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Subjektiver Konstruktivismus.
#61
@dharma: Was kann man wissen, was muss man glauben? Wir bewegen uns in einem Bereich der (mentalen) Konstruktion. An der gibt es nichts zu messen, sondern nur die Konventionen zu kennen, auf deren Grundlage sie beruhen. Meistens kann man die Konventionen (Grundannahmen, Definitionen etc.) ganz gut erkennen. Und man kann ihnen zustimmen oder sie ablehnen.

Anders beim Wissen, selbst wenn "Bäckereifachverkäufer Schulz" von Atomen erzählt. Meistens handelt es sich dabei um Meinungen, die sich aufgrund von Veröffentlichungen bilden und mehr den eigenen Zustand beschreiben. Aber nehmen wir einmal an, er referiert Messergebnisse und derzeit gesichertes Wissen: In dem Fall kann man die Messergebnisse irgendwo nachlesen (möglichst aus anderer Quelle). Glauben geht anders und ist häufig schlampiger, weil es den Leuten in dem Moment gleichgültig ist.
Hier im Forum versuchen wir, Glaube und Wissen auseinander zu halten und zudem möglichst zu den Konventionen (des Glaubens) und den Wurzeln des Wissens vorzudringen. Das kann schon mal heftig werden ...
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#62
(11-02-2018, 18:09)dharma schrieb:
(11-02-2018, 02:26)Ulan schrieb: Die Wissenschaft ist da insofern "ehrlicher", dass sie im Prinzip immer von "derzeit gueltige Annahme, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Annahme sich als falsch herausstellt oder modifiziert werden muss" spricht. Wissenschaft handelt nicht mit Wahrheiten; dort geht's um Verifizierung. Religion hat ein solches Korrektiv nicht.

Na mal ehrlich. Die meisten Menschen, die sich auf die Wissenschaft berufen, sind keine Wissenschaftler und können daher gar nicht beurteilen, wie Studien zu lesen sind oder wie stimmig eine Theorie ist. Die glauben auch nur, weil sie die Wissenschaftlichen Autoritäten für überzeugend halten, nicht weil sie etwas selbst erforscht hätten. Für die meisten Menschen ist Wissenschaft und Religion eine Frage des Vertrauens, nicht mehr.

Das ist richtig. Das gilt in gewissem Sinn uebrigens auch fuer Wissenschaftler selbst. Nicht mal auf dem engen, kleinen Fachgebiet kann man alles nachpruefen. Man kann bestenfalls eine Plausibilitaetsabwaegung anhand der eigenen Erfahrung machen. In interessanten Gebieten kommen Fehler aber recht schnell heraus.

Allerdings war das ueberhaupt nicht die Stossrichtung meiner Aussage. In meiner Diskussion mit Claro kam heraus, dass er damit hadert, dass Wissenschaft keine absolute Wahrheit produziert. Die prinzipielle Fehlerhaftigkeit aller menschlicher Erkenntnis scheint ihn schwer anzugehen. Er sucht dabei Zuflucht in vermeintlich absolut Gueltigem. Das wird ja auch deutlich, dass er nur von "Verifizieren" redet. Ich sehe immer wieder wie hier ein Mangel der meisten religioesen Aussagen, naemlich die fehlende Falsifizierbarkeit, zu einem Vorteil umgedeutet wird. Weil man viele religoese Aussagen nicht falsifizieren kann, sind sie anscheinend ewig, ein Anker im Fluss unserers Daseins. Natuerlich macht sie das fuer einen wissenschaftlich denkenden Menschen von vorneherein wertlos was Erkenntnis angeht.

Dass religioese Aussagen trotzdem Beduerfnisse erfuellen, ist natuerlich richtig. Deswegen erfreuen sie sich ja grosser Beliebtheit.
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