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Gibt es die romantische Liebe in Wahrheit?
#1
Viele Menschen haben im Leben mehrere sexuelle Beziehungen.

Aber wie steht es mit der Wahrheit? Werden alle diese Partner wahrhaft und völlig geliebt? Oder wird vielleicht ein Mensch, zu dem es zu keiner sexuellen Beziehung gekommen ist, völlig mit all seine Facetten und wahrhaft geliebt? Oder gilt dies nur für einen Menschen mit dem eine sexuelle Beziehung besteht oder bestanden hat? Oder wird keiner völlig mit all seinen Facetten geliebt? Gibt es darum also somit keine "wahre" romantische Liebe? Ist die romantische Liebe Illusion?

Das sind wichtige und wesentliche Fragen. Was meint ihr dazu?

(Ich meine, es gibt nur eine wahre romantische Liebe.)
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#2
(23-08-2012, 05:29)raimund-fellner schrieb: Ich meine, es gibt nur eine wahre romantische Liebe


was verstehst du unter "romantischer Liebe"?

sexuelle beziehungen (unabhängig von deren anzahl im leben eines menschen) können mit "wahrer" (als "wahr" empfundener) liebe einhergehen, müssen das aber nicht zwangsläufig. so wie sich auch "wahre" liebe nicht unbedingt in sexueller erfüllung äußern muß

übrigens wird man nie jemand "völlig mit all seinen Facetten lieben" in dem sinn, daß man absolut nichts an ihm auszusetzen hätte oder als unangenehm empfinden würde. "wahre liebe" findet trotz solcher unzulänglichkeiten statt
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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#3
(23-08-2012, 11:40)petronius schrieb: "wahre liebe" findet trotz solcher unzulänglichkeiten statt

Eben. Genau das IST die wahre Liebe.
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#4
Man sollte zuerst klären was "Romantisch" ist.
Und dann was jeder meint wenn er seine "romantische Seite" nennt.
Dann noch die "Liebe", von der man sagt dass ihre "höchte Form" die Liebe zu Gott sei.

Wenn ich meine Liebe betrachte, die ich allem Möglichen "beweisen" kann, Dingen, Sachen, Gräsern, Bäumen, Tieren, Sternen und natürlich dem Mensch, und auch Gott, und dazu "romantisch" füge, so wie ich Romantisch begreife, dann gibt es sie für mich, dann bin ich es der "Romantisch" ist, die Liebe ist es aber nicht, denn sie ist Liebe, ohne ein Weiteres, wie eine Blume eine Blume ist, doch ein Geschenk aus romantischer Liebe sein kann, die Blume bleibt dabei die Blume, verwelkt auch ohne Liebe zur gleichen Zeit.

Wenn man "Liebe" sagt und sogleich "Sex" dazu dann ist die "wahre Liebe" nicht verstanden.
Jedes auf Erden ist nicht vollkommen, "Wahre Liebe" weiß das, nimmt es und vergibt es, denn man vergibt sich selbst, man liebt sich selbst, trotz eigener Schwächen, und mindestens das was man sich selbst tut sollte man auch dem anderen zugestehen, dem Menschen den man liebt.
Und nur sehr wenige unter uns sind in der Lage dies ohne Streit und laute Auseinandersetzung zu tun, so sind wir eben, und gut ist auch "dass Zeit die Wunden heilt", ganz ohne dass wir etwas dazu tun, und wenn dann noch ein "romantischer" Blumenstrauß "Entschuldigung" bedeutet, und "Geben mehr denn Nehmen ist", so kann es vielleicht sein, dass man hinter all dem auch mehr als einen "Zufall" erkennen kann, denn "Liebe" ist nicht "Trieb", sie ist der Grund dafür dass alles ward erschaffen, gut dass es sie gibt.


