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Ur- Glauben/Religion
#1
Über den Begriff Urapfel kam ich mal zu dem Gedanken was ist überhaupt der Ursprung, hier schon wieder die Sillbe Ur, des Glaubens und der Religionen.
In allen Themenbereichen diskutieren wir über Christen, Islam, Budhismus, Hinduismus.... 
Ich denke, da müssen wir zurücksehen auf die Ur-Zeit als nur die Natur das sagen hatte.

Aber was ist die Grundlage des Glaubens?

Eine weitere Frage ist, warum haben wir dann soviele unterschiedliche Ansichten darüber?
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#2
Erste Erklärungen der Welt, an anderer Stelle hatte ich ja mal erwähnt das ich die "Gründer" durchaus für clever halte. Wir sind nun nicht so weit weg von den Anfängen, das "warum" "wieso" "weshalb" verschiebt sich ja lediglich in die "Tiefe" des Raum und überprüfbare Antworten existieren halt dank der Wissenschaften.
2. Die Ohnmacht der Machtinhaber rechtfertigen aber natürlich irgendein "Rechtswesen" oder Regeln des Umgangs um die Art/Gemeinschaft zu erhalten oder aufzubauen.
3. Mit dem Fortschritt der Zivilisation gerechteren Teilhabe an allem und dem Wissen, wird der (Ur)"Glaube" halt nicht mehr gebraucht.
Menschen, Kulturen entwickeln sich unterschiedlich und da der Glaube keine wissenschaftliche bzw. greifbare Angelegenheit ist, kann bzw. muss er sich entsprechend frei den Gesetzen der Evolution entwickeln. Welcher oder welche am "Ende" die stärksten sind wird man sehen. Ausgestorbene Religionen gibt es ja genügend.
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#3
Ur-Glauben hat es viele gegeben. Ich stelle mir das so vor, dass sich der Mensch im Zuge der Entwicklung seiner Intelligenz (Einsichts- und Mitteilungsfähigkeit) der Schicksalsmächte bewusst wurde, die sein Leben bestimmten: Wetter (Hitze, Dürre, Kälte, Regen, Hagel, Nebel, Sturm), Ernte, Wild, Fremde, Räuber. Alles, was man nicht beeinflussen kann, macht erst einmal Sorge und Angst. Dagegen musste man etwas tun. Der Machtlose stellt sich diese Mächte als handelnde Personen vor und betet, dass sie ihn verschonen oder fördern - am besten in Gemeinschaft.

Es wird von Evolutionsbiologen diskutiert, ob diese Art der Religion das Überleben von Gemeinschaften fördern können. Das Wie ist noch nicht ganz klar. Zumindest war die Vermehrungsrate höher, wenn eine starke Gruppenbindung vorhanden war.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#4
(18-05-2015, 11:20)Wilhelm schrieb: Aber was ist die Grundlage des Glaubens?

Eine weitere Frage ist, warum haben wir dann soviele unterschiedliche Ansichten darüber?

Angenommen, Du lebst in einer Zeit in der Ärtzte noch keine Ahnung von Infektionen haben und man so im Durchschnitt gerade mal 40 - höchstens 50 Jahre alt wird.

Angenommen du lebst in einer Zeit, in der das Kinderkriegen für Frauen mit einem ziemlich hohen Sterbe-Risiko verbunden ist und selbst dann, wenn bei der Geburt noch alles gut geht, von 10 Neugeborenen, höchstens 3-4 die ersten 10 Jahre Überleben. Das ist nämlich die benötigte Zeit, die unser Immunsystem zum Lernen braucht, um mit so allen möglichen Feinden aus dem unmittelbaren Lebensumfeld fertig zu werden...

Angenommen du lebst in einer Zeit, in der Ackerbau und Viehzucht noch nicht sonderlich ertragreich sind und kleinste Witterungsanomalien Ursache für verheerende Hungersnöte sein können...

Angenommen du lebst in einer Zeit, die keine Bürgerlichen Grundgesetze oder sonst eine Verfassung kennt vor der "alle" Menschen gleich sind...

