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Mündiger Glaube
#1
(02-12-2017, 11:20)Gundi schrieb: Widerspricht sich der Begriff "mündiger Gläubiger" nicht bereits selbst?

Warum widerspricht sich das deiner Meinung nach?
Das ist meine Meinung, Gedanken, ggf notwendige Vorvorurteile, die ich so gut es mir derzeit möglich ist, ausgedrückt habe.
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#2
(02-12-2017, 12:32)sanctus schrieb:
(02-12-2017, 10:31)Adamea schrieb: Ich beführchte nur das dieser mündige Glaube verhindert wird.
Wenn nicht genau zwischen einen mündigen und irrsinnigen Glauben differenziert und vorallem auch dementsprechend artikuliert wird, wirft man alle Gläubige in einem "Glaubens-Idot-Topf", das kann keine vereinte Gesellschaft hervorbringen und erschwert die Entwicklung eines müdnigen Glaubens.
Im Grunde hat es jeder selbst in der Hand, wo er einsortiert wird. Bei den meisten Menschen liegt es an ihnen selbst und nicht an den Glaubensgenossen.

Jeder hat es aber nicht 100% in der Hand wohin er von/durch einen Anderen einsortiert wird, weil jeder Mensch ständig durch den anderen Menschen eingeschätzt (Interpretiert) wird.
Durch Fehlinterpretationen, welche aus mangelndem Wissen und Verständnis um die wahren Gedanken des anderen bezüglich seinem Glauben  entstehen, landen viele Menschen in ein falsches "Fach".
Grundsätzlich erfordert jede Einsortierung (z.B. der Gläubigen) zuallererst "Fächer" in denen man einsortieren kann.

Wenn Glaube generell als etwas unmündiges betrachtet/gedacht wird, streubt sich derjenige doch schon allein gegen eine genaue Differenzierung der Glaubensmöglichkeiten! Das ist m.E. ein Merkmal unmündigen Vorgehens.
Durch den Beschluß das Glaube generell ein unmündiges Tun sei, wird eine Einssortierung im Vorfeld grundsätzlich verhindert..
Alle Gläubigen werden dann ja leider als Unmündige betrachtet da im weiteren einfach nicht mehr weiter nachgedacht wird!
Das ist leider das Vorgehen vieler Atheisten!
So wie ich Atheisten kennengelernt habe, weigern sie sich generell Glaube als mündiges Denken anzuerkennen.
Sie Denken nach dem Motto: "Was ich nicht will (od.brauche), hat ein anderer Mensch auch nicht zu wollen."

Der Glaube an Gott ist ein Denken dass über die Erlebniswelt hinaus reicht und deshalb auch nur per Glaube funktionieren kann.
Es ist sehr logisch dass ein Denken welches über das Erfahrbare hinaus geht, mit Glaube verbunden ist. Das bedeutet aber noch lange lange lange nicht, dass ein Mensch unmündig ist!
Viele Atheisten  v e r b r  e i  t e n  leider ihre Meinung das Glauben generell ein unmündiges Tun darstellet und generell Unsinn sei, doch genau dieses Tun und Denken IST ein unmündiges Tun+Denken!
Das ist meine Meinung, Gedanken, ggf notwendige Vorvorurteile, die ich so gut es mir derzeit möglich ist, ausgedrückt habe.
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#3
Sind wir hier wieder in der Abteilung "Billige Retourkutschen"?

Mal abgesehen davon, dass ich selbst die Wortwahl "unmuendig" auch etwas ungluecklich fand, koenntest Du eventuell versuchen, zu verstehen, was damit gemeint war. Die Gottesvorstellung in den abrahamitischen Religionen wird durch eine Figur beherrscht, die als "Vater" beschrieben wird, der weiterhin die Weisungs- und Erziehungsberechtigung ueber den Glaeubigen wahrnimmt. Darauf bezog sich das. Vielleicht koenntest Du das diskutieren.
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#4
(02-12-2017, 14:43)Gundi schrieb: ... ich frage ob ein Gläubiger überhaupt genauso mündig sein kann wie ein Nichtgläubiger.
Denn im Glauben ist es doch meist so, dass durch die Setzung von göttlichen Geboten, Moral und Regeln bzw. durch die Setzung zum Absoluten (nicht zu Hinterfragenden) der Gläubige (bewusst oder unbewusst) ein Stück seiner Mündigkeit abgibt. Er hinterfragt dann eben nicht dieses Absolute.
Ein Gläubiger gibt daher durch die Annahme eines Gottes immer auch ein Stück seiner Mündigkeit an diesen ab.

