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Charakteristikum der Wahrheit
#1
Hallo zusammen,

ich möchte gerne eure Meinungen bzw. Antworten hören zu folgender Frage:

„Was ist ein einzigartiges Charakteristikum der Wahrheit?“
Also, was macht die Wahrheit zur Wahrheit und wie ließe sich das erkennen?
Ok, das sind im Grunde zwei Fragen, sorry.

Ich möchte euch erst mal ganz unbeeinflusst antworten lassen und werde mich daher später ausführlich dazu äußern, wie ich das (bisher) sehe.

Brauche da einfach mehr Input, daher vielen Dank schon mal für eure Antworten.

Grüße Edwin
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#2
1) in einem Satz:
die Wahrheit setzt sich durch

2) in mehreren Sätzen:
Du suchst nach dem Wesen der Wahrheit
um dieses zu verstehen, denke einfach an Geld

Geld ist wahr
(die Währung ist stabil),
  • wenn die Geldmenge (~ ein Kredit) gedeckt ist
  • wenn mehr Geld (~ der Lohn) tatsächlich eine Belohnung darstellt
  • wenn das Geld die Produkionsfaktoren (~ das Kapital) anwachsen lässt
WAHRHEIT
  • gedeckt
  • notwendig
  • nachhaltig
3) drei Bücher des Germanisten Jochen Hörisch behandeln die sprachliche Nähe von Ökonomie und Religion (Offenbarungseid, Gläubiger)

JOCHEN HÖRISCH
Brot und Wein: Die Poesie des Abendmahls
Kopf oder Zahl: Die Poesie des Geldes
Ende der Vorstellung: Die Poesie der Medien
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#3
Ich zoegere hier ein wenig mit der Antwort, weil der Begriff "Wahrheit" ein sehr komplexes philosophisches Problem darstellt. Es faengt schon einmal damit an, dass "Wahrheit" verschiedene Bedeutungen haben kann. Einen ersten Einblick in das Konzept Wahrheit findet man schon auf Wikipedia, und dabei ebenso verschiedenste Wahrheitstheorien. Dass, wenn ein Mathematiker von Wahrheit redet, er auf etwas vollkommen anderes abzielt und eine vollkommen andere Methodik anwendet, als ein glaeubiger Christ das taete, ist wohl auf den ersten Blick einsichtig.

Insofern tue ich mich hier mit einer Antwort auf die Frage nach einem "einzigartigen Charakteristikum" schwer. Vielleicht ist es der Anspruch, den jemand erhebt, der den Begriff in den Mund nimmt.
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#4
(19-10-2017, 08:47)Ulan schrieb: wenn ein Mathematiker von Wahrheit redet

... meint er den Beweis,
den er sich durch Wahrheitswerte abgebildet denkt

die Wahrheitswerte-Logik erreicht aber nicht ganz die Sprachlogik
und auch der Beweis ist im metaphysischen Sinn unvollständig

Funktionen können darüber hinaus ins determistische Chaos führen,
was dann eine methodische Sackgasse darstellt

das Grundlagen-Problem der Mengenlehre ist nicht weiter schlimm




da ich jedoch Mathematik nicht studiert habe,
dürfte es dort viele Dinge geben,
von denen ich keine Ahnung habe
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#5
(18-10-2017, 22:41)Edwin schrieb: „Was ist ein einzigartiges Charakteristikum der Wahrheit?“
Also, was macht die Wahrheit zur Wahrheit und wie ließe sich das erkennen?

Hallo Edwin!

Die Wahrheit ist das was wahr ist. Wahr ist die Vielfältigkeit. Also ist die Wahrheit auch die Vielfältigkeit selbst.
Es gibt so viele Wahrheiten, wie es Dinge, Seinszustände und Ereignisse gibt.
Wenn ich nun die Merkmale der Wahrheit beschreiben soll, so muß ich sagen dass ich sie als ein 3fältiges sein sehe. Doch dass kann man nicht so einfach verstehen und führt den Leser der diese Aussage liest leider in ein falsches Denken.
Wahrheit ist also auch etwas dass Neutralität erfordert um das Wahre zu erkennne.

Es ist wahr dass die Welt der Dinge und allem Sein, Vorgänge, Prozesse, Potenziale, Kräfte, Zustände, Funktionenen, Veränderungen usw. hat.
Die Wahrheit bezieht sich also immer auch auf das Jeweilige.

Wahrheit kann man nur erkennen wenn alle Informationen offen liegen, also einsehbar sind. Darum kann man nur ständig nach der Wahrheit suchen.
Wahrheit ist der Zustand einer Sache, einem Ding, einem Sein. Oder kann man sagen dass Wahrheit eine Zustandsbeschreibung ist, ich weiß nicht so recht wie ich es am besten ausdrücken kann.

