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Wann kann man sich berechtigt als Christ bezeichnen?
#31
Jesus - Gottes Sohn? schrieb:Jesus unterscheidet also deutlich zwischen dem leiblichen Vater und dem allen Menschen gemeinsamen geistigen Vater. Diesen geistigen Vater stellt Jesus immer wieder als seinen - unseren - wertvollsten Begleiter und Erzieher vor: "Was ich gesehen habe bei meinem Vater, das rede ich; ihr nun tut, was ihr gehört habt bei eurem Vater." (Joh. 8,38) Wenn wir als Vater, als den Gott, den Jesu meint, seine - unsere - Vernunft ansehen, dann heißt dies wohl: "Ich rede, was mir meine Vernunft zu reden gebietet - handelt auch ihr nach dem, was eure Vernunft euch eingibt." Diese Vernunft, dieses geistige Prinzip, die Erkenntnismöglichkeit, ist tatsächlich für alle Menschen in gleicher Weise vorhanden, sie ist unser aller "Vater", die Grundlage, der Ursprung unseres "Mensch-Seins".

Puh :shock:

Gott oder Vater oder wie immer man jetzt welches Wort auch verwenden moechte, aber Gott als reine Erkenntnismoeglichkeit des Menschen zu definieren, ist, entschuldige, ein wenig weit hergeholt? Gott ist Weisheit, der Sitz allen Wissen, denn Er weiss alles, ist ja das, was fuer uns das Absolute darstellt. Aber die Vernunft ist von Gott gegeben.

Ok, gott ist in uns, dass ist meine Ueberzeugung, ganz klar, aber diesen Aspekt auf die gesamte Erkenntnisfaehigkeit anzuwenden, und mit der Vernunftbegabung gleichzustellen, scheint mir zu undifferenziert.

Und dann die Stelle mit dem Teufel? Dann hat der Mensch entweder ein goettliches oder teuflisches Erkenntnisvermoegen? Ist Gott und Teufel, oder besser die beruehmten Teufelchen und Engelchen auf den Schultern, gemeinhin Gewissen genannt, nicht eher als resultierende Faktoren des/eines Vernunftprozesses besser untergebracht?

Jesus - Gottes Sohn? schrieb:Bedenken wir aber: Wenn wir Gottes Willen erfüllen wollen, dann müssen wir an das Gute, das Wahre, das von Gott Geschaffene glauben und seinen Empfehlungen folgen - ob uns dieses Gute und Wahre nun als "Sohn Gottes" entgegentritt oder nicht, ob uns diese wahre, dem Menschlichen im Menschen entsprechende Lehre, ob uns dieses "Göttliche" von einem "Sohn Gottes" überbracht wird oder von einem Menschen, mit besondere Weisheit begabt. Wir können und dürfen nicht die Gültigkeit göttlicher Gesetze von einer Verwandtschaft des Überbringers dieser Lehren mit Gott abhängig machen!

Da denke ich genauso, nur besteht eben in diesem Unterschied die unterscheidung der Religion. Ich kennen einen Hindu-meister (oder wie der Titel jetzt genau ist), der sein Leben lang nur die Evangelien studiert hat. Er glaubt an jesus als inkarnation Krishnas. Deswegen ist er ja auch ein Hindu :wink:

Und wenn ich die Lehre Jesu spitzte finde, und danach leben, aber nicht an seine Goettlichkeit glaube, dann bin ich evtl ein frommer Philosoph der in christlicher Tradition steht?! Oder was wenn ich zusaetzlich garnicht an Gott glaube, ja dann bin ich kein Christ :!: , dann bin ich evtl. ein netter Atheist, oder Buddhist etc etc.

Bestimmte Dinge und Konzepte zeichnen nunmal einen Glauben aus, und ich bin immernoch der festen Ansicht, das die Goettlichkeit Jesu (kann man ja wiederum verstehen wie man mag) zum Christ-sein dazugehoert. Man kann mit einigen Konzepten nicht zurecht kommen, oder sie ablehnen, aber dann gehoerst Du nicht zu dieser oder jenen Glaubensgemeinschaft. Bist wohl aber (so denk ich) auch heil froh kein evangelikaler Christ mehr zu sein, oder :lol:

Keine Sorge, ich knuepfe die Gotteskindschaft nicht ans Christsein, so naiv bin ich nicht mehr :wink:

denn...

