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Eine Welt ohne Glaube
#1
Religion gehört zum Menschen, doch wie sehr, dies können wir bestimmen. 
Wir können auch bestimmen was für einen Wert der Glaube für die Welt hat.
Nehmen wir an: Wir können die Welt von Verbrechen, die ihm Namen des Glaubens verübt werden, befreien.
Es gäbe keine Attacken, aber dafür müssten wir den Glauben wie er jetzt ist aufgeben. Die Literatur würde existieren. Ebenso die Gebäude und  man könnte individuell oder auch als Kirchengemeinden darüber sich unterhalten, aber das Verständnis des Glaubens wie es jetzt ist, würde verschwinden. Man würde akzeptieren es wäre zweitrangig und nur als moralische Stütze gedacht.
Es ist ein Tauschgeschäft zwischen der Meinungsfreiheit und der Errettung von Millionen von Menschen. Ich möchte ebenfalls anmerken. Dies ist nur für dieses Gedankenexperiment auf diese zwei Möglichkeiten limitiert. Man tauscht den Glauben ein für eine Entfernung des Fanatismus oder man tut nichts. Ich habe diese Frage ihn einen anderen Beitrag gestellt, aber es war nur nebensächlich. Ich denke, es ist wert über diese Entscheidung zu debattieren.
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#2
Beitrag aus urheberrechtlichen Gründen entfernt.

Ein in vollem Umfang wiedergegebenes Gedicht von E. Roth fällt nicht unter das Zitatrecht nach dem Urheberrechtsgesetz.

Die Erben von E. Roth sind schon einmal rechtlich gegen das Verwenden von Textteilen (von einzelnen Versen aus einem Gedicht) des Autors durch Dritte eingeschritten. Da wir in solche Auseinandersetzungen nicht involviert werden wollen, haben wir das zitierte Gedicht vorsorglich entfernt.

Zur Information:

*http://www.jurpc.de/jurpc/show?id=20090136
*http://www.aufrecht.de/urteile/urheberrecht/zitat-kann-auch-als-motto-verwendet-werden-olg-muenchen-urteil-vom-17092009-az-29-u-327109.html
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#3
Ich weiss nicht, ob der Mensch ohne Glauben. oder zumindest etwas Aehnliches. ueberhaupt existieren kann. Manche Leute schaffen es, Glauben durch starke humanistische Ideale zu ersetzen. Oft passiert dies auch durch radikal politische Vorstellungen. All diese Vorstellungen sind getrieben durch die "was waere, wenn"-Idee, aber viele Menschen haben dazu auch noch ein Beduerfnis nach dem Geheimnisvollen. Leute, die ihren christlichen Glauben verloren haben, neigen haeufig dazu, diesen durch "Exotischeres" zu ersetzen, sei es fernoestliche Glaubensideen, die, da man damit nicht aufgewachsen ist, noch das Gefuehl des "Geheimnisvollen" mit sich bringen, oder allgemein den ganzen New Age-Kram, heilende Steine, Tanzen im Mondschein, die Suche nach dem "Vortex", oder auch traditionellere glaubensgebundene Ideen wie Homoeopathie, Anthroposophie, etc.

Bei mir selbst hatte ich mir schon hin und wieder ueberlegt, ob nicht meine jugendliche Begeisterung fuer Science Fiction-Buecher und spaeter auch fuer Fantasy-Spiele (PnP oder Computer) irgendwie dasselbe Beduerfnis erfuellt(e), also, dieses Beduerfnis, ueber den Alltag hinausschauen zu wollen, die Verbildlichung der Ideen einer Alternative zur - oft langweiligen - realen Welt.

Es heisst immer so schoen, man solle diese Energien doch besser in reale Projekte fokussieren, die auch tatsaechlich etwas an der Welt aendern. Das ist aber ein zweischneidiges Schwert. Irgendwie haben natuerlich alle diese Ideen und Beschaeftigungen einen gewissen Einfluss darauf, was wir in dieser Welt letztendlich machen. Ob wir die Menschheit zu sehr mit unseren eigenen Idealvorstellungen begluecken sollten, weiss ich nicht. So lange die Alternativwelten nicht zum Rueckzug aus der Gesellschaft fuehren, ist es, glaube ich, noch immer gesund. Engagement heisst natuerlich auch Kaempfen, so dass man da einen Mittelweg finden muss.
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#4
Ok. Danke wüsste nicht das es solche Konsequenzen hat. Ich verlinke das Gedicht.