Jede Situation hat ihre Wahrheit durch alles was eine Situation hervorgerufen hat.
Gegenstände und jedes Ding trägt seine Wahrheit als dass was es als diesen Gegenstand ist.

Die Wahrheit kann oft erst ans Licht, wenn die Umstände es erlauben. Wahrheit ist oft verdeckt.
Denkweisen tragen durch Erfahrungen und durch logische Zusammenhänge die Beobachtet werden können Wahrheit, erst wenn etwas für viele denkbar geworden ist, kann die Wahrheit einer Denkweise gültig sein.

Wahrheit ist also auch das was zu einer Zeit gültig ist.
Tatsachen sind Wahrheiten.
Alles hat Ursache und Wirkung und je nach dem wie lange etwas einwirken muß, hat Ursache und Wirkung also auch Zeit.

Unser Sein als Mensch trägt die Wahhreit dass wir alle fühlende Wesen sind die Denken können.
Die Wahrheit warum unser Zusammenleben so komplex ist, besteht darin dass wir alle unterschiedlich in unseren Fähigkeiten, Körpereigenschaften und Erfahrungen sind.

Die Wahrheit ist etwas dass man ständig finden muß, je nach dem worauf sie sich bezieht ist das Merkmal der Wahrheit die Echtheit einer Sache, eines Zusatndes oder Prozesses. Das Werden ist z.B. die Wahrheit des lebendigen Seins.
Das ist meine Meinung, Gedanken, ggf notwendige Vorvorurteile, die ich so gut es mir derzeit möglich ist, ausgedrückt habe.
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#6
(18-10-2017, 22:41)Edwin schrieb: Hallo zusammen,

ich möchte gerne eure Meinungen bzw. Antworten hören zu folgender Frage:

„Was ist ein einzigartiges Charakteristikum der Wahrheit?“
Also, was macht die Wahrheit zur Wahrheit und wie ließe sich das erkennen?

Es gibt keine allumfassenden Wahrheit, welche unabhängig von unserem Dafürhalten existiert?


Ist nun diese meine Behauptung eine allumfassende Wahrheit die trotzdem auch unabhängig unseres Dafürhaltens existiert?

Es gibt viele Menschen die das ganz anders sehen als ich. Was ist dann die Wahrheit dahinter? Welche Motivation, welche psychologischen Bedürfnisse oder auch Defizite sollen damit befriedigt oder kompensiert werden. Ich könnte mich selbst auch irren.. aber in meiner Behauptung steckt nichts tröstliches, keine Hoffnung, keine Erwartungen, nichts was mich glücklicher oder unglücklicher machen würde, sondern einfach nur ein bisschen mehr nüchterne Aufmerksamkeit gegenüber meiner Mitwelt.


Ist die Wahrheit des einen auch die Wahrheit des anderen? Kann auch eine reine Behauptung Wahrheit sein? Können spekulative Annahmen Wahrheit sein?

Je umfangreicher eine Wahrheit, um so zweifelhafter ist sie. Unseren Augen ist bei der Suche nach der Wahrheit immer am allerwenigsten zu trauen. Und hinter unseren Bauchgefühlen stecken meist nichts anderes, als Blähungen.. Auch solche die vom Gehirn kommen....

Menschen, denen der ihre Glaube ihnen selbst besonders heilig ist, scheinen es mit der Wahrheit über sich selbst nicht immer sehr genau zu nehmen.

Ich denke, das deutlichste Chrakteristikum der Wahrheit ist ihre Bescheidenheit mit der sie in Erscheinung tritt. Eine Wahrheit die sich ständig größer machen will als sie tatsächlich ist, überall gepriesen und gelobt werden möchte, es nicht erträgt, nicht bewundert oder bestaunt zu werden.. ist gar keine Wahrheit, sondern eine Krankheit.
Ich habe überhaupt nichts gegen Gläubige, es sei denn, sie behaupten, die Würde des Menschen hinge alleine vom Glauben an einen Gott  ab.
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#7
Hallo,

vorab schon mal vielen Dank für die vielen Antworten bisher.

Ulan, ich verstehe dein zögern absolut. Ich weiß, dass es dazu unzählige Theorien gibt und man fühlt sich darin echt verloren, wenn man versucht sie durchzuackern.
Ich möchte meine Frage dann doch nochmal etwas spezifizieren.

