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Warum spricht Jesus nie über seine Familie
#1
Mk 6
"1 Und er ging aus von da und kam in seine Vaterstadt; und seine Jünger folgten ihm nach. 2 Und da der Sabbat kam, hob er an zu lehren in ihrer Schule. Und viele, die es hörten, verwunderten sich seiner Lehre und sprachen: Woher kommt dem solches? Und was für Weisheit ist's, die ihm gegeben ist, und solche Taten, die durch seine Hände geschehen?3 Ist er nicht der Zimmermann, Marias Sohn, und der Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon? Sind nicht auch seine Schwestern allhier bei uns? Und sie ärgerten sich an ihm."

Anscheinend hattte er Brüder und Schwestern, die nicht erwähnt wurden.
Ist es nicht möglich das seine Blutlinie nie ausgestorben ist ?
Gibts da irgendwelche Infos ?

Nach anderen Evangelien hatte er selbst ja auch Kinder.
Das er zölibatär lebte wird ja auch nirgends behauptet.

Zum anderen: Joh. 6
" 48 Ich bin das Brot des Lebens.
49 Eure Väter haben Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben.
50 Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, auf daß, wer davon isset, nicht sterbe. 51 Ich bin das lebendige Brot, vom Himmel gekommen. Wer von diesem Brot essen wird, der wird leben in Ewigkeit. Und das Brot, daß ich geben werde, ist mein Fleisch, welches ich geben werde für das Leben der Welt.

   52 Da zankten die Juden untereinander und sprachen: Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben? 53 Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Werdet ihr nicht essen das Fleisch des Menschensohnes und trinken sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch. 54 Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken.55 Denn mein Fleisch ist die rechte Speise, und mein Blut ist der rechte Trank. 56 Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibt in mir und ich in ihm. "

Manna war anscheinend ziemliches Giftzeug.
Das hört sich nicht so an, als wenn das symbolisch gemeint war, mit Fleisch und Blut, eher kannibalisch.
#2
Welche familie meinst du? Er hatte vermutlich zwei. Zum einen seine Eltern, Geschwister, und Nichten, Neffen, Cousins etc., und zum anderen, wenn man einigen Quellen Glauben schenkt, seine Frau. Denn es gab in der gesamten jüdischen Geschichte der Antike nur ein Rabbi, der Single war, und der entschuldigte sich pausenlos dafür. Also muss er verheiratet gewesen sein, denn, wäre er es nicht, wäre das ne prima Steilvorlage für seine Gegner gewesen.
#3
Man muss auch die Quellenlage bedenken. Das gesamte Neue Testament ist verschriftlichte mündliche Erzähltradition. Sie ist bereits durchsetzt mit Elementen des 'letzten Abendmahls' und der Überhöhung des Wanderpredigers zum Christus.

Natürlich könnte es sein, dass Jesu Gene weiter existieren. Aber kommt es darauf an? Den Schreibern des NT sicherlich nicht! Sie hatte dieses Problem durch das Hl. Abendmahl für sich und ihre Nachfolger 'ganz einfach' gelöst - nicht ahnend, dass die Zeit, in der magische Rituale das Leben bestimmte, einmal vorüber sein wird.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
#4
(13-07-2015, 03:59)Harpya schrieb: Manna war anscheinend ziemliches Giftzeug.
Das hört sich nicht so an, als wenn das symbolisch gemeint war, mit Fleisch und Blut, eher kannibalisch.

Hört sich eher so an, als wenn sich da eine "Guru-Amöbe" in die Psyche seiner Anhänger zu fressen versucht.

Blut steht in der Umgangssprache des Mittelalters und sehr wahrscheinlich auch jener der Antike für "Geschlechterfolge". Wenn jemand von seinem Blut und seinem Fleisch redete, waren damit die eigenen "Nächsten" und Verwandten gemeint und also die eigenen Kinder.

