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RE: Prophezeiungen und Weltuntergang im heutigen religioesen Diskurs - Ulan - 22-05-2023 (22-05-2023, 20:59)Sinai schrieb:(22-05-2023, 19:22)Geobacter schrieb: Was die berühmten Stämme Israel angeht, weis man aber, dass deren Vorfahren allesamt . . . Das wird aber doch in der Bibel so beschrieben. Die israelitischen Staemme lebten von Viehdiebstahl und Raubueberfaellen auf ihre Nachbarn. Die Bibel hat kein Problem mit diesen Beschreibungen, weil das wohl der Normalzustand war. Eine der Thesen, was diesen israelitischen Bund eigentlich ausmachte, ist, dass es sich um ein loses Militaerbuendnis handelte, das dann aufgerufen wurde, wenn einer der maechtigeren Nachbarn ueberfallen und ausgeraubt werden sollte. Das aelteste Lied in der Bibel beschreibt ja die Vorbereitung und Durchfuehrung eines solchen Raubzugs, wobei auch noch gleich andere, eigentlich heilige Regeln der Gegend verletzt werden (ein Gast, dem Sicherheit versprochen wird, wird heimtueckisch ermordet, wozu man sich dann gratuliert). Auch Genesis beschreibt solche Raubzuege. Die moralischen Vorstellungen waren damals schon ganz andere. Und das mit den Vorhaeuten ist auch aus der Bibel. Die Soldaten schnitten die Vorhaeute den erschlagenen Gegnern ab und bekamen Praemien nach Anzahl dieser "Trophaeen". RE: Prophezeiungen und Weltuntergang im heutigen religioesen Diskurs - Sinai - 22-05-2023 (22-05-2023, 21:47)Ulan schrieb: ein Gast, dem Sicherheit versprochen wird, wird heimtueckisch ermordet, wozu man sich dann gratuliert Klingt spannend. Wo kann man das nachlesen? (22-05-2023, 21:47)Ulan schrieb: Auch Genesis beschreibt solche Raubzuege. Schwer vorstellbar. Die Thora endet mit dem Tod Mose. Erst danach begann der Überfall auf Jericho RE: Prophezeiungen und Weltuntergang im heutigen religioesen Diskurs - Geobacter - 22-05-2023 (22-05-2023, 20:59)Sinai schrieb:(22-05-2023, 19:22)Geobacter schrieb: Was die berühmten Stämme Israel angeht, weis man aber, dass deren Vorfahren allesamt . . . Das mit den Lämmern die manchmal wie Wölfe reden, steht ja schon in den Prophezeiungen der Bibel. Schlimmer sind aber immer noch all diese Wölfe die meinen, dass wenn sie Kreide und besonders viel fromme Druckerschwärze fressen, einer höheren, von Gottes Gnaden privilegierten, herrschaftlichen Elite besonders WICHTiger Auserwählter anzugehören, welche Gott den ihren Willen als seinen eigenen diktieren dürfen und den sie dann durch Auslegung und Deutung angeblich heiliger Schriften (Gottes Wort) ihren Mitmenschen zur Durchsetzung ihrer Interessen aufzwingen. Notfalls auch durch schönes Geschwätz, oder öfter mal auch mittels Brandschatzung, Mord und Totschlag. Dass solche "Halbpfosten" immer dann wenn sie ein paar ihrer Felle davonschwimmen sehen, sich das Ende der Welt herbei sehen, damit die göttliche Gerechtigkeit endlich wieder für Ordnung und mehr Anstand sorgen kann.. ist natürlich kennzeichnend für solche und auch all die anderen falschen "Israeliten"............ RE: Prophezeiungen und Weltuntergang im heutigen religioesen Diskurs - Ulan - 22-05-2023 @Sinai: Ah, da hast Du die zwei Sachen herausgepickt, die ich nicht ganz korrekt erinnert habe. Das Lied von Debora mit dem Mord an Sisera waehrend seiner Bewirtung kannst Du ja nachlesen. Versprochen wurde ihm nichts. Die andere Stelle war ueber Ephraim in 1 Chronik 7, der im noerdlichen Israel Staedte gruendete, und zwei seiner Soehne werden von den Philistern der Stadt Gat, wo sie fuer einen versuchten Viehdiebstahl hingehen, erwischt und erschlagen. Ephraim zeugt dann Ersatz. Das ist eine Version der Geschichte Israels ohne Moses oder Aegypten, aber mit Josua, ueber die wir schon ausfuehrlich geredet haben. RE: Prophezeiungen und Weltuntergang im heutigen religioesen Diskurs - Geobacter - 23-05-2023 (22-05-2023, 22:01)Sinai schrieb:(22-05-2023, 21:47)Ulan schrieb: ein Gast, dem Sicherheit versprochen wird, wird heimtueckisch ermordet, wozu man sich dann gratuliert Inspiriert durch die Zehn Gebote und seine 5. Bücher, die er auf dem Sterbebett noch schnell niedergeschrieben hat. RE: Prophezeiungen und Weltuntergang im heutigen religioesen Diskurs - Sinai - 02-06-2023 Beitrag #142 (20-05-2023, 20:10)konform schrieb:(20-05-2023, 19:40)Sinai schrieb:(20-05-2023, 19:29)konform schrieb: Allerdings sind zwei Weltkriege vorhergesagt. Was Du immer mit den Euphrat hast. Christentum und Theologie › euphratisches Israel > Beitrag #1 (18-08-2019, 16:28)Sinai schrieb: Das euphratische Israel RE: Prophezeiungen und Weltuntergang im heutigen religioesen Diskurs - Ulan - 02-06-2023 Der Euphrat war fuer lange Zeit die Grenze zwischen dem Roemischen und dem Persischen Reich, woher wohl die Relevanz in der Offenbarung stammt, weil das damals jedem bewusst war. Die alttestamentarische Relevanz stammt von der Selbstdefinition Assyriens her, das den Euphrat als die Westgrenze seines Kernlandes sah, also Assyrien im eigentlichen Sinne. Da z.B. ein biblisches Buch wie das Deuteronomium (5. Mose) die Form von einem typischen assyrischen Vasallenvertrag uebernommen hat - bis in einzelne Formeln - und die Vasallen halt "jenseits des Euphrats" sassen (aus assyrischer Sicht natuerlich westlich), hat die Bibel das wohl von dort gleich mit uebernommen. Teil Israels war das nie, auch wenn das wohl Salomo zugeschrieben wird. Nur, weder fuer Salomo noch fuer solch ein Herrschaftsgebiet existiert auch nur die Spur eines historischen Hinweises, woher ja auch die These stammt, dass der historische "Salomo" eigentlich der assyrische Koenig Salmanassar III. (Salmānu-ašarēd III.) war. Auch andere biblische Texte deuten auf assyrische Quellen, wie der Tempelbaubericht, der auffaellig an den an Sanheribs „Palast ohnegleichen“ in Ninive erinnert. Aber wie gesagt, waehrend die Bedeutung des Euphrats als Grenzfluss urspruenglich auf assyrische Quellen hinweist, ist die fuer diesen Thread relevante Offenbarung wohl eher am Euphrat als Grenzfluss zwischen Rom und Persien interessiert. Das "euphratische Israel" ist ansonsten fuer diesen Thread weitgehend uninteressant. RE: Prophezeiungen und Weltuntergang im heutigen religioesen Diskurs - Sinai - 02-06-2023 (02-06-2023, 23:34)Ulan schrieb: Da z.B. ein biblisches Buch wie das Deuteronomium (5. Mose) die Form von einem typischen assyrischen Vasallenvertrag uebernommen hat Dieser Satz klingt sehr interessant Wie meinst Du das mit der Form ? (02-06-2023, 23:34)Ulan schrieb: Nur, weder fuer Salomo noch fuer solch ein Herrschaftsgebiet existiert auch nur die Spur eines historischen Hinweises Die Historie beginnt mit der Erfindung der Schrift. Der Zeitpunkt war regional unterschiedlich Wenn nun außerhalb der Bibel kein anderer historischer Hinweis auf Salomon und sein Herrschaftsgebiet