Es geht mir nicht um die allumfassende Wahrheit oder ob es eine oder mehrere gibt. Es geht mir um die Wahrheit selbst.
Wir nutzen ja den Begriff für etwas was es existiert, zumindest nach unserer Vorstellung. Nun sollten wir das auch mal charakterisieren können wenn wir es doch schon unterscheiden von Begriffen wie z.B. Lüge oder Unwahrheit (Unwahrheit verstehe ich hierbei als eine unbewusste Falschheit im Gegensatz zur Lüge, welche für mich eine bewusste Falschheit darstellt).
Vielleicht hilft ein Vergleich aus der Biologie, um deutlicher zu machen, worauf meine Frage abzielt.
Wenn man z.B. Tiergruppen oder- arten beschreibt, so tragen sie stets ein Merkmal, welches nur ihnen zu eigen ist und welches sie als Gruppe gegenüber anderen Gruppen charakterisiert. In der Biologie spricht man dabei von Apomorphien. Ich suche sozusagen nach solchen „Apomorphien“ der Wahrheit. Was unterscheidet also (das Wort) Wahrheit von anderen Worten (und nicht von „anderen Wahrheiten“).

Geobacter schrieb: Ich denke, das deutlichste Charakteristikum der Wahrheit ist ihre Bescheidenheit mit der sie in Erscheinung tritt.

Ein interessanter Gedanke. Das glaube ich auch, sie ist nicht eitel und sich selbst genug.
Hier müsste man nun aber schauen, ob dieses Charakteristikum (nehmen wir es mal als gegeben rein hypothetisch) auch eines ist, welches nur der Wahrheit eigen ist, damit Verwechslungen vermieden werden.
Ich glaube, dass Wahrheit durchaus mehrere Charakteristika aufweisen könnte, dabei suche ich aber das bzw. die, welche nur ihr eigen sind und durch welche man sie schließlich identifizieren könnte.

Grüße Edwin
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#8
Über "Wahrheit" gibt es eine Reihe von Threads:
Wahrheit
Die Wahrheit hinter der Mathematik
Realität, Mythos und Wahrheit
Edwin schrieb:„Was ist ein einzigartiges Charakteristikum der Wahrheit?“
Also, was macht die Wahrheit zur Wahrheit und wie ließe sich das erkennen?
Wir meine Vorredner schon schreiben, müsstest du zuerst einmal sagen, welche Art von Wahrheit du meinst.

Im Allgemeinen ist "wahr" das menschliche Urteil für einen "Sachverhalt", dem eine Gesellschaft vorbehaltlos zustimmt. Und das kann eine verdammt blödsinnige "Wahrheit" sein. "Sachverhalt" steht hier deshalb ein Anführungszeichen, weil die vorbehaltlose Zustimmung leider häufig ohne jede Prüfung auskommt. Darum können "Sachverhalte" auch völlig aus der Luft gegriffen sein, und müssen nicht einmal prüfbar sein. Darum gibt es im Allgemeinfall gar keine Wahrheit, die ein "einzigartiges Charakteristikum" haben könnte.

Mithin gibt es nur relative Wahrheiten, die sich auf Spezialgebiete des Nachdenkens beziehen können. Ein Beispiel ist die Klasse der Tatsachenbehauptungen. Diese sind dann und nur dann wahr, wenn sie
- wenigstens im Prinzip eine Prüfung zulassen und
- deren überindividuelle Durchführung die jeweiligen Behauptungen bestätigt.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#9
(19-10-2017, 22:28)Edwin schrieb:  
Geobacter schrieb: Ich denke, das deutlichste Charakteristikum der Wahrheit ist ihre Bescheidenheit mit der sie in Erscheinung tritt.

Ein interessanter Gedanke. Das glaube ich auch, sie ist nicht eitel und sich selbst genug.

Ich glaube, dass Wahrheit durchaus mehrere Charakteristika aufweisen könnte, dabei suche ich aber das bzw. die, welche nur ihr eigen sind und durch welche man sie schließlich identifizieren könnte.

Wahrheit ist Licht, das Erhellende, das Wissen bringende.
Also ist jeder "Faktor" oder jedes Mittel, das Wissen bringt oder fördert ein Merkmal dafür dass etwas in Wahrheit "schwingt".
Wahrheit ist wir eine Schwingungsfrequenz. Wenn man einem Raum betritt, spühren manche Menschen wie regelrecht eine gewisse Atmosphäre über den Anwesenden schwebt. Wahrheit und Täuschung schwebt regelrecht wie ein Hauch wahrnehmbar über den Köpfen.
Die WahrNEHMbarkeit der Wahrheit liegt in der Luft.

Wahrheit läßt sich erfühlen, wenn dies auch ungewiss ist. Ein erstes An-Zeichen ist es allemal.

