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Subjektiver Konstruktivismus.
#16
So meinte ich das auch.
"Der Sinn" findet einen schon selber. Manchmal dauerts halt länger, bis er einem auch Spaß macht, oder das Gefühl von Sicherheit und "ich werde gebraucht" vermittelt.

Aber nicht alle haben das Glück, mit und unter diesen günstigen Voraussetzungen zur Welt zu kommen. Ich denke da z.B. an junge Menschen noch viel mehr und an die vielen alten, einsamen und allein gelassenen Menschen nicht viel weniger.

Die Frage nach dem Sinn, stellt sich bei beiden irgend wann in ihrem Leben ganz sicher.
Das hat andersherum auch globale Auswirkungen. Und was die Radikalisierung der Sinngebungen angeht, die besonderer Maßen dem intersubjektiven Konstruktivismus zugeneigt sind, hat das Problem längst die Lokalen Ausmaße überschritten und sogar wesentlich dazu beigetragen, dass sich nicht nur die Beziehungen zwischen Orthodoxen und gemäßigten Weltanschauung zunehmend verschlechtern, sondern dass sogar manche europäischen Staaten keine stabile Regierung mehr zusammen kriegen. Und dabei gehts nur um die Eitelkeiten der jeweiligen eigenen Sinngebung und noch nicht mal um die grundlegend existenziellen Probleme der Menschen, um die sich eine Regierung zu aller erst kümmern müsste.
Politiker sind heutzutage ohnehin schon nur mehr Marionetten der Wirtschaftstreibenden, die nicht einfach nur gewinnorientiert denken, sondern einzig und alleine Gewinnmaximierung mit allen Mitteln vor Augen haben und dabei auch skrupellos in Kauf nehmen, das ganze Gesellschaftsysteme auf der Strecke bleiben.. die dann ja selber schauen können, für sich irgendwie das Beste daraus zu machen,, und seien es pathologische Fanatiker und Hassprediger, denen es vollkommen egal ist ob die Selbstzufriedenen gut oder böse sind.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" der ihn dafür zu einem Auserwählten machte.
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#17
(19-01-2018, 21:45)Geobacter schrieb:
(18-01-2018, 22:06)Claro schrieb:
(16-01-2018, 22:40)Geobacter schrieb: Um mal einen Anfang zu machen behaupte ich jetzt, dass unsere Existenz für sich selbst keinen Sinn macht und dass wir unserer Existenz diesen Sinn schon selber geben müssen.
Hallo Geobacter,
abgesehen davon dass die Existenz augenscheinlich sinnvoll ist, wie gibt man etwas per se Sinnlosem einen Sinn?
Ich könnte dir jede Menge Beispiele nennen und zeigen, wo der selbst gegebene Sinn durch die alleinige Existenz wirklich nicht nachvollziehbar ist. Ich "glaube" sogar dass die alleinige Existenz überhaupt keinen Sinn macht. Und aus diesem Grund lehne ich auch strikt jegliches Diktat ab, mit dem ein vorgegebener Sinn von irgendwelchen "Augenscheinlichkeiten" abhängig gemacht wird, bzw. abhängig gemacht werden soll.

Meine persönliche Abneigung gegen alle Metaphysik, die über das absolut Notwendigste hinaus geht, rührt auch ganz sicher von daher.

Gruß an alle!
Ein einzelner Mensch alleine, ohne seiner Mitmenschen auf diese Welt geworfen, hätte weder eine Begrifflichkeit von irgendetwas noch ein Bewußtsein seiner selbst.
Es ist nicht gut für den Menschen alleine zu sein, steht geschrieben.
 
Ein einzelner Mensch ohne adäquates Gegenüber, ohne Mitmenschen wäre gar kein Mensch und hätte demnach auch keine Vorstellung von etwas wie Sinn oder Unsinn.
Erst dein Gegenüber gibt dir der Möglichkeit nach Sinn in deinem Leben, denn
erst Durch deinen Mitmenschen erkennst du dich überhaupt erst selbst als Mensch und kannst über Sinn und Unsinn nachsinnen.
Dein Nächster ist für dich also schon höchst sinnvoll.

Du hast dann die Freiheit darauf sinnvoll oder unsinnig zu reagieren.

und dabei brauchen wir noch nicht einmal die Metaphysik anzustrengen, denn das ist noch recht praktisch Gedacht.
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#18
(19-01-2018, 22:03)Geobacter schrieb: Hätte ich beinahe vergessen..
Wie man seinem Leben selbst einen Sinn gibt?  Das ist sehr schwierig.. weil die  ganzen Möglichkeiten die es dafür gibt so viele sind, dass das halbe Leben oft schon vorbei ist, bis man das Richtige für sich gefunden hat.

