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weihnachtliche Stimmung?
#1
Liebes Forum,
beruflich bedingt "mache" ich seit August Weihnachten. Das geht jedes Jahr so, dass August, September, Oktober und November Weihnachten gewidmet sind und im Dezember, wenn andere Leute dann Weihnachten in Angriff nehmen, ist für mich die Luft raus. Da ich mich vom Katholizismus abgewandt habe, ist Weihnachten für mich privat nicht mehr so zentral. Es geht bei mir primär um den Kommerz-Aspekt.

Wie geht Ihr mit der Marketingwucht um, die auf Weihnachten liegt?

Hasengrüße
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#2
(11-10-2017, 15:19)Hase schrieb: Liebes Forum,
beruflich bedingt "mache" ich seit August Weihnachten. Das geht jedes Jahr so, dass August, September, Oktober und November Weihnachten gewidmet sind und im Dezember, wenn andere Leute dann Weihnachten in Angriff nehmen, ist für mich die Luft raus. Da ich mich vom Katholizismus abgewandt habe, ist Weihnachten für mich privat nicht mehr so zentral. Es geht bei mir primär um den Kommerz-Aspekt.

Wie geht Ihr mit der Marketingwucht um, die auf Weihnachten liegt?

Hasengrüße

Seit ich keine Kunst-und Photo-Kalender mehr produziere, kümmere ich mich nicht mehr darum.



Und auch wenn die Christen "Weihnachten" wie ebenso viel anderes altes Heiden-Brauchtum für sich beschlagnahmt haben,  spiegelt sich im Weihnachten doch wesentlich mehr Heidnisches als Christliches wieder. Man muss nur mal genauer hinschauen. Weihnachten gab es schon lange vor der angeblichen Geburt Christi.. Wahrscheinlich geht Weihnachten hauptsächlich auf die Winterdepressionen unserer Vorfahren zurück.. die auch schon damals im August damit anfingen, sich gegenseitig Kerzen und Fackeln für die bevorstehenden langen Winterabende zu verkaufen. (Tauschhandel)
Ich habe überhaupt nichts gegen Gläubige, es sei denn, sie behaupten, die Würde des Menschen hinge alleine vom Glauben an einen Gott  ab.
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#3
(11-10-2017, 19:27)Geobacter schrieb: Wahrscheinlich geht Weihnachten hauptsächlich auf die Winterdepressionen unserer Vorfahren zurück.. die auch schon damals im August damit anfingen, sich gegenseitig Kerzen und Fackeln für die bevorstehenden langen Winterabende zu verkaufen. (Tauschhandel)

Das ist wohl so ziemlich der einzige Aspekt, der mich an Weihnachten interessiert: von übertriebenen Beleuchtungsorgien halte ich nicht das Mindeste; aber so einige dezente Beleuchtungsarrangements in den Vorgärten oder in den Fenstern können mich schon über die Zeit der langen Nächte ein wenig hinwegtrösten. In Maßen genossen, kann ich auch gegen das weihnachtstypische Gebäck nichts einwenden.

Der sonstige gegenseitige Austausch von Überfluss (und der gesellschaftliche Zwang, der manchmal dahinter steckt) geht mir allerdings schon ziemlich auf die Nerven.
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#4
Wie ich gesehen habe, kommen nun die ersten Schokolade-Weihnachtsmänner in die Supermärkte.
Für mich ist das zu früh.
Nach Allerheiligen ist noch früh genug!
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#5
Ich vertrage das Zeug (braune Schokolade, Kakao) sowieso nicht, also kaufe ich dergleichen nicht.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#6
Ihr seid wohl alle nicht so die Weihnachtsanhänger.
Naja, ich werde Kekse backen. Das ist weihnachtlich genug. Icon_lol
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#7
(15-10-2017, 23:38)Hase schrieb: Ihr seid wohl alle nicht so die Weihnachtsanhänger.

Apropos Weihnachtsanhaenger: Ich habe davon noch 'ne ganze Kiste voll Icon_cheesygrin

Weihnachten ist in der Tat nicht mehr sehr bedeutsam in meinem Leben. Mit kleinen Kindern ist das schoen, aber da kommt dann halt auch der Kommerzaspekt zum Tragen, wobei die Kinder oft so mit Geschenken ueberschuettet werden, dass sie das gar nicht alles verarbeiten koennen. Absurde Zuege nimmt es an, wenn die Grosseltern in eine Konkurrenzschlacht treten. Wir Erwachsenen hatten aber irgendwann beschlossen, uns gegenseitig nichts zu schenken. Im Prinzip geht's ja nur um ein "Ich denk' an Dich", und das kann man auch anders zeigen, als Geld fuer irgendwelche Geschenke auszugeben, die dann doch nur auf den Stapel der Dinge kommen, die man vergisst.

