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Steinzeitnahrung
#1
(05-03-2017, 13:23)Gundi schrieb: Ich finde allerdings die Überlegung interessant, sich bei der Ernährung an unserer Vergangenheit zu orientieren. Unser Essen heutzutage entspricht ja von der Zusammensetzung her nicht dem was unsere Vorfahren gespeist haben. Und es gibt Überlegungen die sagen, unser Körper sei quasi noch auf die Steinzeitnahrung konditioniert.


Das ist hochinteressant!
Das dürfte stimmen. Denn wann endete die Steinzeit restlos ?
Es ist nicht anzunehmen, daß sich die Verdauungsorgane des Menschen (darunter auch das Gebiß) in dieser erdgeschichtlich relativ kurzen Zeit verändert hat.

Als erstes ändert sich die Darmflora. Bei Völkerwanderungen kann sich diese innerhalb von drei oder vier Generationen restlos ändern !
Der Hormonhaushalt reagiert nicht so schnell, das kann 500 Jahre benötigen.
Änderungen der Gedärme erfordern 2000 bis 3000 Jahre
Änderung des Gebisses 8000 Jahre

Frage: was ist Steinzeitnahrung ?
Mögliche Antworten wären:
a)  Pflanzennahrung von Wildpflanzen
b)  Pflanzennahrung vom Ackerbau
c)  Tierische Nahrung Aasfresser (vor 5000 Jahren war der Mensch wehrlos, da waffenlos. Und er besitzt keine natürlichen Waffen wie Reißzähne und Krallen)
d)  Tierische Nahrung wie die Eskismos. Sie ernähren sich zu 100 % von tierischer Nahrung, seit 1000 Jahren jagen sie.
e)  Mischkost Aas - Pflanzennahrung

Andere Frage: wo wohnten "unsere" Vorfahren in der Steinzeit ?
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#2
Es gibt ja heute alle möglichen Ernährungsformen: Low Carb, Vegan, Frutarier, High Carb, Rohköstler... Und eben auch Paleo. Die Anhänger dieser Ernährungsform sind der Meinung, dass unser Körper nicht an das heutige Leben angepasst ist, sondern wir körperlich immer noch "Steinzeitmenschen" sind. Laut ihnen sind die 10000 Jahre in denen der Mensch Ackerbau und Viehzucht betreibt zu kurz, als das wir uns erfolgreich daran adaptiert hätten. Getreide- und Milchprodukte werden daher weggelassen, ebenso wie industriell verarbeitete Produkte. Also kein Zucker, Mehl, Süßigkeiten, Fertigprodukte...
Auf dem Speiseplan stehen Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch, Nüsse, Fette und Öle, Eier... Man orientiert sich dabei auch an Naturvölkern, bei welchen es unsere Zivilisationskrankheiten kaum gibt und meint eben, dass deren Ernährung dafür verantwortlich ist.

Soweit die Ernährung. Man kann das ganze aber auch noch weiter denken und das "Steinzeitprinzip" auch auf andere Bereiche anwenden, zb. den Sport.

Paleo ist auch nur eine von vielen Ernährungsideen mit dem üblichen Hang zur Sekte, den üblichen Gurus und heiligen Regeln.
Mir gefällt jedoch die Grundidee, darüber nachzudenken, auf was unser Körper evolutionär eingestellt ist und wie unser heutiges Leben dazu passt. Das unser Körper beispielsweise optimal für Bewegung und Ausdauer ist, wir uns aber kaum noch bewegen. Oder dass nicht-industriell verarbeitete Lebensmittel eventuell besser für uns sind als Zucker und Weißmehl.

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#3
(12-03-2017, 21:19)Gundi schrieb: Paleo.  Die Anhänger dieser Ernährungsform sind der Meinung, dass unser Körper nicht an das heutige Leben angepasst ist, sondern wir körperlich immer noch "Steinzeitmenschen" sind. Laut ihnen sind die 10.000 Jahre in denen der Mensch Ackerbau und Viehzucht betreibt zu kurz, als das wir uns erfolgreich daran adaptiert hätten. Getreide- und Milchprodukte werden daher weggelassen, ebenso wie industriell verarbeitete Produkte. Also kein Zucker, Mehl, Süßigkeiten, Fertigprodukte...
Auf dem Speiseplan stehen Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch, Nüsse, Fette und Öle, Eier...

Paleo ist auch nur eine von vielen Ernährungsideen mit dem üblichen Hang zur Sekte, den üblichen Gurus und heiligen Regeln.
Mir gefällt jedoch die Grundidee


Voll Deiner Meinung.