Jesus soll ja auch öfter mal gesagt haben: "mein Reich ist nicht von dieser Welt". Vielleicht aus Frust.^^ Und er hat damit eigentlich nur gemeint, was Götz von Berlichingen anders ausgedrückt hat.
Ich habe überhaupt nichts gegen Gläubige, es sei denn, sie behaupten, die Würde des Menschen hinge alleine vom Glauben an einen Gott  ab.
#5
Wennjaemand sagt, dieses Kind ist mein Fleisch und Blut hört sich das aber deutlich ansders an als:

"Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Werdet ihr nicht essen das Fleisch des Menschensohnes und trinken sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch. 54 Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken.55 Denn mein Fleisch ist die rechte Speise, und mein Blut ist der rechte Trank. 56 Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibt in mir und ich in ihm. "
Hört sich mehr so an, als wenn man das Gehirn des Gegners schlürft , um seine Kräfte zu bekommen
oder sowas wie Blutsbrüderschaft.

Das Fleisch und Blut beim Abendmahl wird ja nicht von jemands Kindern inhaliert
sondern um sich Jesus konkret einzuverleiben. Sicher symbolisch, war ja nie greifbar.
Bei satanischen Ritualen findet mans wieder abstossend.
Wenns in der Bibel steht ist alles toll, weils eine höhere Bedeutung haben muss.
#6
(13-07-2015, 09:48)Jutta schrieb: Welche familie meinst du? Er hatte vermutlich zwei. Zum einen seine Eltern, Geschwister, und Nichten, Neffen, Cousins etc., und zum anderen, wenn man einigen Quellen Glauben schenkt, seine Frau.

Es gibt keine seriöse Quelle, die den Schluss zuließe, Jesus wäre verheiratet gewesen. Dass er die Gesellschaft von Frauen geschätzt hat, mit ihnen unterwegs gewesen war und dass Frauen seine Lebenshaltung finanziert haben, ist hingegen biblisch belegt.
MfG B.
#7
(13-07-2015, 03:59)Harpya schrieb: Anscheinend hattte er Brüder und Schwestern, die nicht erwähnt wurden.
Ist es nicht möglich das seine Blutlinie nie ausgestorben ist ?
Gibts da irgendwelche Infos ?

Hegesipp berichtete von zwei Enkelsöhnen des Herrenbruders Judas, die von Domitian verhört worden sein sollen. Dem Bericht nach waren sie als Kleinbauern tätig gewesen. Erhalten ist der Text bei Eusebius (KG 3,20, 1-6).
MfG B.
#8
Interessant, die Ahnenreihe der Nachfahren Jesu ist ja anscheinend weitgehend verschütt gegangen.
In Mt 1,1-17 wird noch eine umfangreiche Ahnenreihe seiner eigenen Vorfahren aufgeführt.
Mit ihm brach die Tradition der Überlieferung seiner Familie später so gut wie ab.

Wenns ihn garnicht gab natürlich kein Wunder.
#9
(13-07-2015, 17:48)Bion schrieb:
(13-07-2015, 09:48)Jutta schrieb: Welche familie meinst du? Er hatte vermutlich zwei. Zum einen seine Eltern, Geschwister, und Nichten, Neffen, Cousins etc., und zum anderen, wenn man einigen Quellen Glauben schenkt, seine Frau.

Es gibt keine seriöse Quelle, die den Schluss zuließe, Jesus wäre verheiratet gewesen. Dass er die Gesellschaft von Frauen geschätzt hat, mit ihnen unterwegs gewesen war und dass Frauen seine Lebenshaltung finanziert haben, ist hingegen biblisch belegt.

Jesus wurde als RABBI angeredet. Und damals musste ein Rabbi verheiratet sein. Dazu der ehemalige Pfarrer (weil in Rente), Hubert Krause:


Zitat:Nicht nur beiläufig vermerkt Ben-Chorin im nächsten Kapitel „Jesus und die Frauen", dass Jesus verheiratet war. (Er weiß, dass diese Aussage für christliche Leser schockierend wirken kann.) Denn ein unverheirateter Rabbi ist kaum denkbar. Er zitiert den Talmud: „Wer kein Weib hat, ist ohne Freude, ohne Segen, ohne Glück, ohne Tora, ohne Mauer (gegen die Begierde), ohne Frieden." Und ganz scharf: „Ein Mann ohne Weib ist kein Mensch."1 Wäre Jesus unverheiratet gewesen, so hätten die Jünger nach diesem Mangel gefragt und seine Gegner hätten ihn ins Treffen geführt. Dass seine Frau nicht in Erscheinung tritt, ist dadurch zu erklären, dass eine junge Frau zu Hause bei den Kindern bleiben musste. Dass Frauen zum Jüngerkreis Jesu gehörten, ist ja eine bekannte Tatsache (Lukas 8,1-3). In der Erzählung von der großen Sünderin Lukas 7,36 ff fällt, wie Ben Chorin sagt, das Schlüsselwort Jesu zu seiner Einstellung gegenüber den Hetären: "Ihr sind viele Sünden vergeben, denn sie hat viel geliebt" und er sagt: „Noch in dieser entstellten Form der käuflichen Liebe erkennt Jesus den Keim der Liebe.“2
1 a.a.O. Seite 104 bei Jebamoth 62b,2 a.a.O. Seite 101

