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Eine Botschaft an junge Muslime in Europa
#1
Der Islamkritiker Hamed Abdel-Samad hat im September drei Videos veröffentlich (deutsch, englisch und arabisch), mit denen er sich direkt an junge Muslime wendet, um solche, welche mit radikalen Strömungen sympathisieren, anzusprechen.

Hier der Link: *https://www.youtube.com/watch?v=uZE3u5-kRSg

Ich finde, das Video kommt sehr einfühlsam und ehrlich rüber. Ich befürchte aber auch, dass diejenigen, welche angesprochen werden sollen, das Video nicht schauen werden (wie es so oft mit gutenBotschaften ist).

Er verweist zu Beginn auch darauf, dass er sich gewünscht hätte, diese seine Botschaft würde von anderer Stelle kommen (Islamverbänden, geistlichen Oberhäuptern, Präsidenten islamischer Staaten) und dass er enttäuscht darüber ist, dass nun ausgerechnet ein Kufr dies tut.

Was meint ihr, haben solche Videos Chancen? Das arabischsprachige Video soll innerhalb weniger Tage immerhin schon über eine Million Besucher gehabt haben.

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#2
Zu Hamed Abdel-Samad muss man eigentlich nichts sagen. Und lesen oder seine Videos schauen muss man auch schon gar nicht. Es sei denn man steht auf stereotype Weltbilder. Alternativ kann man auch das Telefonbuch auswendig lernen.
Abdel-Samad ist Politologe und weder Islamwissenschaftler, noch in anderer Weise qualifiziert, sich über den Islam zu äußern. Seine theologischen und historischen Lücken wurden vielfach in Gesprächsrunden mit Experten entlarvt.
Dass er selbst mal einer Terrororganisation angehörte, macht ihn eher nicht zum Experten. Er sollte erst einmal seine eigene Vergangenheit in der Muslimbruderschaft aufarbeiten, seine salafistische Denkweise überwinden und es dann vielleicht noch einmal mit der Islamkritik probieren. So arbeitet er nur am Islam seine eigene Vergangenheit ab.
Aber es gibt eben eine ganz bestimmte Klientel, die Populisten wie ihn immer wieder supporten: weil er ihre einfachen Weltbilder bedient. Die AfD hat ihn bestimmt nicht geladen, weil er ein so reflektiertes und fundiertes Islambild zeichnet. Aber jubel ihm ruhig zu, passt ganz gut zu den Simplifizierungen von Religion, mit denen Du die letzte Tage zu begeistern wusstest.
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#3
(06-12-2017, 00:38)sanctus schrieb: Abdel-Samad ist Politologe und weder Islamwissenschaftler, noch in anderer Weise qualifiziert, sich über den Islam zu äußern. Seine theologischen und historischen Lücken wurden vielfach in Gesprächsrunden mit Experten entlarvt.

Ich habe seine Diskussionsrunden mit Mouhanad Khorchide verfolgt, und neige dazu, dir Recht zu geben.
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#4
(06-12-2017, 00:38)sanctus schrieb: Abdel-Samad ist Politologe und weder Islamwissenschaftler, noch in anderer Weise qualifiziert, sich über den Islam zu äußern.

Böses Foul, sanctus. Was soll denn das für ein Arguemnt sein? Nur Islamwissenschaftler dürfen sich über den Islam äußern?
Jeder (!) darf sich zum Islam äußern, und ehemals gläubige Muslime erst recht.
Was Abdel-Samad qualifiziert? Nun, sein Vater ist Imam, er muste als Kind schon den Koran auswendig lernen, war lange selbst Muslim, Mitglied der Muslimbrüder, aufgewachsen in Ägypten. Und bekommt heute von muslimischer Seite den von ihm angeprangerten Hass zu spüren, weil er Kritik übt.
Der Mann scheint mir durchaus ein recht zu haben, seine Meinung zum Islam kund tun zu dürfen, auch wenn er nicht expliziet Islamwissenschaftler ist.

(06-12-2017, 00:38)sanctus schrieb: Seine theologischen und historischen Lücken wurden vielfach in Gesprächsrunden mit Experten entlarvt.

Ist das so? Wo denn zum Beispiel? Im Gegensatz zu zb. Tarafa Bagajati (mit welchem er häufiger diskutiert hat) bringt er eben gerade historische Argumente und entzaubert den Koran und die Person Mohammed als normale Dinge des Diesseits.