Naturgetreide ist aber nicht schädlich, der Steinzeitmensch hat es offenbar gesammelt und geliebt, sonst hätte er es wohl nicht angebaut !
Fleisch: Frage selbst erlegt oder Aas ?
Kannibalismus erlaubt ?
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#4
(12-03-2017, 21:19)Gundi schrieb: Paleo ist auch nur eine von vielen Ernährungsideen mit dem üblichen Hang zur Sekte, den üblichen Gurus und heiligen Regeln.

Nein..! Sekte ist was anders. Paläo-Diät ist ein Mode-Trend des exzentrischen Selbstfindungswahns... unter dem Motto: "sag mir was du isst und ich sag dir was du bist"..

Zumal die ganz Idee dahinter auch noch Schwachsinn ist.

1. Weil der Stoffwechsel der Steinzeitmenschen ganz anderen äußeren Belastungen standhalten musste, da sie nicht in beheizten Wohnungen, mit fließend "Kalt und Warmwasser". hausten, sondern auch im  kalten Steinzeit-Winter nur in Lehmhütten mit Strohdächern, oder ranzig stinkenden Tierhaut-Zelten zur Verfügung hatten.... in denen man bei unzureichender Lüftung durch Kohlenmonoxyd stirbt, wenn man drinnen "offen" feuert....(und was anders gab es damals noch nicht)
2. Es damals noch kaum oder gar keine Züchtungen von ertrag- und besonders energiereicher Getreide- und Gemüsesorten gab... und es somit auch überhaupt keine irgendwelche spezifische Paläo -Diät gegeben haben kann, die über eine ständiges "Reserven-anfressen" hinausging, wenn die Chancen dafür gerade wiedermal gut standen..  Zum Glück waren die meisten Gegenden unseres Planeten noch verhältnismäßig dünn besiedelt, sonst hätten wir schon damals alle essbaren Arten ausgelöscht .. und was auch sicher einer der Hauptgründe gewesen sein muss, dass wir fast überall auf der Welt zur gleichen Zeit immer sesshafter  wurden...

Weswegen wir heute fett werden, wenn wir nicht, wie damals unsere Steinzeit-Vorfahren, ständig in Bewegung sind und nicht auch wieder mal für einige Tage eine "Fresspause" einlegen, wie sie damals aus unfreiwilligen Gründen häufiger vor kam...

Als man den "Otzi" fand, war er nach fast 5000 Jahren noch immer bis zum überlaufen voll gefressen... Steinbockfleich, Wildgrasgetreide und Haselnüsse, wie sie in den Tal-Lagen der Südalpen ab Mitte Juli schon fast reif sind...

Außerdem hatte der Ötzi auch noch jeden nur erdenklichen Parasiten, war gefüllt mit kleinen und großen Bandwürmern die wir uns heute überhaupt nicht wünschen und deren Eier wesentlicher Bestandteil jeder richtigen Paleäo-Diät sind.. Icon_cheesygrin
Ich habe überhaupt nichts gegen Gläubige, es sei denn, sie behaupten, die Würde des Menschen hinge alleine vom Glauben an einen Gott  ab.
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#5
Es geht bei der Paleo-Diät meines Wissens nicht um eine absolut treue Kopie der Steinzeit. Es geht wohl eher um allgemeine Grundprinzipien, auf welche unser (Steinzeit-)Körper nach wie vor ausgelegt sein soll. So gab es damals eben keinen industriellen Zucker, keine Weißmehlprodukte, keine Transfette in hohen Mengen etc.
Dafür reichtlich Bewegung, Fleisch, Wildpflanzen, Fett etc.
Unsere heutige Nahrung ist ja für den Menschen absolut neu, auch wenn sie uns als völlig normal und schon immer vorhanden erscheint.

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#6
(14-03-2017, 13:23)Gundi schrieb: Unsere heutige Nahrung ist ja für den Menschen absolut neu, auch wenn sie uns als völlig normal und schon immer vorhanden erscheint.

Das stimmt absolut.  Die Erdäpfel sind heute ein völlig normales Nahrungsmittel, und derart weit verbreitet und preiswert, daß sie sogar an die Schweine verfüttert werden. Vor 400 Jahren noch unbekannt bei uns diese Pflanze aus dem fernen Amerika !
Ebenso Paradeiser, Paprika, Mais, Kakao, Kaffee, Tee, Tabak

Der Wein wurde erst vor 2000 Jahren von den Römern eingeschleppt

Orangen und Bananen  Pfui Pfui Pfui !

