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Shaolin Kung fu
#1
Ich habe mal eine Frage bezüglich der körperlichen Aspekte buddhistischer Lebensweise.
Das Shaolin Kloster in der Provinz Henan in China ist ja weltweit für seine artistischen Bewegungen bekannt und gilt gemein hin als die Wiege des chinesischen Kung Fu und auch anderer asiatischer Kampfkünste.
Man sagt die Bewegungen wurden durch Boddhidharma entwickelt um den Mönchen einen Ausgleich zu den stundenlangen Meditationsübungen zu verschaffen.
Heute betreiben viele zwar das Shaolin Kung Fu, jedoch ohne sich mit den religiösen Aspekten zu befassen.
Meine Frage daher an die Buddhisten unter uns: Nutzt ihr Bewegungsformen in eurem Glauben? Also eine Einheit von Körper und Geist, in dem Sinne dass die Bewegung selber den Geist voran bringt?
In anderen Klöstern ist dies nicht unbedingt üblich. Warum ausgerechnet in Shaolin?

Meine Frage rührt auch daher, dass in Dokumentationen immer gezeigt wird, wie Schüler viele Stunden pro Tag hartes Training auf sich nehmen und das über mehrere Jahre lang. Sie machen eigentlich kaum etwas anderes, was man von einem Mönch vieleicht eher erwarten würde.
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#2
Als Zen-Buddhist und Kampfkunst-Ausübender: JA Icon_cheesygrin

Zum Hintergrund der Shaolin sei gesagt, das dort die Kampfkunst als ein Weg der Meditation betrachtet wird, so wie zb auch die Tee-Zeremonie,...

Was du in den Dokus siehst, ist meist nur die "halbe Wahrheit",..Tatsache ist, dass rund ums Kloster viele Schulen entstanden sind, die die Shaolin kopieren,..sowie das Kloster selbst auch "Kampfmönche" ausbildet, welche nach erfolgter Ausbildung hochdotierte Posten als Leibwächter chinesischer Staatspersonen annehmen,..natürlich ist es auch für die Dokus ""langweilig" die Mönche beim Meditieren zu filmen,..da passiert ja schon mal ne halbe Stunde "Nichts" Icon_wink,...in der Regel erfolgen Training (Bewegungsmeditation) und Ruhepausen (sitzende Meditation) abwechselnd,...
Die gefährlichste Meinung ist die Meinung der Leute, die gar keine eigene Meinung haben
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#3
(12-09-2011, 07:23)d.n. schrieb: Als Zen-Buddhist und Kampfkunst-Ausübender: JA Icon_cheesygrin

Darf ich mal neugierig fragen welche KK du ausübst?
Und wie schaffst du es hierbei deinen Glauben mit einzubringen?
Ich frage deshalb da ich selbst diverse KK ausgeübt habe bzw. ausübe, jedoch es immer um den reinen Sport ging.
Es wurde zwar viel erzählt, von yin und yan und dergleichen, im Training war das aber immer Nebensache. Aber vieleicht ist das auch typisch westlich...



(12-09-2011, 07:23)d.n. schrieb: Zum Hintergrund der Shaolin sei gesagt, das dort die Kampfkunst als ein Weg der Meditation betrachtet wird, so wie zb auch die Tee-Zeremonie,...

Das verstehe ich schon. Was mich wundert ist die Intensität. Ich meine, wahrscheinlich wird kein Mönch 8-10h am Tag die Tee-Zeremonie ausüben, oder?

(12-09-2011, 07:23)d.n. schrieb: Was du in den Dokus siehst, ist meist nur die "halbe Wahrheit",..Tatsache ist, dass rund ums Kloster viele Schulen entstanden sind, die die Shaolin kopieren,..sowie das Kloster selbst auch "Kampfmönche" ausbildet, welche nach erfolgter Ausbildung hochdotierte Posten als Leibwächter chinesischer Staatspersonen annehmen,..natürlich ist es auch für die Dokus ""langweilig" die Mönche beim Meditieren zu filmen,..da passiert ja schon mal ne halbe Stunde "Nichts" Icon_wink,...in der Regel erfolgen Training (Bewegungsmeditation) und Ruhepausen (sitzende Meditation) abwechselnd,...

