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Atheismus bald als offizielle "Religion" in Österreich?
#16
(17-06-2015, 13:57)religiös1 schrieb: Der Buddhismus ist ja auch eine Religion, aber ohne an eine Gottheit oder mehrere Gottheiten zu glauben, daher ist der Atheismus aus meiner Sicht schon eine Religion.

Du solltest vielleicht erklären, welche Merkmale für dich denn entscheidend sind, um als Religion eingestuft zu werden.

Zum Buddhismus: Es mag vieleicht keine Götter geben. Der Glaube an Karma, Wiedergeburt, ewiger Kreislauf etc. ist ebenso wie die Gottesvorstellung eine rein transzendente. Sie kann nicht überprüft und somit nur geglaubt werden.
Und dieser Glaube an etwas Transzendentes ist imho ein sehr wichtiges Kriteritum für Religion.

Zum Atheismus: Atheismus sagt erst einmal nicht mehr aus, als die Verneinung von Gott. Man glaube nicht an Gott. Punkt. Das alleine reicht für die Einstufung als Religion sicherlich nicht aus. Es gibt weder eine transzendente Lehre, noch Rituale, keine heilige Schrift, keine Kirchen, keine Zeremonien, keinen Glaube an Unbeweisbares...

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#17
(17-06-2015, 14:07)Gundi schrieb:
(17-06-2015, 13:57)religiös1 schrieb: Der Buddhismus ist ja auch eine Religion, aber ohne an eine Gottheit oder mehrere Gottheiten zu glauben, daher ist der Atheismus aus meiner Sicht schon eine Religion.

Du solltest vielleicht erklären, welche Merkmale für dich denn entscheidend sind, um als Religion eingestuft zu werden.

Zum Buddhismus: Es mag vieleicht keine Götter geben. Der Glaube an Karma, Wiedergeburt, ewiger Kreislauf etc. ist ebenso wie die Gottesvorstellung eine rein transzendente. Sie kann nicht überprüft und somit nur geglaubt werden.
Und dieser Glaube an etwas Transzendentes ist imho ein sehr wichtiges Kriteritum für Religion.

Zum Atheismus: Atheismus sagt erst einmal nicht mehr aus, als die Verneinung von Gott. Man glaube nicht an Gott. Punkt. Das alleine reicht für die Einstufung als Religion sicherlich nicht aus. Es gibt weder eine transzendente Lehre, noch Rituale, keine heilige Schrift, keine Kirchen, keine Zeremonien, keinen Glaube an Unbeweisbares...

Die Atheistische Religionsgesellschaft hat natürlich mehr zu bieten: Den Glauben an das, was den Verstand übersteigt bzw. was wir noch nicht erfassen können. Der Atheismus der ARGÖ behauptet außerdem, dass die Götter jeweils nur von den Menschen erschaffen wurden. Da könnte man dann nachfragen, warum sie jeweils nur von Menschen erschaffen wurden, usw. Aus meiner Sicht ist das schone eine religiöse Lehre.

Wenn man alleine sagen würde, dass es keinen Gott gäbe und das wars, dann wärs natürlich keine Religion, aber die ARGÖ sagt mehr. Nicht jede Form von Atheismus ist eine Religion, aber die Form, wie er in der Atheistischen Religionsgesellschaft geglaubt und bekannt wird, ist denk ich schon ein Atheismus.

Wenn ich sagen würde, dass es Gott gäbe, dann müsste ich etwas von ihm erzählen und dazu eine "Religionslehre" aufbauen, so wie es Juden, Christen, Muslime und Bahai tun bzw. getan haben. Nur zu sagen, dass Gott existieren, genügt natürlich nicht.