Okay, ja die Bescheidenheit und Selbstgenügsamkeit ist die Durchsetzungskraft der Wahrheit.
Durch die Zeit tritt Wahrheit immer, früher oder später, in Erscheinung.
Wahrheit trägt das Potenzial für alle und alles Richtig zu sein. Wahrheit ist das Absolute dem niemand entwischen kann.
Die Wahrheit selbst muß sich nicht anstrengen um irgendwann zu Erscheinen, sie hat die Ewigkeit zur Verfügung.
Das Reine und Absolute jeder Funktion ist die Wahrheit.

Alles und alle Lebenwesen sind der Wahrheit unterworfen. Was nicht funktioniert wird sich selbst zerstören.
Wahrheit ist "Selektion".
Wahrheit aber funktioniert immer und ist unzerstörbar, sie ist ewig "lebend", auch wenn sie kein Lebenwesen bemerkt und selbst kein Lebenwesen ist.
Wahrheit ist die Kraft der allerbesten Funktion.
Zu allem was funktionieren soll, ist die Wahrheit das Unabdingbare.
Wahrheit ist das Einzige.

Wahrheit setzt sich nicht mit Zwang durch, sondern automatisch, auch wenn dies eine lange Zeit erfordert.
Wahrheit verfügt über Zeit (in einem größeren Maßstab. Nicht als Menschenmaßstab, dieser muß den richtigen Zeitpunkt ständig finden.)

Könnte die Wahrheit selbst denken, so hätte sie das Wissen um sich selbst, dass sie wahrhaftig und wahr die Wahrheit ist.
Die Wahrheit besitzt das Wahrhaftige und das Wahre von, in und durch allem was ist, war und je sein wird.

Die Wahrheit sollte das tägliche Brot des Menschen sein, jeder sollte nach ihr streben, sie verlangen und sie weitergeben/tragen/bringen.
Die Wahrheit ist das Licht das jedes Unwissen erleuchtet.
Wahrheit ist eine sehr hohe Energie.

Das Merkmal der Wahrheit ist es echtes Wissen zu verbreiten. Wissen welches an seine vollständige Funktion zu erkennen ist.
Das was zig mal geprüft wird und immerwieder ein gleiches Ergebnis zeigt, trägt Wahrheit.
Wahrheit zeigt sich also durch 1 einziges Ergebnis, dass nur auf vielerlei Art und Weise zu erlangen ist.
Wahrheit ist die Formel des Kosmos.
1 allgemingültige Funktion = Wahrheit.
Das Richtige, die 1 richtige Richtung ist Wahrheit. Diese eine Richtung strahlt in ALLE Richtungen aus.
Wahrheit ist hat eine "Dekohärenz".
(Das Wort "Dekohärenz" habe ich gestern zum ersten mal gelesen, und bedeutet dass etwas nur in eine Richtung funktioniert. Ich verwende den Begriff hier mal, man möge mir verzeieh oder nicht. Aber weil Wahrheit die Richtung ist, die man einmehmen muß damit alles bestens funktioniert, trifft der Begriff m.E. zu. Das GANZE  Leben und ALLES ist m.E. mit Physik beschreibbar.)

Wahrheit bewegt sich in alle Richtungen sie kommt überall hin.
Wahrheit ist wie die Sonne, 1 Sein und die Rundumstrahlkraft. Jeder Strahl verläuft in 1 Richtung.
Das Eine, die Sonne, die Wahrheit als 1, verteilt sich Vielfältig im Linien/Strahlung.
(Die Sonne liefert nur kein gutes vollständiges bildliches Symbol, es sei denn man glaubt auch an eine dunkle Sonne, oder man nimmt einfach ein Atom.)

Wahrheit die sich selbst genug ist, wird ALS Wahrheit automatisch dort wo ist Wahrheit fördern und bringen.
Wenn Wahrheit, Bescheidenheit und Selbstgenügsamkeit auf Unwahrheit trifft, tritt sehr oft Schweigen ein.
Dem zufolge ist jedes Wort der Wahrheit am Nächsten.
Worte bedeuten immer eine Annäherung zum Anderen. Schweigen ist da eher ein Trennmittel.
Jedes Wort IST Wahrheit.
Das Wort IST die Wahrheit. Weil Wahrheit gesagt werden soll, darf und muß, wenn ALLES wirklich bestens verlaufen soll.