Angenommen du lebst in einer Gegend, in der es noch keine richtigen Straßen gibt, keine Autos und Pferde nur ein Luxusgut von gut "Betuchten" sind..
Dann brauchst du Tage um Hilfe zu holen, wenn du mal in Not bist und hast trotzdem keine Garantie, dass dier jemand helfen wird..

Das ist der Ursprung des Glaubens.
Ich habe überhaupt nichts gegen Gläubige, es sei denn, sie behaupten, die Würde des Menschen hinge alleine vom Glauben an einen Gott  ab.
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#5
Das ist auch die Meinung der Kirche.
Hab ich aus einer Missionierungsbroschüre an den Klerus.
Da steht so ungefähr, in reicheren, gut versorgten Ländern hat Missonierung kaum eine CHance.
Was wir für die Missionierung brauchen ist Angst und Not, da können wir Beute machen.

Der christliche Glauben wächst am stärksten in den armen Ländern Afrikas.
EIne florierende Firma muss sich eben zuweilen umstrukturieren.
Na Firma ist zuviel gesagt, die halten sich an die gleichen Gesetze, mehr ein Verein der sich übermässige Kompetenzen
anmasst, wie eigene Rechtsprechung, mittelalterliche Zuschnitts.
Dr erste schwarze Papst (muss man stark pigmentiert sagen ?)
wird ja auch schon diskutiert.
DIe italienische Vorherrschaft wurde ja auch schon pulverisiert.

Da hört man allerdings von Umgang mit dem Glauben der sicher zu Kontroversen führen dürfte.
Da ist noch mehr der Ur-Glaube.
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#6
(18-05-2015, 22:13)Harpya schrieb: Der erste schwarze Papst (muss man stark pigmentiert sagen ?) wird ja auch schon diskutiert.

Ob der Papst stark oder schwach "pigmentiert" ist, geht Dich nichts an.
Das ist eine körperliche Eigenschaft und somit genauso unerheblich wie die allfällige Feststellung:
der "stark übergewichtige Präsident" oder der "extrem kleinwüchsige Minister" oder die "sehr flachbrüstige Ministerin" oder
im Gegenteil die "sehr vollbusige Ministerin"
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#7
??? Urglaube???
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#8
(18-05-2015, 11:20)Wilhelm schrieb: Über den Begriff Urapfel kam ich mal zu dem Gedanken was ist überhaupt der Ursprung, hier schon wieder die Sillbe Ur, des Glaubens und der Religionen.
In allen Themenbereichen diskutieren wir über Christen, Islam, Budhismus, Hinduismus.... 
Ich denke, da müssen wir zurücksehen auf die Ur-Zeit als nur die Natur das sagen hatte.

Aber was ist die Grundlage des Glaubens?

Eine weitere Frage ist, warum haben wir dann soviele unterschiedliche Ansichten darüber?


Eine interessante Fragestellung des Threadstarters.

Ein Antwortversuch:
Warum sieht eine Raubkatze im Gangestal (Tiger) anders aus als eine Raubkatze im Niltal (Löwe)
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#9
Noch was:   auch das Sozialverhalten ist anders.
Während der Tiger ein Einzelgänger ist, jagt der Löwe in Rudeln
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#10
(18-05-2015, 18:29)Ekkard schrieb: Ur-Glauben hat es viele gegeben. Ich stelle mir das so vor, dass sich der Mensch im Zuge der Entwicklung seiner Intelligenz (Einsichts- und Mitteilungsfähigkeit) der Schicksalsmächte bewusst wurde, die sein Leben bestimmten: Wetter (Hitze, Dürre, Kälte, Regen, Hagel, Nebel, Sturm), Ernte, Wild, Fremde, Räuber. Alles, was man nicht beeinflussen kann, macht erst einmal Sorge und Angst. Dagegen musste man etwas tun. Der Machtlose stellt sich diese Mächte als handelnde Personen vor und betet, dass sie ihn verschonen oder fördern - am besten in Gemeinschaft.

In der Tat. Der Mensch ist sich seiner Existenz und Beziehung zur Welt so bewusst wie kein anderes Tier. Daraus ergibt sich, dass er auch Geschehnisse der Welt zu sich in Beziehung setzt. Und hier kommen irgendann die Götter ins Spiel, insbesondere bei den Warum-fragen.

