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Mehr als Meinung!
#1
Nach unten stehendem Artikel ist Philosophie mehr als Meinung; denn philosophische Aussagen müssen begründet sein. Aber selbst das reicht nicht immer. Es gehören dazu Wege von bestimmten Voraussetzungen und Ausgangspunkten zur Aussage sowie Regeln, denen man dabei gefolgt oder denen man bewusst ausgewichen ist. Hier der Schluss-Satz des Artikels aus »Spektrum«

"Die Geschichte der europäischen Philosophie ist nicht nur eine Geschichte des Herumüberlegens daran, was bloß Meinung und was mehr ist; sondern auch eine Geschichte des Verunsicherns von Berufsbescheidwissern – und das ist, wie ich meine, eine schöne und bewahrenswerte Tradition."

Matthias Warkus
Matthias Warkus ist Philosoph und lehrt an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Er ist unter anderem verantwortlicher Redakteur der »Deutschen Zeitschrift für Philosophie« und Autor der Kolumne »Warkus' Welt« bei »Spektrum.de«.

Link zum vollständigen Artikel: *https://www.spektrum.de/kolumne/philosophie-ist-mehr-als-meinung/1558652
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#2
Philosophie ist auf jeden Fall mehr als Meinung, und eine 'ernsthafte' Philosophie sollte sich m.E. auch an geltende philosophisch-logische Gesetze wie z.B. 'Humes Law' halten, und auch ansonsten philosophische Errungenschaften (wie z.B. die der Aufklärung) nicht außer acht lassen.
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#3
Korrekt! Nach David Hume (1711–1776) kann nicht und soll nicht von deskriptiven (beschreibenden) auf normative Aussagen 'geschlossen' werden. Zitat aus dem Wikipedia-Artikel zu "Humes Gesetz": "Dem Leser wird empfohlen, aufmerksam darauf zu achten, ob eine Erklärung oder Begründung für ihre Schlüsse von Beschreibungen auf Sollensaussagen angeführt wird."
Viele Autoren gehen nämlich klammheimlich (ohne nähere Begründungen) von Seins-Aussagen zu Sollens-Aussagen über.

Beachtenswert ist ferner der "Naturalistische Fehlschluss", der ebenfalls den Schluss von Tatsachenbeschreibungen auf normative Aussagen ausschließt (steht im gleichen Artikel!). Im wesentlichen kann eine Sache/Sachlage nicht "gut" (oder schlecht) genannt werden, weil "gut" nicht normativ festgelegt werden kann. Darauf ist in einer Reihe von Forumsbeiträgen bereits hingewiesen worden.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#4
Philosophie und Meinung sind zweierlei.
Was ist der Unterschied? Nun, eine Meinung kann ich begründen, muss es aber nicht. Theoretisch kann ich jede noch so abstruse Meinung haben, ohne mich dafür rechtfertigen zu müssen.
Philosophiere ich aber, so muss meine Argumentation den Richtlinien der Logik folgen. Ich muss mich aktiv mit einem Sachverhalt auseinandersetzen und hierbei Verstand und Rationalität einsetzen bzw. meine Gedanken daran messen. Unbegründete Soll-Annahmen sind zu vermeiden. Derlei Vorgehensweise unterschiedet die Philosophie auch fundamental von anderen Bereichen, die im Alltagsleben ebenfalls gerne mal unter diesen Begriff fallen (man denke nur an Buchläden, in welchen Bücher zu Philosophie, Esoterik, Alltagsratgeber, Religion etc. alle in der gleichen Ecke stehen).
Philosophie bedarf einer logischen Argumentation. Eine Meinung nicht per se.

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#5
Zustimmung! Ungefähr so hat Warkus im eingangs erwähnten Artikel argumentiert.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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