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Jesus ist Gott
#1
Die Bibel hält nirgends fest, dass Jesus genau die Worte “Ich bin Gott” ausspricht. Das heißt aber nicht, dass Er nicht verkündete, Gott zu sein. Man beachte zum Beispiel die Worte Jesu in Johannes 10,30: “Ich und der Vater sind eins.” Wir müssen uns nur die Reaktion der Juden daraufhin ansehen um zu wissen, dass Er behauptete Gott zu sein. Sie versuchten Ihn aus genau diesem Grund zu steinigen: “denn du bist ein Mensch und machst dich selbst zu Gott.” Die Juden verstanden die Aussage Jesu genau: Anspruch auf Gottheit. Indem Jesus verkündete, “Ich und der Vater sind eins.” erklärte Er, dass Er und der Vater einer Natur und eines Wesens sind. Johannes 8:58 ist ein weiteres Beispiel. Jesus sprach: “Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham wurde, bin ich.” Als Antwort hoben die Juden, die das hörten Steine auf, um Jesus wegen Gotteslästerung zu töten, wie das mosaische Gesetz befiehlt (3.Mose 24,16).

Johannes wiederholt die Auffassung der Gottheit Jesu mehrmals: “Gott war das Wort [Jesus].” und “Das Wort ward Fleisch.” (Johannes 1,1.14). Diese Verse berichten eindeutig, dass Jesus Fleisch gewordener Gott ist. Apostelgeschichte 20,28 sagt: “So habt nun Acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist eingesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er durch sein eigenes Blut erworben hat.” Wer hat die Gemeinde durch Sein eigen Blut erworben? Jesus Christus. Genau dieser Vers erklärt, dass Gott die Gemeinde durch Sein eigen Blut erkauft hat. Demzufolge ist Jesus Gott!

Der Jünger Thomas bekennt Jesus als “Mein Herr und mein Gott!” (Johannes 20,28). Jesus korrigiert ihn nicht. Titus 2,13 ermutigt uns, auf das Kommen unseres Gottes und Heilandes Christus Jesus zu warten (siehe auch 2. Petrus 1,1). In Hebräer 1,8 sagt der Vater über Jesus: “aber von dem Sohn: »Gott, dein Thron währt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und das Zepter der Gerechtigkeit ist das Zepter deines Reiches.” Der Vater nennt den Sohn “Gott” und bezeugt, dass Jesus in der Tat Gott ist.

In der Offenbarung unterweist ein Engel den Apostel Johannes, nur Gott anzubeten (Offenbarung 19,10). Mehrere Stellen der Heiligen Schrift bezeugen, dass Jesus Anbetung empfängt (Matthäus 2,11; 14,33; 28,9.17; Lukas 24,52; Johannes 9,38). Niemals weist Er Menschen dafür zurecht, dass sie Ihn anbeten. Wäre Jesus nicht Gott, würde Er ihnen sagen, dass sie Ihn nicht anbeten sollen, so wie es der Engel in der Offenbarung tut. Es gibt viele andere Stellen der Heiligen Schrift, welche für die Gottheit Jesu sprechen.

Der wichtigste Grund für die Notwendigkeit dafür, dass Jesus Gott ist, ist der Umstand, dass sein Tod nicht genügt hätte, die Strafe für die Sünden der ganzen Welt zu zahlen, wäre Er nicht Gott (1.Johannes 2,2). Ein erschaffenes Wesen, welches Jesus sein würde, wenn Er nicht Gott wäre, könnte die unendliche Strafe, die die Sünde gegen einen unendlichen Gott verlangt, nicht zahlen. Nur Gott konnte eine so unendliche Strafe begleichen. Nur Gott konnte die Sünden der Welt auf sich nehmen (2.Korinther 5,21), sterben, auferstehen und damit seinen Sieg über die Sünde und den Tod beweisen.


Jesaja 9,5: "Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben; und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer, Ratgeber, starker Gott, Ewig Vater, Friedefürst"

1.Kor.5,19
19Denn Gott war in Christo und versöhnte die Welt mit ihm selbe
#2
Bevor ich mit inhaltlichen Argumenten komme, meine Grundfrage an Dich lautet:

Woher weißt Du, daß die Texte die Realität wiedergeben und nicht nur das Wunschdenken der Autoren.