Und erst die gefährlichen Aschanti Icon_cheesygrin

Die Kokosnüsse sind keine echten Nahrungsmittel, sondern Wurfgeschoße der frechen Affen !

Pfefferoni, Pfeffer, Curry und vieles mehr ist unserem europäischen Körper fremd und daher schädlich

---------------------------------------------------

Wie schon in Beitrag #1 angemerkt, sollten wir uns aber alle die Frage stellen, woher "unsere" Vorfahren kommen. Icon_cheesygrin
Manche deutsche Bunesbürger sind Germanen, doch diese Indogermanen bewohnten vor 5000 Jahren noch das Schwarzmeerbecken
Andere sind Juden, das heißt Vorfahren aus Ägypten und östlicher Levante
Andere sind Türken, Araber und was weiß ich
Die Ligurer und deren Nachkommen waren Afrikaner
Die Leute des hübschen Guernica wanderten vor Jahrtausenden aus dem Kaukasusgebiet ein
In Malta reden sie maltesisch, ein westarabischer Dialekt (allerdings in Lateinschrift geschrieben). Eine anerkannte EU-Sprache !
In den Alpen leben noch Reste einer Eskimorasse, die allerdings längst Deutsch spricht. Siehe den Perchtenlauf
In Irland wies ein jüdischer Forscher "Bantuidiome" im Dialekt nach und thematisierte den auffälig dunklen Teint macher irische Dörfer
Eine Einheitsdiät für alle wäre daher aus der Logik der Palaio-Ernährung kontraproduktiv

Und es stellt sich die logische Frage, ob Kannibalismus erlaubt ist
Wäre aus der Logik der Palaio-Ernährung wohl das Gesündeste Icon_cheesygrin
Sehr leicht verwertbares Eiweiß !

Das Nibelungenlied ist noch nicht so alt. Kriemhild und Brunhild stritten um den Vortritt auf den Stiegen vom Wormser Dom. Also war dies bereits zur Zeit des Christentums.
Und im Nibelungenlied wird geschrieben, daß die Kämpfer das Blut der Erschlagenen trinken
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#7
(14-03-2017, 14:07)Sinai schrieb: Manche deutsche Bunesbürger sind Germanen, doch diese Indogermanen bewohnten vor 5000 Jahren noch das Schwarzmeerbecken
Andere sind Juden, das heißt Vorfahren aus Ägypten und östlicher Levante
Andere sind Türken, Araber und was weiß ich
Die Ligurer und deren Nachkommen waren Afrikaner
Die Leute des hübschen Guernica wanderten vor Jahrtausenden aus dem Kaukasusgebiet ein
In Malta reden sie maltesisch, ein westarabischer Dialekt (allerdings in Lateinschrift geschrieben). Eine anerkannte EU-Sprache !
In den Alpen leben noch Reste einer Eskimorasse, die allerdings längst Deutsch spricht. Siehe den Perchtenlauf
In Irland wies ein jüdischer Forscher "Bantuidiome" im Dialekt nach und thematisierte den auffälig dunklen Teint macher irische Dörfer
Eine Einheitsdiät für alle wäre daher aus der Logik der Palaio-Ernährung kontraproduktiv

Dieser Unsinn hat mir Paleo-Ernährung nichts zu tun.

(14-03-2017, 14:07)Sinai schrieb: Und es stellt sich die logische Frage, ob Kannibalismus erlaubt ist
Wäre aus der Logik der Palaio-Ernährung wohl das Gesündeste Icon_cheesygrin

Ich kann daran weder etwas logisches erkennen noch ist der Kanibalismus erlaubt.
Also, du hattest deinen Spaß. Jetzt hör mal auf, hier alles zuzuspamen   Icon_rolleyes

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#8
Die Steinzeiternährung setzt sich ausschließlich aus Nahrungsmitteln zusammen, von denen angenommen wird, dass sie schon in der Altsteinzeit verfügbar waren. Die Ernährung besteht vor allem aus Gemüse, Wild, Mensch, Fisch, Meeresfrüchten, Schalentieren, Eiern, Obst sowie Kräutern, Pilzen, Nüssen, Esskastanien und Honig. Zu vermeiden sind Milch und Milchprodukte, außerdem Getreide und Getreideprodukte wie Brot.