Code:
http://www.buchdesign-kiessling.info/gedichte/gedichte-roth/ro-23.htm
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#5
Hallo allerseits,
ich glaube nicht, dass das funktionieren würde.
Meiner Meinung nach brauchen Menschen eine gewisse spirituelle Ebene im Rahmen von Glauben, Religion etc. pp. Wie man diese gestaltet, ist natürlich sehr individuell, aber komplett aufgeben würde eher nicht funktionieren.
Irgendwie muss man Herz und Seele nähren. Religion allein reicht dafür nicht, aber sie ist ein Teil dessen, was die Seele füttert, damit es auf/in der Seele hübsche bunte Blümchen gibt und nicht nur öde Finsternis. Icon_lol

Wenn Du das recherchieren möchtest, versuchs doch vielleicht mal in Richtung ehemalige DDR. Da war Religion nicht so erwünscht, soweit ich mich erinnern kann. Auch der Kommunismus im Allgemeinen ist nicht so besonders religionsbezogen, Stichwort "Religion als Opium fürs Volk". Es ist lange her, dass ich mich mit derartigen Themen beschäftigt habe, daher kann ich das nicht mehr so ganz umreißen, aber eben, Google oder Deine örtliche Bibliothek haben da bestimmt etwas dazu.

Meiner Beobachtung nach, und das ist jetzt wirklich nur meine persönliche Beobachtung / Meinung, auch wenn ich natürlich weiß, dass der ganze Beitrag hier nur eine Meinungsäußerung ist, sind Menschen, die ihr spirituelles Leben (wie auch immer man das definiert) komplett brachliegen lassen, nicht zu beneiden. Da fehlt einfach etwas. Irgendwie muss man die Fragen nach dem Sinn des Lebens / wo gehe ich hin, wenn ich sterbe / wieso bin ich hier / was mache ich mit diesem Leben etc.pp beantworten, Religion ist da ggf. eine Möglichkeit dafür, wenn auch nicht die einzige. Religion ist für mich auch so eine Art Verbindung zu etwas, das größer ist als ich, das länger andauert und das immer noch sein wird, wenn ich schon lange tot bin oder wiedergeboren etc. Die Vorstellung, dass nach dem Tod einfach gar nichts mehr ist, wäre schwierig für mich.

Mit der Religion wird viel Schindluder getrieben und Menschen mit extremen Einstellungen gibts in jeder Religion, aber komplett ohne wäre auch nicht gut. Menschen suchen in der Religion jeweils nach bestimmten Dingen, wenn sie das, wie von Dir beschrieben, woanders finden müssen, könnte das eventuell zu einer Phase der Orientierungslosigkeit führen und dann würde es ggf. in anderen Bereichen des Lebens unschöne Auswüchse geben. Stelle ich mir zumindest so vor.
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#6
Zunächst ein allseitiges und freundliches Hallo an die Diskutanten anlässlich meines ersten Beitrages hier!


Zum Thema:

Dass Religion, Glaube, Spiritualität usw. für das Glück, ja den Fortbestand der Menschheit unverzichtbare Notwendigkeiten und vom Menschsein de facto gar nicht wegzudenken seien und eine Welt "ohne Glaube" Chaos und Untergang bedeutete usw., sind Behauptungen, die mir fast genau so alt zu sein scheinen, wie die damit beschriebenen Begriffe: Dostojewskis "Ohne Gott ist alles erlaubt." erklingt wohl in jedem Disput, in dem es um die Daseinsberechtigung von Religion geht.

Und dieser anhaltende Diskurs wird ja vor allem angesichts des Umstandes, dass auch gegenwärtig die meisten Konflikte und Gewalttaten auf Erden eine religiöse Grundlage bzw. Konnotation präsentieren, kaum abflauen. Was mich aber dabei immer mehr nervt, ist der Umstand, dass z.B. mit den Begriffen "Glaube" und "Religion" so hantiert wird, als besäßen diese klar definierte und fest stehende Inhalte. Dabei sind doch gerade diese Begriffe gradezu ein Paradebeispiel für maximale und bis an die Grenze zur inhaltslosen Beliebigkeit gedehnte Breitbandschubladen.

