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Erdogan trifft Franziskus
#1
Da haben sich einerseits zwei Staatsoberhäupter getroffen, aber es sind auch zwei Religionsführer.
Papst Franziskus wird als Nachfolger Petrus gehandelt
Erdogan fühlt sich wohl als Nachfolger Mohammeds.

Kann es da zu einem gemeinsamen friedlichen Weg kommen?
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#2
Nun, Erdogan hat um eine Audienz angesucht und hat sie gewährt bekommen. Was sich hinter dem Wunsch, den Papst zu treffen, verborgen hat, werden wir vielleicht später erfahren. Ebenso, was den Papst bewogen hat, ihm die Audienz einzuräumen.

Erdogans Vorbild ist – es mag eigenartig klingen – Mustafa Kemal.  Wie einst dieser, will er die Türkei beherrschen und ihr nachhaltig seinen Stempel aufdrücken. Nur anders herum. Dazu sind ihm alle Mittel recht. Mittlerweile gibt es in der Türkei keine freie Presse mehr, säkulare Elemente in der Verwaltung sind zurückgedrängt bis ausgeschaltet, die Gewaltenteilung und die Trennung von Religion und Staat sind praktisch aufgehoben. Seine einstigen religiösen Mitstreiter hat er eliminiert. Den Sufismus, der in der Türkei – insbesondere in den Eliten – seit jeher stark verankert gewesen war, hat er mit nahezu paranoiden Schuldzuweisungen an die Gülen-Bewegung in der Gesamtheit nachhaltig diskreditiert.

Dass die Türkei mittlerweile zur Diktatur verkommen ist und Erdogan zum Diktator taugt, lässt sich nicht weg reden. Zum religiösen Führer innerhalb der islamischen Gemeinschaft taugt Erdogan hingegen nicht. Selbst als die Osmanen zur Zeit ihrer größten Machtentfaltung das Kalifat usurpiert hatten, wurde der türkische Sultan-Kalif von den beherrschten Arabern nicht als ihr religiöser Führer anerkannt, sondern als Unterdrücker abgelehnt.
MfG B.
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