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'die dunkle Nacht der Seele' aus Sicht eines Sinnsuchers
#31
(08-06-2017, 08:19)Adamea schrieb: Wie lange ist Ruhe erträglich? Wie lange kann Ruhe Ruhe sein? Wann führt Ruhe zur Ungeduld, zur Sehnsucht nach Bewegung, nach einem Sein dass mehr ist als in Ruhe zu sein?


Adamea, ich teile Deine Ansicht  Heart Eusa_clap Eusa_clap Eusa_clap Eusa_clap Eusa_clap Eusa_clap Eusa_clap Eusa_clap

Es gibt eine Zeit der Aktivität und eine Zeit der Pause.
Es geht jemand spazieren, genießt die herrliche Natur. Am Abend ist er müde und geht schlafen. Am Morgen jedoch hält er es im Bett nicht mehr aus, "das Bett wirft ihn hinaus", er geht wieder an eine Aktivität, wenn er nichts anderes weiß, geht er runter in den Supermarkt und schaut sich die Käse an

Nirvana als "ewige Belohnung" ist für einen normalen Menschen kein erstrebenswerter Dauerzustand

Ja, für ein Jahr vielleicht - aber für immer ??  Eusa_snooty
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#32
(21-05-2017, 09:49)Adamea schrieb:
(21-05-2017, 08:50)nescio schrieb:
(20-05-2017, 07:36)Adamea schrieb: Du sprichst hier vom Nirvana, oder?
im Grunde ja, wenn auch nur als vorübergehender Zustand
Ich dachte das Nirvana wird von Buddhisten als Endziel gesehen.

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Nach meinem sehr beschränkten Wissensstand (ich lernte in der Schule in Religion ein wenig über fernöstliche Religionen) ist Nirvana ein angestrebter endgültiger, ad infinitum, ohne Ende, somit "immerwährender", somit ewiger Zustand

Das Wikipedia ist hier auch nur ein Notbehelft, aber besser als nichts. Und im Dschungel der Sektenbücher ein Buch mit "objektiver" Meinung zu finden, halte ich für schwierig wenn nicht unmöglich. Hier die im Wikipedia aufgezeigte und angebotene Übersetzung des Sansktrit-Wortes Nirvana:
Das Wort bedeutet „Erlöschen“
Nirwana – Wikipedia
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#33
So rein persoenlich wuerde ich auch sagen, dass mir hier eher eine Art Balance zwischen den Zustaenden Aktivitaet/innere Ruhe als erstrebenswert vorschwebt; insofern erschienen mir fernoestliche Religionen immer auch als zu egozentrisch, was eine gewisse Gleichgueltigkeit gegenueber der Welt und dem Naechsten nach sich zieht, was ich fuer negativ halte. Dass es da auch Entwicklungen in die andere Richtung gibt, habe ich in dem Thread ueber Religion in Taiwan aufgezeigt.

Andererseits laesst mich ein naives Bild vom (westlichen) Himmel (oder hier Nirvana) immer an Ludwig Thomas "Ein Muenchner im Himmel" denken: *https://www.youtube.com/watch?v=FW6P_crgp8M

Als erstrebenswert empfinden wir diese ewige Ruhe nicht, da wir unsere Beduerfnisse doch einfach zu sehr lieben; die Losloesung davon ist es, was der Buddhismus lehrt. Wenn ich das richtig sehe, will aber auch der Autor des Originalbeitrags dieses Threads dieses "Nirvana" eher als ein momentanes Ausklinken aus der Befangenheit im Alltagsstress sehen; das kann ich durchaus als sinnvoll sehen. Hin und wieder mal abzuschalten und sich nicht von jeder aufgeregten Neuigkeit des 24/7 Nachrichtenzyklus in neue Aufgeregtheit treiben zu lassen, stelle ich mir durchaus positiv vor. Mit etwas Abstand trifft man meist die besseren Entscheidungen.
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#34
"Aus der Ruhe kommt die Kraft" heißt es doch so schön, und "die Kraft die alles schafft" bedeutet Aktivität. Ruhe ist nur notwendig um bedachter, bewusster, aktiv werden zu können. Würden wir alles was uns passier ruhig hinnehmen, würden wir nicht am Lebendigen teilnehmen.
Zu viel Ruhe gleicht einer Ruhigstellung, eine Teilnahmslosigkeit oder gar Unterdrückung.
Das kann kein Gott der etwas Lebendiges ermöglicht hat gewollt haben.