Ich würde einmal sagen, dazu müßte man erst die allgemein richtigen Ziele definieren.
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#19
(19-01-2018, 23:18)Ekkard schrieb: Sinnsuche:
Komisch, ich suche keinen Sinn, habe aber immer Aufgaben gefunden, die ich mit Freude abgearbeitet habe oder Pflichten, die halt zu erledigen waren.
Auch im so genannten Ruhestand ergeben sich ständig Aufgaben oder Pflichten, die global keinen Sinn haben aber doch Ziele darstellen. Mir macht deren "globale Sinnlosigkeit" aber keine Sorge.

Die Existenz von irgendetwas hängt ja auch nicht davon ab, ob sich der Einzelne dessen bewußt ist.

Was global sinnig oder unsinnig in Bezug auf unsere privaten, für uns sinnvollen Tätigkeiten ist, werden wir aller Wahrscheinlichkeit nach aus Mangel an Einsicht in die Zusammenhänge, auch nie erfahren.
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#20
(20-01-2018, 13:27)Geobacter schrieb: So meinte ich das auch.
"Der Sinn" findet einen schon selber. Manchmal dauerts halt länger, bis er einem auch Spaß macht, oder das Gefühl von Sicherheit und "ich werde gebraucht" vermittelt.

Aber nicht alle haben das Glück, mit und unter diesen günstigen Voraussetzungen zur Welt zu kommen. Ich denke da z.B. an junge Menschen noch viel mehr und an die vielen alten, einsamen und allein gelassenen Menschen nicht viel weniger.

Die Frage nach dem Sinn, stellt sich bei beiden irgend wann in ihrem Leben ganz sicher.
Das hat andersherum auch globale Auswirkungen. Und was die Radikalisierung der Sinngebungen angeht, die besonderer Maßen dem intersubjektiven Konstruktivismus zugeneigt sind, hat das Problem längst die Lokalen Ausmaße überschritten und sogar wesentlich dazu beigetragen, dass sich nicht nur die Beziehungen zwischen Orthodoxen und gemäßigten Weltanschauung zunehmend verschlechtern, sondern dass sogar manche europäischen Staaten keine stabile Regierung mehr zusammen kriegen. Und dabei gehts nur um die Eitelkeiten der jeweiligen eigenen Sinngebung und noch nicht mal um die grundlegend existenziellen Probleme der Menschen, um die sich eine Regierung zu aller erst kümmern müsste.
Politiker sind heutzutage ohnehin schon nur mehr Marionetten der Wirtschaftstreibenden, die nicht einfach nur gewinnorientiert denken, sondern einzig und alleine Gewinnmaximierung mit allen Mitteln vor Augen haben und dabei auch skrupellos in Kauf nehmen, das ganze Gesellschaftsysteme auf der Strecke bleiben.. die dann ja selber schauen können, für sich irgendwie das Beste daraus zu machen,, und seien es pathologische Fanatiker und Hassprediger, denen es vollkommen egal ist ob die Selbstzufriedenen gut oder böse sind.

Ja, so ist der Mensch nun einmal.
Keiner ist gut, jeder ist sich selbst am Nächsten und vertritt seine eigenen Interessen.

Deswegen auch die sinnige Empfehlung Jesu, jeder möge doch erstmal selbst den Balken vor seinen Augen entfernen, bevor er versucht den Splitter aus den Augen anderer zu entfernen.
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#21
(21-01-2018, 10:59)Das Claro schrieb:
(19-01-2018, 22:03)Geobacter schrieb: Hätte ich beinahe vergessen..
Wie man seinem Leben selbst einen Sinn gibt?  Das ist sehr schwierig.. weil die  ganzen Möglichkeiten die es dafür gibt so viele sind, dass das halbe Leben oft schon vorbei ist, bis man das Richtige für sich gefunden hat.

Ich würde einmal sagen, dazu müßte man erst die allgemein richtigen Ziele definieren.