Warum Getreide verboten wäre, erschliesst sich mir nicht.  Denn Dinkel, Hafer, Roggen wächst schon seit 3 Millionen Jahren bei uns !
Noch bevor es Menschen gab.
Und die Steinzeitmenschen fraßen gerne die grünen (weichen) Körner der überall wild wachsenden Getreidearten
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#9
(14-03-2017, 14:35)Sinai schrieb: Warum Getreide verboten wäre, erschliesst sich mir nicht.  Denn Dinkel, Hafer, Roggen wächst schon seit 3 Millionen Jahren bei uns

Die Steinzeitmenschen hatten mit Sicherheit nicht den üblichen heutigen Getreidekonsum. Da musste der Einzelnen schon recht lange Körner sammeln, um sich eine Semmel zu backen. Und von dem bisschen Getreidemehl hat er bestimmt nicht auch noch die dunklen Anteile aussortiert.
Aber du hast schon recht. Urgetreide wird er wohl gegessen haben.
Wie gesagt, die Paleo-Diät unterscheidet sich in vielen Bereichen nicht von anderen Ernährungsformen: starre Prinzipien, Verteufelung von bestimmten Lebensmitteln ohne sichere Grundlage dafür,irgendwelche selbsternannten Diät-Päpste und sowieso das Versprechen auf ewig jung und schön zu sein.

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#10
(14-03-2017, 14:42)Gundi schrieb:
(14-03-2017, 14:35)Sinai schrieb: Warum Getreide verboten wäre, erschliesst sich mir nicht.  Denn Dinkel, Hafer, Roggen wächst schon seit 3 Millionen Jahren bei uns

Die Steinzeitmenschen hatten mit Sicherheit nicht den üblichen heutigen Getreidekonsum. Da musste der Einzelnen schon recht lange Körner sammeln

Hatten ja sonst nichts zu tun!  Icon_cheesygrin Icon_cheesygrin Icon_cheesygrin

Die 12 Apostel lebten zwar lange nach der Steinzeit, aber dennoch liebten sie es, die "Ähren zu raufen"
Sie rissen im vorbeigehen die Getreidehalme aus und aßen die weichen (grünen) Getreidekörner roh
Ihre speziellen Freunde, die Pharisäer, regten sich bekanntlich fürchterlich über sie auf, weil solches nach mündlicher Lehre der Pharisäer am Sabbat verboten wäre. Den Sadduzäern war das egal.
Matthäus 12
Bei einem zehnstündigen Marsch kam da schon ganz schön was zusammen

Allerdings muß ich sagen, daß mir nicht gerade der Magen knurrt, wenn der Nachbar vorbeigeht:
Aus der Liste des Speiseplans in Beitrag #8   "Wild, Mensch, Fisch, Meeresfrüchte, Schalentiere"
Aber ehrlich gesagt knurrt mir auch nicht der Magen, wenn ich einen Büffel oder ein Wildschwein sehe . . .
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#11
(14-03-2017, 13:23)Gundi schrieb: Es geht bei der Paleo-Diät meines Wissens nicht um eine absolut treue Kopie der Steinzeit. Es geht wohl eher um allgemeine Grundprinzipien, auf welche unser (Steinzeit-)Körper nach wie vor ausgelegt sein soll. So gab es damals eben keinen industriellen Zucker, keine Weißmehlprodukte, keine Transfette in hohen Mengen etc.
Dafür reichtlich Bewegung, Fleisch, Wildpflanzen, Fett etc.
Unsere heutige Nahrung ist ja für den Menschen absolut neu, auch wenn sie uns als völlig normal und schon immer vorhanden erscheint.
Mal ganz abgesehen davon, dass  beim Menschen die Verdauung und der Stoffwechseln im Kindesalter genau so geschult wird, wie unser Immunsystem und von daher sehr anpassungsfähig ist, hatte die robuste Ernährung unserer steinzeitlichen Vorfahren mit Versorgungsproblemen zu tun... Die damals bekannten Konservierungsmethoden waren alles andere als gesundheitsfördernd.
Außerdem aß man je nach "Einzugsgebiet" ziemlich unterschiedlich.. Während man im hohen kalten Norden kaum pflanzliche Nahrung kannte, lebte man auch im trockenen heißen Süden den Sommer über hauptsächlich von tierischer Eiweißnahrung.
Was also heißt, dass.