vorhanden ist, so könnte das zweierlei sagen: Entweder waren die Nachbarn Analphabeten oder ging Schriftmaterial verloren in der langen Zeit. RE: Prophezeiungen und Weltuntergang im heutigen religioesen Diskurs - Ulan - 04-06-2023 (02-06-2023, 23:52)Sinai schrieb: Dieser Satz klingt sehr interessant Da das ein kulturhistorisches Thema ist und hier off-topic, habe ich einen Beitrag im passenden Unterforum zur Beziehung des Deuteronomiums zu assyrischen Texten geschrieben: https://religionsforum.de/showthread.php?tid=11120 (02-06-2023, 23:52)Sinai schrieb: Die Historie beginnt mit der Erfindung der Schrift. Der Zeitpunkt war regional unterschiedlich Das ist hier zwar auch off-topic, aber kurz: die Behauptungen der Bibel zu Salomon sind so aussergewoehnlich, dass seine direkten Nachbarn Assyrien und Aegypten gewesen waeren, beides uralte Schriftkulturen, die den endbronzezeitlichen Kollaps ueberstanden hatten. Sie wissen nichts von irgendeinem angeblichen Grossreich Israel. Archaeologische Hinweise darauf gibt es auch nicht. Solche Behauptungen erfuellen damals wie heute den gleichen Zweck: Rechtfertigung fuer Kriege gegen die Nachbarn, die angeblich eigenes Territorium "gestohlen" haetten. Womit wir dann doch noch die Kurve zum Thema bekommen haben, falls wir einen Atomkrieg als "Weltuntergang" definieren wollen. Dass einer der Hauptzwecke auch des Pentateuch die Rechtfertigung der Landnahme von den eigentlichen Besitzern des Landes darstellt, findet man in Kommentaren zur Bibel ueberall. So unschuldig ist die Formel vom "gelobten Land" dann doch nicht. RE: Prophezeiungen und Weltuntergang im heutigen religioesen Diskurs - Sinai - 04-06-2023 Das Wikipedia nennt Juda ein eisenzeitliches Königtum "Unter David gewann der Staat seine größte Ausdehnung. ( . . . ) Salomo regierte ungefähr ab 965 . . . " Juda (Reich) - Wikipedia RE: Prophezeiungen und Weltuntergang im heutigen religioesen Diskurs - Ulan - 04-06-2023 Das interessiert niemanden. Ich sprach von historischen Befunden, und da gibt's keine. Der von Dir zitierte Artikel sagt ja gleich zu Anfang: "Da über weite Strecken die biblischen Texte die einzigen Quellen darstellen und deren Wert für eine historische Auswertung umstritten ist, liegen einige Abschnitte der Geschichte Judas im Dunkeln." Und fuer Salomo ist die Bibel die einzige Quelle. Es gibt weder irgendwelche historischen noch archaeologischen Quellen fuer ihn. Ansonsten bitte zum Thema zurueck. RE: Prophezeiungen und Weltuntergang im heutigen religioesen Diskurs - Sinai - 04-06-2023 Beitrag #172 (02-06-2023, 23:34)Ulan schrieb: Der Euphrat war fuer lange Zeit die Grenze zwischen dem Roemischen und dem Persischen Reich, woher wohl die Relevanz in der Offenbarung stammt, weil das damals jedem bewusst war. Mich hat schon immer interessiert, ob das Römische Reich zur Zeit seiner größten Ausdehnung den Persischen Golf erreichte, ob es an der Mündung des Euphrat ins Meer ein römisches Kastell gab. Das Erreichen des Persischen Golfes wäre ja militärisch und wirtschaftlich (Seehandel mit Indien durch ungefährliche Küstenschiffahrt) bedeutsam gewesen. Allerdings enden alle Landkarten über das Röm. Reich hundert Kilometer vor der Flussmündung! Gerade dort wo es interessant wird, enden diese Landkarten . . . Offenbar wissen die Historiker das nicht und blenden dieses fragliche Gebiet elegant aus Siehe die Karte: Das