Gruß,
Richard
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#5
Wenn Liebe empfunden wird, dann ist Liebe offensichtlich existent. Und damit auch wahr. Die Hinzufügung von "wahr" ist also sinnlos.
Wer als empfindet zu lieben, der tut dies in dem Moment auch und es ist völlig nebensächlich, ob sich später ergibt, dass man den Menschen falsch eingeschätzt hat. Dass hierbei regelmäßig auch eine sexuelle Komponente besteht, sollte nicht erstaunen. Warum sonst sollte sich so etwas wie Liebe in der Evolution entwickelt haben als dazu, die gemeinsame Aufzucht des Nachwuchses zu sichern. Dem steht nicht entgegen, dass es Liebe auch unabhängig davon geben kann.
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#6
Einen Werbebeitrag fuer Eigenprodukte eines Beitragsautors vorerst entfernt.
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#7
(30-10-2017, 11:52)Stimme_der_Vernunft schrieb: Wenn Liebe empfunden wird, dann ist Liebe offensichtlich existent.
Und damit auch wahr. Die Hinzufügung von "wahr" ist also sinnlos.

Aber bitte bei all dem nicht vergessen, dass der oder die Liebende seine/ihre eigenen Empfindungen für das Objekt der Begierde mehr liebt, als das "Objekt" selbst. Wer schon mal selbst davon betroffen war, für  den einstmals geliebten Menschen nichts mehr zu empfinden, der kann jetzt vielleicht auch besser nachvollziehen, was ich meine.

Die "wahre" Liebe ist mit aller Wahrscheinlichkeit auch im besten Fall immer ein guter Kompromiss....
Ich habe überhaupt nichts gegen Gläubige, es sei denn, sie behaupten, die Würde des Menschen hinge alleine vom Glauben an einen Gott  ab.
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#8
Lieben tut man doch mit dem sprichwörtlichen Herzen. Auffällig ist die Herzensdarstellung in christlichen Kirchen, wo die meisten Statuen und Ikonen das Herz in der Brustmitte abbilden. Das ist nicht künstlerische Symmetrie oder nur Symbol für die Barmherzigkeit Gottes, sondern die Realität. Jeder Mensch hat in der Brustmitte so ein spirituelles Herz. Das gilt es sich bewusst zu machen, möglicherweise zu heilen, und damit zu lieben. Das erscheint mir eine sehr konkrete Sache, fernab von jedem Floskeltum.

Am Umfassendsten habe ich über dieses Thema gelesen bei Scott Peck. Er macht folgende Hauptaussagen:
1) Größtes Missverständnis: Verliebtsein ist Liebe (d.h. die romantische Liebe ist ein Mythos)
2) Zweites Missverständnis: Abhängigkeit ist Liebe
3) Drittes Missverständnis: Liebe ist ein Gefühl
4) Liebe ist Wille

Zitat:Ich habe Liebe als den Willen definiert, sich selbst zu erweitern, um das eigene spirituelle Wachstum oder das eines anderen zu nähren. Wirkliche Liebe ist vom Willen bestimmt, nicht vom Gefühl. Der Mensch, der liebt, tut dies, weil er sich entschieden hat zu lieben. Er ist die Verpflichtung eingegangen, sich liebevoll zu verhalten, ob ein Gefühl von Liebe besteht oder nicht. Wenn es besteht, um so besser; aber auch wenn es nicht besteht, werden die Verpflichtung zu lieben und der Wille zu lieben aufrechterhalten und geübt.

+http://www.kleine-spirituelle-seite.de/tl_files/template/pdf/liebe_ist_wille-scott_peck.pdf
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#9
(21-11-2017, 23:05)eddyman schrieb: Lieben tut man doch mit dem sprichwörtlichen Herzen. Auffällig ist die Herzensdarstellung in christlichen Kirchen, wo die meisten Statuen und Ikonen das Herz in der Brustmitte abbilden. Das ist nicht künstlerische Symmetrie oder nur Symbol für die Barmherzigkeit Gottes, sondern die Realität. Jeder Mensch hat in der Brustmitte so ein spirituelles Herz. Das gilt es sich bewusst zu machen, möglicherweise zu heilen, und damit zu lieben. Das erscheint mir eine sehr konkrete Sache, fernab von jedem Floskeltum.