Da ich jetzt aber weit weg von den Freunden lebe, die immer ihre Enkel begluecken, faellt das bei mir komplett weg. Ich schmuecke auch gar nichts mehr. Ich haette gerne meine schwedischen Fensterbruecken zurueck, aber die habe ich nicht mehr. Lichter um die Weihnachtszeit schaetze ich sehr, da es eine sehr dunkle Jahreszeit ist. In Amerika habe ich mich auch an die vollkommen ueberladenen Lichterorgien an Haeusern gewoehnt. Solange ich nicht selbst einen Monat lang dekorieren und die Stromrechnung zahlen muss, soll's mir recht sein; ich kann ja einfach hingehen und schauen. Die Lichter am Mormonentempel waren auch immer wunderschoen; man musste da nur einen Slalom um die Werber hinlegen.

Hmm, vielleicht soltle ich mal wieder so etwas wie meinen ehemaligen $10 Plastikbaum erstehen. so ein paar Kugeln und eine Lichterkette mag vielleicht ganz nett wirken. In den USA wird der Baum am Tag nach Thanksgiving aufgestellt (oder am Samstag, falls der Freitag mit Einkaufen verbracht wird), und dann wird auch voll dekoriert. Auch die Geschenke kommen bei manchen Leuten dann darunter oder sammeln sich langsam an.

Diesen Konsumterror vermisse ich nicht. Ich mag schon nicht, dass ich mich trotzdem manchmal da hinein haengen muss, weil es dann einfach die besten Preise im Jahr gibt. Schrecklich. Aber das ist ja einen Monat vor Weihnachten, also klingt dann langsam ab.
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#8
(15-10-2017, 23:38)TannHase schrieb: Ihr seid wohl alle nicht so die Weihnachtsanhänger.
Naja, ich werde Kekse backen. Das ist weihnachtlich genug. Icon_lol

Nein.. als Anhänger würde ich mich selbst tatsächlich nicht  einschätzen. Aber ich mag Weihnachten trotzdem. Schon jetzt wirds mir viel zu früh am Abend dunkel. Damit will ich nicht sagen, dass ich wirklich an so etwas wie Winterdepressionen leide, aber froh bin ich schon, wenn die Tage wieder etwas länger werden.. Adventkranz, Mistelschneiden, Kerzenanzünden, Räucherkerzen auch.. Keksebacken und wenn es dann noch schneit, freue ich mich wie ein kleines Kind.  peinlich.. peinlich..

Ja ich weis schon, für einen so "hartherzigen Atheisten" wie dem meinen, klingt das alles hier nach ziemlich sentimentalem "Weichei"..
Und ganz so schlimm wie es klingt ist es dann ja auch gar nicht. Schnee mag ich schon auch deswegen besonders, weil es dann im Sommer danach immer sehr viele Pilze gibt, wenn nicht gerade eine ungewöhnliche lang anhaltende Trockenheit im Frühjahr dazwischen kommt. Misteln wachsen bei uns in Massen...und Kiefern die davon befallen werden, haben den größten Teil ihrer Lebensjahre dann auch schon hinter sich.. Außerdem kostet so ein kleiner Mistelzweig  bei uns im Blumengeschäft um die 20 Euros... Wenn ich alle meine hübschesten der hübschesten Nachbarinnen mit einem schönen großen Mistelstrauß aufwarte, ist so manches nette Lächeln oder sogar mal ein "Küsschen" mit drin... Und Weihnachstsgebäck sollte man in der Adventszeit ohnehin immer im Haus haben.. unerwarteter Besuch kann immer mal vor der Tür stehen. Kerzen und "Weihrauch" schaffen dann gegebenfalles auch gleich eine viel entspanntere Stimmung.. und der Adventkranz ist ja auch nicht unbedingt die hässlichste aller Weinachtsdekos... Icon_wink  wenn er nicht gerade aus Plastikzweigen gebunden ist.. Meiner riecht immer frisch nach
"Tanne"..
Ich habe überhaupt nichts gegen Gläubige, es sei denn, sie behaupten, die Würde des Menschen hinge alleine vom Glauben an einen Gott  ab.
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#9
Bald haben wir den Martinstag.
An diesem Tag kann man bei uns in den Bäckereien meist schon "Weckmänner" kaufen, ein vorweihnachtliches Hefegebäck in Menschenform.