Wahrheit ist ein Sollzustand.
Wahrheit sucht immer nach dem besten Zustand FÜR ALLE um überall zu sein.
Wahrheit will überall sein.
Dort wo Wahrheit einen Platz findet, ist Wahrheit am Werk.
Dann ist im Werk Wahrheit.
Am Werk erkennt man die Wahrheit.
Jedes Werk trägt die Handschrift des Erfinders, Erschaffers, Produzenten. Also ist Wahrheit auch das Unsichtbare in einem Sichtbaren.
Wahrheit ist Sichtbar und Unsichtbar. Also ist Wahrheit "Körperliches und Geistiges".
Als Wahrheit ist das Sein und Wesen der Wahrheit das Wahre, Reine, Funktionierende, Richtige, Beste, Gute. Der Kern einer jeden Sache, das Wensendliche, das "seelische".
Das ist meine Meinung, Gedanken, ggf notwendige Vorvorurteile, die ich so gut es mir derzeit möglich ist, ausgedrückt habe.
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#10
zu Ekkard: (sorry muss das zitieren nochmal üben)
Mmmh, das ist nicht was ich meine. Wenn du von relativen Wahrheiten schon sprichst so frage ich mich, wie man etwas relativieren kann was man nicht mal definieren kann.
Welche Art von Wahrheit? Klingt für mich wie die Frage nach welcher Art von der Art.


Jeder benutzt das Wort Wahrheit (fast schon inflationär) aber wie ich bemerkt habe herrscht bei diesem Wortgebrauch absolutes Chaos. Es scheint da kaum einen Konsens zu geben. Interessanterweise tritt dieses Phänomen nicht bei der Frage nach Lüge oder Unwahrheit auf, dort herrscht ein weitgehende Übereinstimmung. Befragt man die Leute aber zu Wahrheit so findet man fast so viele Antworten wie man Leute befragt. Das ist was mich verwirrt.

Ich merke bei dieser Thematik immer wieder deutlich wie ich an die Grenzen der Sprache stoße um mich so auszudrücken, dass klar wird worauf ich hinaus will. Ich bitte da um Entschuldigung. Um also über verschiedenste Wahrheiten sprechen zu können muss ich erst mal wissen was eine Wahrheit ausmacht. Vorher kann ich doch gar nicht über mehrere Wahrheiten sprechen.
Aus diesem Grund habe ich mich damit beschäftigt die Wahrheit etwas genauer zu erfassen. Und gegebenenfalls genauer zu definieren.
Was unterscheidet nun die Wahrheit z.B. von einer Lüge oder Unwahrheit?

Adamea schrieb folgendes: „Wahrheit aber funktioniert immer und ist unzerstörbar, sie ist ewig "lebend", auch wenn sie kein Lebenwesen bemerkt und selbst kein Lebenwesen ist.“

Hier möchte ich mal ansetzen, da hier genau ein wichtiges Kriterium, meiner Meinung nach, genannt wird. Die Unzerstörbarkeit!

Betrachten wir mal Lüge Unwahrheit und Wahrheit im Vergleich und dazu das Merkmal Unzerstörbarkeit, so trifft dieses Merkmal meines Erachtens tatsächlich nur auf die Wahrheit zu.
Denn, eine Lüge kann durch Wahrheit zerstört werden. Eine Wahrheit kann aber von einer Lüge nie zerstört werden, aber durchaus verdeckt werden. Das Verdecken der Wahrheit durch die Lüge (oder Unwahrheit) könnte durch die Wahrheit, genauer gesagt durch das Erkennen der Wahrheit (aber auch durch eine andere Lüge), jedoch jederzeit beseitigt werden. Man denke an die Metapher des einstürzenden Lügengebäudes, welches um die Wahrheit herumgebaut wurde um sie zu verdecken (weil es sie nicht zerstören kann). Dieses Lügengebäude aber ist zerstörbar.

Adamea schrieb auch: „Das was zig mal geprüft wird und immerwieder ein gleiches Ergebnis zeigt, trägt Wahrheit.“

Hier stellt sich nun die Frage wie oft geprüft werden kann/soll/muss um sicherzustellen, dass es keine „standhafte Lüge“ sondern unzerstörbare Wahrheit ist. Im Grunde ja ewig, da man sich nie sicher sein kann ob es eine stabile Schale (Lüge/Unwahrheit) ist oder nun doch der Kern (die Wahrheit) .

Die Schwierigkeit besteht sicherlich darin genau dies herauszufinden. Die Wahrheit gibt sich aber nicht selber Preis nach dem Motto: ja du hast mich endlich entdeckt, hier ist die Bestätigung (eine Art universelles Glockenläuten o.s.ä.). Wobei, einige Leute meinen, dass diese Bestätigung das „gute Gefühl“ ist, welches ihnen diese Antwort liefert. Da sehe ich aber Gefahr drin, dann auch Lügen können gute Gefühle erzeugen, das wär eine schlechte Bewertungsgrundlage für Wahrheit, meines Erachtens.