a) Paläo-Diät Unsinn ist, da immer gefressen wurde was gerade verfügbar war und jahreszeitlich bedingt auch für längere Zeit, nicht besonders vielseitig..
b) Enzyme ohne die wir heute viele neue Futtersorten nicht sonderlich gut vertragen würden, im Kindesalter gebildet werden.. und weswegen Kinder die aus irgendwelchen Gründen ziemlich einseitig ernährt werden, in der Regel und zum Erstaunen aller, keinen nennenswerten Mangelerscheinungen haben.. solange die Menge der aufgenommenen Nahrung den Kalorienbedarf deckt...
c) Der Steinzeitkörper mit ganz anderen Problemen zu kämpfen hatte.. die eher von klimatischer, hygienischer und parasitärer Natur waren und auch sonst einen viel höheren "Heizwert"-Umsatz der zugeführten Nahrung erforderte..
d) Fleisch in der Steinzeit wohl eher ein unregelmäßiges Luxusgut war, da es zum einen viele tierische Jagdrivalen gab und zum anderen große Einzugsgebiete brauchte, die in der Steinzeit zu Fuß abgesucht werden mussten, um vielleicht alle einzwei Wochen mit Pfeil und Bogen ein Wildbrett zu erlegen. Das ist nämlich ziemlich schwierig, weil man sehr nahe an die Beute herankommen muss und selbst wenn man dann auf 10-20 Meter mal trifft, dauert es noch ziemlich lange, bis ein größerer Hirsch oder Steinbock daran auch stirbt.

Es gab aber sicher sehr oft Fisch, Krebse, Muscheln, Beeren, Pilze, Nachtkerzenwurzel
(Schwarzwurzel) Haselnüsse, Piniennüsschen..Brennesselspinat, Kresse.. Vogel-Eier in allen Farben und Größen, Froschschenkel, Weinbergschnecken... besonders beliebt war Honig von Wildbienen (Otzi hatte Karies)... Also nichts neues, was wir heute nicht auch essen würden, falls es mal größere und längerfristige Probleme mit der Nahversorgung gäbe...
Nur wahrscheinlich nicht jeden Tag und im Winter wahrscheinlich überhaupt nicht.
Ich habe überhaupt nichts gegen Gläubige, es sei denn, sie behaupten, die Würde des Menschen hinge alleine vom Glauben an einen Gott  ab.
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#12
(14-03-2017, 22:03)Geobacter schrieb: d) Fleisch in der Steinzeit wohl eher ein unregelmäßiges Luxusgut war, da es zum einen viele tierische Jagdrivalen gab und zum anderen große Einzugsgebiete brauchte, die in der Steinzeit zu Fuß abgesucht werden mussten, um vielleicht alle einzwei Wochen mit Pfeil und Bogen ein Wildbrett zu erlegen. Das ist nämlich ziemlich schwierig, weil man sehr nahe an die Beute herankommen muss und selbst wenn man dann auf 10-20 Meter mal trifft, dauert es noch ziemlich lange, bis ein größerer Hirsch oder Steinbock daran auch stirbt.

Es gab aber sicher sehr oft Fisch, Krebse, Muscheln, Beeren, Pilze, Nachtkerzenwurzel
(Schwarzwurzel) Haselnüsse, Piniennüsschen..Brennesselspinat, Kresse.. Vogel-Eier in allen Farben und Größen, Froschschenkel, Weinbergschnecken... besonders beliebt war Honig von Wildbienen (Otzi hatte Karies)... Also nichts neues, was wir heute nicht auch essen würden, falls es mal größere und längerfristige Probleme mit der Nahversorgung gäbe...
Nur wahrscheinlich nicht jeden Tag und im Winter wahrscheinlich überhaupt nicht.


Die Alten wurden erschlagen und gegessen.
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#13
(14-03-2017, 22:03)Geobacter schrieb: a) Paläo-Diät Unsinn ist, da immer gefressen wurde was gerade verfügbar war und jahreszeitlich bedingt auch für längere Zeit, nicht besonders vielseitig..

Hm... aber gegen was soll das ein Argument sein?
Bei Paleo geht es um "natürliche" Lebensmittel, also der Verzicht auf industriell verarbeitete Lebensmittel und der Verzicht auf Milch und Getreide.

(14-03-2017, 22:03)Geobacter schrieb: b) Enzyme ohne die wir heute viele neue Futtersorten nicht sonderlich gut vertragen würden, im Kindesalter gebildet werden.. und weswegen Kinder die aus irgendwelchen Gründen ziemlich einseitig ernährt werden, in der Regel und zum Erstaunen aller, keinen nennenswerten Mangelerscheinungen haben.. solange die Menge der aufgenommenen Nahrung den Kalorienbedarf deckt...

