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„Mann oder Frau über Bord!“ - Druckversion +- Religionsforum (Forum Religion) (https://religionsforum.de) +-- Forum: Allgemeines (https://religionsforum.de/forumdisplay.php?fid=25) +--- Forum: Politik und Soziales (https://religionsforum.de/forumdisplay.php?fid=22) +--- Thema: „Mann oder Frau über Bord!“ (/showthread.php?tid=9878) Seiten:
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RE: „Mann oder Frau über Bord!“ - Pablo - 08-11-2020 (07-11-2020, 16:55)Gundi schrieb: Ein "Einwohner ohne deutsche Staatsbürgerschaft" wird nicht weniger Probleme haben, weil die Bezeichnung für ihne geändert wurde. Sobald die negativen Assoziationen von "Ausländer" auf den Begriff des "Einwohner ohne deutsche Staatsbürgerschaft" übergehen, ist dieser Begriff genauso belastet wie der vorherige. Ein permaneneter Begriffswechsel wäre die Folge, ohne dass sich in der Sache was tut. Und am Ende kommt man eventuell wieder bei früheren Begriffen an, wie zb. vom "Farbigen" zum "People of Color". Ganz genau! Das ist die sog. Euphemismus-Falle! RE: „Mann oder Frau über Bord!“ - Sinai - 08-11-2020 (08-11-2020, 06:33)Pablo schrieb: Das ist die sog. Euphemismus-Falle! Die Polizisten müssen im Polizeifunk hier sehr vorsichtig sein; Vorgesetzte hören mit, es lauert latent immer ein Disziplinarverfahren. Daher sagen sie: "Vor dem Bahnhof stehen wieder drei Südschweden" RE: „Mann oder Frau über Bord!“ - Geobacter - 08-11-2020 Vielleicht ist diese Polemik hier überhaupt Unsinn. Früher waren die meisten Seeleute Männer. Also hat sich dieses "mannüberbord" einfach als "Notruf" so "eingebürgert", wie z.B. auch das sehr leicht einzuprägende Mayday oder SOS. Letzteres stammt aus der Zeit, als es noch keinen Sprechfunk gab.. und noch in Morsezeichen gesendet werden musste. Heutzutage weis jedes Kind in jeder Sprache auf der ganzen Welt, was dieses SOS bedeute... und wohl kaum einer würde auf die dümmliche Idee kommen, zuerst mal zurück zu fragen, welches "Geschlecht" da in Not ist. RE: „Mann oder Frau über Bord!“ - Davut - 08-11-2020 (08-11-2020, 16:16)Geobacter schrieb: Vielleicht ist diese Polemik hier überhaupt Unsinn. Schon die Frage macht keinen Sinn, wie man an den ersten 4 Beiträgen auf die "gestelzte" Eingangsfrage sieht. Höchstens in einem Vorbereitungskurs für den Sportbootfuehrerschein, da hatte sie Sinn. In einem Religionsforum nicht. MfG RE: „Mann oder Frau über Bord!“ - Geobacter - 08-11-2020 (08-11-2020, 16:36)Davut schrieb:(08-11-2020, 16:16)Geobacter schrieb: Vielleicht ist diese Polemik hier überhaupt Unsinn. Ok... RE: „Mann oder Frau über Bord!“ - Sinai - 08-11-2020 (08-11-2020, 16:16)Geobacter schrieb: . . . das sehr leicht einzuprägende Mayday Schon als 10-Jähriger kam es mir seltsam vor, daß abgeschossene Flieger der westlichen Ententemächte des Jahres 1917 "Mayday" funkten, bevor sie mit dem Fallschirm absprangen. Mayday, also „Maitag“ - was ist das für ein blödes Notsignal. Da ich gerne versuche, Dingen auf den Grund zu gehen, suchte ich so lange, bis ich auf die Lösung dieses Rätsels stieß: Der Kampf der westlichen Ententemächte Frankreich, England (damals noch inklusive Kanada), USA fand auf französischem Boden statt. Frankreich war der Hausherr des Kriegsschauplatzes. Es gab auch - eher lächerliche - französische Kampfflugzeuge der Société de Production des Aéroplanes Deperdussin (SPAD) (Fetzenbomber). Frankreich war an der Front tonangebend. So setzte sich der französische Notruf durch: « m'aidez! » (Bedeutet: „Helft mir!