Ja, das stimmt. Es erweckt den Eindruck dass lediglich die Kampfkünste im Vordergrund stehen und das Shaolin eher zu einer Show "verkommt" (vieleicht etwas extrem ausgedrückt).
Du sagst ja selber dass es unendlich viele Schulen gibt. Die Kinder werden dort mit 5, 6 Jahren hingeschickt um anschließend eine gute Stelle zu bekommen. Man fragt sich halt, ob sich hier der Sport nicht sehr von der eigentlichen Idee abgekapselt hat...
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#4
Kenjutsu und Kyokushinkai-Karate,..Ich Übe die Katas als Bewegungsmeditation aus, versuche im sinne des rechten Handelns 100% in der Übung aufzugehen,...

Intensität ist relativ,..manche Mönche meditieren auch 12 Stunden am tag Icon_wink
Die gefährlichste Meinung ist die Meinung der Leute, die gar keine eigene Meinung haben
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#5
Kung Fu-Kampfkunst
buddhistischer Mönche
Die religiös-philosophische
Tradition des Shaolin


Im Deutschlandfunk ist heute im Rahmen der Sendung "Tag für Tag" (9.35 Uhr), ein Beitrag über diese traditionelle Kampfkunst zu hören.



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#6
Der Beitrag über die Kampfkunst der Shaolin - zwar sehr kurz - war informativ und anregend zugleich. Vor allem ist mir der innere Zusammenhang zwischen Körper und Geist - meditieren, atmen, konzentrieren.. - wiedereinmal deutlich geworden.
Die Einheit und Zusammenwirken von Körper und Geist.
Elemente aus dem Dao, Chan-Buddhismus (Zen) und Konfuzianismus sind in der Kunst des Kung Fu vereint. Leben ist Bewegung...
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#7
Danke für den Tip Theodora,
leider habe ich um diese Uhrzeit noch seelig vor mich hingedöst Icon_cheesygrin
Habe aber selbst auch schon einiges über die Shaolin gelesen/gehört. Daher ja auch mein Interesse und meine Frage bezüglich der Bewegungen in Klöstern generell und meine Verwunderung dass Shaolin zumindest in den Medien ausschließlich über das Kung Fu definiert wird.
Habe auch schon von Leuten gehört die nach Shaolin gingen, ausschließlich um Kung Fu zu lernen. Der Buddhismus selbst war eher zweit- oder drittrangig.
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#8
Ja, das war auch ein Punkt in der Sendung, worauf aufmerksam gemacht wurde. Die Konzentration liegt jetzt vor allem auf das Kämpfen und weniger bis gar nicht, auf die spirituelle, die meditative Dimension des Kung Fu. Dann aber ist Kung Fu nur noch eine Hülse, ein rein technischer Akt ohne Tiefe.
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#9
ganz ehrlich. diese meditative bzw. spirituelle dimension ist mir gerade erst bei einem shaolin kung fu aufgefallen.
hab shaolin kung fu, tea kwon do, kickboxen, muay thai und brasillian jiu jitsu ausgeübt.
ich mein man kann immer so eine dimension in jegliche kampfsportart wenn man will mit einarbeiten, aber beim
shaolin kung fu ist es nach meiner ansich ein bestanteil in seinem langjährigem weg.
eben im asiatischem raum mit ihrer naturalistischen philosophie mit ein kultureller bestanteil in ihrer kampfkunst - wie z,b auch angesetzt durch die paralelen zum thai chi und den ganzen "kanälen, chakrengeschichten etc." aber darin kenn ich mich jetzt nicht aus, und auch mit dem medizinischem aspekt - diese atemipunkte usw. als jetzt ein sportlich gesehenes kickboxen ist es wohl ein unterschied. und eben wird man kaum einen shaolin kung gu kämpfer in einem käfig kämpfen sehen. nicht weil die schlecht sind, sondern eben weils deren philosophie, also ihrem weg nicht entspricht.
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