Aber ok. Halte ich mal fest. Ein Kriterium welches ich in der Wahrheit sehe, und welches sie einzigartig gegenüber Lüge und Unwahrheit macht ist ihre Unzerstörbarkeit.
Was meine ursprünglich zweite Frage betrifft, wie ließe sich das erkennen, könnte man nun festhalten durch stetes prüfen. Eine letzte Unsicherheit wird somit immer bleiben was die Erkenntnis der Wahrheit anbetrifft. Unabhängig davon aber besitzt sie aber schon einzigartige Charakteristika, die es auch schließlich rechtfertigen, dieses Wort zu verwenden.

Hier mal noch ein weiterer Aspekt zu dieser Thematik.
Könnte man sagen, dass erst durch die Frage eine Wahrheit geboren wird?
Anders gefragt, Gäbe es ohne Fragen überhaupt Wahrheiten?
Ist es denn nicht auch so, dass umso genauer eine Frage gestellt ist, umso weniger Wahrheiten auftauchen. Hier ist die Sprache wieder super. Auftauchen. Das suggeriert ja, dass sie also schon da waren aber erst jetzt sichtbar wurden, eben durch die Frage.
Werden sie also durch Fragen erst erschaffen oder „nur“ geformt. Wie aus einer zuvor undifferenzierten Wahrheitsmasse. Ich hoffe ihr könnt mir noch folgen. Daher mach ich erst mal hier ein Punkt und sage danke fürs lesen und freue mich auf Anworten.

Grüße Edwin
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#11
Ein weiterer Gegensatz zur "Wahrheit" ist uebrigens der "Irrtum". Das kommt ja gerade immer in religioesen Diskussionen auf, dass des einen Wahrheit des andereren Irrtum ist. Hier wird dann keine Absicht unterstellt, sondern lediglich, dass man eine falsche Antwort auf eine Frage gefunden haette.

Ansonsten sind Wahrheiten doch gerade etwas, was man nicht mehr hinterfragt. Die Wahrheit mag zwar irgendwann mal eine Frage beantwortet haben, aber oft genug hat die Frage jemand anderes gestellt und auch die von ihm gefundene Antwort zur Wahrheit erklaert. Das heisst, Wahrheiten uebernehmen wir oft ungefragt. Oft genug haben wir uns selbst die dazugehoerigen Fragen auch nie gestellt, und die Frage wurde mit der Antwort geliefert.
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#12
Wie soll ich dass jetzt auffassen? Meinst du nun, ohne Frage keine Antwort oder nicht? Denn heraus lese ich, dass erst eine Frage zu einer Wahrheit führt. ob diese dann verschleppt und ungefragt weitergereicht wird ändert ja nichts an dem ursprünglichen Akt der Erschaffung oder Entdeckung der Wahrheit durch die erste Frage.

Was meinst du, wird die Wahrheit durch eine Frage erst erschaffen oder nur entdeckt?
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#13
(19-10-2017, 22:28)Edwin schrieb: Hallo,



Es geht mir nicht um die allumfassende Wahrheit oder ob es eine oder mehrere gibt. Es geht mir um die Wahrheit selbst.

Ich versteh nicht was du damit meinst.


Es gibt Fakten und Wahrheit ihre Interpretation. Die kann auch völlig falsch sein.
Ich habe überhaupt nichts gegen Gläubige, es sei denn, sie behaupten, die Würde des Menschen hinge alleine vom Glauben an einen Gott  ab.
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#14
(20-10-2017, 10:11)Adamea schrieb:
(19-10-2017, 22:28)Edwin schrieb:  
Geobacter schrieb: Ich denke, das deutlichste Charakteristikum der Wahrheit ist ihre Bescheidenheit mit der sie in Erscheinung tritt.

Ein interessanter Gedanke. Das glaube ich auch, sie ist nicht eitel und sich selbst genug.

Ich glaube, dass Wahrheit durchaus mehrere Charakteristika aufweisen könnte, dabei suche ich aber das bzw. die, welche nur ihr eigen sind und durch welche man sie schließlich identifizieren könnte.

Wahrheit ist Licht, das Erhellende, das Wissen bringende.
Also ist jeder "Faktor" oder jedes Mittel, das Wissen bringt oder fördert ein Merkmal dafür dass etwas in Wahrheit "schwingt".

Dass dies ja nur deine Meinung ist, steht ja ganz unten, im Anhang deines Beitrags. Ist dein Behauptung/Meinung nun die Wahrheit oder einfach deine eigene  Idealisierung dessen was Wahrheit sein soll?