Was ich meine ist, dass man, anstatt sich an belanglosen Worthülsen und etwa daran aufzuziehen, ob "Glaube" oder "Religion" etwas Gutes oder etwas Übles sei, die genauen, konkreten Aussagen der einzelnen "Weltanschauungen", "Menschenanschauungen" oder z.B. die "Gottesvorstellungen" betrachten und beurteilen muss. Denn diese sind es doch, welche nachher das Urteilen und das Handeln der betreffenden Menschen beeinflussen, nicht aber die Frage, ob man jene nun "Religion" nennt oder sonstwie anders.
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#7
(26-08-2017, 21:09)Hase schrieb: Meiner Beobachtung nach, und das ist jetzt wirklich nur meine persönliche Beobachtung / Meinung, auch wenn ich natürlich weiß, dass der ganze Beitrag hier nur eine Meinungsäußerung ist, sind Menschen, die ihr spirituelles Leben (wie auch immer man das definiert) komplett brachliegen lassen, nicht zu beneiden. Da fehlt einfach etwas.

So? Was denn? Dir würde vielleicht etwas fehlen. Das bedeutet aber nicht, dass auch allen anderen Menschen etwas fehlen würde.

(26-08-2017, 21:09)Hase schrieb: Irgendwie muss man die Fragen nach dem Sinn des Lebens / wo gehe ich hin, wenn ich sterbe / wieso bin ich hier / was mache ich mit diesem Leben etc.pp beantworten,

Aber zur Beantwortung dieser Fragen bedarf es nicht zwangsläufig Religion oder generell Spiritualität.

(26-08-2017, 21:09)Hase schrieb: Religion ist für mich auch so eine Art Verbindung zu etwas, das größer ist als ich, das länger andauert und das immer noch sein wird, wenn ich schon lange tot bin oder wiedergeboren etc.

Auch der Blick in ein Astronomiebuch, Biologiebuch, Geologiebuch etc. zeigt dir Dinge, die größer sind als du und die immer noch sein werden, wenn du nicht mehr bist. Warum nicht die Faszination im Realen suchen? Unsere Welt bietet doch ungemein faszinierendere Dinge als es eine Religion je könnte.


(26-08-2017, 21:09)Hase schrieb: Die Vorstellung, dass nach dem Tod einfach gar nichts mehr ist, wäre schwierig für mich.

Aber wieso eigentlich? Es ist doch auch nicht schwierig für uns, vor der Geburt nicht zu sein oder im Schlaf quasi weg zu sein.
Der Tod selbst ist nichts, vor dem man sich Sorgen muss ohne Gott.

(26-08-2017, 21:09)Hase schrieb: Mit der Religion wird viel Schindluder getrieben und Menschen mit extremen Einstellungen gibts in jeder Religion, aber komplett ohne wäre auch nicht gut.

Wird mit Religion Schindluder getrieben oder ist Religion das eigentliche Übel?

Aus deinem Argument spricht ja heraus, das Religion eigentlich gut sei, aber eben von einigen auch zum Negativen missbraucht wird.
Ich sehe das anders. Imho kann man aus den Religionen eben auch das Negative herauslesen. Der IS interpretiert den Koran genauso und nutzt ihn für seine Interessen, wie das moderne Moslems bei uns tun. Nur legen beide ihre Schwerpunkte anders, welche Textstellen sie als wichtig erachten und welche nicht. Zu sagen, Religion sei aber per se etwas Gutes halte ich daher für falsch.

(26-08-2017, 21:09)Hase schrieb: Menschen suchen in der Religion jeweils nach bestimmten Dingen, wenn sie das, wie von Dir beschrieben, woanders finden müssen, könnte das eventuell zu einer Phase der Orientierungslosigkeit führen und dann würde es ggf. in anderen Bereichen des Lebens unschöne Auswüchse geben. Stelle ich mir zumindest so vor.