Das ist keine Abgabe der Mündigkeit!
Ein Gläubiger setzt Moral usw. in einem noch großeren Gültigkeitsbereich ein. Moral usw. haben für gläubige nicht nur im irdischen einen hohen Wert sonderen auch im Überirdischen!!! Gläubige denken sozusagen WEITER HINAUS gehend. Gläubige erwarten gedanklich per Glaube ein moralisches humanes Fortbestehen welches nach dem weltlichen Sein in der Erlebniswelt sein könnte.
Schlüsselbegriff: ERWEITERUNG

(02-12-2017, 14:43)Gundi schrieb: Ansonsten wäre mir keine Religion bekannt, in welcher Gott den Frieden und die Einheit der Menschen möchte.

Religionen sind vom Menschen kreiirt ihr Glaube ist nach deren Konstrukten ausgerichtet.
In jeder Religion "will" Gott dass jeder Mensch ihn folgt. Diesem 1 Willen wurde ALLES durch den Menschen per Denken hinzugedichtet.
WIE schwer es doch für den Menschen ist eine Menschheits-EINHEIT zu erreichen, wird jedem Menschen bewusst sein der je einmal in einem Streit geraten ist. Richtig+Falsch, Gut+Böse usw., WIE läßt sich da eine Regelung finden die immer eine bestes Urteil ergibt?
DAS müsste ein mündiger Glaube können.

Ein mündiger Glaube bedingt ein Konstrukt das absolut von dem Wunsch nach einer Einheit der Menschheit begleitet ist und diesen Wunsch nie verläßt sonderen immer im Augen, im Sinn und jedem Tun behält.
Doch dass ist nur ein frommer Wunsch, und bleibt es solange bis der Mensch herausgefunden hat WIE er zu verwirklichen ist.

Religionen und Glaubenskonstrukte sind m.E. "Einheits-Funktions-Suchmethoden" die bisher nur erfolglos waren und in denen sich so manche "Ober-Gläubige" festgesetzt haben und ihren Glaubens-Anhänger nur eine spärliche Hilfe waren.  So manche Atheisten sitzen mit ihrer Denkweise jedoch genauso fest.

Gott ist Harmoniestreben, Gleichgewichtsfunktion und Vereinigung von allem was ist. Gott zu folgen funktioniert automatisch.
Wir brauchen nur Harmonie, Gleichgewicht/Gerechtigkeit und Vereinigung/Frieden in jedem Handeln, Denken und im Herzen zu haben, und dies täglich zu Wissen und zu Realisieren.

(02-12-2017, 14:43)Gundi schrieb: Das was du meinst, bezieht sich auf moderne "Gläubige", die aber eigentlich keine mehr sind, sondern Religion und Glaube nur nicht aufgeben wollen und es deshab irgendwie versuchen, mit unseren modernene Ansichten in Übereinstimmung zu bringen.

Ach oh jeh!!!
WARUM sind mioderne Gläubige keine Gläubige? An was wird Gläubigkeit bestimmt also festgelegt?
Dir fehlt ja wirklich eine Differenzierung damit du besser darüber nachdenken kannst!

(02-12-2017, 14:43)Gundi schrieb: Der Wille Gottes ist sicherlich die denkbar schlechteste Grundlage "möglichst vielen Menschen Zugang zur Sonne zu ermöglichen". Der "Wille Gottes" war/ist immer Grundlage gewesen für religiöse Konflikte: Kreuzzüge, Hexenverbrennung, Terroranschläge etc., allesunter dem Kredo: Gott will es.