Glaubst du denn, dass es solche allgemeinen Ziele, die für alle gleich gut gehen überhaupt gibt?
Und würde es da nicht wieder zu unendlich vielen Rivalitätskämpfen kommen, weil jeder meint, dass seine Ziele die allerbesten sind?
Ich glaub eher, wir brauchen zuerst mal  klar definierte Verbote die für alle gleich gelten. Wir brauchen Junge Menschen, die sich sicher an dem orientieren können, was an gesichertem Erfahrungswissen zur Verfügung steht und wir müssen ihnen am allerwichtigsten beibringen, dass Jeder/jedweder Glaube nur eine Schätzung oder Einschätzung ist, die es zu vergewissern gilt und dass wahr oder falsch nichts mit Schön oder Gut zu tun hat, denn dies liegt allein im Auge und Empfinden des Betrachters. Für Ziele die von irgendwelchen ideologischen Idealen her geleitet werden, bringen wir Menschen nicht alle die selben Voraussetzungen mit. Dafür bringen wir viele unterschiedliche Begabungen mit.. und in diesen Begabungen steckt alles drin, was unserem Leben eine Art Sinn geben kann.

Und andersherum.. Was kann Menschen mehr verwirren, als eine Hierarchie der Wahrheiten, die von irgendwelchen höheren Idealen hergeleitet werden, von denen man eigentlich sicher sein könnte, dass sie nichts anderes als Hirn-Konstruktionen sind, die weder mit der Natur unserer Welt, noch mit der Natur unseres Selbst etwas zu tun haben.
Bescheidenheit ist nur dann eine Art Tugend, wenn man sie nicht zur Tugend idealisiert. Auch die Idealisierung der Liebe als universelles Ideal ist  schlichtweg nichts anderes als Freiheitsberaubung seiner selbst und die des anderen.. Was kann einen Menschen mehr erschlagen als Schuldgefühle, von denen man nicht genau weis, warum sie überhaupt da sind? Auch die heiligsten unter den  Heiligsten, waren keine Heiligen, sondern einfach nur Menschen, denen man oft  so manch üble Charakterschwäche nachgesehen hat, nur, damit man sich seiner Liebe wegen,  selbst ein bisschen mehr  lieben kann. (Möchtest du dass ich dir solche Heilige aufzeige? Dann musst du ein bisschen Geduld mit mir haben, weil bei der Menge, könnte das einige Tage dauern,)

Vergiss es Claro. Auch Jesus ist über jene hergefallen (Geldwechsler im Tempel) die seine Gefühle verletzt haben. Er ist nicht zu ihnen hingegangen und hat seinen Jüngern vorgelebt was er ihnen lehrte. Und wenn noch nicht einmal Jesus selbst...??
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" der ihn dafür zu einem Auserwählten machte.
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#22
(21-01-2018, 16:44)Geobacter schrieb:
(21-01-2018, 10:59)Das Claro schrieb: Ich würde einmal sagen, dazu müßte man erst die allgemein richtigen Ziele definieren.

Glaubst du denn, dass es solche allgemeinen Ziele, die für alle gleich gut gehen überhaupt gibt?
Und würde es da nicht wieder zu unendlich vielen Rivalitätskämpfen kommen, weil jeder meint, dass seine Ziele die allerbesten sind?

Genau so ist es.
Deswegen ist Religion eben auch so problematisch, weil Ziele, Ideale, Moral etc. allzu oft absolut gesetzt werden.
Wie viel leichter und weniger versteift könnte das Leben eventuell aussehen, würden die Menschen Abkehr vom übergeordneten absoluten Sinn nehmen und sich bewusst werden, dass Sinn immer nur subjektiv und persönlich gegeben werden kann.

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#23
(21-01-2018, 16:44)Geobacter schrieb:
(21-01-2018, 10:59)Das Claro schrieb:
(19-01-2018, 22:03)Geobacter schrieb: Hätte ich beinahe vergessen..
Wie man seinem Leben selbst einen Sinn gibt?  Das ist sehr schwierig.. weil die  ganzen Möglichkeiten die es dafür gibt so viele sind, dass das halbe Leben oft schon vorbei ist, bis man das Richtige für sich gefunden hat.

Ich würde einmal sagen, dazu müßte man erst die allgemein richtigen Ziele definieren.

Glaubst du denn, dass es solche allgemeinen Ziele, die für alle gleich gut gehen überhaupt gibt?
Und würde es da nicht wieder zu unendlich vielen Rivalitätskämpfen kommen, weil jeder meint, dass seine Ziele die allerbesten sind?


Geobacter
Wenn du das konsequent weiterdenkst, dass du ohne deine Mitmenschen gar nicht Leben könntest, dass du auf deine Mitmenschen bezogen bist weil sie massgeblich an deinem Leben beteiligt sind, dann kann ich dich gar nicht verstehen bzw ernst nehmen wenn du meinst, die Liebe, also das Wohlwollen in Wort und Tat der Mitmenschen untereinander sei kein allgemein gültiges Gut.