Denn eines ist in der Bibelforschung ziemlich gewiß, keiner der Autoren hat zu den vermuteten Lebzeiten Jesus gelebt. Das jüngste Evangelium stammt ungefähr aus dem Jahr 70, also rund 40 Jahre nach dem vermutlichen Todesdatum. Auch Saul/Paulus wurde auf Jesus erst nach dessen Tod aufmerksam.

Es gibt zudem keine zeitgenössischen Berichte über Jesus (also insbesondere aus römischen oder jüdischen Quellen). Jesus wird von den Römern erst erwähnt im Zusammenhang mit dem verstärkten Auftreten christlicher Sekten.
Von daher gibt es sogar Zweifel, ob Jesus als Person überhaupt gelebt hat (wobei ich davon ausgehe, daß Jesus und Paulus tatsächlich gelebt haben, Jesus ein gegen das religiöse Establishment predigender Wanderrabbi war und Paulus ihn wahrscheinlich infolge schizophrener Halluzinationen zum Gott erhoben hat).
#3
@Bridge: Die Auslegung, die Du hier aufzeigst, folgt natuerlich normaler christlicher Exegese. Trotzdem sieht das alles bei weitem nicht so klar aus, wie Du es hier darstellst.

Erst einmal vorweg: Natuerlich ist es klar, dass der Anspruch, bei Jesus handele es sich um Gott, hauptsaechlich auf dem Johannes-Evangelium beruht. Dieser Aspekt ist vollkommen unstrittig - dass dort Jesus einen goettlichen Anspruch erhebt ist offensichtlich. Es ist weniger klar, ob er eigentlich behauptet, der gleiche Gott wie Jahwe (Gottvater) zu sein. Die ueblichen Uebersetzungen der ersten zwei Zeilen von Joh sind:

"1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.
2 Im Anfang war es bei Gott."

Der erste Satz erscheint klar. Der zweite weniger, da er etwas aus dem ersten Satz zu bestaetigen scheint, naemlich, dass das Wort und Gott nicht ein- und dasselbe sind. Dabei sollte man beachten, dass eine moegliche Uebersetzung der ersten Zeile auch lautet:

"Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war ein Gott."

Es kann also gut sein, dass hier ein Vielgoetterglaube hinter dem Evangelium schlummert. Dabei habe ich bereits frueher darauf hingewiesen, dass hier sogar drei Goetter in diesem Evangelium stecken koennten (nein, nicht der Hl. Geist).

Hebr schlaegt in dieselbe Kerbe. Dem von Dir zitierten Vers 1,8 folgt:

"8 von dem Sohn aber: Dein Thron, o Gott, steht für immer und ewig, und: Das Zepter seiner Herrschaft ist ein gerechtes Zepter.
9 Du liebst das Recht und hasst das Unrecht, darum, o Gott, hat dein Gott dich gesalbt mit dem Öl der Freude wie keinen deiner Gefährten."


Hier haben wir es also mit mehreren Goettern zu tun, mit Jesus als einem Untergott, der noch jemanden ueber sich hat. Trotzdem, er wird hier immer noch Gott genannt.


Die anderen Stellen dagegen taugen alle nicht, um Deinen Punkt fuer Dich zu machen. Die Stelle in der Apg bezieht sich auf "das eigene Blut Gottes", aber wir sollten die Doppeldeutigkeit der Formulierung nicht unterschlagen. "Das eigene Blut" sind die Kinder. Als Beweis fuer die Identitaet von Jesus mit Gott taugt die Stelle also nicht.

Die "Beweise" mit den angeblich blasphemischen Verehrungen Jesu taugen auch allesamt nichts. Diese Sichtweise vergisst, dass wir es hier mit streng hierarchischen Gesellschaften zu tun hatten, in der die Verehrung einer hoehergestellten Person dadurch, dass man sich vor ihr auf den Boden warf mit dem Gesicht zur Erde, vollkommen normal war. Das galt fuer den Chef genau so wie fuer den Koenig. Und wenn die Weisen aus dem Morgenland Jesus huldigen, so tun sie das, wie sie auch selbst sagen, fuer einen Koenig, nicht fuer einen Gott; mit Jesus als Gott haben diese "Verehrungs-" Episoden also allesamt nichts zu tun. Was Christen gegenueber den Kaiserfiguren nicht tun durften, war ihr zu opfern. Dem Kaiser die zustehende Ehrung zu erweisen, war kein Problem. Das ist also ein kulturelles Missverstaendnis.