Menschen sind unterschiedlich. Der eine hat eben einen Faible für Spirtualität, der andere nicht bzw. weniger ausgeprägt. In gewisser Art und Weise anfällig sind aber vermutlich alle Menschen für derlei (man denke nur an Ideale, Heroisierung, Mythen, Heldensagen etc.). Offenbar ist dies ein Teil des Menschen. Das macht die Frage danach, wie es ohne Glaube wäre aber auch obsolet, denn dann wäre der Mensch eben nicht mehr was er ist.
Wir sehen jedoch auch, dass Religion und Glaube, der im Widerspruch zur realen Welt steht keineswegs bestehen bleiben muss. Denn Vernunft und Logik sind ja ebenfalls Teil des Menschen.

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#8
Zitat:Gundi
Ich sehe das anders. Imho kann man aus den Religionen eben auch das Negative herauslesen. Der IS interpretiert den Koran genauso und nutzt ihn für seine Interessen, wie das moderne Moslems bei uns tun. Nur legen beide ihre Schwerpunkte anders, welche Textstellen sie als wichtig erachten und welche nicht. Zu sagen, Religion sei aber per se etwas Gutes halte ich daher für falsch.

Das ist richtig.
Man könnte sagen: gelebte Religion ist eben immer nur so gut, wie der Mensch gut ist. Wenn der Mensch an sich gut ist, dann muss die Religion von ihrem Wesen her gut sein, besonders wenn sie sich auf einen guten Gott beruft. Wenn dann unter der Religion was schlechtes praktiziert wird, muss sich eben gefragt werden, ob das noch Religion im eigentlichen Sinne ist.

Weil nämlich Religion im Grunde die Anbindung an den guten Gott bedeutet und dann müssen wir davon ausgehen, dass negative Taten im religiösen Deckmantel niemals eine Anbindung an den einen (guten) Gott sein kann, und uns fragen, ob nicht möglicherweise sogar Atheisten, sofern sie nach dem Guten streben, eigentlich religiös sind, weil sie an der (guten) göttlichen Wirklichkeit partizipieren.

Mir ist kürzlich ein Zitat aus der Baha'i Religion über den Weg gelaufen, das ich recht interessant finde:

Die Religion sollte alle Herzen vereinen und Krieg und Streitigkeiten auf der Erde vergehen lassen, Geistigkeit hervorrufen und jedem Herzen Licht und Leben bringen. Wenn die Religion zur Ursache von Abneigung, Haß und Spaltung wird, so wäre es besser, ohne sie zu sein, und sich von einer solchen Religion zurückzuziehen, wäre ein wahrhaft religiöser Schritt.
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#9
(12-09-2017, 16:06)Gundi schrieb:
(26-08-2017, 21:09)Hase schrieb: Die Vorstellung, dass nach dem Tod einfach gar nichts mehr ist, wäre schwierig für mich.

Aber wieso eigentlich? Es ist doch auch nicht schwierig für uns, vor der Geburt nicht zu sein oder im Schlaf quasi weg zu sein.
Der Tod selbst ist nichts, vor dem man sich Sorgen muss ohne Gott.

Das könnte ja auch alles nur eine Frage der Erinnerungsfähigkeit sein.
Wir haben vielleicht nur keine bewusste Erinnerung darüber wo unser Geist, oder unser Ich ist wenn wir schlafen.

Hier geht es m.E. auch überhaupt nicht um den Tod selber, und das genaue wissen wie das sein könnte, sondern eben um die Vorstellung darüber. Diese ist für das JETZT IM Leben wichtig. Das muß m.E. ganz anders gedacht werden, weil da ein bedeutungsvoller Unterschied ist.

Ich glaube auch, dass es ohne Glaube und die Vorstellung, dass es ein Leben nach dem Tod gibt, noch mehr Gewalt auf der Welt geben würde.
Das ist meine Meinung, Gedanken, ggf notwendige Vorvorurteile, die ich so gut es mir derzeit möglich ist, ausgedrückt habe.
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#10
(12-09-2017, 16:36)sanctus schrieb: Mir ist kürzlich ein Zitat aus der Baha'i Religion über den Weg gelaufen, das ich recht interessant finde:
Die Religion sollte alle Herzen vereinen und Krieg und Streitigkeiten auf der Erde vergehen lassen, Geistigkeit hervorrufen und jedem Herzen Licht und Leben bringen. Wenn die Religion zur Ursache von Abneigung, Haß und Spaltung wird, so wäre es besser, ohne sie zu sein, und sich von einer solchen Religion zurückzuziehen, wäre ein wahrhaft religiöser Schritt.