(06-12-2017, 00:38)sanctus schrieb: Dass er selbst mal einer Terrororganisation angehörte, macht ihn eher nicht zum Experten.

Na aber hallo. Natürlich gibt das seiner Stimme Gewicht. Kennt er doch auch die radikal gelebte Praxis.
Unschlüssiges Argument deinerseits.

(06-12-2017, 00:38)sanctus schrieb: Er sollte erst einmal seine eigene Vergangenheit in der Muslimbruderschaft aufarbeiten, seine salafistische Denkweise überwinden und es dann vielleicht noch einmal mit der Islamkritik probieren.

Seine salafistische Denkweise? Mir scheint, du redest wirr...

(06-12-2017, 00:38)sanctus schrieb: Aber es gibt eben eine ganz bestimmte Klientel, die Populisten wie ihn immer wieder supporten: weil er ihre einfachen Weltbilder bedient.

Du machst es dir sehr einfach, immer diese Schlagwörter zu bedienen. Kritik ist nicht gleichzusetzen mit Populismus oder einfachen Weltbildern. Der Islam kann durchaus zwischen den Extremen Gut und Schlecht stehen, es gibt da Graustufen.


(06-12-2017, 00:38)sanctus schrieb: Die AfD hat ihn bestimmt nicht geladen, weil er ein so reflektiertes und fundiertes Islambild zeichnet.

Amel-Samad hat auch bei den anderen Parteien Vorträge gehalten. Und hättest du seinen Vortrag gehört und insbesondere die anschließende Diskussion, wüsstet du, dass er sich von vielen Inhalten der Afd distanziert hat bzw. gerade beim Thema Integration und Miteinander gegen diese Position ergriffen hat.
Was meintest du vorhin mit einfachen Weltbildern? Vielleicht solltest du deines auch mal überprüfen.
Und überlege doch mal, warum die Afd u. a. so viel Zulauf hat? Weil bestimmte Themen aus Angst vor Vorwürfen wie den deinen von anderen Parteien/Gruppierungen nicht aufgenommen werden. Anstatt sachlich über kritische Themen zu diskutieren, ist man eher damit bemüht, sich von der Afd abzugrenzen und zwangsläufig die absolute Gegenposition einnehmen zu müssen, um nicht als Populist oder rechts eingestuft zu werden.
Vorwürfe und Vereinfachungen wie deine verhindern die faire Diskussion und sorgen leider dafür, dass der rechte Rand sich der Themen bedient und diese entsprechend behandelt.

(06-12-2017, 00:38)sanctus schrieb: Aber jubel ihm ruhig zu, passt ganz gut zu den Simplifizierungen von Religion, mit denen Du die letzte Tage zu begeistern wusstest.

Argumentiere doch einfach mal zur Sache! Du gehst mich immer nur persönlich an und wirfst mit den alten Schlagwörtern um dich.
Zum eigentlichen Thema des Threads kam von dir natürlich nichts. Aber warum auch: Radikale Islamisten zählen für dich ja nicht zum Bestandteil des Islam, existieren für dich also nicht, Thema abgehakt.

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#5
Den Charakter von jemandem niederzumachen ist meist ein Zeichen, dass man keine guten Argumente fuer die eigene Position hat und/oder dass man kein Interesse an einer inhaltlichen Diskussion hat.

Ueber eigentliche Argumente zu reden, ist natuerlich auch anstrengender.
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#6
(06-12-2017, 01:02)Mustafa schrieb:
(06-12-2017, 00:38)sanctus schrieb: Abdel-Samad ist Politologe und weder Islamwissenschaftler, noch in anderer Weise qualifiziert, sich über den Islam zu äußern. Seine theologischen und historischen Lücken wurden vielfach in Gesprächsrunden mit Experten entlarvt.

Ich habe seine Diskussionsrunden mit Mouhanad Khorchide verfolgt, und neige dazu, dir Recht zu geben.

