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Doku "Der Teufel Bist du selbst"
#1
Liebe Community,

mit diesem Post möchte ich euch einen Film vorstellen, den ein Kommilitone und ich zusammen im Rahmen unseres Studiums gedreht haben. Unser Ziel war es den Buddhismus aus "erster Hand" zu erleben und anderen Interessierten zu vermitteln, ohne in Religionstourismus zu verfallen. Dazu haben wir einen thailändisch-buddhistischen Mönch besucht der im tiefsten Ruhrgebiet (Dortmund) einen Tempel betreibt. Die Reportage entstand während des Makha-Bucha-Fests und bildet sein Leben und Religionsverständnis ab.

Ich hoffe, der Film findet hier ein interessiertes Publikum. Vor allem sind wir natürlich auch an Feedback interessiert. Bei uns am Sender kam die Reportage recht gut an, doch ich denke, dass dieses Forum uns noch einmal andere Perspektiven eröffnen kann.

Hier die Reportage: http://www.nrwision.de/programm/sendunge...elbst.html

Viel Spaß beim Anschauen,
Bastian
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#2
Danke für den Hinweis auf diesen kleinen Film. Ich habe ihn mit Interesse und Freude angesehen.

Was nicht wenige Menschen aus unserem Kulturkreis verwirrt und auch mich als Zuschauer immer wieder neu als ungewohnt verwundert, ist der Kontrast zwischen der tiefgründigen Gedankenwelt, die hier vermittelt wird und den regelmäßig darauf folgenden, fast kindlich wirkenden Heiterkeitsausbrüchen des Vortragenden. Nun, ein wenig sind wir ja schon durch den Dalai Lama mit diesem Vortragsstil vertraut.

Inzwischen glaube ich zu verspüren, dass mit diesem Lächeln vermieden wird, auf den Hörer einen autoritativen Überzeugungsdruck auszuüben.
Solche Nähe von Heiterkeit und Ernst sind wir in unserer Kultur nicht allzu sehr gewohnt. Eine Botschaft mit Wahrheitsanspruch ist bei uns zumindest traditionell nur dann ernsthaft, wenn sie mit ernstem Gesicht vorgetragen wird und der Bote in tiefstem Ernst verharrt.

Mit freundlichem Gruß
dalberg
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#3
Technisch gesehen ist für mich Live-Stream eine arge Zumutung. Du hättest mal besser beschrieben, was dieser Mönch will und tut. Ein (stehendes) Bild hätte völlig ausgereicht.
Religiös kommt nichts weiter heraus, als was man erwarten kann: Eine Lehre, einige Riten und eine Kollekte. Die Weisheit ist nicht mehr, als was andere auch verkünden mit einem deutlichen Unterschied zu christlichen Auffassungen. Alles Glück und aller Schaden gehen von der eigenen, inneren Einstellung aus, was auch im Titel bereits zum Ausdruck kommt.
Wie abhängig der Mensch von der Gesellschaft ist, wo Freiheiten wirklich vorhanden sind oder wo Zwänge, das alles wird ausgelassen.
Das bunte Treiben ist natürlich sehr fotogen. Ich finde den Film bestenfalls hübsch anzusehen, eine tiefere Botschaft finde ich nicht.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#4
(26-07-2013, 14:50)DerTeufelBistDuSelbst schrieb: mit diesem Post möchte ich euch einen Film vorstellen, den ein Kommilitone und ich zusammen im Rahmen unseres Studiums gedreht haben. Unser Ziel war es den Buddhismus aus "erster Hand" zu erleben und anderen Interessierten zu vermitteln, ohne in Religionstourismus zu verfallen.

Hallo,
ich finde dass Video als solches sehr gut gemacht. Gute Bilder, gute Kamera, guter Erzähler.

Allerdings muss auch ich sagen, dass der Inhalt noch recht oberflächlich ist. Das mag an der Dauer des Filmes liegen, aber vieleicht auch an dem Buddhismus selbst, welcher sich imho zu oft mit Bildern und "Phrasen" begnügt. Aber das ist wohl ein generelles Merkmal von Religionen.

Wenn euer Ziel aber vor allem war, zu zeigen dass es einen derartigen Tempel in Dortmund gibt so wurde das sehr gut umgesetzt und wird den Interessierten vieleicht durchaus dazu anregen, diesen mal zu besuchen.

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#5
Hallo zusammen,

vielen Dank für euer differenziertes Feedback, dass wir mit großem Interesse gelesen haben. Genau um diese andere Perspektive auf unsere Arbeit ging es uns ja. Im Folgenden ein paar Rückmeldungen zu einzelnen Posts:

Zitat:Solche Nähe von Heiterkeit und Ernst sind wir in unserer Kultur nicht allzu sehr gewohnt.

Stimmt, der Wechsel zwischen "philosophisch" und "quietschvergnügt" im Minutentakt hat uns auch etwas überrascht. Der Mönch war aber sehr zuvorkommend und hat Dinge auch gern mehrfach erklärt. Vielleicht kommt seine Belustigung deshalb auch von meinen, teilweise für einen Buddhisten wohl selbstverständlichen, Fragen.