Rabbi Hillel (gestorben etwa 7 n.Chr.) sagte als Rechtvertigung, warum er nicht verheiratet ist, dass er "mit der Tora" verheiratet sei.
#10
(14-07-2015, 09:10)Jutta schrieb: Jesus wurde als RABBI angeredet. Und damals musste ein Rabbi verheiratet sein.
(13-07-2015, 09:48)Jutta, Ben-Chorin zitierend, schrieb: Nicht nur beiläufig vermerkt Ben-Chorin im nächsten Kapitel „Jesus und die Frauen", dass Jesus verheiratet war. (Er weiß, dass diese Aussage für christliche Leser schockierend wirken kann.) Denn ein unverheirateter Rabbi ist kaum denkbar. Er zitiert den Talmud: „Wer kein Weib hat, ist ohne Freude, ohne Segen, ohne Glück, ohne Tora, ohne Mauer (gegen die Begierde), ohne Frieden." Und ganz scharf: „Ein Mann ohne Weib ist kein Mensch".

Jebamoth 62b

Ja, so ungefähr steht das im Talmud (Jabmuth, Fol 62b).

Exakt lautet der Text (Übers. L. Goldschmidt):
Zitat:Rabbi Tanhum sagte im Namen Rabbi Hanilajs: Ein Mensch, der keine Frau hat, lebt ohne Freude, ohne Segen und ohne Güte. Ohne Freude, denn es heißt: du sollst dich freuen, du und dein Haus. Ohne Segen, denn es heißt, dass der Segen in deinem Hause ruhe. Ohne Güte, denn es heißt: es ist nicht gut, das der Mensch allein sei. Im Westen sagen sie: Ohne Tora und ohne Umgebung. Ohne Tora, denn es heißt: bin ich ganz ohne Hilfe, ist die Vernunft entrückt von mir. Ohne Umgebung, denn es heißt: das Weib umkreist den Mann. Raba b. Ula sagte: und du weißt, dass dein Zelt friedlich ist, du musterst deine Behausung und vermissest nichts.

"Rabbi" ist in vortalmudischer Zeit ein reiner Ehrentitel, und zwar in der Bedeutung Lehrer oder Meister. Aus dieser Anrede zu schließen, dass Jesus verheiratet gewesen sein müsse, ist unsinnig.  Außerdem geht es nicht um die Pflicht eines Toragelehrten, sich zu verheiraten, sondern vornehmlich um die Pflicht eines Juden, sich fortzupflanzen.

Im Talmud steht in unmittelbarer Umgebung des von dir angemerkten Zitats (und zwar ein paar Absätze davor: Jabmuth, Fol 61b) auch:
Zitat:Wenn er aber Kinder hat, darf er die Fortpflanzung unterlassen, nicht aber [das Zusammenleben mit] einer Frau. Dies ist eine Stütze für Rabbi Nahman, der im Namen Schemuels sagte: Auch wer viele Kinder hat, darf nicht ohne Frau sein, denn es heißt: es ist nicht gut, das der Mensch allein sei.

Manche lesen: Wer aber Kinder hat, darf ohne Frau sein und die Fortpflanzung unterlassen.

Das Beispiel Hillel zeigt eben im Gegenteil, dass selbst ein angesehener Toragelehrter unverheiratet gewesen sein konnte.

Alle möglichen (und unmöglichen) Schlüsse zu ziehen und auf diese Weise zum Wunschergebnis zu kommen, ist eine Methode, Aufmerksamkeit zu erregen. Beweisführung funktioniert so nicht.

