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Weinplauderei: Lasst uns doch mal ganz gemütlich über Wein plaudern ...
#46
Ich habe dieses "Gschichterl" auch nur deshalb erzaehlt, weil mein Eindruck sich bei nachfolgender Recherche bestaetigte. Als Weinkenner wuerde ich mich jetzt nicht bezeichnen. Dafuer trinke ich wohl auch schlicht nicht genug.
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#47
(20-11-2017, 17:51)und zu HauseUlan schrieb: Ich habe dieses "Gschichterl" auch nur deshalb erzaehlt, weil mein Eindruck sich bei nachfolgender Recherche bestaetigte. Als Weinkenner wuerde ich mich jetzt nicht bezeichnen. Dafuer trinke ich wohl auch schlicht nicht genug.

Ich bin mir sicher, dass wir alle nur "Allestrinker" sind.

In Italien gelten ziemlich "harte" Gesetze...für Leute die nach dem Weintrinken noch Autofahren müssen.. Für Inhaber des "C" -Führerscheins gelten sogar 0,0 Promille. Das würde für mich bedeuten, dass ich jedesmal 48 Stunden ausnüchtern müsste, wenn ich mir erlauben täte mal mit jemandem 1 Flasche Wein zu trinken..

Also ab und zu mal höchstens 1 Glas. Und unter solchen Umständen verzichtet man auch meistens darauf.
Ich habe überhaupt nichts gegen Gläubige, es sei denn, sie behaupten, die Würde des Menschen hinge alleine vom Glauben an einen Gott  ab.
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#48
Bei mir ist's zwar theoretisch eher so, dass es reicht, wenn ich noch in den Bus oder den Zug klettern kann, aber ich trinke normalerweise irgendetwas zwischen zwei und viermal die Woche Wein oder andere alkoholische Getraenke, und dann auch im allgemeinen nur ein Glas, selten auch mal zwei. Eine halbe Flasche Wein ist mir schon zu viel. Ich mag es nicht, wenn ich das hinterher spuere. Da ich mir in den Staaten angewoehnt habe, immer auch ein Glas Wasser auf dem Tisch stehen zu haben, kommt es auch erst gar nicht erst dazu, dass der Wein aus Durst getrunken wird.
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#49
(20-11-2017, 15:01)Ulan schrieb: …, Zweigelt durch die Namensvergabe zu ehren. Ich habe gelesen, das waere es 1975 gewesen.

In den 70-er-Jahren war man in solchen Dingen in Österreich noch recht unsensibel. Zum Zeitpunkt der Namensgebung war Dr. Zweigelt schon ein paar Jahre tot.

Er selbst hatte seine Züchtung in Anlehnung daran, dass sie in Klosterneuburg entstanden war, "Rotburger" genannt.

(20-11-2017, 15:01)Ulan schrieb: Da scheint dieser Herr ja nachhaltigen Schaden angerichtet zu haben.

So ist es.

Dazu W. Eckhart u. R. Sommer in: Uhudlerlegende. Vom Wein der Gesetzlosen zur regionalen Köstlichkeit. 2008 Wien, Mandelbaum-Verl., S. 66

"'Die spezifischen Giftwirkungen sind: Zornexzesse bei Männern, Hysterie bei Frauen, Neigung zu Halluzinationen, geistige und körperliche Degenerationserscheinungen bei Kindern (...)', teilt Weinbauinspektor für das Burgenland, J. Bauer, mit. Und weiterhin, 'dass Leute, die regelmäßig Noahwein (ein Uhudler-Weißwein) trinken, eine fahle, blasse Gesichtsfarbe bekommen, am ganzen Körper zittern und dahinsiechen, während Bauern mit veredelten Weingärten kinderreiche Familien haben, gesund und arbeitsam sind (...) und dass in Frankreich der Noahwein seit langem im Verdacht steht, zur Füllung der Irrenhäuser beizutragen'.

Nichts als die unsägliche Wortmeldung eines rabiaten nordburgenländischen Edelweinbauern bei der Generalversammlung der Weinbauvereinigung, um kriminellen Elementen des Südburgenlandes den Kampf anzusagen? Keineswegs. — Was hier zitiert wurde, ist durch und durch akademisch, oder was in den 1920er Jahren dafür gehalten wurde. Die Passage stammt aus einem Fachbuch von Prof. Dr. Fritz Zweigelt aus dem Jahre 1929.

Schon vor dem "Anschluss" 1938 war Zweigelt illegaler Nationalsozialist.1938 übernahm er die Leitung der Weinbauschule Klosterneuburg, sein Vorgänger wurde zwangspensioniert. Zu seiner politischen Verantwortung gehört, dass er einen Schüler namens Josef Bauer, Mitglied der Widerstandsgruppe um den Klosterneuburger Chorherrn Roman Scholz, der Gestapo auslieferte. Auch wenn es uns schwer fällt, wollen wir ihn nicht zur Gänze schlechtmachen, hat er uns doch mit dem (Blauen) Zweigelt eine Rotweinzüchtung hinterlassen, vor der wir den Hut ziehen.

Schon frühzeitig faschistelt er freilich ein bisschen im Kampf gegen den Uhudler. Darauf deutet die hohe Bewertung von Kinderreichtum und Arbeitsamkeit hin, deutsche Tugenden, die laut Zweigelt im Uhudler-Rausch aufgeweicht, im Edelweingenuss hingegen verfestigt werden."
MfG B.
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#50
Danke fuer dieses Zitat. Dies erklaert die Situation sehr gut. Es ist erstaunlich, wie lange es gedauert hat, bis die Nachwehen dieser Phase beseitigt wurden. Wenn ich das richtig sehe, dauerte das bis 2008. Das sind fast achtzig Jahre.
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#51
In den späten 90er-Jahren begann man sich dieser Dinge "zu erinnern". Der von mir zitierte Text wurde erstmals 1997 in einer kulturgeschichtlichen Aufarbeitung der Reblauskatastrophe (und damit verbundenen Importen von Direkttäger-Rebsorten aus den Vereinigten Staaten) veröffentlicht.

Die Nazi-Vergangenheit des Herrn Dr. Zweigelt war bekannt. Die ehrenvolle Benennung seiner Züchtung mit seinem Namen erfolgte unter dem Landwirtschaftsminister Oskar Weihs, der zwischen 1938-1945 ebenfalls Mitglied der NSDAP gewesen war.

Viele "Ehemalige" bekleideten in dieser Zeit höchste öffentliche Ämter. Auch der damalige österreichische Innenminister (Otto Rösch) war ehemaliges NSDAP-Mitglied gewesen. Kaum jemand nahm daran Anstoß. Pikanterweise auch jene Kollegen auf der Regierungsbank nicht, die unter der Naziherrschaft im KZ gesessen waren.
MfG B.
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#52
Anscheinend brauchte es bis zur Waldheim-Affäre und dem Abklingen der Trotzreaktion dagegen, bis hier genauer hingesehen wurde.
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