Du kannst die Liebe beruhigt absolut setzen, denn kein Mensch kann ohne Liebe bzw Formen der Liebe leben.
Mit besten Grüßen
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#24
https://de.wikipedia.org/wiki/Utilitarismus



Zitat:Geobacter
Wenn du das konsequent weiterdenkst, dass du ohne deine Mitmenschen gar nicht Leben könntest, dass du auf deine Mitmenschen bezogen bist weil sie massgeblich an deinem Leben beteiligt sind, dann kann ich dich gar nicht verstehen bzw ernst nehmen wenn du meinst, die Liebe, also das Wohlwollen in Wort und Tat der Mitmenschen untereinander sei kein allgemein gültiges Gut.

Der Mensch ist in seiner Natur ein Narzisst, Opportunist und Gewohnheitstier.
Und das heißt, dass ihm die allgemeinen Güter schnell mal langweilig werden. Nur weil die Liebe kein allgemeines Gut ist, ist sie uns so erstrebenswert.

Zitat:Du kannst die Liebe beruhigt absolut setzen,

Was würde das bringen..? Liebe und Zuneigung muss man sich verdienen.. Nur weil fast alle Menschen nach Liebe und Zuneigung  streben und sich irgendwie darum bemühen.. leben wir doch in einer recht guten Welt.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" der ihn dafür zu einem Auserwählten machte.
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#25
(22-01-2018, 19:48)Geobacter schrieb: https://de.wikipedia.org/wiki/Utilitarismus



Zitat:Geobacter
Wenn du das konsequent weiterdenkst, dass du ohne deine Mitmenschen gar nicht Leben könntest, dass du auf deine Mitmenschen bezogen bist weil sie massgeblich an deinem Leben beteiligt sind, dann kann ich dich gar nicht verstehen bzw ernst nehmen wenn du meinst, die Liebe, also das Wohlwollen in Wort und Tat der Mitmenschen untereinander sei kein allgemein gültiges Gut.

Der Mensch ist in seiner Natur ein Narzisst, Opportunist und Gewohnheitstier.
Und das heißt, dass ihm die allgemeinen Güter schnell mal langweilig werden. Nur weil die Liebe kein allgemeines Gut ist, ist sie uns so erstrebenswert.


Geobacter,
Ja, mehr oder weniger Narzist ist der einzelne Mensch von Natur aus, da er Angst hat sein Leben zu verlieren.
Deswegen ist zuallererst einmal jeder sich selbst am Nächsten.
Von der Natur her gesehen, kann keiner sein Leben für seinen Nächsten aufopfern,
da es von der Natur aus gesehen mehr oder weniger sinnlos wäre.

„Keiner ist Gut…“ sagt Jesus hierzu.

Weil die Liebe lebensnotwendig ist, ist sie so erstrebenswert.



(22-01-2018, 19:48)Geobacter schrieb:
Zitat:Du kannst die Liebe beruhigt absolut setzen,

Was würde das bringen..? Liebe und Zuneigung muss man sich verdienen.. Nur weil fast alle Menschen nach Liebe und Zuneigung  streben und sich irgendwie darum bemühen.. leben wir doch in einer recht guten Welt.

Liebe und Zuneigung verdient man sich in aller Regel dadurch, dass man selbst liebesfähig wird und anderen Liebe und Zuneigung zuteil werden läßt.
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#26
(23-01-2018, 19:21)Claro schrieb: Von der Natur her gesehen, kann keiner sein Leben für seinen Nächsten aufopfern,
da es von der Natur aus gesehen mehr oder weniger sinnlos wäre.

Das ist so pauschal nicht richtig. Altruismus ist deshalb evolutionaer entstanden, weil er die Ueberlebenschance einer Gruppe verbessert. Liebe ist in der Hinsicht ein gewisses Gluecksspiel, indem sie die normale Aggression zumindest momentan hemmt, um die Chance zu verringern, dass Angehoerige der eigenen Gruppe Opfer solcher Aggression werden. Dass das im Einzelfall keinen konkreten Nutzen haben mag, liegt wohl daran, dass Gefuehle ja eben dann greifen sollen, wenn man keine Zeit hat, grossartig ueber Kosten-/Nutzen-Fragen nachzudenken, bevor man handelt. Unser Gefuehlssystem hat sich in Zeiten entwickelt, als Menschen noch in kleinen Gruppen lebten, wo meist sowieso jeder mit jedem irgendwie verwandt war, altruistisches Verhalten also im Normalfall fast immer dem eigenen Genpool nutzte, und das kann auch schon mal das Opfern des eigenen Lebens beinhalten.
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#27
(24-01-2018, 12:49)Ulan schrieb:
(23-01-2018, 19:21)Claro schrieb: Von der Natur her gesehen, kann keiner sein Leben für seinen Nächsten aufopfern,
da es von der Natur aus gesehen mehr oder weniger sinnlos wäre.

