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Vom Glauben zur Meditation - ein Lebensweg ?
#1
In morgendlicher Stille
für einen kurzen Augenblick


innehalten
loslassen
nieder sinken,
als Namenlose
eine gleichermaßen
namenlose Wirklichkeit
spontan anerkennen


Eine hierzulande noch weitgehend unbekannt Art der Meditation,
die neben den tausend Namen schließlich auch den gefühlten Glauben des Menschen
als individuelle Konstruktion erkennen und ganz behutsam, wenn die Zeit gekommen ist,
einen lange ersehnten Frieden einkehren läßt ?


... tiefes Meditieren,
ganz gleich ob (akustisch) still,
als Gesang oder in Bewegung, egal zu welcher Tageszeit,
kann allerdings bedeuten, seine Illusion vom EGO,
jenem stets planenden, urteilenden, mitunter aus purem Stolz
konstruierten Bündel voller Hoffnungen und Ängsten,
vorübergehend fallen zu lassen. Auf diese Weise ebenso
deine Herkunft vergessend, weißt du bald kaum noch
wer du eigentlich bist. Sämtliche Erinnerungen
sind wie ausgelöscht während du einen Moment lang
selbst auf deine angesammelte Habe verzichtest.
Kehrt dann allmählich Ruhe ein, die einen anfangs nützlichen, in den
frühen Tagen des Menschseins als einfache Welterklärung dienenden Glauben
ebenfalls in den Hintergrund treten läßt ? Derart tief versunken ...
kennst du nicht einmal mehr deinen eigenen Namen


Näheres unter www. mondo Zen.Ego deconstruction
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#2
Wenn diese Schritte nicht weiter gehen, dann bewirken sie m. E. nichts. Da ich gerade den "Appell des Dalai Lama an die Welt" (kleine Rezension hier) lese, schließe ich mich dessen Meinung an, dass wir zwar unsere Vorstellungen von unserer Art zu leben "dekonstruieren" müssen, zugleich aber lernen, wie man einander begegnen muss, damit real existierende Konflikte in gegenseitiger Achtsamkeit (quasi auf "Augenhöhe") ausgeglichen werden können. Gebete wie Meditationen dürfen nicht im Persönlichen stecken bleiben! (So klingt mir aber dein Statement.)
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#3
(28-12-2015, 09:21)nescio schrieb: Eine hierzulande noch weitgehend unbekannt Art der Meditation,
die neben den tausend Namen schließlich auch den gefühlten Glauben des Menschen
als individuelle Konstruktion erkennen und ganz behutsam, wenn die Zeit gekommen ist,
einen lange ersehnten Frieden einkehren läßt ?
Wenn man sich die verschiedenen  Auslegungen und Auswirkungen des Zenbuddhismus auf die politische Entwicklung Japans zu Beginn des 20. Jh. anschaut, dann verstehen Zen-Buddhisten wohl unter Frieden etwas ganz anderes, als gemeinhin mit Friede gemeint ist.

Wenn es kein Leid gäbe, würden wir Menschen es erfinden, um die Bedeutung von "Frieden und Glück" zu erfahren.
Zudem ist uns Menschen nichts unerträglicher als Langweile und die Wahrheit über unserer eigene Bedeutungslosigkeit. Außerdem bedient "Meditation" die selben Gehirnareale, die auch von anderen Drogen getrübt werden.

Menschen, die großen Wert auf Ehrlichkeit legen, werden viel häufiger angelogen, als solche, die begreifen, dass  intelligentes Schummeln und Flunkern wesentlich mehr zum friedlichen Miteinander beiträgt, als das ständige Herausfordern von bedingungsloser Ehrlichkeit.
Mensch zu sein, bedeutet nicht vollkommen zu sein. Wer immer nur nach Vollkommenheit strebt, der wird mit der Zeit unmenschlich...
Ich habe überhaupt nichts gegen Gläubige, es sei denn, sie behaupten, die Würde des Menschen hinge alleine vom Glauben an einen Gott  ab.
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#4
ja,
es ist wohl ein religiöser Lebensweg, der in fernöstlichen Traditionen häufig beschritten wird
und quasi von selbst, wie viele Beispiele zeigen, zu mehr Mitgefühl und Güte führt.


Sicher, auch die japanischen Zen-Buddhisten haben im letzten Jahrhundert eine große Schuld auf sich geladen.
Doch meines Wissens hat man sich in der Vergangenheit dafür entschuldigt und heute ist der ferne Osten
insgesamt weniger mit Fundamentalismus konfrontiert als der Westen.
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#5
(28-12-2015, 21:05)Geobacter schrieb: Menschen, die großen Wert auf Ehrlichkeit legen, werden viel häufiger angelogen, als solche, die begreifen, dass  intelligentes Schummeln und Flunkern wesentlich mehr zum friedlichen Miteinander beiträgt, als das ständige Herausfordern von bedingungsloser Ehrlichkeit.

Wohl wahr. Lügen zu können ist offensichtlich ein Vorteil und erspart dem Einzelnen und der Gemeinschaft diverse Streitigkeiten.
Intelligentes Schummeln ist da sehr nett ausgedrückt für Lügen.
Trotz dieses Vorteils gilt es als schlechte Eigenschaft, auch schon in den 10 Geboten. Eigentlich noch zu recht, könnte man jetzt fragen?

