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giordano bruno - namenspatron des humanismus?
#1
die giordano-bruno-stiftung (gbs) sieht sich selbst als "Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung, die sich am Leitbild des evolutionären Humanismus orientiert"

nun, gegen humanismus kann und wird natürlich niemand etwas haben. interessant finde ich aber, was micha brumlik über den namensgeber dieser "humanistischen denkfabrik" zu sagen hat (://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ku&dig=2012%2F10%2F02%2Fa0103&cHash=dbd212b3d8c95d8dad5ec8bb5f071076) und mir bisher so nicht geläufig war:

"Leider war Giordano Bruno auch einer der rabiatesten Antisemiten seiner Zeit. Von christlichem Antijudaismus ist in seinem Fall schon deshalb nicht zu sprechen, weil er kein Christ war. In seinem in Form platonischer Dialoge gehaltenen Traktat "Die Vertreibung der triumphierenden Bestie" aus dem Jahr 1584 unterhalten sich vermutlich allegorisch gemeinte olympische Götter, hier der Götterbote Merkur und die Göttin der Weisheit, Sophia, über Geiz, Klugheit, Gerechtigkeit und Religion.

In einem Abschnitt des Gesprächs geht es, in jeder Hinsicht vernünftig, um die Verurteilung der Sippenhaft, der Bestrafung von Kindern für die Untaten ihrer Väter. Bruno aber lässt seine Göttin Sophia dazu sagen, dass dieser Brauch zuerst von den Juden geübt worden sei und fährt fort: "Die Juden sind eine so pestilenzialische, aussätzige und gemeingefährliche Rasse, dass sie schon vor ihrer Geburt ausgerottet zu werden verdienen." Später bezeichnet er die Juden als den "Auswurf", "die Exkremente" Ägyptens"

ohne jetzt die protagonisten der gbs per se in die antisemitische ecke stellen zu wollen - besonders glücklich scheint mir die wahl ausgerechnet brunos zum säulenheiligen des humanismus nun doch nicht...
[Betreff korrigiert./Ekkard]
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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#2
Wenn man ein wenig von Bruno gelesen hat ist das gerade zu ein witz
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#3
(02-10-2012, 10:45)Ottaviani schrieb: Wenn man ein wenig von Bruno gelesen hat ist das gerade zu ein witz

was jetzt genau?
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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#4
(02-10-2012, 08:48)petronius schrieb: die giordano-bruno-stiftung (gbs) sieht sich selbst als "Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung, die sich am Leitbild des evolutionären Humanismus orientiert"

Was dachte Giordano Bruno?
Kann mir einer ein Buch zu den Gedanken G. Bruno empfehlen?
Wie hat G. Bruno die Dreifaltigkeit gesehen, warum war gegen die Dreifaltigkeit?

(02-10-2012, 08:48)petronius schrieb: Bruno aber lässt seine Göttin Sophia dazu sagen, dass dieser Brauch zuerst von den Juden geübt worden sei und fährt fort: "Die Juden sind eine so pestilenzialische, aussätzige und gemeingefährliche Rasse, dass sie schon vor ihrer Geburt ausgerottet zu werden verdienen." Später bezeichnet er die Juden als den "Auswurf", "die Exkremente" Ägyptens"

Giordano Bruno soll die wahre Bedeutung der alchimistischen-hermetisch-kabbalis-tischenTradition erkannt haben.

Was wisst ihr darüber?

(02-10-2012, 08:48)petronius schrieb: ... besonders glücklich scheint mir die wahl ausgerechnet brunos zum säulenheiligen des humanismus nun doch nicht...

Nachdem ich ein paar gbs Mittglieder über ein anderes Forum kennengelernt habe, kannst du sehr gut recht haben.
Leider kann ich so auch am Humanismus zweifeln, oder zumindest an deren Mitglieder.
Selbstverständlich handelt es sich nur um ein paar wenige Menschen die ich leider negativ beurteilen muß, und nicht um alle Menschen der gbs oder sonstige Humanisten.

Aber sowie G. Bruno als eine Säule verwendet wird, so ist jedes Mitglied einer Organisation oder Stiftung ein Teil der Säule dieser Organisation oder Stiftung.
Das ist meine Meinung, Gedanken, ggf notwendige Vorvorurteile, die ich so gut es mir derzeit möglich ist, ausgedrückt habe.
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#5
(15-03-2017, 10:40)Sinai schrieb: Ist Giordano (Jordanier; ital. Schreibweise) nicht ein jüdischer Vorname ? 
Er hieß möglicherweise Filipe (ital.Filippo). Geboren in Nola bei Neapel.
Aus Buch: "Giordano Bruno und die okkulte Philosophie der Renaissance" von Nicola Benzin
Das ist meine Meinung, Gedanken, ggf notwendige Vorvorurteile, die ich so gut es mir derzeit möglich ist, ausgedrückt habe.
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#6
Übrigens:

Die Giordano-Bruno-Stiftung hat Brumliks Artikel kommentiert.

*url=https://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/plaedoyer-fuer-einen-rationalen-diskurs
MfG B.
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#7
Die GBS hat auch sonst nicht immer ein glückliches Händchen mit ihren Aktionen. Manches kann man als notwendig erachten, um Aufmerksamkeit zu bekommen (Bus-Aktion), anderes ist eher seltsam, um es nett zu sagen (Grundrechte für Menschenaffen). Dazu passt auch die Wahl des Namenspatrons.

Nun muss man Herrn Bruno seinen Antisemitismus nicht unbedingt vorwerfen, war doch auch er ein Kind seiner Zeit. Ähnlich Luther. Ob man ihn deswegen zum "Schutzheiligen" machen muss, ist eine andere Frage.
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