Zitat:Ich finde den Film bestenfalls hübsch anzusehen, eine tiefere Botschaft finde ich nicht.

Schade, dass wir dich mit der Reportage nicht begeistern konnten. Einen längeren Film hätten wir auch gern gemacht, dass war aber einfach zeitlich und von den Ressourcen her neben dem Studium nicht zu machen. Deswegen haben wir versucht uns darauf zu beschränken, an einem Beispiel zu zeigen, wie der Buddhismus konkret in Deutschland gelebt wird. Wenn du findest, dass uns auch das misslungen ist (was ich auch nicht persönlich nehmen würde), wären wir daran interessiert, was wir deiner Meinung nach hätten thematisieren müssen, um dieses Ziel besser zu erfüllen.

Zitat:Buddhismus selbst, welcher sich imho zu oft mit Bildern und "Phrasen" begnügt

Die Erklärungen des Mönchs waren in der Tat alle in einer sehr bildhaften Sprache, das hast du gut erkannt. Ich persönlich hatte aber nichts desto weniger den Eindruck, dass diese religiösen Formeln für ihn mit einer sehr greifbaren Bedeutung verbunden waren. Dieses zu erfassen und dann auch noch im Film zu vermitteln ist uns zugegeben recht schwer gefallen und wohl auch nicht immer gelungen.

Wir freuen uns über euer Interesse und werden versuchen auch in den nächsten Tagen, immer mal wieder hier rein zu schauen. Wenn es also weiteres Feedback oder Fragen gibt, werden wir versuchen, so bald wie möglich darauf zu reagieren.

Viele Grüße,
Bastian
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#6
(28-07-2013, 00:34)DerTeufelBistDuSelbst schrieb: Die Erklärungen des Mönchs waren in der Tat alle in einer sehr bildhaften Sprache, das hast du gut erkannt. Ich persönlich hatte aber nichts desto weniger den Eindruck, dass diese religiösen Formeln für ihn mit einer sehr greifbaren Bedeutung verbunden waren.

Ich habe mich vieleicht etwas schlecht ausgedrückt vorhin. Die Bilder sind ja nichts schlechtes. Nur dass was sie ausdrücken möchten erscheint mir manchmal wie eine "Phrase" die man schon hundertmal gehört hat und die für unsere komplexe Welt imho oft zu einfach ist.

Aber das liegt dann natürlich nicht an euch, sondern eher an der Religion selbst.
Die wenige Zeit die ihr für den Film hattet, habt ihr imho gut ausgenutzt. Wäre mehr Zeit zur Verfügung gewesen, hätte man wahrscheinlich auch mehr in die Tiefe gehen können.

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#7
Ekkard schrieb:Ich finde den Film bestenfalls hübsch anzusehen, eine tiefere Botschaft finde ich nicht.
(28-07-2013, 00:34)DerTeufelBistDuSelbst schrieb: Schade, dass wir dich mit der Reportage nicht begeistern konnten. Einen längeren Film hätten wir auch gern gemacht, dass war aber einfach zeitlich und von den Ressourcen her neben dem Studium nicht zu machen. Deswegen haben wir versucht uns darauf zu beschränken, an einem Beispiel zu zeigen, wie der Buddhismus konkret in Deutschland gelebt wird.
"konkret"? - Nun, dargestellt wird, wie ein gewisses Fest gefeiert wird. Einige Rituale werden gezeigt. Und schön bunt war alles geschmückt. In der Tat, das ist ein Beispiel dafür, wie Menschen bunte Feste feiern. Damit wird kaum "der Buddhismus in Deutschland" dargestellt. Für mich bleibt "der Buddhismus in Deutschland" etwas Fremdes, trotz oder wegen dieses Kurzfilms.

(28-07-2013, 00:34)DerTeufelBistDuSelbst schrieb: Wenn du findest, dass uns auch das misslungen ist (was ich auch nicht persönlich nehmen würde), wären wir daran interessiert, was wir deiner Meinung nach hätten thematisieren müssen, um dieses Ziel besser zu erfüllen.
Es ist die Frage, was der Film sollte. Oder was man von einer Reportage überhaupt erwarten kann. Ich weiß jetzt, dass es in Dortmund einen buddhistischen Tempel mit einem heiteren bis besinnlichen Mönch darinnen gibt, der ein Fest zu feiern versteht, der Räucherstäbchen anzündet und zum Schluss (Geld-) Geschenke erhält. Und dieser Mönch gibt eine Weisheit von sich, die in der Welt nicht unbekannt ist, auch wenn sie nicht immer stimmt.

Wenn das Euer Ziel war, das habt ihr gewiss erreicht.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#8
Den Film an sich fand ich ganz stimmig gemacht.
Nur der Titel erweckt falsche Erwartung.
Bezieht sich ja nur auf eine Randbemerkung, wenn auch
als wichtig erachtet.
Wenn ich einen Film über das Abschlussevent über
den Papstbesuch in Rio mache, würde ich den
auch nicht "Mann bin ich jetzt kaputt"/"Ich muss jetzt mal dringend wohin" betititeln, weil er das nebenbei zu einem Bischof sagte.