Nirvana bedeutet Erlöschen... das wäre die Vernichtung der Gottes-Idee!
Die Idee: "geistig körperlich lebendige Bewusstsein im "Ort" Mensch".
Ich denke das Nirvana kann nur ein "Kraft-Tank-Ort" sein. Ein Ort aus dem die Seele wieder in das lebendige Leben geht um aktiv und kreativ zu sein.
Glückseligkeit verbinde ich auch mit Kreativität und Kreativität ist mit einem aktiven Tun verbunden. Die Kreativität des Geistes.
Ein ewiges Erlöschen kann keine Glückseligkeit sein weil der Geist sonst still stehen würde.
Würde es einen Ort der ewigen Ruhe und Bedürfnislosigkeit geben, dann müsste Prometheus das Feuer zurück bringen, oder ständig hin und her tragen. Icon_cheesygrin
Jedes Sein beinhaltet das Sein selbst. Glückselig sein zu können, geht nur dann wenn da etwas ist, dass glückselig sein kann!
Unsere vielgestalltige Existenz von Planzen, Tier und Mensch, beweist dass es eine wunderbare Kreativität im Universum gibt. Wir können glücklich sein dass es das Lebendige gibt.
Warum sollte die Seele des Mensch also ein Ziel haben, dass auf ewig zur Ruhe verdammt?
Das wäre m.E. eine Beleidigung an die Schöpfung!  
Auch das Universum selbst, mit seinen Planeten und deren Umlaufbahnbewegungen beweisen dass Bewegung ein "göttliches Gesetz" sein muß.
Lebewesen sind Orte an denen Materie/Körper UND Geist zusammen gekommen sind um kreativ und aktiv SEIN zu können.
Die Erschaffung des Lebens ist eine göttliche Erschaffung des Kreativen-SEINszustandes für die Seele. Der körperliche Ort der Seele heißt: "Existenz".
 Das Nirvana kann nur das wohlige, glückselige "Schlafzimmer" der Seele sein, das "Meer" aus dem wir gestärkt zurück in die Welt der Körperformen gehen um Freude am lebendigem Erleben zu haben und mehr zu sein als nur zu Sein.
Wir werden aus der Glückseligkeit geboren damit wir die Erde mit bestem Start-Potenzial aktivi mitgestallten können. Wie jedes Potenzial zerstört werden kann, kann jedes Potenzial im Menschen vom Menschen zerstört werden.
Es besteht nicht nur eine "Mensch-Gott" Beziehung sonderen auch eine "Mensch-Mensch" Beziehung.
Eine göttliche Seele die ein göttliches Streben in sich trägt, also auch etwas tun will, kann nur eine einzige Aufgabe haben. Die Mitgestalltung der Erde.
Ein göttliche Ego ist dazu sehr wichtig. Und auch um das göttliche Selbst zu schützen! Die Durchsetzungskraft. Die Kraft die auch jedem Planzenkeim innewohnt.


Buddhisten wollen leider das Ego ganz ausschalten. Das ist m.E. total falsch! Es muß IN ALLEM immer ein gesunder Teil ERHALTEN bleiben.
Ein göttliches Ziel ist m.E. aktiv an der Gestalltung der Erde zu arbeiten. Ein höheres Bewusstsein ist dazu notwendig.
Die Bewusstseinserweiterung die alle incl.der Buddhismus, anstreben, hat doch darin erst einen wahren Sinn.
Was nutzt ein erweitertes Bewusstsein, wenn man anschließend nix damit anfangen soll? 
Das Bewusstsein muß IN das irdische Ego gebracht werden.
Wir sind alle unser eigener "Prometheus". Aber manchmal muß man einem anderen Menschen ein bischen Feuer unterm Hintern machen, damit sich in ihm etwas bewegt.
Alle Seelen im Nirvana der Glückseligkeit, tragen gerade durch diese Glückseligkeit das Feuer der Bewegung in sich.
Denn um sich der Glückseligkeit bewusst zu sein, bedarf es schon wenigstens einen Funken des Wissens um dieses Glückseligkeit.
Und wo ein Funke Wissen ist, da kann sich eine Seele nach mehr Wissen sehenen.
Das Seelenfeuer brennt höher, und die Seele will hinaus in das Lebendige Sein.
Feuer ist ein Symbol der Aktivität und Ruhe die Passivität. 2 Seelenzustände.
Bewusstsein ist ein Funke der die Glückseligkeit bewusst macht. Die Glückseligkeit ist wiederum der Funke des Willens. Der Funke des Willes der zum Feuer werden kann. Das Feuer das zerstörerisch sein kann, aber ebenso in wohliger leidenschaftlicher Liebe die Seele bewegen kann.
So wie Feuer erlischt, so erlischt das Leben. Ein Seelenfunke geht zurück ins Nirvana um erneut aufzuflammen zu können.
Das Auflammen ist der göttlichste Moment!
Doch das Aufflammen bedingt 2 was! 1x das Erlöschen des Feuers und 1x die Möglichkeit des erneuten Aufflammens. = 3

Es heißt: "Der Weg ist das Ziel".
Das kann m.E. auch so gesagt werden: "Das Aufflammen der Seele ist das Ziel".
Das ist meine Meinung, Gedanken, ggf notwendige Vorvorurteile, die ich so gut es mir derzeit möglich ist, ausgedrückt habe.
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#35
(08-06-2017, 10:12)Ulan schrieb: ...erschienen mir fernoestliche Religionen immer auch als zu egozentrisch, was eine gewisse Gleichgueltigkeit gegenueber der Welt und dem Naechsten nach sich zieht, was ich fuer negativ halte.
Zustimmung!
Das ist meine Meinung, Gedanken, ggf notwendige Vorvorurteile, die ich so gut es mir derzeit möglich ist, ausgedrückt habe.
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