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#13
Mal ganz davon abegesehen wie viele Kinder geboren werden und nach wenigen Wochen-Jahren sterben, weil Verhütung eine Sünde ist und der Geschlechtsakt lediglich der Fortpflanzung dient. Von Aids ganz zu schweigen.
Aber wie kann man dem Papst vorwerfen dass er so ein großes Gefolge hat dass seine Reden tatsächlich für Gottes Wort hält? Dürfte für eine Anklage wahrscheinlich nicht ausreichen.
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#14
Ein Versuch der juristischen Betrachtung:

1. Was ist dem Papst zur Last zu legen?

Als Oberhaupt eines Staates ist er für seine Weisungen verantwortlich zu machen: Sollte er aktiv zur Vertuschung des Missbrauches beigetragen haben, so ist zu unterscheiden zwischem nationalem und internationalem Recht: als Staatsoberhaupt kann der Papst juristisch gesehen Missbrauch straffrei stellen; d.h. nach Krichenrecht wäre das nicht zu verfolgen,..hier gilt legis nationalis,..so wie z.b. ein Staat beschließen kann, daß innerhalb seiner Landesgrenzen Frauben ab 10 Jahren verheiratet werden dürfen,..so gesehen ist auch durch diverse Konkordate kirchlicher Boden exterritoriales Gebiet,..früher Bekannt durch die Möglichkeit, sich in den Schutz der Kirche zu flüchten,..

daraus folgt, dass wenn der Missbrauch auf kirchlichem Boden stattfindet, es eigentlich so zu handhaben ist, wie Missbrauch auf Botschaftsgebiet,...es gelten de facto die jeweiligen Landesgesetze,..ist sogar völkerrechtlich so vereinbart,..exterritoriales Gebiet,...z.b könnte die saudiarabische Botschaft auf ihrem Grund und Boden Scharia Urteile fällen und vollstrecken, ohne zur Rechenschaft gezogen werden zu können.

Bei Schulen, die dem Öffentlichkeitsrecht unterstehen, ist es wiederum so, daß hier keine Exterritorialität vorliegt, da die zu Unterrichtenden ja dann de facto nicht nach österreichischem(oder deutschem) Recht der Schulpflicht nachgekommen wären,..

Daraus folgt, daß die Missbrauchsfälle in Schulen nach jeweiligem Landesrecht zu verfolgen sind, bei Missbrauch in der Sakristei die Behörde aber auf die Mitarbeit der jeweiligen Landeskirche in Bezug auf Auslieferung des Geistlichen angewiesen sind..

Anhand dieser Ausführungen ist ersichtlich, daß man dem Papst, so Beweise vorliegen, Anstiftung zu einer Straftat (Vertuschung, hier: Nötigung,Erpressung)vorwerfen könnte, sofern er bei Missbräuchen in öffentlichen Einrichtungen intervenierte,...

Rechtlich gesehen könnte man nur nach internationalem Recht vorgehen, da er ja als Autokrates Staatsoberhaupt die Möglichkeit hat, intern, also kirchenrechtlich, diese Taten straffrei zu stellen( oder mit 3 Vaterunser und 5 Rosenkränzen zu bestrafen).

International könnte man nur wie z.B gegen die NS-Größen oder diverse Diktatoren Verbrechen gegen die Menschlichkeit anführen, was aber anhand der Position der RK schwer zu Beweisen wäre,..hier würde die Wertung der politischen Gegebenheiten überwiegen; d.h. sein Recht auf Schadensbegrenzung, wie es auch andere Staaten machen und dies als "in staatlichem Interesse" oder "nationale Sicherheit" titulieren,..

Nach internationalem Recht müsste der Vatikanstaat zur Beweissicherung erstmal unter UN-Protektorat gestellt werden, und durch eine unabhängige UN-Komission müßte erst das vatikanische Archiv nach Beweisen durchforstet werden,..ich stell mir gerade den internationalen Skandal vor, wenn die Blauhelme gegen die Schweizergarde kämpfen,..

Also kurz gefasst: eher stellt man George Bush wegen dem IrakKrieg vor Den haag, als den Papst wegen den Missbrauchsfällen,...
Die gefährlichste Meinung ist die Meinung der Leute, die gar keine eigene Meinung haben
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#15
Aber wie du sagtest, kann man sehr wohl gegen öffentliche Einrichtungen und Schulen in Deutschland vorgehen.
Da ist die deutsche Justiz zu zimperlich, müsste mehr Durchsuchungen anordnen und Verdachtsfällen rigoros nachgehen, wenn schon eidesstattliche Erklärungen von Opfern vorliegen.
Das beste ist, man gibt seine Kinder nicht in Kirchenhände.
"What can be asserted without proof can be dismissed without proof." [Christopher Hitchens]
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