Bei dem Jesaja-Zitat geht es um uebliche Kroenungformeln, also frommen Wuenschen, wie sie einem frisch Gekroenten, in seine Regierungszeit mitgegeben wurden. Dies ist eine Kopie der pharaonischen Kroenungformeln (die Einheitsuebersetzung weist darauf hin).

Bei dem abschliessenden Zitat aus 1Kor ist Gott lediglich in Christus. Das entspricht der Vorstellung der anderen Evangelien, wie z.B. Markus, wo der heilige Geist Gottes bei der Taufe in Jesus faehrt und ihn von nun an steuert. Das ist also eher ein Hinweis, dass Jesus in vielen NT-Texten nicht als Gott gesehen wurde.


Nun ist es natuerlich interessant, wie diese Vorstellung, dass Jesus Gott sei, eigentlich entstanden ist. Bei den Hellenisten war die Vergoettlichung grosser Verstorbener nichts Ungewoehnliches, wobei das Konzept "Gott" allerdings auch nicht diese ueberfrachtete Bedeutung hatte, wie wir sie heute haben. Wenn jemand im Leben irgendetwas geleistet hatte, wurden eventuell Statuen fuer ihn aufgestellt, und ihm oder ihr wurde geopfert. So ist uebrigens auch der roemische Kaiserkult angestossen worden - gegen Widerstaende aus Italien. Die griechischen Kolonien fragten an, ob sie Altaere fuer den Kaiser aufstellen durften, und nach einigem hin und her wurde dem entsprochen, da es halt in Griechenland so Sitte war. Das verselbstaendigte sich dann irgendwann.

Beim Christentum trifft diese eher griechische Ueberhoehung des kuerzlich Verstorbenen auf die juedisch-hellenistische Tradition,  Konzepte wie das Denken (Logos) oder die Weisheit (Sophia) zu personifizieren und im Hofstaat Gottes anzusiedeln. Beim Aufeinandertreffen mit griechischen Traditionen hat sich das dann verselbstaendigt, worauf das fruehe Christentum endgueltig zu einer polytheistischen Religion geworden war. Diese wurde dann wohl re-judaisisiert, mit der Einfuehrung eines philosophisch-monotheistischen Ueberbaus in Form der Trinitaetslehre, die juedischen Monotheismus mit fruehchristlichem Polytheismus vermaehlen sollte.
#4
@HJS6102: Ich glaube, die Frage nach der Existenz Jesu sollte man bei solchen Textbetrachtungen von vorneherein besser ausklammern. Meiner Meinung nach ist diese Frage nicht befriedigend beantwortbar, da es keine Beweise in die eine oder andere Richtung gibt. In einer Textdiskussion bringt das also nicht viel.

Dass die Texte nicht von direkten Augenzeugen stammen, ist heute mehr oder weniger Konsensus bei den meisten Neutestamentlern. Bridge hat da natuerlich andere Vorstellungen, so weit ich weiss. Die Unsicherheit bei den Textdatierungen laesst da natuerlich alle moeglichen Spekulationen zu.
#5
Weil schon der Polytheismus angesprochen wurde:

Das Urjudentum ist auch polytheistisch angelegt. Deren Gott wird im AT ja nur als Gott Israels und nicht als Gott aller Menschen angesehen. Daher ist auch die Vertreibung und Versklavung von Nachbarvölkern im AT aus deren Gottes Sicht nicht nur unproblematisch, sondern sogar gewünscht und ein Gebot.

"Du sollst keine anderen Götter haben" macht auch nur Sinn, wenn es andere Götter gibt. Auch in den Psalmen werden mehrere Götter angesprochen: 136, 2 und 86, 8 und 82, 1. 