Ich Teile deine Meinung nicht.. und deine Idealisierung dessen was Wahrheit sein soll, interpretiere ich als Strategie, der esoterischen WICHTELei zu einer besonderes allem übergeordneten Bedeutsamkeit zu verhelfen. (Deutung als absolute Wahrheit darzustellen)

Für mich ist das die Wahrheit. Bringt  dir die(se) Wahrheit nun mehr Licht, oder hilft sie dir gar zu mehr Wissen?
Ich habe überhaupt nichts gegen Gläubige, es sei denn, sie behaupten, die Würde des Menschen hinge alleine vom Glauben an einen Gott  ab.
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#15
(20-10-2017, 12:57)Edwin schrieb: Wenn du von relativen Wahrheiten schon sprichst so frage ich mich, wie man etwas relativieren kann was man nicht mal definieren kann.
Ich habe keine Wahrheit, welche auch immer, relativiert. Wahrheit schwebt nur nicht ohne Bezug zu Aussagenklassen im Raum. Es geht mir darum, dass "Wahrheit" einen Bezugsrahmen braucht.

(20-10-2017, 12:57)Edwin schrieb: Jeder benutzt das Wort Wahrheit (fast schon inflationär) aber wie ich bemerkt habe herrscht bei diesem Wortgebrauch absolutes Chaos. Es scheint da kaum einen Konsens zu geben. Interessanterweise tritt dieses Phänomen nicht bei der Frage nach Lüge oder Unwahrheit auf, dort herrscht ein weitgehende Übereinstimmung. Befragt man die Leute aber zu Wahrheit so findet man fast so viele Antworten wie man Leute befragt. Das ist was mich verwirrt.
Das liegt doch nur an der unklaren, bezugsrahmenfreien Frage! Übrigens sind die (logischen) Gegenteile von Wahrheit nicht die Lüge, sondern die Unwissenheit und Ungewissheit. Wenn eine Aussage nicht wahr ist, dann kann sie Ansichtssache sein, unklar, mehrdeutig, sinnlos oder eine Aussage ohne sichere Prüfung. Sprich: Das Urteil über eine Aussage kann nicht bestätigt werden.

(20-10-2017, 12:57)Edwin schrieb: Um also über verschiedenste Wahrheiten sprechen zu können muss ich erst mal wissen was eine Wahrheit ausmacht. Vorher kann ich doch gar nicht über mehrere Wahrheiten sprechen.
Mehr noch: Du musst die Klasse der Aussagen angeben, welche auf Wahrheit hin zu prüfen sind. Mein Beispiel waren Sachaussagen.
Bei weltanschaulichen oder soziologischen Aussagen handelt es sich häufig um idealtypische Aussagen, die nicht einmal eine Prüfung vorsehen. So gibt es dem Grunde nach gar keine Wahrheit, die diese Bezeichnung verdient. Sondern es handelt sich um besonders eingängig Meinungen oder Forderungen nach Konsens. Am Ende werden solche Vereinbarungen dann als "Wahrheit" verkauft. Mach mal ein religiöses Beispiel, dann zeige ich dir die Fallstricke!

(20-10-2017, 12:57)Edwin schrieb: Adamea schrieb folgendes: „Wahrheit aber funktioniert immer und ist unzerstörbar, sie ist ewig "lebend", auch wenn sie kein Lebenwesen bemerkt und selbst kein Lebenwesen ist.“
Das ist - mit Verlaub - grober Unfug. Das Leben wäre viel einfacher, wenn es so wäre!

(20-10-2017, 12:57)Edwin schrieb: Denn, eine Lüge kann durch Wahrheit zerstört werden. Eine Wahrheit kann aber ...
Schwurbelei, die den Begriff der Prüfung und der prinzipiellen Nachprüfbarkeit umschifft. Eine so genannte "Wahrheit" kann nur Bestand haben, wenn sie prüfbar ist und die Prüfung besteht. Anderenfalls ist sie alles Mögliche andere z. B. eine ideologische Aussage, eine Wunschvorstellung, eine Forderung (Postulat, wohl bekannt bei den Parteien und Religionen).

(20-10-2017, 12:57)Edwin schrieb: Dieses Lügengebäude aber ist zerstörbar.
Richtig. Aber "Lügengebäude" sind nicht das Problem, sondern Nicht-Wahrheiten (Ideale, Vorstellungen, Postulate, ...).