Allgemein noch zu "Vom Glaube zur Meditation"
Meditation bedarf Zeit. Leider sind die Menschen getriebene und finden heutzutage keine Zeit mehr die eigenen Gedanken mal frei laufen zu lassen, sich mal zu Besinnen und Nachzudenken, ohne Druck und Stress.
Welche Praktiken man da auch immer für sich findet. Hauptsache man nimmt sich einfach mal die Zeit für sich und seine Gedanken.
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#6
(29-12-2015, 20:59)Edwin schrieb: Intelligentes Schummeln ist da sehr nett ausgedrückt für Lügen.
Trotz dieses Vorteils gilt es als schlechte Eigenschaft, auch schon in den 10 Geboten. Eigentlich noch zu recht, könnte man jetzt fragen?
Da äußert sich der Unterschied zwischen Idealist und Realist. Der Idealist stellt absolut geltende Maximen auf, die er nicht einhalten kann. Der Realist hält sich nur im allgemeinen daran. Aber der Idealist sieht im Verletzen der Maximen dunkle Wolken aufziehen und den Zusammenbruch der Welt.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#7
(30-12-2015, 00:10)Ekkard schrieb:
(29-12-2015, 20:59)Edwin schrieb: Intelligentes Schummeln ist da sehr nett ausgedrückt für Lügen.
Trotz dieses Vorteils gilt es als schlechte Eigenschaft, auch schon in den 10 Geboten. Eigentlich noch zu recht, könnte man jetzt fragen?
Da äußert sich der Unterschied zwischen Idealist und Realist. Der Idealist stellt absolut geltende Maximen auf, die er nicht einhalten kann. Der Realist hält sich nur im allgemeinen daran. Aber der Idealist sieht im Verletzen der Maximen dunkle Wolken aufziehen und den Zusammenbruch der Welt.

Da ist was dran. Letztlich ist die Lüge ja auch nur ein Werkzeug, wie so vieles was gern mal als "gut" oder "schlecht" bezeichnet wird. Es hängt also vom Einsatz ab, ob man es "gut" oder "schlecht" verwendet.
Man könnte es mit einem "Gift" vergleichen: In kleinen Dosen kann Lügen durchaus medizinisch Wirken (z.B. bei einer Notlüge zur Konfliktvermeidung) in zu hohen Dosen kann es aber zur Vergiftung kommen (Vertrauensverlust, Misstrauen etc.). Nach dem Prinzip die Dosis macht das Gift.
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#8
(30-12-2015, 01:14)Edwin schrieb: Da ist was dran. Letztlich ist die Lüge ja auch nur ein Werkzeug, wie so vieles was gern mal als "gut" oder "schlecht" bezeichnet wird. Es hängt also vom Einsatz ab, ob man es "gut" oder "schlecht" verwendet.
Man könnte es mit einem "Gift" vergleichen: In kleinen Dosen kann Lügen durchaus medizinisch Wirken (z.B. bei einer Notlüge zur Konfliktvermeidung) in zu hohen Dosen kann es aber zur Vergiftung kommen (Vertrauensverlust, Misstrauen etc.). Nach dem Prinzip die Dosis macht das Gift.
Ist nicht jede Religion eine Lüge, ein Gift welches schleichend wirkt und die Realität beeinflußt?
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#9
selbstverständlich beeinflußt Religion unsere Einsicht und unser Wohlbefinden.
Wörtlich übersetzt bedeutet 'religio' Rückbindung, das kann auch eine Bindung an Liebe oder Stille sein
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#10
ja,
aus fernöstlicher Sicht scheint der Mensch ein tief religiöses Wesen zu sein das anfänglich,
noch an zahlreichen Namen haftend, in seinem eigenen Glauben verharrt um sich irgendwann,
wenn die Zeit gekommen ist, einer namenlosen Meditation hinzugeben
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#11
Ein tiefes Verständnis für den einstigen, auf dem Lebensweg des Menschen somit einen wichtigen Meilenstein darstellenden Glauben,
scheint demnach nicht nur in individueller Hinsicht von Bedeutung zu sein, sondern auch interkulturell, über unsere Grenzen hinweg
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#12
(30-12-2015, 12:32)Wilhelm schrieb:
(30-12-2015, 01:14)Edwin schrieb: Da ist was dran. Letztlich ist die Lüge ja auch nur ein Werkzeug, wie so vieles was gern mal als "gut" oder "schlecht" bezeichnet wird. Es hängt also vom Einsatz ab, ob man es "gut" oder "schlecht" verwendet.
Man könnte es mit einem "Gift" vergleichen: In kleinen Dosen kann Lügen durchaus medizinisch Wirken (z.B. bei einer Notlüge zur Konfliktvermeidung) in zu hohen Dosen kann es aber zur Vergiftung kommen (Vertrauensverlust, Misstrauen etc.). Nach dem Prinzip die Dosis macht das Gift.
Ist nicht jede Religion eine Lüge, ein Gift welches schleichend wirkt und die Realität beeinflußt?

Lüge erfordert Vorsatz. Ich denke nicht, dass Religionen lügen sondern sie glauben. Daraus folgt weder Richtigkeit noch Falschheit. Religion ist einfach ein Gefühl, eine Art Grundvertrauen. Also so ziemlich das Gegenteil von fragender und zweifelnder Wissenschaft. 

Die Realität wird dadurch nur insoweit beeinflusst, als der Glaube auf die Psyche des Gläubigen Einfluss hat. Das kann Gift sein, wenn dem Gläubigen dadurch der Verstand vernebelt wird, das kann aber auch Medizin sein, wenn der Gläubige dadurch zu guten Taten und Leistungen motiviert wird. Man denke in diesem Zusammenhang auch an den Calivinismus, der den Regionen, in denen er praktiziert wurde, im Laufe der Geschichte zu wirtschaftlicher Prosperität und zur Verbesserung der Lebensverhältnisse der Menschen verhalf.
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