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Deukalion und Pyrrha, Deukalion-Flutmythos
#1
Das ↗antike Griechenland kannte mehrere ↗mythische Fluterzählungen, die, so nimmt man heute überwiegend an, durch teilweise Aneignung ↗babylonischen Erzählguts entstanden sind bzw. in ihrer Ausformung beeinflusst worden waren. Der Deukalion-Flutmythos wurde durch ↗Ovids Bearbeitung zum humanistischen Bildungsgut1.

↗Zeus kam es zu Ohren, dass das Menschengeschlecht unfromm und böse geworden war. Um herauszufinden, was an dem Gerücht richtig sei, begab er sich in Menschengestalt auf die Erde. Die Zustände, die er vorfand, waren schlimmer als das, was man ihm berichtet hatte.

Als er bei ↗Lykaon, dem Tyrannen von ↗Arkadien einkehrte, gab er ein Zeichen, dass ein Gott gekommen war.

Lykaon ließ ein ↗Opfermahl bereiten und vermischte es, um die Göttlichkeit des Gastes zu prüfen, mit dem Fleisch eines frisch geschlachteten Knaben, einer Geisel aus dem Molosserstamm. Dann wurde das Gericht aufgetragen.

Natürlich konnte er den Göttervater nicht täuschen. Als unmittelbare Strafe für den Frevel zerstörte Zeus das Haus des Lykaon und verwandelte diesen in einen ↗Wolf.

Zeus berief eine ↗Götterversammlung ein und teilte seinen Beschluss mit, das Menschgeschlecht mittels einer ↗Sintflut zu vernichten. Ein Teil der ↗Götter stimmte zu, Einwände eines anderen Teils der Götter ließ er nicht gelten.

Als nun die Vernichtung des Menschgeschlechts beschlossen war, warnte ↗Prometheus seinen Sohn Deukalion3 , den König von ↗Pythia, und riet ihm, eine ↗Arche zu bauen und sich mit seiner Frau Pyrrha4 und mit allem, was zum Überleben nötig sei, auf diese zu begeben.

Neun Tag und neun Nächte lag dauerte die Flut, die alles Leben vernichtete. Danach ging die Flut zurück. Deukalion und Pyrrha landeten die Arche am Berg Parnassos5. Nachdem sie Zeus geopfert hatten, schickte dieser ↗Hermes mit der Botschaft, dass die beiden einen Wunsch frei hätten. Deukalion und Pyrrha wünschten sich, dass wieder Menschen entstehen sollten, worauf Zeus ihnen auftrug, sie mögen Steine über die Schulter werfen. Aus den Steinen, die Deukalion warf, entstanden Männer, aus jenen, die von Pyrrha geworfen wurden, Frauen.

Schließlich bekam Pyrrha einen Sohn namens Hellen, dessen Vater Zeus gewesen sein soll. Hellen wurde zum Stammvater aller ↗Hellenen. Somit führten die Hellenen ihre Herkunft auf den Göttervater selbst zurück.

1 Ovid Met I 209-415
2 Die Lykaon-Geschichten Ovids und ↗Apollodors weichen im Detail voneinander ab.
3 Apollodor I 46f.
4 Pyrrha war die Tochter von ↗Epimetheus, dem Bruder des Prometheus, gewesen.
5 Nach ↗Hyginus (Fabulae) landeten Deukalion und Pyrrha mit der Arche auf dem ↗Ätna
.


● Zum Inhaltsverzeichnis des Lexikons
MfG B.
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