(20-10-2017, 12:57)Edwin schrieb: Adamea schrieb auch: „Das was zig mal geprüft wird und immerwieder ein gleiches Ergebnis zeigt, trägt Wahrheit.“

Hier stellt sich nun die Frage wie oft geprüft werden kann/soll/muss um sicherzustellen, dass es keine „standhafte Lüge“ sondern unzerstörbare Wahrheit ist. Im Grunde ja ewig, da man sich nie sicher sein kann ob es eine stabile Schale (Lüge/Unwahrheit) ist oder nun doch der Kern (die Wahrheit) .
Das ist eine gute Frage. Sie wird durch eine unsinnige Formulierung provoziert. Eine wahre Aussage bedarf einer einzigen Prüfung, die Bestandteil der Aussage sein muss. Natürlich gebe ich mich auch damit zufrieden, dass man allgemein weiß, wie man die Wahrheit prüfen kann. "-zigmal" prüfen ist Quatsch oder Kaffeesatz lesen.

Übrigens produzieren Naturwissenschaftler aus eben diesem Grund keine Wahrheiten, sondern Theorien mit reproduzierbaren Resultatn. Sie werden solange eingesetzt, wie sie sich innerhalb der Messunsicherheiten bestätigen. Tun sie das nicht mehr, so werden sie modifiziert.

Bezüglich der Gefühle hast du recht. Gefühle ersetzen keine Prüfung!

(20-10-2017, 12:57)Edwin schrieb: Die Wahrheit gibt sich aber nicht selber Preis ...
Aber gewiss doch! Eine Wahrheit muss zwingend ihre Prüfbarkeit enthalten. Damit verdient eine Aussage sich überhaupt das Urteil, wahr zu sein.

(20-10-2017, 12:57)Edwin schrieb: Halte ich mal fest. Ein Kriterium welches ich in der Wahrheit sehe, und welches sie einzigartig gegenüber Lüge und Unwahrheit macht ist ihre Unzerstörbarkeit.
Das ist m. E. zu wenig und - wie gesagt - umgeht die Peinlichkeit, die Überprüfbarkeit zu benennen. Ich weiß deshalb nicht, was die Forderung nach Unzerstörbarkeit der Wahrheit einer Aussage mehr bewirken soll, als die Forderung nach Überprüfbarkeit.

(20-10-2017, 12:57)Edwin schrieb: Was meine ursprünglich zweite Frage betrifft, wie ließe sich das erkennen, könnte man nun festhalten durch stetes prüfen. Eine letzte Unsicherheit wird somit immer bleiben was die Erkenntnis der Wahrheit anbetrifft. Unabhängig davon aber besitzt sie aber schon einzigartige Charakteristika, die es auch schließlich rechtfertigen, dieses Wort zu verwenden.
M. E. wirfst du hier ein paar Sachen durcheinander. Eine Wahrheit muss prüfbar sein, das ist richtig. Was vielleicht volkstümlich als Wahrheiten verkauft wird, sind im Grunde keine. Und natürlich sind Sachaussagen nicht "wahr" sondern reproduzieren Mess- und Beobachtungsergebnisse, bis etwas davon Abweichendes gefunden wird. (Ich bin davon überzeugt, dass sich diese Aussage nicht nur auf die Wissenschaften bezieht, sondern viel allgemeiner gilt.)
Wahrheiten sind mithin keineswegs unzerstörbar, ganz davon abgesehen, dass (soziale/soziologische, religiöse) Wahrheiten einer Gesellschaft keineswegs jene einer anderen sein müssen. Das gilt insbesondere jener Wahrheiten denen synthetische Erkenntnisse (siehe folgenden Absatz) zugrunde liegen.

(20-10-2017, 12:57)Edwin schrieb: Könnte man sagen, dass erst durch die Frage eine Wahrheit geboren wird? ...
Ja, eine Wahrheit ist eine als wahr erkannte Aussage. Der Erkenntnisprozess kann synthetisch oder empirisch sein. Synthetische Erkenntnisse werden aus einem System von Regeln hergeleitet (Philosophie, Religion, Rechtssystem, Mathematik). Wahre Sätze sind solche, die lückenlos auf die Grundregeln zurück geführt werden können (und müssen). Das Ergebnis sind wahre Aussagen, oder wahre Lehrsätze oder eben nicht, wenn man keinen Weg von den Grundregeln zu einer Vermutung findet (das gibt es!).

Empirische Erkenntnisse werden anhand von Versuch und Irrtum gewonnen. Mithin entscheidet der natürliche (vom Menschen unabhängige) Sachverhalt, ob eine Aussage wahr ist - jedenfalls innerhalb der Messunsicherheiten.

Zu deinen Schlussbemerkungen: Da "Wahrheit" ein menschliches Urteil ist, gibt es keine "Wahrheitsmasse" oder Wahrheiten außerhalb ihres Bezugsrahmens, gewissermaßen keine Wahrheit, die entdeckt werden könnte vor aller Erkenntnis (also nicht a priori vorhanden sondern a posteriori).[/quote]
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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