Das ist nicht der Wille Gottes, dass ist das was der Mensch DACHTE.

Der Wille Gottes kann nur etwas sein zu dem alle Menschen entweder sowieso automatisch hinbewegen oder etwas auf dass wir uns ausrichten müssen und auf unserer freiwillige Einstellung wartet. Wie ein Wert, ein Sender den man einstellt, so müssen auch wir eine Einstellung einnehmen und einhalten.
Diese Einstellung ist Harmonie incl. ihre Funktion und ihren Erhalt.
Gott hat nur 1 Willen! Harmonie!
In dem Begriff "Harmonie" ist ALLES drin!

Der Wille Gottes ist die allerbeste Grundlage!!! ...wenn man den Willen Gottes als den Wunsch nach Harmonie erkennt.
Eine harmonische Einheit aller Menschen, die auch dann noch Harmonie erhalten kann, also ihr "Gleichgewicht" wenn täglich neue Störungen dazu kommen, die nämlich für das lebendige Sein notwendig sind.

Die ewige lebendige Harmonie im körperlichen Sein ist DER 1 Wunsch Gottes.

Aber selbst Gott als Dirigent kann nicht ohne Notenblatt/Formel dirigieren.

(02-12-2017, 14:43)Gundi schrieb: Für gemeinschaftliche Regeln sollten wir Gott komplett außen vor lassen und versuchen auf vernünftigen Überlegungen Regeln und ethische Maßstäbe zu setzen.

Und? Wer bestimmt was vernünftig ist und zum Maßstab wird?
Genau diese Regelungen sind m.E. bereits per Naturgesetz festgelegt und dieses Naturgesetz ist mit "Gott" symbolisiert worden.

(02-12-2017, 14:43)Gundi schrieb: Ich denke, die Atheisten haben mit Gleichberechtigung die wenigsten Probleme.

Das mag sein, ist aber oft auch nur pure Theorie. Wie Gleichberechtigung harminiesch funktioniert wissen viele Atheisten nicht.
viele wissen auch nicht wie sich Gleichgewicht einhalten und erhalten läßt. viele Atheisten haben so wenig Ahnung wie viele Religöse oder Gläubige auch.
Das ist meine Meinung, Gedanken, ggf notwendige Vorvorurteile, die ich so gut es mir derzeit möglich ist, ausgedrückt habe.
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#5
(03-12-2017, 10:05)Ulan schrieb: Sind wir hier wieder in der Abteilung "Billige Retourkutschen"?

Was sollen immer diese fiesen Unterstellungen? Nein mich hat die Begriffkombination zum Schreiben verlockt!!!

(03-12-2017, 10:05)Ulan schrieb: ...koenntest Du eventuell versuchen, zu verstehen, was damit gemeint war. Die Gottesvorstellung in den abrahamitischen Religionen wird durch eine Figur beherrscht, die als "Vater" beschrieben wird, der weiterhin die Weisungs- und Erziehungsberechtigung ueber den Glaeubigen wahrnimmt. Darauf bezog sich das. Vielleicht koenntest Du das diskutieren.

Nein! Ich beziehe mich hier auf die Begriffskombination und die Aussagen der User!
Die Gottesvorstellung in den abrahamitischen Religionen interessieren mich hier nicht.

Wenn du die Thread-Themen bestimmen willst, dann VERBIETE  Usern eine Thread-Eröffnung generell!
Es ist klar und logisch dass Usere ihre Vorstellungen und Thread-Wünsche einstellen!
Das ist meine Meinung, Gedanken, ggf notwendige Vorvorurteile, die ich so gut es mir derzeit möglich ist, ausgedrückt habe.
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#6
(03-12-2017, 10:37)Adamea schrieb: Nein! Ich beziehe mich hier auf die Begriffskombination und die Aussagen der User!
Die Gottesvorstellung in den abrahamitischen Religionen interessieren mich hier nicht.