Und ich dachte, wir waren uns mal einig darüber, dass es "den Islam" ja "so" gar nicht gibt.
Historische Lücken hat dann ja wohl jeder, der etwas über den Islam und zum Islam zu sagen hat. Und selbst Islamwissenschaftler scheinen sich über den historischen Islam ganz und gar nicht einig zu sein. Von daher neige ich dazu, jetzt mal @Ulan Recht zu geben..
Ich habe überhaupt nichts gegen Gläubige, es sei denn, sie behaupten, die Würde des Menschen hinge alleine vom Glauben an einen Gott  ab.
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#7
(06-12-2017, 14:36)Geobacter schrieb: Und ich dachte, wir waren uns mal einig darüber, dass es "den Islam" ja "so" gar nicht gibt.
Historische Lücken hat dann ja wohl jeder, der etwas über den Islam und zum Islam zu sagen hat. Und selbst Islamwissenschaftler scheinen sich über den historischen Islam ganz und gar nicht einig zu sein.

Ja und? Trotzdem kann man doch Aussagen, wie die von Samad, beurteilen.

Was ich von ihm gelesen und gehört habe, halte ich für oberflächlich, einseitig, und durchaus geeignet, die Vorurteile, wie sie von AfD & Co. geschürt werden, weiter anzustacheln.
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#8
Ich finde diesen Film von Hamed Abdel-Samad sehr gut.
Es ist das übliche, sagen Muslims nichts zur Gegenwart dann wird gemotzt, machen sie etwas wie diesen Film dann wird auch gemotzt.
Nun wird über Samad gemotzt weil er kein Islamwissenschaftler ist, weil sein Wissen nicht umfassend ist, ihr Motzer, macht doch selbst einmal einen solchen Film.
Viele Grüße
Rudi
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#9
(06-12-2017, 00:38)sanctus schrieb: Hamed Abdel-Samad [...] sollte erst einmal seine eigene Vergangenheit in der Muslimbruderschaft aufarbeiten, seine salafistische Denkweise überwinden...

Hat er das nicht?

Welche seiner Äußerungen ließen denn den Schluss zu, dass er 'seine salafistische Denkweise' nicht überwunden hätte?
MfG B.
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#10
(06-12-2017, 15:03)Mustafa schrieb:
(06-12-2017, 14:36)Geobacter schrieb: Und ich dachte, wir waren uns mal einig darüber, dass es "den Islam" ja "so" gar nicht gibt.
Historische Lücken hat dann ja wohl jeder, der etwas über den Islam und zum Islam zu sagen hat. Und selbst Islamwissenschaftler scheinen sich über den historischen Islam ganz und gar nicht einig zu sein.

Ja und? Trotzdem kann man doch Aussagen, wie die von Samad, beurteilen.

Was ich von ihm gelesen und gehört habe, halte ich für oberflächlich, einseitig, und durchaus geeignet, die Vorurteile, wie sie von AfD & Co. geschürt werden, weiter anzustacheln.

Wenn man die Einstellung von AFD & Co. zur Klimaerwärmung durch die Menschheit her nimmt und die nüchterne Einstellung vieler Europäer zum Islam, dann könntest du Dir lieber mal "schlechte" Gedanken über all jene Muslime, einschließlich Recep Tayyip Erdoğan machen, die mit ihren antidemokratischen Vorstellungen von einer besseren islamischen Weltdiktatur, der AFD noch weit mehr in die Hände spielen, als sonst irgend jemand.

Ansonsten kann ich nur empfehlen, mal hier *https://youtu.be/uZE3u5-kRSg dieses zu Video gucken.
Ich habe überhaupt nichts gegen Gläubige, es sei denn, sie behaupten, die Würde des Menschen hinge alleine vom Glauben an einen Gott  ab.
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#11
(06-12-2017, 15:03)Mustafa schrieb: Was ich von ihm gelesen und gehört habe, halte ich für oberflächlich, einseitig, und durchaus geeignet, die Vorurteile, wie sie von AfD & Co. geschürt werden, weiter anzustacheln.

Ich kann zwar die persoenlichen Befuerchtungen verstehen, aber als Argument taugt die Aussage in kursiv im Prinzip nicht. Dass man ueber bestimmte Probleme nicht reden darf, weil das Reden darueber das Potential hat, der AfD zu helfen, wird ja nun seit Jahren - erfolglos - als Ansatz versucht. Denn auch das Nichtreden ueber diese Dinge hilft der AfD, und Problemen kann man nur selten beikommen, indem man sie ignoriert. Kohl oder Merkel moegen das zwar ueber lange Zeit perfektioniert haben, aber die Grenzen der Strategie sind langsam aber sicher sichtbar.