Hier die "Religionslehre" der Atheistischen Religionsgesellschaft in Österreich:

Darstellung der Religionslehre

§ 2. (1) Wir, die Mitglieder der „Atheistischen Religionsgesellschaft in Österreich”, bekennen uns beim Versuch, die Gestaltung der Welt und unsere Stellung als Menschen in ihr zu erklären, in religiöser Selbstbestimmung als „Atheistinnen” beziehungsweise „Atheisten” und
(a) glauben, dass nicht Gottheiten uns Menschen erschaffen haben, sondern dass jeweils Menschen ihre Gottheiten (und ihre Geschichten und so weiter) erschaffen haben beziehungsweise erschaffen, sodass alle diese Gottheiten (und ihre Geschichten und so weiter) letztlich immer nur als jeweils von Menschen erschaffene Gottheiten (und ihre Geschichten und so weiter) existieren, und
(b) wollen, dass dieses religiöse Bekenntnis auch als ein solches in einem umfassenden Sinn in Österreich anerkannt wird.
(2) Wir glauben daher, dass nicht Gottheiten uns Menschen unseren Ethos gegeben haben, sondern dass unser Ethos jeweils von uns Menschen entwickelt und ausgehandelt wurde beziehungsweise wird.
(3) Wir sind uns bewusst, dass das derzeit geltende staatliche Religionsrecht besondere Möglichkeiten der rechtlichen Berücksichtigung von Riten bietet. In diesem Zusammenhang glauben und wollen wir, dass es jedem Mitglied
(a) auf eigenen Wunsch hin möglich sein soll, vegetarisch zu leben (vegetarischer Ritus), und
(b) auf eigenen Wunsch hin möglich sein soll, vegan zu leben (veganer Ritus).
(4) Wir erkennen an, dass es vieles gibt, was jeweils jenseits unseres Wissens- beziehungsweise Erfahrungshorizontes liegt, und können die Wirklichkeit dieses Nicht-Gewussten beziehungsweise Nicht-Erfahrenen auch ohne Letztbegründung gelassen akzeptieren. Ebenso erkennen wir an, dass es Erstrebenswertes gibt, das jeweils den Horizont dessen, was wir erreicht haben, übersteigt.

Quelle: *http://atheistische-religionsgesellschaft.at/statuten/
lg religiös1
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#18
Sorry, ich hatte mich bei meinem Beitrag gar nicht auf ARGÖ bezogen.

Ich halte diese Gesellschaft für nicht legitimiert und auch nicht ernstzunehmen. Als Religion fehlt ihr zudem imho der transzendente Bezug.

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#19
" auf eigenen Wunsch hin möglich sein soll, vegetarisch zu leben (vegetarischer Ritus), und
(b) auf eigenen Wunsch hin möglich sein soll, vegan zu leben (veganer Ritus)."

Kommt man dafür im Moment in den Knast ?

Wie wärs lieber mit dem Recht die Maut zu verweigern.
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#20
(17-06-2015, 18:44)Gundi schrieb: Sorry, ich hatte mich bei meinem Beitrag gar nicht auf ARGÖ bezogen.

Ich halte diese Gesellschaft für nicht legitimiert und auch nicht ernstzunehmen. Als Religion fehlt ihr zudem imho der transzendente Bezug.


Zitat:Darstellung der Religionslehre
§2.4 Wir erkennen an, dass es vieles gibt, was jeweils jenseits unseres Wissens- beziehungsweise Erfahrungshorizontes liegt, und können die Wirklichkeit dieses Nicht-Gewussten beziehungsweise Nicht-Erfahrenen auch ohne Letztbegründung gelassen akzeptieren. Ebenso erkennen wir an, dass es Erstrebenswertes gibt, das jeweils den Horizont dessen, was wir erreicht haben, übersteigt.
*http://atheistische-religionsgesellschaft.at/statuten/

Und wie steht's damit? Ich denke, dass ist doch eh ein transzendeter Bezug, oder nicht?
lg religiös1
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#21
In keisnter Weise, da steht nur das noch Wissen vor uns liegt, ist ja wohl nicht ganz neu ?
Nur religiöses Weltbild ist schon komplett, die wollen ja schonmal was transzendentes
gefunden haben.

Das isn auch die die anscheinend ohne Begründung für alles nicht leben könne.
Da bei steht in der Lehre die Wege des Herrn sind unergründlich und das es Menschen töten würde
wenn sie ihn sähen.
Man muss der finster sein.
Allerdings bekommt man auf viele Fragen keine Antwort, die Logik warum der Schaffer des Sirius und der Galaxis
nicht Milch und Fleichprodukte in einem Topf gekocht haben will oder warum er nur Jungfrauen schwängert.
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#22
@religös1: Es wird gesagt, dass es etwas jenseits unseres Wissens- bzw. Erfahrungshorizontes gibt oder geben könnte? Mir ist nicht ganz klar, ob die ARGÖ von einer Transzendenz ausgeht oder sie schlicht sagen möchte, dass wir halt noch nicht alles wissen.