Und warum ziehst Du Dir den Schuh dann an?
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#7
(03-12-2017, 10:23)Adamea schrieb: Das ist keine Abgabe der Mündigkeit!
Ein Gläubiger setzt Moral usw. in einem noch großeren Gültigkeitsbereich ein. Moral usw. haben für gläubige nicht nur im irdischen einen hohen Wert sonderen auch im Überirdischen!!! Gläubige denken sozusagen WEITER HINAUS gehend. Gläubige erwarten gedanklich per Glaube ein moralisches humanes Fortbestehen welches nach dem weltlichen Sein in der Erlebniswelt sein könnte.
Schlüsselbegriff: ERWEITERUNG

Man koennte auch sagen: Ueberhoehung der eigenen Gedanken, um sie wichtiger erscheinen zu lassen, als sie in Wahrheit sind. Als Argument ist das etwas schwach, und doch benutzt Du das hier.

Es ist Dir hoffentlich klar, dass dieses Dein Argument fuer einen Atheisten inakzeptabel ist. Dein WEITER HINAUS ist letztlich doch nur ein TIEFER HINEIN IN DICH SELBST, und als solches zutiefst subjektiv und wird auch als solches behandelt. Nicht mehr und nicht weniger.
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#8
(03-12-2017, 08:58)Adamea schrieb: Jeder hat es aber nicht 100% in der Hand wohin er von/durch einen Anderen einsortiert wird, weil jeder Mensch ständig durch den anderen Menschen eingeschätzt (Interpretiert) wird. 

Ja, da stimme ich Dir zu. Aber einen bestimmten Anteil hat sicher jeder daran.


Zitat:Wenn Glaube generell als etwas unmündiges betrachtet/gedacht wird, streubt sich derjenige doch schon allein gegen eine genaue Differenzierung der Glaubensmöglichkeiten!



Menschen sind ja generell dazu geneigt, es sich einfach machen zu müssen, weil man für komplexe Zusammenhänge immer mehr "Mündigkeit" braucht und das dann anstrengend wird.
Also vereinfachen Menschen unsachgemäß - ich denke zu bestimmten Teilen machen wir das alle hin- und wieder. Schwierig wird es dann, wenn die Vereinfachung derart zwanghaft wird, dass sie in Gesprächen mit anderen Menschen deren Lebensweg und Perspektive vollkommen ignoriert und weiter daran festhält, dass die Welt so simpel ist, wie es einem selbst gerne passt.
Der Mensch versucht damit, also komplexe Situationen von sich selbst fernzuhalten, weil er u.U. nicht damit klar kommt oder sie ihn überfordern.
Wir haben tatsächlich bisher Mündigkeit nicht wirklich definiert, aber für mich würde Mündigkeit Reflektion beinhalten. Wenn ich aber Informationen, die nicht in mein Weltbild passen, das ich möglichst einfach halten will, von vorn herein nicht an mich heranlasse, dann kann ich nicht über sie reflektieren und folglich meine Position auch nicht verändern. Diese "Geistige Faulheit" steht für mich aber im Widerspruch zur Mündigkeit, weil sie verhinert, eine "erwachsene" Meinung zu bekommen, die über stereotypes Denken hinausgeht.



Zitat:Durch den Beschluß das Glaube generell ein unmündiges Tun sei, wird eine Einssortierung im Vorfeld grundsätzlich verhindert..  Alle Gläubigen werden dann ja leider als Unmündige betrachtet da im weiteren einfach nicht mehr weiter nachgedacht wird!
 
Das sehe ich auch so. "Nicht weiter nachdenken zu wollen" ist für mich ein Widerspruch zur Mündigkeit.


Zitat:Das ist leider das Vorgehen vieler Atheisten!
So wie ich Atheisten kennengelernt habe, weigern sie sich generell Glaube als mündiges Denken anzuerkennen. 
Sie Denken nach dem Motto: "Was ich nicht will (od.brauche), hat ein anderer Mensch auch nicht zu wollen."