Nein, das stimmt so nicht. Es gibt immer wieder kranke Kinder aufgrund von einseitiger Ernährung. Insbesondere bei radikalen Ernährungsweisein wie Veganern oder Frutariern.


(14-03-2017, 22:03)Geobacter schrieb: d) Fleisch in der Steinzeit wohl eher ein unregelmäßiges Luxusgut war,  

Auch das stimmt nicht. Der Mensch hat schon Großtiere gejakt bevor er überhapt richtige Waffen hatte. Seine Waffe war seine Ausdauer und sein Körper, welcher es ihm ermöglichte zu schwitzen und somit abzukühlen. Tiere wie Antilopen können das nicht und mögen zwar auf kurzen Strecken schneller sein als der Mensch, überhitzen jedoch irgendwann wenn sie nicht zur Ruhe kommen und eine Menschenmeute sie immer weiter jagt. Die Beute wurde quasi zu Tode gehetzt(Ausdauerjagd genannt.

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#14
(14-03-2017, 22:30)Gundi schrieb:
(14-03-2017, 22:03)Geobacter schrieb: a) Paläo-Diät Unsinn ist, da immer gefressen wurde was gerade verfügbar war und jahreszeitlich bedingt auch für längere Zeit, nicht besonders vielseitig..

A)  Hm... aber gegen was soll das ein Argument sein?
Bei Paleo geht es um "natürliche" Lebensmittel, also der Verzicht auf industriell verarbeitete Lebensmittel und der Verzicht auf Milch und Getreide.

(14-03-2017, 22:03)Geobacter schrieb: b) Enzyme ohne die wir heute viele neue Futtersorten nicht sonderlich gut vertragen würden, im Kindesalter gebildet werden.. und weswegen Kinder die aus irgendwelchen Gründen ziemlich einseitig ernährt werden, in der Regel und zum Erstaunen aller, keinen nennenswerten Mangelerscheinungen haben.. solange die Menge der aufgenommenen Nahrung den Kalorienbedarf deckt...

B)  Nein, das stimmt so nicht. Es gibt immer wieder kranke Kinder aufgrund von einseitiger Ernährung. Insbesondere bei radikalen Ernährungsweisein wie Veganern oder Frutariern.


(14-03-2017, 22:03)Geobacter schrieb: d) Fleisch in der Steinzeit wohl eher ein unregelmäßiges Luxusgut war,  

C)  Auch das stimmt nicht. Der Mensch hat schon Großtiere gejakt bevor er überhapt richtige Waffen hatte. Seine Waffe war seine Ausdauer und sein Körper, welcher es ihm ermöglichte zu schwitzen und somit abzukühlen. Tiere wie Antilopen können das nicht und mögen zwar auf kurzen Strecken schneller sein als der Mensch, überhitzen jedoch irgendwann wenn sie nicht zur Ruhe kommen und eine Menschenmeute sie immer weiter jagt. Die Beute wurde quasi zu Tode gehetzt(Ausdauerjagd genannt.


ad A)  Absolut richtig Gundi!  Das ist gut nachvollziehbar was Du hier schreibst.
ad B)  Das mit den Mangelkrankheiten bei Kindern stimmt leider.
ad C)  Auch das ist richtig. Es gibt ausgesprochene Laufneger. Die erkannt man schon am Körperbau: Lang, leicht gebaut (dürr und zäh), leichter Knochenbau, federnder Gang

Ich möchte auch noch anmerken, daß der Mensch in der Steinzeit gar nicht gerne mit Waffen (Speer, Pfeil und Bogen, Bumerang, Steinschleuder, Steinaxt etc) jagte, denn diese Waffen waren allzu wirkungslos; und die Reichweite viel zu gering.
Der steinzeitliche Jäger bis ins 15. Jhdt n Chr liebte die Fallgrube
Eine Fallgrube 3 m x 3 m und 2 m tief war extrem effizient !   Es wurde eine Art Trichter gebaut, links und rechts Äste im Spalier in die Erde gesteckt, auf die Äste bunte Blätter gesteckt, und dann eine Herde dort hingetrieben.
Johlende Männer und schrill kreischende Weiber trieben die Herde ins Verderben. Die Herde mied die Spaliere der Äste und rannte in Panik zur leichtbedeckten Fallgrube
So wurde immer ein Tier erbeutet
In Zentralafrika jagen sie noch immer so - viel effizienter als ein Schießgewehr
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#15
(14-03-2017, 22:51)Sinai schrieb: In Zentralafrika jagen sie noch immer so

Nein, tun sie nicht.

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