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Todesstrafe wiedereinführen ?
#1
Nach dem Kindermord in Herne stellt sich real die Frage landauf landab ob wir nicht wieder die Todesstrafe einführen sollten.

Und zwar durchaus rückwirkend nach der Radbruch'sche Formel – Wikipedia

Mit der Nazi-Keule braucht mir niemand kommen, das ist aussichtslos.
Denn erstens haben sie in den USA die Todesstrafe, und zweitens will ich die Auslöschung nicht nur von kriminellen Asylanten aus Afghanistan, sondern auch von deutschen Kriminellen . . . bin ja kein Rassist !

In einer Demokratie muß man über alles reden können. Wenn nicht offiziell möglich, dann halt heimlich.

Ich vertrete die Ansicht, wenn einer psychisch krank ist, daß er ein Kind ermordet, dann ist das halt eine tödliche Krankheit.
Auch Kranke sterben
Wenn ein Idiot vom Aussichtsturm springt, hat er halt Pech gehabt.
Und wenn er ein deutsches Kind ermordet, ebenso

Andernfalls züchtet man wieder die mittelalterliche Blutrache, wenn der Staat seine Aufgaben nicht mehr wahrnehmen will
#2
Ein Staat, der töten muss, ist ein schwacher Staat!

Und ich persönlich will nicht, dass irgendwelche staatlichen Organe in meinem Namen und Auftrag töten. Dahinter steckt ja kein Affekt, keine momentane Wut, kein anders nicht zu überwindendes Hindernis für meine Freiheit. Sondern es steckt ein kaltes Kalkül dahinter, eine rachsüchtige Gesetzgebung mit juristischer Maschinerie, die Fakten schafft, persönliche Entwicklungen und Irrtümer ignoriert.

Der Gedanke der Rache ist gegenüber einem seelisch kranken Mörder völlig unangebracht. Der Gesellschaft wird durch solche Taten nur der Spiegel des eigenen Versagens und der eigenen Abgründe vorgehalten.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
#3
(10-03-2017, 23:31)Ekkard schrieb: A)  Ein Staat, der töten muss, ist ein schwacher Staat!

B)  Und ich persönlich will nicht, dass irgendwelche staatlichen Organe in meinem Namen und Auftrag töten.

C)  Der Gedanke der Rache ist gegenüber einem seelisch kranken Mörder völlig unangebracht.


Danke für Deine interessante Stellungnahme.

ad A)  Die USA sind kein schwacher Staat !
ad B)  Viele wollen es aber schon !   Sind es uns Mörder wert, wegen ihnen die Demokratie aufs Spiel zu setzen ??
ad C)  Zweifellos. Nicht aus Motiv der Rache, sondern um zu vertilgen
#4
Ich kann den Blutdurst einiger Menschen nicht verstehen. Was würde es denn ändern, wenn es die Todesstrafe gäbe? Solche Verbrechen würde es dennoch geben.

Und Sinai, inwiefern setzten wir die Demokratie aufs Spiel, wenn wir Mörder nicht hinrichten?

#5
(10-03-2017, 21:51)Sinai schrieb: Nach dem Kindermord in Herne stellt sich real die Frage landauf landab ob wir nicht wieder die Todesstrafe einführen sollten.

Landauf, landab? Ist das so? Du bist der erste, von dem ich derlei höre.

(10-03-2017, 21:51)Sinai schrieb: Denn erstens haben sie in den USA die Todesstrafe,

Nicht flächendeckend. Und außerdem ist es kein besonders gutes Argument. Wir sollten uns nicht in allem an den USA orientieren.


(10-03-2017, 21:51)Sinai schrieb: und zweitens will ich die Auslöschung nicht nur von kriminellen Asylanten aus Afghanistan, sondern auch von deutschen Kriminellen

Wie nett. Und ab welchem Vergehen sollte es die Todesstrafe geben?

(10-03-2017, 21:51)Sinai schrieb: Ich vertrete die Ansicht, wenn einer psychisch krank ist, daß er ein Kind ermordet, dann ist das halt eine tödliche Krankheit.
Auch Kranke sterben

Seltsame Ansicht. Und warum findest du Todesstrafe besser als zb. lebenslang wegsperren?

(10-03-2017, 21:51)Sinai schrieb: Andernfalls züchtet man wieder die mittelalterliche Blutrache, wenn der Staat seine Aufgaben nicht mehr wahrnehmen will

Ich wüsste nicht, dass Mörder bei uns frei davonkommen. Sicherlich kann man über das Strafmaß diskutieren. Welchen konreten Vorteil jetzt aber die Todesstrafe haben soll, insbesondere präventiv, sehe ich aber nicht.