Auch wenn es bei Atheisten vorkommt, würde ich nicht so verallgemeinern. Kenne viele Atheisten, die das nicht tun. Umgekehrt gibt es ja auch viele Gläubige, die einfach mal sagen, dass "Ungläubige" sich mit manchen Fragen nie befasst hätten. Das ist dann das gleiche Schema: unsinnige Vereinfachung um sich mit dem individuellen Lebensmodell des Gegenüber nicht befassen zu müssen.


Zitat:Es ist sehr logisch dass ein Denken welches über das Erfahrbare hinaus geht, mit Glaube verbunden ist. Das bedeutet aber noch lange lange lange nicht, dass ein Mensch unmündig ist! 

Oft schaffen Menschen noch nicht einmal den Sprung einzusehen, dass über etwas, das sich der Erfahrbarkeit entzieht und unerkennbar ist, gar nichts gesagt werden, auch nicht seine Existenz oder Nichtexistenz auf Basis einer Erfahrung behauptet werden kann. Man glaubt an die eigene "objektive Wahrheit". Deswegen hatte ich im anderen Thread geschrieben, dass es wichtig ist einzusehen, dass wir alle nur einen relativen Bezugspunkt zur Wahrheit haben.
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#9
(03-12-2017, 10:05)Ulan schrieb: eventuell versuchen, zu verstehen, was damit gemeint war. Die Gottesvorstellung in den abrahamitischen Religionen wird durch eine Figur beherrscht, die als "Vater" beschrieben wird, der weiterhin die Weisungs- und Erziehungsberechtigung ueber den Glaeubigen wahrnimmt. Darauf bezog sich das. Vielleicht koenntest Du das diskutieren.

Bei manchen Leuten ist das Verhältnis zu den Eltern in der Tat derart gestört, dass sie glauben erst emanzipiert zu sein, wenn sie eine Familientragödie angerichtet und Gott Vater getötet haben.
Finde den Vergleich recht passend: als Kind Gottes bekommt man von Gott Vater bestimmte Regeln und Normen mit auf den Weg. Der gläubige Mensch hat Vertrauen, dass diese Regeln gut sind. Ist Vertrauen für Dich Unmündigkeit?
Mit der Zeit ist es so, dass sich die Regeln entweder als gut bewähren oder nicht. Bewähren sie sich als "gut", in der Reflektion wie im Leben, kann man sie beibehalten. Führen sie zu keinen "guten Früchten", muss man darüber reflektieren, ob diese Regeln wirklich Teil der gültigen Offenbarung eines "guten Gottes" sein können.
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#10
(03-12-2017, 10:23)Adamea schrieb:
(02-12-2017, 14:43)Gundi schrieb: ... ich frage ob ein Gläubiger überhaupt genauso mündig sein kann wie ein Nichtgläubiger.
Denn im Glauben ist es doch meist so, dass durch die Setzung von göttlichen Geboten, Moral und Regeln bzw. durch die Setzung zum Absoluten (nicht zu Hinterfragenden) der Gläubige (bewusst oder unbewusst) ein Stück seiner Mündigkeit abgibt. Er hinterfragt dann eben nicht dieses Absolute.
Ein Gläubiger gibt daher durch die Annahme eines Gottes immer auch ein Stück seiner Mündigkeit an diesen ab.

Das ist keine Abgabe der Mündigkeit!
Ein Gläubiger setzt Moral usw. in einem noch großeren Gültigkeitsbereich ein.

Ein Gläubiger muss diese Moral halt gar nicht selbst setzen, sie wird ihm durch die Religion "vorgesetzt". Auch kann der Bezug zu einem Gott und dessen Willen durchaus eine Möglichkeit sein, sich der Verantwortung für eigennes Tun zu entziehen, da "Gott es eben so will". Man bezieht die Legitimation für sein Handeln und seine Moral nicht aus sich selbst heraus (und den eigenen Überlegungen), sondern von einer anderen Autorität (Gott, Bischoff, Gemeinde etc.).
Natürlich ist dies nicht bei jedem Gläubigen extrem ausgeprägt. Weltweit betrachtet kommt derlei aber immer noch zahlreich vor und auch bei uns wird Diskriminierung von Anderen noch zu oft mit dem Willen Gottes begründet.