(18-05-2015, 18:29)Ekkard schrieb: Es wird von Evolutionsbiologen diskutiert, ob diese Art der Religion das Überleben von Gemeinschaften fördern können.

Macht für mich absolut Sinn.
Noch heute definieren sich Gruppen über einen gemeinsamen Glauben. Dies festigt die innere Gemeinschaft und grenzt gegen Außen ab.
Es war auch schon immer so, dass Moral und Ethik häufig nur innerhalb der eigenen Gruppe galten und keinen Bestand für Menschen außerhalb dieses Kreises haben. Dies mga insbesondere in früheren Zeiten dem Frieden in der Gruppe und dem Schutz vor Angreifern gedient haben und somit dem Fortbestand der eigenen Gruppe geholfen haben.

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#11
(15-05-2016, 20:29)Gundi schrieb: Noch heute definieren sich Gruppen über einen gemeinsamen Glauben. Dies festigt die innere Gemeinschaft und grenzt gegen Außen ab. Es war auch schon immer so, dass Moral und Ethik häufig nur innerhalb der eigenen Gruppe galten und keinen Bestand für Menschen außerhalb dieses Kreises haben.
. . .  Dies mag insbesondere in früheren Zeiten . . . dem Fortbestand der eigenen Gruppe geholfen haben.

Das glaub ich nicht, denn was hilft es wenn die Gruppe alle paar Jahre erschlagen wird ? Icon_smile
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#12
(18-05-2015, 11:20)Wilhelm schrieb: ...
Aber was ist die Grundlage des Glaubens?
...

Hoffnung
Das ist meine ganz persönliche Ansicht. 
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#13
Hoffnung ist auch die Grundlage des Aberglaubens.
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#14
Eher die unreflektierte Einsicht in die eigene Hilflosigkeit. Reflektiert man darüber, gibt es 2 Möglichkeiten:

ich gehe davon aus, Ziel meiner Hoffnung ist eine Vorstellung von einem Gott, damit wird Hoffnung zu einem internen Vorgang, der seine Grenze im eigenen Verstand findet (was der eigentliche Beweis des von Canterbury ist, kein Gottesbeweis), oder ich vermute, dass mich Hoffnung auf etwas ausrichtet, was außerhalb von mir liegt, ich externalisiere Gott also gewissermaßen.

Möglichkeit 2 ist fruchtlos, denn ein transzendenter Gott ist nicht erfahrbar und kann deshalb nicht antworten, warum also auf ihn hoffen?
Möglichkeit 1 ist sinnlos, da mir dieses Konstrukt immer so antworten wird, wie ich es selbst definiert habe, womit ich mich automatisch sowieso an mich selbst wende.

Nicht die Hoffnung ist Grundlage des Glaubens, sondern die Ohnmacht. Der Glaube ist vielmehr die Grundlage der Hoffnung.
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#15
Wir hatten für die Verständigung im Forum einmal 'Glaube' als die Gewissheit definiert, dass es etwas Transzendentes gibt, wo Gott quasi wohnt (oder wohnen könnte). Alles andere sind "Weltbilder".

Hier geht es um Ur-Glaube. Und da meine ich nach wie vor, dass es sich um Vorstellungen handelt, die einer Sippe, allgemeiner: einer menschlichen Gemeinschaft, individuenübergreifend durch Lernprozesse zuteil werden. Damit das funktioniert, werden mythische Geschichten erzählt und Rituale gepflegt. So würde ich Ur-Glaube verstehen.

Die "mythischen Geschichten" machen das Unbekannte, die Schicksalsmächte, kommunizierbar. Die Riten dienen dazu, diese Mächte zu besänftigen.

Dorthin können wir nie mehr zurück, weil wir viele dieser Mächte als Naturgewalten kennen, was sie entzaubert. Wir begreifen diese Naturgewalten als erklärbare Naturprozesse, selbst wenn wir sie nicht bändigen können (Meeresstürme, Vulkane als Beispiele).
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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