Römische Reich und seine Provinzen zur Zeit seiner größten Ausdehnung unter Kaiser Trajan im Jahre 117 (Herders Conversations-Lexikon, 1907) Römisches Reich - Wikipedia Das weniger interessante Irland und das weniger interessante Westmauretanien sind auf der Karte, aber dort im Osten wo es interessant wäre, wird die Karte noch vor der Euphratmündung abgeschnitten! Man sieht nicht ob die Euphratmündung römisch war oder nicht Dass dies schon vor Jahrtausenden eine umkämpfte Region war, ist klar. RE: Prophezeiungen und Weltuntergang im heutigen religioesen Diskurs - Sinai - 04-06-2023 (04-06-2023, 13:15)Sinai schrieb: Siehe die Karte: Das Römische Reich und seine Provinzen zur Zeit seiner größten Ausdehnung unter Kaiser Trajan im Jahre 117 (Herders Conversations-Lexikon, 1907) Übrigens ist der Euphrat südwestlich vom Tigris. Auf obiger Karte sieht man den Euphrat als Grenzfluss. Aber als Grenzfluss gegen Arabia! Und nicht gegen das nordöstliche Partherreich. Der Grenzfluss gegen das nordöstliche Partherreich war der Tigris. Jedenfalls sind antike Staatsgrenzen des alten Rom zur Zeit von Kaiser Trajan für die heutige Welt irrelevant. Zufallsgrenzen des Jahres 117 RE: Prophezeiungen und Weltuntergang im heutigen religioesen Diskurs - Ulan - 04-06-2023 Trajans Provinz "Mesopotamia" existierte nur fuer ein Jahr, 116-117. Sie lebte um 189 im Norden wieder auf. Die Grenze war bis zur arabischen Eroberung nahezu staendig umkaempft und verschob sich hin und wieder mal. Der Sueden Richtung Persischer Golf war uninteressant; es heisst ja nicht umsonst "Fruchtbarer Halbmond". "Arabia" war roemische Provinz, aber relevant ist dabei eher die Gegend um Petra. Wie auch immer, fuer die Prophezeiungen ist hier nur wichtig, dass der Euphrat in roemischer Zeit als Grenzfluss gegen Persien gesehen wurde und diese Funktion lange Zeit auch hatte, was der Legende ueber Salomon entsprach. RE: Prophezeiungen und Weltuntergang im heutigen religioesen Diskurs - Sinai - 04-06-2023 (04-06-2023, 15:28)Ulan schrieb: Trajans Provinz "Mesopotamia" existierte nur fuer ein Jahr, 116-117 Nicht zum Thema gehörig - rein aus Interesse - würde mich interessieren, ob in diesem Jahr eine militärisch befestigte (ein Legionskastell daneben) Hafenstadt am Persischen Golf existierte. Ein Kriegshafen mit einer Legion um gegen Angriffe von der Landseite geschützt zu sein, und auch mit einer Station für Handelsschiffe Ich fand im Wikipedia nichts. Aber es gibt vielleicht bessere Quellen dazu (04-06-2023, 15:28)Ulan schrieb: Wie auch immer, fuer die Prophezeiungen ist hier nur wichtig, dass der Euphrat in roemischer Zeit als Grenzfluss gegen Persien gesehen wurde und diese Funktion lange Zeit auch hatte, was der Legende ueber Salomon entsprach. 116-117 war aber der Tigris der Grenzfluss gegen Persien Wenn man der genannten Karte glaubt: Das Römische Reich und seine Provinzen zur Zeit seiner größten Ausdehnung unter Kaiser Trajan im Jahre 117 (Herders Conversations-Lexikon, 1907) Römisches Reich - Wikipedia Allerdings wurde die Geheime Offenbarung 20 Jahre früher geschrieben. Das war eine Generation vorher In umkämpften Grenzregionen an der Peripherie des Römischen Reiches konnten sich da schon Grenzen verschieben! Deshalb sollte auch 'Konform' aufpassen, wenn er Geheime Offenbarung und Euphrat in Beziehung bringt. Da darf man nicht nonchalant auf Jahreszahlen vergessen |