(03-12-2017, 10:23)Adamea schrieb:
(02-12-2017, 14:43)Gundi schrieb: Das was du meinst, bezieht sich auf moderne "Gläubige", die aber eigentlich keine mehr sind, sondern Religion und Glaube nur nicht aufgeben wollen und es deshab irgendwie versuchen, mit unseren modernene Ansichten in Übereinstimmung zu bringen.

Ach oh jeh!!!
WARUM sind mioderne Gläubige keine Gläubige? An was wird Gläubigkeit bestimmt also festgelegt?
Dir fehlt ja wirklich eine Differenzierung damit du besser darüber nachdenken kannst!

In der Tat habe ich hier vielleicht etwas zu drastisch formuliert.
Aber auch hier hilft uns ein Blick auf den Begriff "Glaube" weiter: "Das Wort Glaube... bezeichnet hier eine Grundhaltung des Vertrauens, v. a. im Kontext religiöser Überzeugungen.
Während der ähnliche Begriff „Religiosität“ die Ehrfurcht vor der Ordnung und Vielfalt in der Welt und die allgemeine Empfindung einer transzendenten (nicht erklär- oder beweisbaren) Wirklichkeit meint, beinhaltet „Glaube“ das Überzeugtsein von der Lehre einer konkreten Religion (oder Philosophie)." (Wikipedia).

Glaube wird also so definiert, dass er sich auf eine ganz konkrete Religion bezieht (Christentum, Islam, Buddhismus etc.). Genau das ist ja aber bei den modernen Patchwork-Gläubigen in der Regel nicht der Fall. Und auch bei zb. modernen Protestanten, welche ganz realistisch die Bibel nur noch als historisches Werk ansehen, nicht mehr aber als Tatsachenbericht, oder vielleicht sogar nicht mal mehr an die Existenz Gottes glauben, wird es halt schwer, bei ihnen "das Überzeugtsein von der Lehre einer konkreten Religion" zu erkennen.
Und daher halt die Frage, ob solche "Gläubige" noch unter diesen Begriff fallen können/sollten.


(03-12-2017, 10:23)Adamea schrieb:
(02-12-2017, 14:43)Gundi schrieb: Der Wille Gottes ist sicherlich die denkbar schlechteste Grundlage "möglichst vielen Menschen Zugang zur Sonne zu ermöglichen". Der "Wille Gottes" war/ist immer Grundlage gewesen für religiöse Konflikte: Kreuzzüge, Hexenverbrennung, Terroranschläge etc., allesunter dem Kredo: Gott will es.

Das ist nicht der Wille Gottes, dass ist das was der Mensch DACHTE.

Sicherlich. Nur behaupten die einzelnen Religionen ja dreist zu wissen, was der Wille Gottes sei. Und derlei hat immer zu Konflikten geführt.

(03-12-2017, 10:23)Adamea schrieb: Der Wille Gottes ist die allerbeste Grundlage!!! ...wenn man den Willen Gottes als den Wunsch nach Harmonie erkennt.
Eine harmonische Einheit aller Menschen, die auch dann noch Harmonie erhalten kann, also ihr "Gleichgewicht" wenn täglich neue Störungen dazu kommen, die nämlich für das lebendige Sein notwendig sind.

So sympathisch diese Ansicht auch ist, ist sie letzten Endes genauso dreist und anmaßend wie die Behauptungen der einzelnen Religionen zu wissen, was Gottes Wille sei.
Niemand kann darüber eine Aussage treffen. Auch du nicht. Und nur weil mir deine Ansicht besser gefällt, als die Ansicht islamistischer Terroristen, wird sie leider nicht wahrer sondern ist ganz genauso eine unhaltbare Behauptung.