“ oder „zu Hilf!“) Dann wußten die Empfänger dieses Funkspruchs, daß ein eigener Flieger im näheren Umkreis (Sprechfunk reichte damals etwa 8 Kilometer) abgeschossen wurde , der Pilot nun mit dem Fallschirm zu Boden schwebte und Hilfe brauchte, eingesammelt werden wollte. Man suchte sofort mit Feldstechern den Himmel nach Rauch oder einem Fallschirm ab Nun sind aber Großbriten ebenso chauvinistisch wie die Grande Nation - und englische Piloten hätten sich eher die Zunge abgebissen, als französisch « m'aidez!» ins Mikrophon zu brüllen - und so kam die "Royal Airforce" auf die glorreiche Idee, den Piloten zu sagen sie sollen "Mayday" schreien. (Very British! Indeed. Isn't it?) Weil das phonetisch gut hörbar sei. So war die Offiziersehre der Engländer gerettet Unglaublich, aber wahr. So bürgerte sich der Käse ein. Eine militärhistorische Spezialität Und da sich das seither eingebürgert hat (so wie der Linksverkehr in England) - bleibt es wohl auch so Manchmal fasziniert mich das spleenige englische Volk für seine Hartnäckigkeit. Spannend, daß das englische Garderegiment bei seinen Paraden in London heute noch Bärenfellmützen trägt. Schlafen da die Tierschützer und Innen ? Sicher gibt es da einen deal Irgend ein langgedienter Tierschützer - oder eine langgediente Tierschützerin - bekommt einen Versorgungsposten bei der Krone (das heißt in irgendeinem Ministerium) - und sorgt dafür, daß die Kritik nicht zu heftig wird . . . RE: „Mann oder Frau über Bord!“ - Ulan - 09-11-2020 Im Prinzip ist diese "Mayday"-Geschichte auch hilfreich, das Problem der Urpsrungsfrage zu verstehen. Der Ersatz von "M'aidez" durch "Mayday" macht eine Menge Sinn. Wie Du sagst: "Weil das phonetisch gut hörbar sei." Genau. Es ist besser hoerbar als der Originalausdruck. Dazu eine passende Anekdote: Eine gute Freundin von mir hat mal in der U-Bahn in Paris beim Lesen nicht aufgepasst und ist letztendlich mit der Bahn im Depot gelandet. Als ihr das auffiel, versuchte sie, auf sich aufmerksam zu machen und rief wohl eine ganze Weile lang "M'aidez!" Es dauerte wohl, bis sie endlich jemand bemerkte, und ihr "Retter" meinte nur, warum sie nicht "Help!" gerufen haette; das wuerde man wenigstens hoeren. Was mich schon erstaunte so sehr wie viele Franzosen darauf bestehen, dass man Franzoesisch spricht (soll aber wohl langsam nachlassen). Oder in anderen Worten: es gibt halt Bereiche, wo das Praktische ausschlaggebend ist; erst recht, wenn es um Menschenleben geht. RE: „Mann oder Frau über Bord!“ - Geobacter - 10-11-2020 (09-11-2020, 00:29)Ulan schrieb: Im Prinzip ist diese "Mayday"-Geschichte auch hilfreich, das Problem der Urpsrungsfrage zu verstehen. Wäre damals das ganze in Italien passiert, wäre die phonetische Ursprungsfrage sicher wieder eine ganz andere.. Wenn Italiener in Problemen steckten die bis über die Knöchel reichen... rufen sie ziemlich oft: " che Merda!" |