Auch erlebt der jüdische Gott im AT einen Wandel, er handelt nicht einheitlich und tritt unterschiedlich auf, ihm werden konträre Eigenschaften zugewiesen. Im 4. Mose 23,19 heißt es, Gott lügt nicht und ihn reut nichts, während im 1. Mose 6, 6 Gott die Erschaffung des Menschen bereut. Auch gibt es Widersprüche dazu, ob ein Mensch Gott sehen kann oder nicht, so hat Abraham mit ihm von Angesicht zu Angesicht gesprochen, während Moses auf dem Sinai gesagt wurde, dies sei unmöglich.
Sind es also zwei oder mehr verschiedene Götter im AT? 

Man geht davon aus, daß das Judentum erst in den Jahren zwischen 500 und 300 v Chr. wirklich monotheistisch wurde, als die Schöpfungsgeschichte im Exil von den Babyloniern übernommen und auf den jüdischen Stammesgott umgeschrieben wurde.

Auch Jesus sagt in Matthäus 15, 24 er sei nicht für alle Menschen gesandt, sondern nur für Israel. Dann macht er für die kanaanitische Frau eine Ausnahme, weil sie gläubiger ist als viele Israeliten.
#6
@Ulan
Es ist für eine Interpretation aber entscheidend, welchem Autor man die Texte zuordnet. Geht man davon aus, die Texte seien mittelbar von einem allmächtigen und allwissenden Gott geschrieben oder inspiriert, kommt man zu einem ganz anderen Ergebnis, als wenn man annimmt, daß die Texte von Menschen geschrieben wurden, die mündliche Erzählungen der Eltern und anderer Personen Jahrzehnte nach den behaupteten Ereignissen geschrieben haben.

Wenn ich heute einen Text über den zweiten Weltkrieg schreibe und so tue als wäre ich dabei gewesen, obwohl ich nur Fragmente von Kurzgeschichten meiner Großeltern kenne, würde man wohl kaum meine Schilderung als historisch wertvoll ansehen.
#7
Ich stimme Dir durchaus zu, dass die Autorenfrage wichtig und auch hochinteressant ist. Die Texte des Neuen Testaments sind auf uns nur in einer Form gekommen, die bereits die Hand eines Endredaktors zeigt, der einheitliche Titel vergeben hat und von dem man nicht ausschliessen kann, dass er auch die Texte selbst editiert hat, um die Sammlung zu vereinheitlichen (siehe die Arbeiten D. Trobischs dazu, zum Teil auf seiner Webseite erhaeltlich). Trotzdem sind die Brueche zwischen den Texten noch da, die unterschiedliche Traditionen aufzeigen.

Dies ist aber ein Thread von Bridge, und die sieht in der Bibel ein Werk mit Gott als Autor. Das ist der Grund, warum ich mich hier auf inhaltliche Unstimmigkeiten in ihrer Exegese beschraenke.
#8
Wenn man die Autorenfrage zurückstellt, wäre als nächstes die Übersetzung zu hinterfragen. ZB Jesaja 9,5:

Luther 1912
Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; er heißt Wunderbar, Rat, Held, Ewig-Vater Friedefürst;

Elberfelder 1905
Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer, Berater, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Friedefürst.

Neue Evangelistische
Denn ein Kind ist uns geboren, / ein Sohn ist uns geschenkt; / das wird der künftige Herrscher sein. / Gott hat ihm seinen Namen gegeben: / wunderbarer Berater, / kraftvoller Gott, / Vater der Ewigkeit, / Friedensfürst.

Bei Luther 1912 wird dem Kind der Titel Gott nicht gegeben. Bei Elberfelder 1905 doch, bei der neuen Evangelistischen zwar auch, aber als Widerspruch dazu heißt es, Gott habe ihm seinen Namen gegeben, was eben gerade nicht auf eine Gotteseigenschaft des Kindes hindeutet, sondern auf einen Ehrentitel also eher "kraftvoll durch Gott" oder "Gott zeigt in ihm seine Kraft".