Das ist so pauschal nicht richtig. Altruismus ist deshalb evolutionaer entstanden, weil er die Ueberlebenschance einer Gruppe verbessert. Liebe ist in der Hinsicht ein gewisses Gluecksspiel, indem sie die normale Aggression zumindest momentan hemmt, um die Chance zu verringern, dass Angehoerige der eigenen Gruppe Opfer solcher Aggression werden. Dass das im Einzelfall keinen konkreten Nutzen haben mag, liegt wohl daran, dass Gefuehle ja eben dann greifen sollen, wenn man keine Zeit hat, grossartig ueber Kosten-/Nutzen-Fragen nachzudenken, bevor man handelt. Unser Gefuehlssystem hat sich in Zeiten entwickelt, als Menschen noch in kleinen Gruppen lebten, wo meist sowieso jeder mit jedem irgendwie verwandt war, altruistisches Verhalten also im Normalfall fast immer dem eigenen Genpool nutzte, und das kann auch schon mal das Opfern des eigenen Lebens beinhalten.

Du hast recht, es ist in der Kürze mißverständlich ausgedrückt und so verallgemeinert nicht richtig,
Denn wir erkennen in der Natur zu genüge Formen von „Zuneigung“ wo eines das andere bedingt.
In der Natur geschieht dies aber bewußtlos, deswegen kann man in der Natur auch nicht von Liebe sprechen, sondern es ist eine Gesetzmäßigkeit die keinen anderen Spielraum zuläßt.
Wenn du dich in den Finger schneidest heilt es in aller Regel von selbst, ob du willst oder nicht.

Liebe ist auch kein Gefühl.
Liebe ist die höchste Form geistiger Tätigkeit, denn sie setzt das Erkennen und Verstehen des geliebten Objektes voraus.
Deswegen kann es Liebe auch nur unter Subjekten geben.

Kein Mensch kann ein Tier und schon gar keinen Gegenstand lieben.
Das ist dann eine Art zuneigen bis hin zum Fetischismus

Beste Grüße
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#28
(26-01-2018, 18:55)Claro schrieb: Liebe ist auch kein Gefühl.
Liebe ist die höchste Form geistiger Tätigkeit, denn sie setzt das Erkennen und Verstehen des geliebten Objektes voraus.
Deswegen kann es Liebe auch nur unter Subjekten geben.

Kein Mensch kann ein Tier und schon gar keinen Gegenstand lieben.
Das ist dann eine Art zuneigen bis hin zum Fetischismus

Das ist dann wohl eher Deine Privatdefinition, der ich entschieden widerspreche. Natuerlich ist Liebe ein Gefuehl, ein sehr starkes sogar. Oft genug widersetzt sich dieses auch recht stark unserer "geistigen Taetigkeit" und laesst uns gegen besseres Wissen handeln. Und natuerlich kann Liebe auch einseitig sein, setzt also keinerlei menschliches Gegenueber voraus. Wir koennen auch Ideen lieben, Landschaften, etc. Im Prinzip wuerde ich uebrigens auch Gottesliebe in die letztere Kategorie einordnen, denn da ist ja auch kein erkennbares Subjekt das Ziel dieser Liebe.

Dass der Mensch dazu neigt, ueber alles nachzudenken und auch diese Gefuehle versucht irgendwie rational zu erfassen und mit Sinn zu erfuellen, ist davon unberuehrt. Dein letzter Satz geht dann sowieso in Richtung sexueller Attraktion, zu der ich gar nichts gesagt habe.
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#29
(26-01-2018, 20:57)Ulan schrieb:
(26-01-2018, 18:55)Claro schrieb: Liebe ist auch kein Gefühl.
Liebe ist die höchste Form geistiger Tätigkeit, denn sie setzt das Erkennen und Verstehen des geliebten Objektes voraus.
Deswegen kann es Liebe auch nur unter Subjekten geben.