Sehr schön! Sehr gut dass es da anscheinend wenigstens eine vernünftige Religon gibt.
Das ist meine Meinung, Gedanken, ggf notwendige Vorvorurteile, die ich so gut es mir derzeit möglich ist, ausgedrückt habe.
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#11
(05-08-2017, 19:52)augustinus schrieb: Religion gehört zum Menschen, doch wie sehr, dies können wir bestimmen. 
...aber dafür müssten wir den Glauben wie er jetzt ist aufgeben. ...
...Man tauscht den Glauben ein für eine Entfernung des Fanatismus oder man tut nichts.

Wie hast du das jetzt gemeint, den Glauben verändern weil er so wie er jetzt ist, nix ist?
Oder meinst du ganz auf den Glauben verzichten zu müssen?
Das ist meine Meinung, Gedanken, ggf notwendige Vorvorurteile, die ich so gut es mir derzeit möglich ist, ausgedrückt habe.
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#12
(12-09-2017, 19:23)Adamea schrieb: Sehr schön! Sehr gut dass es da anscheinend wenigstens eine vernünftige Religon gibt.

Ansätze findet man hierzu bereits im Neuen Testament. Dort ging es zwar um falsche Propheten, aber auch dort war die Aussage:dass es nicht darum geht, sich mit dem Namen eines Gottes besonders zu schmücken, sondern die göttliche Wahrheit zu verwirklichen. Im Islam gab es tendentiell auch solche Ansätze - man hat das zwar immer als Vereinnahmung verstanden, im Grunde war aber der Anspruch, dass alle gottergebenen Menschen - die vorangegangenen Propheten eingeschlossen - Muslime sind, ein inkludierender. Wenngleich die islamische Praxis häufig das Gegenteil vertritt. Wir sehen hier also schon eine gewisse Veränderung. Während bei den Rabbinen immer Gottglaube und Verhalten gegen die Gemeinschaft identisch war, es also insofern keinen theoretischen Atheimus gab, kamen seit Jesus immer wieder Relationen ins Spiel: dass es nicht darum geht, eine Religion als Lippenbenntnis vor sich herzutragen, sondern im Leben umzusetzen, was Gott verlangt und sich dadurch die Gottesnähe auszeichne. Das Christentum spricht heute ja auch von "anonymen Christen", die ohne Christen zu sein sich wie Christen verhalten (im guten Sinne). In der heutigen Zeit erleben wir das ständig: immer weniger Leute glauben an Gott, dennoch gibt es eine Großzahl von Menschen, die sich in sozialen Belangen so verhalten - oder auch die vielen Menschen, die aus der Kirche austreten, weil sie den Eindruck haben, dass was dort getan und gesprochen wird, nicht gerecht ist. Das sind alles Menschen, die eine tiefe Bindung an den Glauben haben, dass es eine tiefe Gerechtigkeit gibt, die sich in der Religion verwirklichen sollte. Sie sind also näher an den Wirklichkeiten Gerechtigkeit und dem Guten als an einer formalen Religion.Ich denke Baha'u'llah hat genau das thematisiert.
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#13
@Gundi,
wie ich in meinem Beitrag sehr deutlich hingeschrieben habe, handelt es sich dabei um eine _Meinungsäußerung_.
Du hast da (für mein Empfinden) ziemlich heftig drauf reagiert, da gehts ggf. um Dinge, die mit meinem Beitrag nix zu tun haben. Kein Angriff beabsichtigt.
Wir machen das einfach so, ich respektiere Deine Meinung und dafür respektiert Du meine und versuchst nicht, mich zu Deiner Meinung zu bekehren / mich davon zu überzeugen, mich Deiner Meinung anzupassen. okay? Icon_lol