Damit liefern unterschiedliche Übersetzungen bereits unterschiedliche Interpretationen. Man erkennt schnell, daß jede Interpretation möglich ist, je nach Übersetzung und eigenem Wunschdenken.
Ohne zu klären, wer der Autor war und in welcher Situation er den Originaltext schrieb und ohne hebräisch in der damaligen Form zu beherrschen, sind Interpretationen dieser Art nur blanke Spekulation.
#9
Luther 2017 hat fuer den entsprechenden Satz:

"5 Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst"

Man beachte die Grammatik. Ich muesste mal nachschauen, aber es sieht so aus, als enthielte der hebraeische Text dort nur eine Aneinanderreihung von Worten in der Grundform. Wie auch immer, das sind nichts weiter als Kroenungstitel, wie sie jeder weltliche Herrscher bekam.
#10
ich zitiere einen Text von mir:

Das alte Leben war der Tod.

Zitat:Lukas 9,60
Laß die Toten ihre Toten begraben, aber Du gehe hin und verkünde das Reich Gottes.

Das neue Leben ist das des Ichs. Dieses Ich ist von Gott beseelt.

Zitat:Johannes 5,24
Wer mein Wort hört und meinem Absender glaubt, hat das ewige Leben sicher und kommt auch nicht vor Gericht, sondern geht sofort vom Tod in das Leben hinüber.

Das Johannesevangelium listet sieben Anzeichen für eine erfolgte Auferstehung auf.

Das Johannesevangelium argumentiert diagnostisch, ersetzt aber die parmenidische Definition (des Seins) durch ein eschatologisches Gleichnis (für die Hoffnung auf die langfristige Höherentwicklung der Menschheit).


Zitat:Anstatt ‘Denken und Sein sind dasselbe’ heißt es hier sinngemäß
‘Mein Ich und der Vater sind dasselbe’.

Das Johannesevangelium erhellt aber nicht wirklich die Perspektivenvielfalt der vielen lebendig-beseelten Ichs und ihre mögliche Solidarität.


Zitat:Johannes 1,14
... eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Johannes 17,23
ich in ihnen und Du in mir, auf daß sie vollkommen seien in eins ...

Die Perichorese auf der Tanzfläche passte wohl nicht zu Salomes sündigem Schleiertanz, welcher einem anderen Johannes den Kopf kostete.
Und die Transsexualität des Hermes dürfte die Moralvorstellungen der offiziellen Evangelisten gesprengt haben.
#11
HJS6102 schrieb:Damit liefern unterschiedliche Übersetzungen bereits unterschiedliche Interpretationen. Man erkennt schnell, daß jede Interpretation möglich ist, je nach Übersetzung und eigenem Wunschdenken.

Ohne zu klären, wer der Autor war und in welcher Situation er den Originaltext schrieb und ohne hebräisch in der damaligen Form zu beherrschen, sind Interpretationen dieser Art nur blanke Spekulation.

Richtig HJ.
Und deshalb ist es wichtig
a.ein Kenner des häbraischen/ althäbraischen und griechischen zu sein
und
b.die Bibel in ihrem Gesammt-Kontext Kontext zu kennen.
Dann wird das hinein interpretieren von wunschergrbnissen zumindest recht schwierig,
Und dann muss man schon zu anderen Mitteln greifen.
Etwa - den Schreibern selbst unaufrichtigkeit oder Wunschdenken zu unterstellen.
Dann hätten Paulus und die Jünger sich die Lüge , sie hätten Jesus als den leibhaftig auferstandenen mehrmals gesehen und mit ihm gesprochen , das Leben kosten lassen.
Sehr unwahrscheinlich ;)
#12
Außerdem geb ich zu bedenken , daß
die Jünger selbst nicht geglaubt haben, Jesus würde auferstehen , sonst hätten sie sich nicht feige und depremiert nach der Kreuzigung verkrochen.

Erst als sie ihn als auferstandenen begegnet sind , hat sie dies völlig umgewandelt.
#13
(22-08-2017, 18:42)bridge65 schrieb: Und deshalb ist es wichtig
a.ein Kenner des häbraischen/ althäbraischen und griechischen zu sein
und
b.die Bibel in ihrem Gesammt-Kontext Kontext zu kennen.

Nun, das sind Alt- und Neutestamentler ja. Diese Fachleute sind aus diesem Grund zu dem Schluss gekommen, dass die meisten Teile des Alten Testaments im Wesentlichen zur Zeit der Babylonischen Gefangenschaft und spaeter entstanden sind, und dass wir, ausser bei einigen Briefen, die Paulus zugeschrieben werden, keinen einzigen Verfasser eines biblischen Textes kennen. Wir wissen nur, dass traditionelle kirchliche Zuschreibungen und Interpretationen mit groesster Vorsicht zu geniessen sind und diesen die Grundlagen fehlen.

