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Atheismus bald als offizielle "Religion" in Österreich?
#1
Vor ein paar Jahren starteten zwei wiener Atheisten die Atheistische Religionsgesellschaft in Österreich, denn aus ihrer Sicht handelt es sich beim Atheismus um ein religiöses Bekenntnis. Sie denken, dass man nicht nur an Gott glauben kann, sondern auch, dass alle Gottheiten und ihre Geschichten vom Menschen erschaffen wurden.

Das Ziel der religiösen Atheisten und Atheistinnen ist es, dass ihr religiöser Atheismus - so wie sie ihn verstehen -als religiösen Bekenntnis in Österreich anerkannt wird, und ihnen ebenso gleiche religiöse Rechte zukommen, wie anderen religiösen Gemeinschaften.

Ob sie ihr Ziel erreichen hängt wohl von den Launen des Staates ab, aber auch von den österreichs Atheisten und Atheistinnen. Denn sehen sich alle Atheisten als "religiös" oder nur ein Teil von ihnen? Was versteht man überhaupt unter Religion? Und ist es eine religiöse Überzeugung, wenn man glaubt, dass alle Gottheiten und ihre Geschichten vom Menschen erschaffen wurden?

Wie seht ihr das?
Sollte ein Staat einen religiösen Atheismus als ein religiöses Bekenntnis anerkennen?
Was spricht dafür, was dagegen?
lg religiös1
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#2
(30-03-2015, 13:02)religiös1 schrieb: Wie seht ihr das?
Sollte ein Staat einen religiösen Atheismus als ein religiöses Bekenntnis anerkennen?
Was spricht dafür, was dagegen?
Dafür spricht eine niedrigere Hemmschwelle für unzufrieden Religiöse.
Man muss dann nicht mehr vom Glauben abfallen.
Konvertieren hört sich doch viel netter an.
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#3
Die erst Frage die sich stellt, kann man Atheismus als Religions bezeichnen, oder ist es nur eine Gemeinschaft die nicht an Gott und Götter glaubt?.

Für mich ist Atheist sein ein Nichtglaube an Gott und Götter.
Sehr wohl kann ich einen Glauben haben an physikalische, biologische.... Eigenschaften.
Das ist aber keine Religionsgemeinschaft.
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#4
Im arabischen Raum wird Atheismus zimlich weit als Religion propagiert.
Ist eingentlich egal wie das heisst, kommt immer drauf an was man draus macht.

Ob mich einer als tiefreligös bezeichnet geht mir eigentlich am Arsch vorbei.
Christen sind auch Satanisten ohne Exorxisten bei der Geburt.
Ab Taufe setzt der Exorzismus des kleinen Sünders ein.
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#5
Der Gott der Religionen ist der Glaube. Wie sie sich den dann projizieren und in welchen übernatürlichen Eigenschaften, macht keinen so großen Unterschied. Atheismus ist also in diesem Sinne schon mal ganz sicher keine Religion.
Ich habe überhaupt nichts gegen Gläubige, es sei denn, sie behaupten, die Würde des Menschen hinge alleine vom Glauben an einen Gott  ab.
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#6
So ganz verstehe ich die Anfangsfrage nicht.
".....handelt es sich beim Atheismus um ein religiöses Bekenntnis. Sie denken, dass man nicht nur an Gott glauben kann, sondern auch, dass alle Gottheiten und ihre Geschichten vom Menschen erschaffen wurden."

Jeder kann sich einen Gott erschaffen und ihn dann anbeten ?
Auch eine Yacht , oder was soll der Gott könen den ich mir ausdenke.
Soll man dann andere von seinem Privatgott überzeugen oder göttert der nur so rum.
Ich prügel mich dann stellvertretend für meinen Gott mit dem Nachbaren der für seinen
ausgedachten Gott kämpft ?
Also ich weiss nicht.
Ich lade seine Kinder ein und versuch sie auf meine Seite zu ziehen, verprech denen was, was ich nie halten muss,
so die ganzen Klaviatur der Kirche , nur mit meinem Gott.
Die arbeiten dann für mich und bezahlen auch noch dafür ?
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#7
(30-03-2015, 13:02)religiös1 schrieb: Sollte ein Staat einen religiösen Atheismus als ein religiöses Bekenntnis anerkennen?
Was spricht dafür, was dagegen?

In der Frage stecken mehrere Problembereiche.

1. Ich halte es erst einmal fuer prinzipiell unsinnig, dass ein Staat sich in so etwas wie eine Anerkennung religioeser Bekenntnisse einmischt. Ein religioeses Bekenntnis sollte immer auf Selbsterklaerung beruhen. Ich nehme mal an, das Problem der Einmischung hat seinen Grund in der Verquickung von Religion und Steuergesetzgebung. Sobald man das entflechtet, hat sich das mit der "Anerkennung" erledigt.

2. So ganz will mir nicht einleuchten, was an Atheismus jetzt eine Religion waere. Ich nehme mal an, die Leute, die das angeregt hatten, gehoeren zu den "starken" Atheisten, also Menschen, die fest daran glauben, dass es keinerlei Goetter oder "uebernatuerliche" Wesen oder Phaenomene gibt. Die meisten Atheisten sind eher "schwache" Atheisten, die mangels Evidenz einfach nur nicht glauben, dass es Goetter oder "uebernatuerliche" Wesen oder Phaenomene gibt; sie definieren sich also negativ, durch Abwesenheit von Glauben, was eine Charakterisierung als Religion ausschliesst.

3. Selbst beim "starken" Atheismus, der vehement etwas vertritt, was man nicht beweisen kann, sehe ich nicht so recht, was da den Religionscharakter ausmachen soll. Gibt es da irgendwelche Riten? Was wird verehrt? Wobei man nicht vergessen darf, dass es auch traditionelle atheistische Religionen gibt, diese sich aber nicht ueber ihren Atheismus definieren.