Denn auch folgender Schluss wäre möglich:

Der Tadel der Ehelosigkeit (und der Kinderlosigkeit) ist in den Talmud eingegangen, weil es für Ehe- und Kinderlosigkeit in jüdischen Gemeinschaften in der Zeit Jesu (und davor) genügend Beispiele gab (beispielsweise bei den Essenern).
MfG B.
#11
Da haben die Christen ja eine Volte geschlagen.
(1. Tim 2,12):"Einer Frau gestatte ich nicht, dass sie lehre, (...) sondern sie sei still."

(1. Kor 14,33-34): "Wie in allen Gemeinden der Heiligen sollen die Frauen schweigen in der Gemeinde- versammlung; denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt."

(1. Kor 14,35): "Wollen sie aber etwas lernen, so sollen sie daheim ihre Männer fragen. Es steht der Frau schlecht an, in der Gemeinde zu reden."
(1. Kor 11,3): "Ich lasse euch aber wissen, dass Christus das Haupt eines jeden Mannes ist; der Mann aber ist das Haupt der Frau."

Die kleinen Großkotze, na hat sich ja in vielen Fällen bis heute gehalten.

(Offb 14,3-5): "Und sie sangen ein neues Lied vor dem Thron (...) und niemand konnte das Lied lernen außer den Hundert- vierundvierzigtausend, die erkauft sind von der Erde.
Diese sind's, die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie sind jungfräulich."

Neue Art von Sklavenhaltung, einfach umbenannt in Heirat.
Da fragt man sich schon mal ob manche Gelehrten nicht Geleerte sind.
#12
Er spricht doch die ganze Zeit über seinen Vater im Himmel und außerdem: „Während er [Jesus] aber noch zu dem Volk redete, siehe, da standen seine Mutter und seine Brüder draußen und wollten mit ihm reden. Da sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen mit dir reden. Er aber antwortete und sprach zu dem, der es ihm sagte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? Und er streckte seine Hand aus über seine Jünger und sprach: Seht da, meine Mutter und meine Brüder. Denn wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter.“ (Matth. 12, 46-50)
#13
Familie hatte er da wohl, aber seine selbstgegründete Familie wird selten erwähnt.
Ungewöhnlich für die Zeit.

Wär ja immerhin möglich, das so einen armen Schlucker, keine Frau gewollt hat,
das stand wahrscheinlich die Versorgung noch im Vordergrund.
Jesus hatte da ja nicht mal ein festes Einkommen, Haus oder Land, ein Rumtreiber.
#14
Hallo Jutta,

(13-07-2015, 09:48)Jutta schrieb: Welche familie meinst du? Er hatte vermutlich zwei. Zum einen seine Eltern, Geschwister, und Nichten, Neffen, Cousins etc., und zum anderen, wenn man einigen Quellen Glauben schenkt, seine Frau.

Welche Quellen wären das?
#15
(14-07-2015, 21:59)Rob schrieb: Hallo Jutta,

(13-07-2015, 09:48)Jutta schrieb: Welche familie meinst du? Er hatte vermutlich zwei. Zum einen seine Eltern, Geschwister, und Nichten, Neffen, Cousins etc., und zum anderen, wenn man einigen Quellen Glauben schenkt, seine Frau.

Welche Quellen wären das?
*http://www.welt.de/geschichte/article126843300/Das-Evangelium-von-Jesu-Frau-ist-echt.html
Das apokryphen Evangelium des Philippus.
"Zur Zeit Jesu war für einen frommen Rabbiner die Ehe etwas ganz Normales. Der jüdische Religionsphilosoph Schalom Ben-Chorin (1913-1999) ging deshalb davon aus, dass Jesus selbstverständlich verheiratet war. Im 1. Buch Mose 2, 24 wird geboten, Männer sollten heiraten und Kinder zeugen. Wäre Jesus ledig geblieben, dann wäre dies in der damaligen Zeit so ungewöhnlich gewesen, dass in den Evangelien darauf hingewiesen worden wäre."*http://www.sonntagsblatt-bayern.de/news/aktuell/2012_40_01_01.htm

Wo steht eigentlich, das er nicht verheiratet oder liiert war, steht ja nicht alles in den Evangelien was er nicht getan hat.


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