(03-12-2017, 10:23)Adamea schrieb:
(02-12-2017, 14:43)Gundi schrieb: Für gemeinschaftliche Regeln sollten wir Gott komplett außen vor lassen und versuchen auf vernünftigen Überlegungen Regeln und ethische Maßstäbe zu setzen.

Und? Wer bestimmt was vernünftig ist und zum Maßstab wird?
Genau diese Regelungen sind m.E. bereits per Naturgesetz festgelegt und dieses Naturgesetz ist mit "Gott" symbolisiert worden.

Ich kann nicht erkennen, wo aus Religion jemals vernünftige Überlegungen (von wenigen Einzelpersonen einmal abgesehen) hervorgegangen wären. Religionen waren allzu oft Hindernisse und Bremsen.

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#11
(03-12-2017, 11:06)sanctus schrieb: Mit der Zeit ist es so, dass sich die Regeln entweder als gut bewähren oder nicht. Bewähren sie sich als "gut", in der Reflektion wie im Leben, kann man sie beibehalten. Führen sie zu keinen "guten Früchten", muss man darüber reflektieren, ob diese Regeln wirklich Teil der gültigen Offenbarung eines "guten Gottes" sein können.

Damit wäre Gott doch aber nichts anderes, als die bewusste Setzung oder Projetion dessen, was der Mensch sein möchte bzw. wie er leben möchte. Hat Ludwig Feuerbach schon im 19. Jahrhundert erklärt.
Warum dann überhaupt noch an Begriffen wie "Gott" festhalten, wenn wir doch wissen, dass dieser letzten Endes nur als Symbol dafür steht, was wir uns selbst geben (zb. "gute Regeln")?

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#12
Beide Schlussfolgerungen teile ich nicht.
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#13
(03-12-2017, 11:57)sanctus schrieb: Beide Schlussfolgerungen teile ich nicht.

Es ist aber halt nun mal eine Tatsache, dass  nicht gerade  wenige Gläubige sich mit und in ihren Glauben selbst den Sonderstatus von "Auserwählten" zusprechen.
Was sich dann auch  im Dialog mit solchen Gläubigen immer sehr auffällig zeigt, die sich und den eigenen Glauben natürlich zu den einzig "wahren Schotten" rechnen.

Solange es auf unserem Planeten noch genügend "einsame Inseln" gibt, auf die man sich "im Fall" zurückziehen kann, soll jeder glauben was er meint.
Ich habe überhaupt nichts gegen Gläubige, es sei denn, sie behaupten, die Würde des Menschen hinge alleine vom Glauben an einen Gott  ab.
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#14
Die grundsätzliche Frage ist, ob hier mit Gläubigen diskutiert werden soll oder man nur über Gläubige diskutieren will. In einem Forenbereich, der "religionsübergreifend" bzw "interreligiös" sein will, wirkt es etwas befremdlich, wenn der Platz zum Sammelort von Atheisten wird, die über nichtanwesende Gläubige (die Glaubensmodelle der Anwesenden scheinen ja nicht ins gewollte Schema zu passen) richten wollen. Ist kein grundsätzliches Problem, aber eben nicht interreligiös.
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#15
Nun ja, sanctus, ich möchte ja mit dir diskutieren. Nur blockst du viele Punkte halt einfach ab, mit Statements wie obigem: "Beide Schlussfolgerungen teile ich nicht." Damit ist jede Diskussion beendet. Dabei beziehe ich mich mit meinem Argument aus Beitrag 12 doch auf deine Ausagen, versuche also mit dir zu diskutieren.
Aber ähnlich war es im Thread "evolutionärere Humanismus" auch. Anstatt einfach mal über das Thema zu diskutieren und zwar auf einer sachlichen Ebene mit Argumenten, spielst du irgendwann den Beleidigten und blockst damit jede weitere Diskussion. Beitrag 15 hier im Thread geht doch genauso wieder in diese Richtung.

Und ich kann nur noch einmal betonen: Glaube und Religion darf genauso kritisiert werden, wie andere Weltanschauungen auch.

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