Auch als Stutenkerl oder Dambedei oder Grittibänz oder Nikolaus oder Krampus bekannt.
Kennt ihr das auch?

Es ist immer auch ein Zeichen, dass Weihnachten bevorsteht.
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#10
Kiepenkerle gab's bei uns auch immer. So vom Geschmack her war uns das in der Kinderzeit meist etwas fad, aber die Gipspfeife hatte zumindest einen Unterhaltungseffekt.
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#11
Heute habe ich die ersten Dambedei des Jahres in einer Bäckerei hier gesehen.
Vermutlich, weil heute der Vorabend des Martinstags ist.
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#12
Wo hat diese Weißmehl-Hefekonsturktion "Dambedei" seien traditionellen Ursprung?
Ich hab mich mal philosophisch und wissenschaftlich mit dem weihnachs-winterlichen Fress-Brauchtum beschäftigt-
Wenn's kühler wird haben wir meist deutlich mehr Appetit..
Viel altes Brauchtum, einschließlich so manches andere, was die weihnachtliche Stimmung angeht, scheint erst während der kleinen Eiszeit zur bürgerlichen Weihnachts-Gewohnheit geworden zu sein.
Im Mittelalter war der so genannte hl Abend sogar einer der höchsten Fasttage des Kirchenjahres überhaupt..Und im Advent wurde auch "gespart"..

Verdanken wir es vielleicht sogar Luther - der soll ja auch sonst vom Fasten nicht viel gehalten haben - dass es heute um die Weihnachtszeit herum recht "üppig" zugeht? Oder verdanken wir es einfach der Tatsache, dass unser Körper in der kalten Jahreszeit gerne ein paar Kilo-Kalorien mehr verheizt?

Und Morgen geht es ja den "Gänsen" an den Kragen... Ob der hl. Martin der ja ja noch Katholisch gewesen sein soll, etwas damit zu tun hat?
Ich habe überhaupt nichts gegen Gläubige, es sei denn, sie behaupten, die Würde des Menschen hinge alleine vom Glauben an einen Gott  ab.
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#13
Übrigens, was ich schon lange mal fragen wollte:

Ist der Weihnachtsmann eigentlich eine evangelische Interpretation des hl. Nikolaus, der ehedem sehr katholisch gewesen sein soll?
Ich weis zwar, dass eine führende Getränkemarke, welche den Weihnachtsmann dazu benutzt hat, ein ehemaliges Apothekerrezept auf Koffein- und Cocainbasis und mit viel Zucker angerührt, zum Volksgetränk der direkten Vorfahren heutiger Trump-Wähler zu machen, den Weihnachtsmann erst so richtig erfunden hat.. aber da ich selbst beruflich irgendwie etwas mit der "Prpagandaindustrie" des rein materialistischen Volksglaubens zu tun habe, weis ich auch, dass es den Weihnachtsmann auch schon vorher gegeben haben muss.. nur halt nicht so ansprechend eingekleidet und wahrscheinlich auch mit einer viel weniger ausgeprägten Glühwein-Aura.
Ich habe überhaupt nichts gegen Gläubige, es sei denn, sie behaupten, die Würde des Menschen hinge alleine vom Glauben an einen Gott  ab.
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#14
Dazu gibt das Wörterbuch der deutschen Volkskunde folgende Auskunft:

"Zum Kinderfest wurde der Nikolaustag insbesondere durch die mittelalterliche Verbindung dieses Tages mit dem Tag des Kinderbischofs, des episcopus puerorum. Dieses ausgelassene Schülerfest, zu dem die Schüler von Klosterschulen einen aus ihrer Mitte zum Bischof wählten, wurde von den Kirchenoberen verboten, erhielt sich aber trotzdem. In protestantischen Gegenden wurde der Brauch der Nikolauseinkehr in seiner katholischen Gestalt und Namengebung entweder abgeschafft oder auf Weihnachten verlegt. Auf diese Weise wurde der Nikolaus zum Weihnachtsmann."

R. Beitl. Wörterbuch der deutschen Volkskunde, 3. Aufl. 1974 Stuttgart, Verl. A. Kröner, S. 600
MfG B.
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#15
Meine "bessere Hälfte" ist römisch-katholisch und führt den Weihnachtsmann auf die legendenumrankte Person des Nikolaus von Myra zurück. Dass der Weihnachtsmann Geschenke bringt, geht allerdings auf die Reformation zurück. Denn ursprünglich gab es Geschenke am Nikolaus-Tag, dem 6. Dezember. So ist der Nikolaus vom 6.12. zum Weihnachtsmann am 24. (abends) oder 25. (morgens) mutiert.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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