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Papst Franziskus : 5-Jahres-Bilanz
#1
Guten Tag,

... Papst Franziskus ist nun 5 Jahre im Amt. Aus der Perspektive einiger wirkt er inzw. eher blass. Ich denke, aber dass ein Papst als Amtsträger eben doch mehr grauen Alltag ausgesetzt ist statt Blitzlichtgewitter. Das die Argentinier etwas verärgert sind, weil er um sein Heimatland angeblich einen Bogen macht war mir neu.

Ich denke, dass ein Papst heute sicherlich schnell erkennt, dass sein Einfluß für Veränderungen sehr endlich ist, denn ohne die Unterstützung der KURIER läuft eben einfach nichts im Vatikan.

Die Gläubigen in Südamerika verstehe ich nicht ganz : viele scheinen vergessen zu haben, dass ein Papst nicht zaubern kann sondern auch nur ein Mensch ist.
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#2
Hallo Kreutzberg,

ich selbst bin nach wie vor großer Fan von Papst Franziskus (obwohl ich grundsätzlich die Hierarchie der katholischen Kirche auch kritisch sehe).
Was viele Europäer oft nicht sehen ist, dass der Papst sämtliche Kontinente vertritt. Gerade die Afrikaner sind in vielen Punkten wesentlich konservativer als die Europäer (Thema Scheidung, Verhütung, Homosexualität, ect.).
Die muss er alle irgendwie unter einen Hut bringen.
Dafür hat der doch schon einiges bewirkt.
Und er hat der katholischen Kirche wichtige Eigenschaften zurück gegeben:
Demut und Bescheidenheit.

Viele Grüße,
Georg
KAISER BARBAROSSA RIEF AUF EINMAL "HOSSA"
(Infoverlag/ Georg C. Peter)
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#3
Deine Aussage lässt faktisch den Rückschluss zu, dass die Päpste zuvor nur "zentraleuropäische Anschauungen und Interessen" vertreten haben. Von Amts wegen haben die Päpste der Vergangenheit stets betont Anwalt der kleinen Leute zu sein, was sie durch die tradierten Verwaltungsgepflogenheiten aber niemals umsetzen konnten. Das scheint m. E. eine wichtige Kernwahrheit zu sein.
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#4
Hallo Kreutzberg,

da gab es wohl ein Missverständnis.
Ich wollte lediglich zum Ausdruck bringen, dass oftmals nicht DER PAPST neue Reformen ablehnt, sondern die KONTINENTE, die er vertritt.
Wir in Europa finden beispielsweise die Homo-Ehe überwiegend o.k. (insofern wäre sie vielleicht auch für die Kirche durchsetzbar),
für die - recht konservative - katholische Kirche IN AFRIKA wäre sie hingegen kaum vorstellbar.

Grüße Georg
KAISER BARBAROSSA RIEF AUF EINMAL "HOSSA"
(Infoverlag/ Georg C. Peter)
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#5
Das was Du sagst ist sicherlich durchaus bedeutsam, weil es die Glaubwürdigkeit im Kern betrifft. Wenn ein Papst in Afrika andere Grundsatz vertritt als in Lateinamerika werfen Kritiker im sicherlich Beliebigkeit vor. Das ist im Kern ein Teufelskreis. Wenn der Vatikan nun nur in prosperierende Gemeinden aufsucht dann könnten Kritiker anführen, dass Europa weitgehend vom Vatikan vernachlässigt wird. Die RKK-Führungselite muss begreifen, dass Meinungspluralität zur Kirche des 21. Jahrhunderts dazugehört. Soweit ist die Kurie in Rom jedoch  noch lange nicht auch wenn die Reformer nun in der Mehrheit sein sollten.
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#6
Ich hatte auch schon darauf hingewiesen, dass die deutschen Katholiken, was die Anhaengerschaft der RKK angeht, eher untypisch sind und die Meinung der Glaeubigen in Deutschland demnach reichlich irrelevant fuer die Entwicklung dieser Kirche ist.
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#7
Irgendjemand sagte mal: "Gott hat zugesichert, dass die Kirche immer Bestand haben wird, aber von Deutschland sprach er nicht." Es wird aber oft übersehen. Für die Entwicklung der Kirche ist es völlig unerheblich, ob es eine RKK in Deutschland irgendwann nicht mehr geben wird. Das wird bei den ganzen Ökumene-Geschichten völlig außer Acht gelassen: Es ist völlig unerheblich, was die deutsche RKK mit den hiesigen Protestanten abspricht, solange sich nicht die Weltkirche und Rom in dieser Richtung bewegt, kann kein Priester und kein Bistum irgendetwas zentrales verändern.
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#8
Wenn man die Problematik einmal nüchtern ansieht so wächst doch die Anzahl der Katholiken weltweit immer noch. Ob der Vatikan nun seine zukünftigen Prioritäten in den Wachstumsregionen sieht kann man nur vermuten.

Die Ökomene ist m. E. nur ein Schritt in die richtige Richtung. Eine inhaltliche Erneuerung müsste kommen, aber die Experten der Kurier sind sich sicherlich  nicht einig wie diese konkret aussehen soll. Papst Franziskus ist somit ein Opfer der Entwicklung und möglicherweise nur ein Papst des Übergangs. Einen guter, neuer Reformator im Vatikan ist mir allerdings bis dato noch nicht aufgefallen.
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#9
In meinen Augen ist er eh einer der Besten die wir bis jetzt hatten. Zumindest wenn ich ihn mit unserem vorherigen Gottesvertreter vergleiche.
Nicht alles lässt sich wissenschaftlich erklären
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#10
Hallo Laurent. Herzlich willkommen im Forum.

(21-04-2018, 20:00)Laurent7 schrieb: In meinen Augen ist er eh einer der Besten die wir bis jetzt hatten.

Ja. Dem kann man beipflichten. Er strahlt Menschlichkeit aus und lebt das vor, wofür er steht. Seine Sorge für die Armen der Welt, ist mehr als rhetorische Übung.

(21-04-2018, 20:00)Laurent7 schrieb: Zumindest wenn ich ihn mit unserem vorherigen Gottesvertreter vergleiche.

Das sehe ich auch so. K. Ratzinger hat sich im Laufe seiner Karriere von einem für neue Ideen offenen jungen Theologen zu einem alte Strukturen erhaltenden Kirchenmann entwickelt. Das hat seinem Fortkommen gut getan. Im Gegensatz zu H. Küng, einem seiner Wegbegleiter in jungen Jahren, der diese Wandlung nicht mitgemacht hatte.

Als eine dem Franziskus vergleichbare Lichtfigur wäre Benedikt XIV. (Prospero Lambertini) anzumerken.

Die Schattenseite des Franziskus ist dessen Überzeugung, dass der Mensch ständig vom Teufel bedrängt wird (siehe HIER (klick!)). Und er ist davon überzeugt, dass man, wenn "Besessenheit" erkennbar sei, dem durch Exorzismus entgegenwirken könne und müsse.
MfG B.
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