Die Punkte 2 und 3 sind jetzt nur nachrangig, da ich erst einmal dafuer bin, jedem selbst zu ueberlassen, seine Religion zu definieren.
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#8
Mir kommt das merkwürdig vor, wenn sich jemand als Atheist erklärt ist er ja auch schon wieder bei
einer "Sekte".
Was ist den mit den Allermeisten die absolut nicht mit Gott oder Nichtgott zu tun haben.
Das Thema überhaupt nicht wahrnehmen. Wie heissen die denn.
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#9
(31-03-2015, 17:10)Harpya schrieb: Mir kommt das merkwürdig vor, wenn sich jemand als Atheist erklärt ist er ja auch schon wieder bei einer "Sekte".
Nicht wirklich. Es ist ja im Normalfall nicht mal eine lose Gemeinschaft. So eine Erklaerung ist normalerweise rein persoenlich.
(31-03-2015, 17:10)Harpya schrieb: Was ist den mit den Allermeisten die absolut nicht mit Gott oder Nichtgott zu tun haben. Das Thema überhaupt nicht wahrnehmen. Wie heissen die denn.
In den Pew Studies gibt es die Gruppe "Unaffiliated" (also keiner religoesen Gemeinschaft zugehoerig), mit den Untergruppen "Atheisten", "Agnostiker" und "Nothing in particular" (also nichts Spezifisches), wobei letztere Untergruppe noch in einen "religioesen" und einen "saekularen" Zweig unterteilt wird.

Das Gemeinsame hier ist das Fehlen einer Religionszugehoerigkeit.

Falls Dich weitergehende Inforrmationen und Definitionen interessieren, kannst Du die hier nachlesen:
*http://religions.pewforum.org/reports
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#10
(30-03-2015, 13:02)religiös1 schrieb: Sollte ein Staat einen religiösen Atheismus als ein religiöses Bekenntnis anerkennen?
Ich denke, hier wird allzusehr an die christliche Verbindung von Staat und Kirche seit dem 4. Jahrhundert gedacht bzw. angeknüpft. Zutreffend dürfte sein, dass jede relevante gesellschaftliche Gruppe Vertreter in demokratische Institutionen entsenden können sollte. Was dann im einzelnen geregelt wird, hängt von der Beschlusslage in diesen Institutionen (z. B. Parteien) ab.

"Der Staat" sind wir alle. Und ohne Vertreter sind wir machtlos. Insofern ist es vernünftig, sich zusammen zu tun und Einfluss auszuübern. Hier ist es das Beispiel von Menschen, die sich einer bestimmten Form des Atheismus zugehörig fühlen.

Die Erörterung diverser religiöser Mythen und mythologischer Figuren gehört eigentlich nicht hierhin bzw. muss in den Gremien diskutiert und beschlossen werden.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#11
(01-04-2015, 12:12)Ekkard schrieb: "Der Staat" sind wir alle. Und ohne Vertreter sind wir machtlos. Insofern ist es vernünftig, sich zusammen zu tun und Einfluss auszuübern.

Das Problem sind doch die Vertreter.
Es sind Menschen die teilweise auch mit Glauben nichts zu tun haben, aber um Stimmen zu erhalten geben Sie sich gläubig, laufen in die Kirche um sich ihrer Wählerschaft zu zeigen.
Diese Vertreter sind nicht neutral, das müssten sie erst noch lernen. In F ist die gelungen.
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#12
Merkwürdig ist das schon, da denkt man da laufen nur noch so ein paar Vergötterte rum und in
Ö fühlen sich die Atheisten gemüssigt eine Partei zum Selbstschutz zu gründen.
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#13
Zu Osternund dem 1. April:
Da gibt es vielleicht noch Politiker die die Eier an der richtigen Stelle haben und nicht im Zölibat.
Wählt die APÖ (Atheistische Partei Österreich)
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#14
Ich verstehe meinen Atheismus nicht als Religion und würde niemals nach Anerkennung dieser Weltanschauung als Religion streben. Atheismus und Religion sind meiner Überzeugung nach unvereinbar, schon deshalb, weil Religion die Existenz transzendenter Wesen behauptet, ohne dass dafür auch nur die allergeringsten mir nachvollziehbar erscheinenden Hinweise bestehen.

Vielleicht sollte sich die "atheistische Religionsgemeinschaft" Ö`s mit der Anerkennung der Gemeinnützigkeit und der damit verbundenen Steuerbefreiung begnügen. Die dt. Giordano-Bruno-Stiftung genießt diese steuerlichen Privilegien bereits, der dt. IBKA (Internationaler Bund Konfessionsloser und Atheisten) ebenso.
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#15
Der Buddhismus ist ja auch eine Religion, aber ohne an eine Gottheit oder mehrere Gottheiten zu glauben, daher ist der Atheismus aus meiner Sicht schon eine Religion. Der Atheismus der Atheistischen Religionsgesellschaft bezieht sich sogar auf die Gottheiten der bestehenden Religionen und glaubt ja, dass diese Gottheiten als von Menschen erfundene existieren. Eigentlich leugnen sie gar nicht die Existenz der Gottheiten, sondern sie sehen sie lediglich als Produkt von Menschen. Die Gottheiten (ob nun Allah, Jahwe oder Jahwe in Christus, Krishna, usw.) existieren, aber nur als von Menschen erdachte, erfundene und erschaffene Produkte von Menschen! Aleine schon die Überzeugung, dass Gottheiten als von Menschen erschaffen exisiteren ist doch schon religiös!
lg religiös1
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