Ich für mich habe den Glauben gebraucht, weil ich früher eine sogenannten Posttraumatische Belastungsstörung hatte, die, wie der Name schon sagt, durch ein Trauma oder auch mehrere davon entsteht. Wenn man eine PTBS hat, dann klammert man sich in den dunklen Phasen der Verzweiflung möglicherweise an allem fest, was irgendwie hilfreich sein könnte. Für mich als geborene Katholikin war das allerdings die jüdische Religion.
Der Katholizismus ist meine Sache nicht, könnte ich auch begründen, aber das gibt wieder unschöne Diskussionen mit Katholiken. Ich für mich habe u.a. in der jüdischen Religion im Sinne von alltagspraktisch mit Gott / einem höheren Wesen in Verbindung treten, in den Ritualen, die es da eben so gibt, die Zuversicht gefunden, mich aus meinem PTBS-Loch wieder rauszubuddeln. Zudem ist die jüdische Religion, so wie ich das verstanden habe, eine Religion / Kultur, bei das Überleben von furchtbaren Sachen aller Art, das Weitermachen trotz aller Widerstände, dabei den Humor nicht zu verlieren und natürlich immer gute Rezepte an der Hand zu haben, im Mittelpunkt steht, für mich und meine Bedürfnisse war und ist das eine gute Wahl. Die jeweilige Religion sollte halt auch zum Charakter passen. Icon_lol

Religion war nicht das Einzige, was mir da geholfen hat, aber es war ein wichtiger Bestandteil des Gesamtpaketes. Ich habe zu Gott / Religion ein durchaus ambivalentes Verhältnis, aber im Rahmen der PTBS muss man eben auch mal nehmen, was man kriegen kann, sozusagen.
Das mit der PTBS ist bei mir erfreulicherweise nicht mehr so akut. Icon_lol Als tapferer Hase, der ich nun mal bin, bin ich wieder aufgestanden nach dem Hinfallen, auch wenns nicht einfach war.

Es wundert mich allerdings doch, dass Leute, die in einem Religionsforum schreiben / lesen, ein Problem mit gläubigen Leuten haben. Obwohl, wenn man mal so drüber nachdenkt, dann wundert es mich eigentlich auch nicht. Es geht ja im Grunde um die Diskussion, die Auseinandersetzung mit alledem, ums Hinterfragen, die Zweifel, die individuelle Suche nach Antworten / Sinn etc. pp.
Naja. De gustibus non est disputandum. Über Geschmack kann man (nicht) streiten und über Glauben wohl auch (nicht).
Wie war das gleich wieder? Sprich nicht mit den Leuten über Glauben, Religion, Geld, Politik und Ferkelkram, das gibt nur Streit und Ärger. Icon_lol
Eine gute Alternative ist natürlich immer das Wetter. Davon haben wir zur Zeit mal wieder recht viel. Icon_lol

Auch bei diesem Beitrag handelt es sich um eine subjektive und individuelle Meinungsäßerung und nicht alles davon ist tatsächlich 1000% ernstgemeint.

Ich wünsche Dir ein angenehmes Wochenende.

Freitagsgrüße
Hase
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#14
(15-09-2017, 16:10)Hase schrieb: @Gundi,
Es wundert mich allerdings doch, dass Leute, die in einem Religionsforum schreiben / lesen, ein Problem mit gläubigen Leuten haben. Obwohl, wenn man mal so drüber nachdenkt, dann wundert es mich eigentlich auch nicht. Es geht ja im Grunde um die Diskussion, die Auseinandersetzung mit alledem, ums Hinterfragen, die Zweifel, die individuelle Suche nach Antworten / Sinn etc. pp.
Ohne Gundi zu kennen und so generell: es ist doch so, dass Religionsforen eben auch gerade Religionskritiker anziehen, was ich gut finde, denn das hilft uns Menschen generell, in der Reflektion und im Glauben voranzukommen. Meiner Meinung ist genau die Auseinandersetzung mit der Kritik, die einen Glauben reifen lässt.
Dazu kommt, dass diese Religionskritiker oft gar nicht so unreligiös sind, sie würden es nur nicht zugeben oder vielleicht merken sie es auch nicht. Denn irgendwas muss die Menschen antreiben, in Debatten einzusteigen. Es scheint mir oft ein tiefes Gerechtigkeitsempfinden zu sein und so kämpft man darum, die Verführer Menschen entlarven und widerlegen zu wollen. Dieses tiefe Gerichtigkeitsempfinden finde ich allerdings ziemlich religiös.
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#15
@sanctus,
ich stimme Dir zu und wünsche Dir auch ein schönes Wochenende Icon_lol
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