Dies ist jetzt der 11. Beitrag in diesem Thread. Bis jetzt kam noch kein einziger inhaltlicher Punkt, welche Aussage von Hamed Abdel-Samad denn falsch ist, nur pauschale Aussagen zu seiner Person oder Pauschalurteile zu seinen (ungenannten) Aussagen.

Abgesehen davon muss man sich wohl oder uebel damit beschaeftigen, was Herr Hamed Abdel-Samad sagt, denn er hat schon die Bestsellerliste im "Sachbuch"-Bereich angefuehrt und bestimmt so massgeblich die Diskussion zum und das Bild vom Islam im deutschsprachigen Raum. Aber gut, man kann ihm das Feld natuerlich auch schlicht ueberlassen.

Irgendwie habe ich bei diesem Austausch uebrigens ein Déjà-vu-Erlebnis.
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#12
(06-12-2017, 18:30)Ulan schrieb: Dass man ueber bestimmte Probleme nicht reden darf, weil das Reden darueber das Potential hat, der AfD zu helfen, wird ja nun seit Jahren - erfolglos - als Ansatz versucht.

Wer will denn hier, dass man über bestimmte Probleme nicht reden darf?
Es geht schon um den Inhalt des Gesagten, und der ist bei Samad m.E. halt einfach schlecht.


(06-12-2017, 18:30)Ulan schrieb: Bis jetzt kam noch kein einziger inhaltlicher Punkt, welche Aussage von Hamed Abdel-Samad denn falsch ist, nur pauschale Aussagen zu seiner Person oder Pauschalurteile zu seinen (ungenannten) Aussagen.


Außer der Frage, ob solche Videos Chancen haben, ist hier auch noch nicht wirklich etwas Inhaltliches zur Diskussion gestellt worden.
Und es ist bekanntlich in diesem Forum auch nicht üblich, irgendwelche Videos zu posten, ohne zu sagen, worum es überhaupt inhaltlich geht, und was davon diskutiert werden soll.
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#13
(06-12-2017, 01:02)Mustafa schrieb:
(06-12-2017, 00:38)sanctus schrieb: Abdel-Samad ist Politologe und weder Islamwissenschaftler, noch in anderer Weise qualifiziert, sich über den Islam zu äußern. Seine theologischen und historischen Lücken wurden vielfach in Gesprächsrunden mit Experten entlarvt.

Ich habe seine Diskussionsrunden mit Mouhanad Khorchide verfolgt, und neige dazu, dir Recht zu geben.

Ich finde das Abdel-Samad und Khorchide beides kluge Analytiker des Islam sind, mit jeweils anderem Schwerpunkt. Beide haben gute Argumente für ihre Sichtweisen und imho auch ein gutes Faktenwissen.
Die beiden haben wohl ihre Gespräche auch als Buch herausgebracht. Ich habe es nicht gelesen aber genau dieser Weg ist doch der richtige: Diskussionen, auch bei gegensätzlicher Meinung. Und zwar von Muslimen selbst und untereinander über den Islam und den Propheten.

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#14
(06-12-2017, 18:54)Mustafa schrieb: Und es ist bekanntlich in diesem Forum auch nicht üblich, irgendwelche Videos zu posten, ohne zu sagen, worum es überhaupt inhaltlich geht,

Habe ich doch angerissen.

(06-12-2017, 18:54)Mustafa schrieb: und was davon diskutiert werden soll.

Die Frage war, ob solche Videos (dazu noch, wenn sie von einem Kufr kommen) die erreichen können, die sie erreichen möchten und ob man sich derlei nicht mehr von Autoritäten des Islams wünschen würde.

Die Diskussion um Abdel-Samad verstehe ich in diesem Kontext vor allem deswegen nicht, weil das gepostete Video ja keine Islamkritik beinhaltet, sondern junge Muslime davon abhalten soll, in den "heiligen Krieg" zu ziehen.

Hast du dir das Video überhaupt angesehen?

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#15
Hier mal der Link zu einem guten Gespräch zwischen Abdel-Samad und Khorchide: *https://www.youtube.com/watch?v=-BaUqEqnW9o
Imho kann man dort keinem von beiden Oberflächlichkeit oder mangelndes Fachwissen vorwerfen.

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