Was wir an der Stelle haben, ist eine Muskelpumpe, deren Aktivitaet vom Gehirn ueber bestimmte Nerven recht eng an unseren im Gehirn erzeugten emotionalen Zustand angepasst wird, damit wir in bestimmten Situationen angemessen reagieren koennen. Was ein "spirituelles Herz" angeht, ist da rein gar nichts konkret an dieser Stelle, ob es Realitaet ist, darf man sehr wohl mit gutem Grund bezweifeln, und das schiesst dann auch die Aussage ueber das "Floskeltum" ab.
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#10
(22-11-2017, 10:14)Ulan schrieb:
(21-11-2017, 23:05)eddyman schrieb: Jeder Mensch hat in der Brustmitte so ein spirituelles Herz.

Was wir an der Stelle haben, ist eine Muskelpumpe   ... Was ein "spirituelles Herz" angeht, ist da rein gar nichts konkret an dieser Stelle...
Das sagt ein Hindu dazu: "Das spirituelle Herz ist eines der Hauptchakren. Es handelt sich dabei also um eine Kreuzung der Energiewege,
die sich in der Mitte der Brust befindet... - ...Wir müssen also lernen, auf die Gefühle unseres spirituellen Herzens zu hören... -
...das spirituelle Herz (ist) das Tor, durch das wir Zugang zur Intuition erhalten... -
...die innere Weisheit...kann erst in der Stille des Verstandes in den Vordergrund treten... - ...Der Verstand kann das Herz wahrnehmen... -
... Wenn das Herz den Verstand endgültig besiegt, dann...wird es nur mehr Sicherheit und Glück geben."

Quelle: *http://gunagriha.org/das-spirituelle-herz/
Das war sein Lehrer: https://de.wikipedia.org/wiki/Chinmoy
Chakra: https://de.wikipedia.org/wiki/Chakra
Es gibt Leute die sagen, dass es dieses spirituelle Herz gibt.
Ist das nun Aberglaube oder ist da etwas dran?
Viele Grüße
Rudi
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#11
(22-11-2017, 21:48)Rudi schrieb: Es gibt Leute die sagen, dass es dieses spirituelle Herz gibt.
Ist das nun Aberglaube oder ist da etwas dran?

Was soll Dir dazu jemand sagen? Das ist eine reine Glaubensaussage. Ich hatte eddymans Beitrag nur deshalb aufgenommen, weil er da von "Realitaet" spricht.

Bei den Chakren ist zu sagen, dass es da sehr viele verschiedene Systeme gibt, und dies nicht nur im Hinduismus oder Buddhismus, sondern aehnlich auch in anderen Bewegungen. Das Herz ist natuerlich insofern ein offensichtliches Fixtum in vielen dieser Systeme, weil es halt schon ein auffaelliger Punkt des Koerpers ist. Wir koennen es hoeren und es ist so gut innerviert, dass wir seinen Zustand im allgemeinen sehr gut spueren, was wohl ein Schutzmechanismus ist, um es nicht ueberzustrapazieren. Auch Menschen ohne weitere anatomische Kenntnisse wissen, dass ein Stich dort den schnellen Tod bedeutet. Ein Herzinfarkt ist ein schmerzvoller Tod, einen Schlaganfall spuert man oft nicht mal.

Da dies also ein Organ ist, das unsere Gefuehle durch seinen Zustand abbildet, neigen wir dazu, die Gefuehle selbst dort zu vermuten. Das sollte heutzutage aber eigentlich jeder wissen, dass dem nicht so ist. Diese Gefuehle spielen sich letztlich auch im Kopf ab. Das widerspricht also eher der Aussage, dass an der Idee eines spirituellen Zentrums in der Koerpermitte etwas dran ist.