#6
(10-03-2017, 23:46)Sinai schrieb: ...  Die USA sind kein schwacher Staat!
Die Stärke eines Staatsvolkes bemisst sich weder nach (überbordendem) Konsum noch nach der Reaktion auf Verbrechen und anderen schockierenden Ereignissen, sondern nach der psychischen Stabilität, mit der mit solchen Dingen umgegangen wird. Ein Staat, der nach den Ereignissen des 11. September 2001 hysterisch einen Krieg beginnt, ist nicht wert, erhalten zu werden.

(10-03-2017, 23:46)Sinai schrieb: Viele wollen es aber schon !   Sind es uns Mörder wert, wegen ihnen die Demokratie aufs Spiel zu setzen ??
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die "Todesstrafe" irgendeinen Sinn hat, der staatlicherseits herbei geführt werden müsste, um die Demokratie zu erhalten. Außerdem ist das Argument falsch. Es geht um rechtsstaatliches Verhalten. Man kann niemandem das (bürgerliche Recht) zugestehen, töten zu dürfen.

Du müsstest dir schon die Mühe machen darzulegen, wieso sich ein ganzer Staat im (finalen) Krieg mit einem seiner Bürger befindet. Das widerspricht allen nationalen und internationalen Regeln. (In dem Falle könnte man die Tötung eines Menschen billigen - mehr aber auch nicht!)

(10-03-2017, 23:46)Sinai schrieb: Nicht aus Motiv der Rache, sondern um zu vertilgen.
Noch schlimmer! In dem Falle spricht man einem Menschen die Würde und das Lebensrecht ab. Wer sollte diese Rechtssetzung vornehmen? Und wo ist in anderen Fällen die Grenze? Wir leben in einem Rechtsstaat. Gewisse Grundrechte gelten für jeden! (Ich hoffe doch, dass du an diesen Prinzipien nicht rütteln willst.)
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
#7
(11-03-2017, 00:46)Ekkard schrieb:
(10-03-2017, 23:46)Sinai schrieb: ...  Die USA sind kein schwacher Staat!
Die Stärke eines Staatsvolkes bemisst sich weder nach (überbordendem) Konsum noch nach der Reaktion auf Verbrechen und anderen schockierenden Ereignissen, sondern nach der psychischen Stabilität, mit der mit solchen Dingen umgegangen wird.  Ein Staat, der nach den Ereignissen des 11. September 2001 hysterisch einen Krieg beginnt, ist nicht wert, erhalten zu werden.

Schreib es ihnen !   Icon_cheesygrin
#8
(11-03-2017, 00:29)Gundi schrieb:
(10-03-2017, 21:51)Sinai schrieb: und zweitens will ich die Auslöschung nicht nur von kriminellen Asylanten aus Afghanistan, sondern auch von deutschen Kriminellen . . . bin ja kein Rassist !

Wie nett. Und ab welchem Vergehen sollte es die Todesstrafe geben?


Eine Frage der demokratischen Willensbildung
Darüber muß eine öffentliche Diskussion geführt werden

Im Wettbewerb der Stimmenmaximierer ist es Sache der demokratischen Parteien, Vorschläge zu machen

In den USA geht es ja auch !
#9
Aber warum sollte man überhaupt darüber diskutieren? Weil Sinai die Todesstrafe möchte?

#10
(11-03-2017, 00:46)Ekkard schrieb:
(10-03-2017, 23:46)Sinai schrieb: Nicht aus Motiv der Rache, sondern um zu vertilgen

A)  Noch schlimmer! In dem Falle spricht man einem Menschen die Würde und das Lebensrecht ab.

B)  Wer sollte diese Rechtssetzung vornehmen?

ad A)  Die Menschenwürde ist unveräußerlich, das heißt unverkäuflich!  Aber verspielen kann man sie schon. Sonst hätten sie übrigens den Adolf Eichmann auch nicht aufhängen dürfen
ad B)  Der oberste Souverän der Bundesrepublik Deutschland, auch Wähler genannt
(11-03-2017, 00:46)Ekkard schrieb:
(10-03-2017, 23:46)Sinai schrieb: Sind es uns Mörder wert, wegen ihnen die Demokratie aufs Spiel zu setzen ??
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die "Todesstrafe" irgendeinen Sinn hat, der staatlicherseits herbei geführt werden müsste, um die
Demokratie zu erhalten.

Ich habe lang darüber nachgedacht.
Extreme Parteien gewinnen immer mehr an Boden. In Österreich hat Strache bereits an der Mehrheit gekratzt, im ehemals roten Wien hat er einen Bezirk, und zwar ausgerechnet im 10. Bezirk, dem Arbeiterbezirk Simmering
In Ungarn regieren bereits die Faschisten

Wenn wir uns in der BRD lang blöd spielen, ist es Mau mit der FDGO
Stecken wir den Kopf nicht in den Sand

Und ich möchte unsere Politiker fragen, ob ihnen die ganzen Mörder es wert sind, ihre schönen Posten für sie zu riskieren
Muß ja nicht gleich das ärgste passieren. Aber so mancher junge Abgeordnete wird seinen Abgeordnetensessel verlieren und dann fragt sich schon, für wen

Sich schützend vor Gewalttäter stellen, und dafür die Karriere gefährden ?
(11-03-2017, 00:58)Gundi schrieb: Aber warum sollte man überhaupt darüber diskutieren?  Weil Sinai die Todesstrafe möchte?