Kein Mensch kann ein Tier und schon gar keinen Gegenstand lieben.
Das ist dann eine Art zuneigen bis hin zum Fetischismus

Das ist dann wohl eher Deine Privatdefinition, der ich entschieden widerspreche. Natuerlich ist Liebe ein Gefuehl, ein sehr starkes sogar. Oft genug widersetzt sich dieses auch recht stark unserer "geistigen Taetigkeit" und laesst uns gegen besseres Wissen handeln. Und natuerlich kann Liebe auch einseitig sein, setzt also keinerlei menschliches Gegenueber voraus. Wir koennen auch Ideen lieben, Landschaften, etc. Im Prinzip wuerde ich uebrigens auch Gottesliebe in die letztere Kategorie einordnen, denn da ist ja auch kein erkennbares Subjekt das Ziel dieser Liebe.

Dass der Mensch dazu neigt, ueber alles nachzudenken und auch diese Gefuehle versucht irgendwie rational zu erfassen und mit Sinn zu erfuellen, ist davon unberuehrt. Dein letzter Satz geht dann sowieso in Richtung sexueller Attraktion, zu der ich gar nichts gesagt habe.

Liebe ist ein spezieller Begriff denn man sichtlich aufweichen kann.
Liebe ist die Tätigkeit des Subjekt woraus Tatsachen hervorgehen die objektiv sind, die du verallgemeinern kannst.

Liebe setzt Reflektionvermögen voraus.
Nur Subjekte können reflektieren, können sich selbst zum Objekt, zum Gegenstand ihrer eigenen Anschauungen machen.
Das bin ich und das sollte ich…
Nur Gott und der Mensch ist Subjekt, weil nur Gott und der Mensch über Geist verfügen.
Der Geist als die Form des Denkens.

Gefühle sind rein subjektiv.
Gefühle kannst du nicht verallgemeinern.

Wenn du Fetischismus liest, hat das vorerst einmal nichts mit Sexualität zu tun.
Fetischismus ist es, wenn in Gegenständen die eigenen Wünsche projiziert und diese Gegenstände dann verehrt werden.
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#30
(26-01-2018, 21:55)Claro schrieb: Liebe ist ein spezieller Begriff denn man sichtlich aufweichen kann.

Sicher. Das habe ich ja an Deiner Ausfuehrung fuer nicht akzeptabel gehalten. Die Grunddefinition von "Liebe" ist erst mal, dass Liebe ein Gefuehl ist. Aber bereits an dieser Stelle hast Du den allgemein gueltigen Boden der Definitionen verlassen.

(26-01-2018, 21:55)Claro schrieb: Liebe ist die Tätigkeit des Subjekt woraus Tatsachen hervorgehen die objektiv sind, die du verallgemeinern kannst.

Das ist ein Satz, der so gut wie inhaltsleer ist. Aus allen Taetigkeiten gehen objektive Tatsachen hervor. Bleibt also die Frage, was an Liebe "Taetigkeit" ist. Unser Hirn "tut" also was, was auch nichts Besonderes ist.

(26-01-2018, 21:55)Claro schrieb: Liebe setzt Reflektionvermögen voraus.

Nein. Liebe kann ja durchaus eine sehr einseitige Angelegenheit sein oder uns gegen unseren Willen treiben.

(26-01-2018, 21:55)Claro schrieb: Nur Gott und der Mensch ist Subjekt, weil nur Gott und der Mensch über Geist verfügen.

Dies ist eine Glaubensaussage, die jeder glauben kann oder auch nicht. Insofern kann ich auch dies ohne weitere Begruendung verwerfen.

(26-01-2018, 21:55)Claro schrieb: Der Geist als die Form des Denkens.

Gefühle sind rein subjektiv.
Gefühle kannst du nicht verallgemeinern.

Das sind alles so Saetze, die ohne Einordnung im luftleeren Raum stehen. Was genau kann man hier "verallgemeinern", und was genau nicht?

(26-01-2018, 21:55)Claro schrieb: Wenn du Fetischismus liest, hat das vorerst einmal nichts mit Sexualität zu tun.
Fetischismus ist es, wenn in Gegenständen die eigenen Wünsche projiziert und diese Gegenstände dann verehrt werden.

Ja sicher, das trifft aber bei Ideen als Liebesobjekt nicht zu. Fuer mich besteht uebrigens hier kein Unterschied dazu, ob Du jetzt Gott liebst oder das Vaterland. Beides sind Ideen, die prinzipiell die Liebe nicht erwidern.
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