Auch die Erfahrung, dass auf das Herz gerichtete Aktivitaeten unseren Gefuehlszustand aendern, tangiert das nicht. Das Herz ist ja sehr wichtig fuer uns; es darf niemals aufhoeren, zu schlagen. Insofern macht unser Koerper uns schon darauf aufmerksam, wenn daran herumgedoktort wird.

Das alles hat natuerlich nur herzlich wenig mit der Ursprungsfrage des Threads zu tun, ob es romantische Liebe in Wahrheit gibt. Die Gefuehle haben wir ja trotzdem, egal wo das nun generiert wird.
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#12
Jedenfalls ist eine Roman-Tisch-Liebe eher die große Selten-heit.. und viele die darauf warten haben schon ihr ganzes Leben verpasst.

Es heißt zwar lebe deinen Traum.. aber in der Regel wir nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird. Und so mancher der gerne eine Sprüchsammlung mit großen Sprüchen fährt, muss dann irgendwann auch wieder den Weg zurück in die Wirklichkeit des Alltags finden...
Ich habe überhaupt nichts gegen Gläubige, es sei denn, sie behaupten, die Würde des Menschen hinge alleine vom Glauben an einen Gott  ab.
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#13
(24-11-2017, 19:16)Geobacter schrieb: Es heißt zwar lebe deinen Traum.. aber in der Regel wir nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird. Und so mancher der gerne eine  Sprüchsammlung  mit großen Sprüchen fährt,  muss dann irgendwann auch wieder den Weg zurück in die Wirklichkeit des Alltags finden...

Ooch, ein bisschen besserwisserisch vielleicht.
Ich würde sagen, es kommt auf die "Sprüche" drauf an (um die abwertende Beschreibung, die auch den Zusammensteller betrifft, zu wiederholen). Wissen ist wichtig, insbesondere in einem rationalen Zeitgeist. Und auch wenn man in die falsche Richtung geht, und weiß, dass man in die falsche Richtung geht, ist es noch ok. Soviel zur "Wirklichkeit des Alltags".
Es ist also gut zu wissen, dass die romantische Liebe ein Mythos ist, dass Liebe letztlich Wille ist, etc. (der ebenso was mit der Brustmitte zu tun haben mag).
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#14
(30-11-2017, 00:02)eddyman schrieb: Es ist also gut zu wissen, dass die romantische Liebe ein Mythos ist, dass Liebe letztlich Wille ist, etc. (der ebenso was mit der Brustmitte zu tun haben mag).

Wer soll denn das nun wieder gesagt haben? Es geht doch wohl eher darum, dass romantische Liebe fluechtig ist und eine andere Qualitaet erreichen muss, um den Zusammenstoss mit dem Alltag zu ueberstehen.
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#15
(30-11-2017, 00:02)eddyman schrieb: Ooch, ein bisschen besserwisserisch vielleicht.
Ich würde sagen, es kommt auf die "Sprüche" drauf an (um die abwertende Beschreibung, die auch den Zusammensteller betrifft, zu wiederholen). Wissen ist wichtig, insbesondere in einem rationalen Zeitgeist.

Gerade unser gegenwärtiger Zeitgeist ist voll trügerischer Irrlichter. Da kann man sich dann schon leicht mal verlaufen. Und selbst die schönsten Sprüche sind halt auch nur das was sind. Aber die Realität ist nun mal die, dass sich hinter der Schönheit nur in ganz seltenen Fällen etwas anderes verbirgt, als eine Strategie.

Anbei sei auch noch zu erwähnen, dass gerade der Idealist sein Glück, in der Hauptsache von Feindbildern und dem ignorieren von Tatsachen ernährt.
Ich habe überhaupt nichts gegen Gläubige, es sei denn, sie behaupten, die Würde des Menschen hinge alleine vom Glauben an einen Gott  ab.
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