Mußt eh nicht, wenn Du keine Argumente hast

Ich gebe halt zu denken, daß sich derzeit Europa in Entwicklung  befindet: Ungarn, Österreich, Frankreich, Polen usw usw
In den USA kam Trump
In Rußland ist Putin
(11-03-2017, 00:29)Gundi schrieb: Und warum findest du Todesstrafe besser als zb. lebenslang wegsperren?

Damit er keine zweite Chance hat
(11-03-2017, 00:18)Gundi schrieb: Ich kann den Blutdurst einiger Menschen nicht verstehen.

Es muß ja nicht die blutige pariser Guillotine sein.
Geht auch völlig unblutig, zB mit Zyankaligas, siehe die in den USA bewährte Gaskammer
#11
Nein, das möchte ich absolut nicht.

Die Todesstrafe ist für mich primitiv und ich bin froh, dass sich Europa (außer Weißrussland) davon verabschiedet hat. Es gibt andere Mittel als die staatliche Tötung um Strafräter zu verurteilen.
#12
(11-03-2017, 06:27)Bastian schrieb: Es gibt andere Mittel als die staatliche Tötung um Strafräter zu verurteilen.

Das sehen wir tagtäglich in den Zeitungen . . .

Aber daß Du die Todesstrafe ablehnst, akzeptiere ich. Wir haben ja Meinungsvielfalt in unserem Land und das ist gut so.

Früher - noch vor 2 Jahren - war auch ich ein Gegner der Todesstrafe. Daher verstehe ich Dich !
Aber dann brach eine Flut von brutalsten Verbrechen gegen die Schwächsten unseres Volkes hervor.
Zuletzt wurde ein 9-jähriger Junge im Keller erstochen

Ich schäme mich, ein Bundesbürger zu sein !

Ruhe in Frieden, junger Mann !

Früher hatte ich falsche religiöse Hemmungen.
Aber unsere Granden Bion und Ulan öffneten mir die Augen.
Sie zeigten auf, daß Moses nie gelebt hat und nur eine fiktive Figur ist.
Sie zeigten auf, daß Jesus nie gelebt hat und nur eine fiktive Figur ist.
Sie zeigten auf, daß die Schöpfung nie stattfand und der Mensch somit kein Geschöpf Gottes ist.
Sie zeigten auf, daß der Mensch keine Seele hat (auch der Mörder nicht), sondern ein Tier das aus der Evolution zufällig entstand.

Wozu also Hemmungen haben?

Und die Todesstrafe haben sie ja in den USA auch schon (Gaskammer)

Ich werde keine Gewissensbisse haben, das Gas aufzudrehen
#13
(11-03-2017, 06:27)Bastian schrieb: Nein, das möchte ich absolut nicht.

Die Todesstrafe ist für mich primitiv und ich bin froh, dass sich Europa (außer Weißrussland) davon verabschiedet hat. Es gibt andere Mittel als die staatliche Tötung um Strafräter zu verurteilen.

Richtig!

Die Todesstrafe wieder einzuführen, ist eine jener Forderungen, die häufig bei Menschen anzutreffen sind, die ihre Neigung zum Totalitarismus nur schlecht verbergen können. Auch wenn sie es vordergründig leugnen, ist in der Summe ihrer Äußerungen Sympathie für Typen wie Trump, Le Pen, Petri, Orban, Kaczyński, Wilders, Strache, Erdogan, etc. erkennbar. Dass sich  die Wertvorstellungen der Mehrheit der Bürger in Europa in diesem Zusammenhang von jenen der genannten Personen und deren Bewunderern erheblich abheben, ist beruhigend.
MfG B.
#14
(11-03-2017, 10:53)Bion schrieb: Auch wenn sie es vordergründig leugnen, ist in der Summe ihrer Äußerungen Sympathie für Typen wie Trump, Le Pen, Petri, Orban, Kaczyński, Wilders, Strache, Erdogan, etc. erkennbar.

Mao, Stalin, Hitler, Mussolini, Ceaușescu, Enver Hodscha, Gottfried von Bouillon, Kim il Sung hast du vergessen
#15
Fällt mir ein, daß auch folgende "Typen" für die Todesstrafe waren:
Robespierre, Napoleon, Roosevelt (der Befreier Europas), der Zar, Bismarck, Kaiser Wilhelm, Kaiser Franz Joseph


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