Für die Kürze der Zeit aber gut informativ.
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#9
Nur zur Anmerkung: Der thailändische Buddhismus ist nicht "der" Buddhismus,..sondern eine Ausformung von vielen,..wär ungefähr so, wie wenn ihr ne Doku über "das" Christentum macht, und nur zb die Evangelischen betrachtet
Die gefährlichste Meinung ist die Meinung der Leute, die gar keine eigene Meinung haben
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#10
Worum geht es denn jetzt? Um den Buddhismus, und was man davon hält? Um das Verständnis oder Nicht-Verständnis des Westens gegenüber dem Buddhismus? Darum wie man die Aussage des Titels psychologisch bewertet? Oder darum, wie der Film als solcher zu beurteilen ist, ungeachtet seines Inhalts?

Wenn es um Letzteres geht: Ich fand ihn handwerklich hervorragend gemacht, vor allem die Bildqualität. Da habe ich schon bedeutend schlechtere Filme von angeblichen Profis gesehen. Der Titel ist allerdings unpassend; wer den liest, erwartet ganz bestimmt keine Einführung in buddhistische Tempel und Feste.
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#11
Erneut vielen Dank für die weiteren Rückmeldungen.

Zitat:Für mich bleibt "der Buddhismus in Deutschland" etwas Fremdes

Da hast du völlig Recht. Gerade weil es so schwer bis unmöglich ist sich einer Religion auf einer so allgemeinen Ebene zu nähern, haben wir uns ein (durchaus eng eingeschränktes) Beispiel gesucht. Die "Verpackung" in das Fest soll zum Einen das Beispiel miterlebbar machen und zum Anderen den Sehgewohnheiten der meisten Menschen nachkommen. Die wollen keine reine Information sehen (zumindest nicht im TV), sondern immer auch eine (teilw. emontionale) Geschichte erzählt bekommen.

Das führt natürlich dazu, dass Inhalte reduziert und vereinfacht werden müssen und die Reportage für ein "fachkundiges" Publikum langweilig, zu stark reduziert oder evt. sogar falsch wirken kann. Siehe:

Zitat:Einige Rituale werden gezeigt. Und schön bunt war alles geschmückt.

Ich bin dennoch der Überzeugung, dass ein unbedarfter Zuschauer von der Reportage den gleichen Eindruck und weitgehend das gleiche Wissen mitnimmt, den/das er auch beim Besuch des Tempels erfahren hätte.

Deine Kritik ist also durchaus nachvollziehbar, nur in Form eines (noch einigermaßen verträglichen) TV-Stücks meiner Meinung nach nicht umsetzbar.

Zitat:Der thailändische Buddhismus ist nicht "der" Buddhismus

Ich hoffe nicht, dass wir den Eindruck erweckt haben, dass das der Fall ist, dann haben wir definitiv etwas falsch gemacht. In der Post-Production haben wir speziell darauf geachtet, dass klar wird, dass es sich um einen thailändisch-buddhistischen Tempel und um Thais handelt. Offenbar ist uns das nur ungenügend gelungen.
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#12
Es ist ganz gut rübergekommen,allein für interessierte Nichtbuddhisten oder solche die sich damit beschäftigen wollen, hielt ich es für angeraten, dies hier zu vermerken,..
Die gefährlichste Meinung ist die Meinung der Leute, die gar keine eigene Meinung haben
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#13
Hallo zusammen,

ich lasse diesen Thread noch mal aufleben, da wir mit unserer Reportage für den Bürgermedienpreis des Landes NRW nominiert worden sind. Wir würden uns sehr freuen, wenn einige von euch sich die Zeit nehmen würden, um für uns abzustimmen. Das würde uns ermöglichen weiterhin solche Projekte anzugehen und eventuell auch ein noch größeres Forum für ein ungewöhnliches Thema schaffen.

Hier gibt es noch ein unterhaltsames Aufruf-Video von uns: https://vimeo.com/76225284
Und hier geht es zur Abstimmung: http://www.nrwision.de/aktionen/wettbewe...preis.html

Vielen Dank und viele Grüße,
Bastian
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#14
(06-10-2013, 18:25)DerTeufelBistDuSelbst schrieb: Hallo zusammen,

ich lasse diesen Thread noch mal aufleben, da wir mit unserer Reportage für den Bürgermedienpreis des Landes NRW nominiert worden sind. Wir würden uns sehr freuen, wenn einige von euch sich die Zeit nehmen würden, um für uns abzustimmen. Das würde uns ermöglichen weiterhin solche Projekte anzugehen und eventuell auch ein noch größeres Forum für ein ungewöhnliches Thema schaffen

ich nehme zur kenntnis, daß noch nicht mal ihr selber glaubt, die qualität eures ...werks spräche für sich
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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#15
Icon_cheesygrin Der Forums-Pharisäer hat gesprochen...
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