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#23
(17-06-2015, 20:20)Gundi schrieb: @religös1: Es wird gesagt, dass es etwas jenseits unseres Wissens- bzw. Erfahrungshorizontes gibt oder geben könnte? Mir ist nicht ganz klar, ob die ARGÖ von einer Transzendenz ausgeht oder sie schlicht sagen möchte, dass wir halt noch nicht alles wissen.

Ich denke beides meinen sie. Das Transzendete liegt unseres Wissens- bzw. Erfahrungshorizontes, genauso wie das Nicht-Gewusste, oder?
lg religiös1
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#24
Hm... wenn sie postuliert, dass es definitiv etwas Transzendentes gibt (im Sinne von höherer Macht oder dergleichen) wäre ihre Einstufung als Religion eventuell diskutabel. Allerdings richtet sie sich ja nicht nach diesem Transzendenten aus, wie es Religionen gemeinhin tun. Und eigentlich wäre sie mit dieser Vorstellung auch nicht mehr atheistisch, oder?

Meines Verständnisses nach kann Atheismus keine Religion bilden, weil er per Begriffsdefinition nur Gott verneint. Eine Verneinung einer Vorstellung kann nicht Grundlage einer Religion sein.

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#25
(17-06-2015, 20:26)religiös1 schrieb: Ich denke beides meinen sie. Das Transzendete liegt unseres Wissens- bzw. Erfahrungshorizontes, genauso wie das Nicht-Gewusste, oder?

Wo ist denn deine transzendente Erfahrung und wie merkt man das das eine ist.
Ich kenne transzendente Funktionen der Mathematik.

Du weichst da immer auf andere Meinungen aus und fragst ob die richtig sein könnten.
Hast du auch mal eine oder noch ganz am Anfang der Selbstfindung.
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#26
(17-06-2015, 20:34)Harpya schrieb:
(17-06-2015, 20:26)religiös1 schrieb: Ich denke beides meinen sie. Das Transzendete liegt unseres Wissens- bzw. Erfahrungshorizontes, genauso wie das Nicht-Gewusste, oder?

Wo ist denn deine transzendente Erfahrung und wie merkt man das das eine ist.
Ich kenne transzendente Funktionen der Mathematik.

Du weichst da immer auf andere Meinungen aus und fragst ob die richtig sein könnten.
Hast du auch mal eine oder noch ganz am Anfang der Selbstfindung.

Meine eigenen transzendeten Erfahrungen habe ich, wenn ich durch einen Walt spazieren gehe und ein wunderbares Gefühl verspüre. Für mich sind Transzendenz-Erlebnisse vor allem Erlebnisse des Staunens über die Schönheit der Welt, vor allem wenn ich durch die Natur gehe oder wenn ich Musik höre.
lg religiös1
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#27
Vielleicht geht es bei dir eher in die Richtung Pantheismus? Würde ich jedoch nicht dem Atheismus zurechnen.

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#28
(17-06-2015, 20:38)Gundi schrieb: Vielleicht geht es bei dir eher in die Richtung Pantheismus? Würde ich jedoch nicht dem Atheismus zurechnen.

Stimmt, ich seh mich selbst teilweise sogar als Atheist. Fall's es das Göttliche geben sollte, dann nicht als Schöpfergottheit, sondern als Göttliches, dass in allen und überall ist. Trotzdem denke ich, dass es die Schöpfergottheiten bzw. eine Schöpfergottheit nicht gibt.
lg religiös1
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#29
Oh... wie passt das zu deinem rhömisch-katholischen Glauben (hast du im Profil angegeben), wenn ich fragen darf?

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#30
Was ist immer und überall, Zeit und Raum.
Kann man göttlich nennen oder Wurz, abgs, egal belibt das Gleiche.
Muss alles einen Namen haben.
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