(22-08-2017, 18:42)bridge65 schrieb: Dann wird das hinein interpretieren von wunschergrbnissen zumindest recht schwierig,...

Ueberhaupt nicht. Schon die ersten Leute, die als Erste am Ende des zweiten Jahrhunderts neutestamentliche Texte besprochen und die Richtung des Christentums bestimmt haben, wie Irenaeus, haben im Zweifelsfall spekuliert und sich etwas aus den Fingern gesogen.

(22-08-2017, 18:42)bridge65 schrieb: Und dann muss man schon zu anderen Mitteln greifen.
Etwa - den Schreibern selbst unaufrichtigkeit oder Wunschdenken zu unterstellen.
Dann hätten Paulus und die Jünger sich die Lüge , sie hätten Jesus als den leibhaftig auferstandenen mehrmals gesehen und mit ihm gesprochen , das Leben kosten lassen.
Sehr unwahrscheinlich ;)

Paulus spricht von Visionen, wenn er sagt, er haette Jesus gesehen. Er ist recht offen damit, dass er Jesus nie "leibhaftig" gesehen hat; sein Jesus war ein Geist. Ansonsten gibt es niemanden, der behauptet hat, den auferstandenen Jesus gesehen zu haben. Der Rest ist alles Hoerensagen in anonymen Texten, die Jahrzehnte nach den Ereignissen verfasst wurden.

Die Fragen, die man hier stellen muesste, sind also ganz andere. Das Problem, dass irgendwer sein leben riskiert haette, weil er behauptet haette, mit dem auferstandenen Jesus gesprochen zu haben, stellt sich doch ueberhaupt nicht, ausser bei Paulus, der einen Geist sah. Und ueber Paulus sind schon viele Psychogramme erstellt worden.

Du vergisst auch diese Mode im fruehen Christentum, sich moeglichst brutal umbringen lassen zu wollen, um so einen besonderen Platz im Himmel zu erreichen. Das frueheste Beispiel dafuer sind die Ignatius-Briefe. Ein roemischer Beamter z.B. fand das nur widerlich und meinte, sie sollten sich doch einen Strick nehmen und nicht ihn fuer ihre Todessehnsucht missbrauchen. Diese ganze Schiene der Argumentation, die Du hier versuchst, funktioniert hinten und vorne nicht.
#14
Jesus ist nicht Gott, die Auferstehung ein Mythos mit allegorischer Bedeutung, so wie "übers Wasser Gehen" und "den Wind Besänftigen". Die Frage entscheidet auch nicht das Neue Testament; an keiner Stelle. Der Schreiber des Johannesevangeliums schreibt einen Mischmasch aus Gnosis und das, was die mündliche Tradition seiner Zeit hergibt. Mag sein, dass dort Tendenzen zur Vergottung Christi zu erahnen war. Aber sicher ist, dass die beginnende Römische Kirche sehr an dieser interessiert war: Christus, der Weltenherrscher, der dem Kaisertum die absolute Herrschaft über Leben und Tod legitimierte.

Ich lehne persönlich alle Herrschaftsansprüche und ihre Legitimation durch religöse Mythen kategorisch ab. Wer die Herrschaft durch Religion vorzieht, möge den Christus vergotten - ich nicht!
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
#15
(16-08-2017, 17:29)Ulan schrieb: Luther 2017 hat fuer den entsprechenden Satz:

"5 Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst"

Man beachte die Grammatik. Ich muesste mal nachschauen, aber es sieht so aus, als enthielte der hebraeische Text dort nur eine Aneinanderreihung von Worten in der Grundform. Wie auch immer, das sind nichts weiter als Kroenungstitel, wie sie jeder weltliche Herrscher bekam.

Naja, sicherlich bedeutet "El" nicht an jeder Stelle der Hebräischen Bibel "Gott", jedenfalls aber an den meisten und man wird mit der Übersetzung "Gott" gewiss auf der sicheren Seite sein. Ich würde bei "el gibbowr" zu "mächtiger Gott" tendieren.


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