Jesus - Gottes Sohn? schrieb:Ein großer Teil der Menschheit hat nie etwas von Jesus gehört und doch an einen Gott geglaubt. Ein Teil der Menschheit verhält sich entsprechend den Lehren Jesu - weiß aber nichts über ihn. Ein Teil der Menschheit glaubt an die Gottes-Sohnschaft Jesu - verhält sich aber nicht seinen Lehren gemäß. Gottes-Glaube und menschlich richtiges Verhalten sind also unabhängig von dem Glauben an Jesus als Gottes-Sohn.

Wer kann ernsthaft und auf Dauer gegeteiliges verstreten? :shock:

Doch nur Mensch, die keinerlei interreligioesen Kontakte pflegen, oder :|


Danke,

Jazzter
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#32
Jazzter schrieb:Trotzdem kann ich daran glauben, wenn ich mich dazu entschliesse, wenn ich das eben so fuehle, und wenn ich die Bibel fuer mich so verstehe :wink: Danke, Jazzter
Da muss ich dir voll zustimmen, Jazzter,
und für unseren gemeinsamen Weg in der Nachfolge Jesu muss sich durch diese unterschiedlichen Auffassungen auch nichts ändern.
Und auf die Nachfolge kommt es an:

Matthäus 10
38 Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist meiner nicht wert.
"Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche!" (Gustav Mahler nach Thomas Morus)
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#33
yentl schrieb:...Schon hunderte von Jahren, bevor Jesus geboren wurde, haben Propheten sein Kommen vorausgesagt. Das Alte Testament, von vielen Schreibern während 1'500 Jahren verfasst, enthält mehr als 300 solche Voraussagen, von denen alle im Detail eintrafen, inklusive seine übernatürliche Menschwerdung, sein sündloses Leben, seine vielen Wunder, sein Tod und seine Auferstehung....
Darüber haben wir uns schon oft unterhalten, Yentl,
Jesus wird weder im Alten Testament noch sonst wo vorher namentlich erwähnt.
Die von dir gemeinten Stellen
werden von denen, die Jesus so sehen, als solche gedeutet, was ja wohl kein Wunder ist.

Im Detail ist da gar nichts eindeutig zu identifizieren,
sondern trifft auf viele "leidende Gottesknechte" zu.
Die Juden hätten ihn sonst wohl auch schnell erkannt.
"Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche!" (Gustav Mahler nach Thomas Morus)
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#34
Zum Christsein gehören m.E. zwei Aspekte:

1.Indem ich Jesus Christus als göttlichen Heiland und Erlöser anerkenne und zu lieben suche

2.Der Versuch nach den Wegweisungen Jesu Christi zu leben.

Die Bergpredigt als Programm und "Magna Charta" ist hier in besonderer Weise zu nennen.
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#35
Dann bist du ein sehr progressiver Katholik, Mariamante,
unser Kardinal Meisner würde das anders sehen
und Ratzinger wohl auch.
"Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche!" (Gustav Mahler nach Thomas Morus)
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#36
Dann erwecke ich wohl einen falschen Eindruck. Ich schätze die Aussagen von Kardinal Meisner - auch wenn mir bewußt ist, dass sie manchen gar nicht genehm sind.

Aber wie sagte mal jemand zu mir: "Wahre Worte sind nicht immer schön, schöne Worte sind nicht immer wahr".

Was die Christusnachfolge angeht, sollten wir uns sicher zuerst an Christus orientieren. Schon Paululs schrieb: Der eine hält zu Paulus, der andere zu Apollo, der andere zu Kephas. Aber ihr seid nicht auf Paulus, sondern auf Christus getauft. Wenn man sich mehr diesem oder jenem Bischof zuwendet statt Christus besteht sicher die Gefahr von Personenkult. Dass man jemand schätzt von dem man hofft, dass er das Evangelium treu und unverwässert verkündet, ist ein anderer Aspekt.

Mit herzlichen Segensgrüßen
Peter
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#37
@Mandigo,

mein letztes posting hier hatte sich auf den link bezogen denn du eingebracht hattest,

was ist deine meinung?

(Grob gesagt)
Wuerdest Du Erkenntnisfaehigkeit und Gott Gleichsetzten?


Danke,

Jazzter
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#38
Jazzter schrieb:...Wuerdest Du Erkenntnisfaehigkeit und Gott Gleichsetzten?
Erkenntnisfähigkeit oder Vernunft
ist für einen Juden oder für Jesus ein Mittel,
um Gottes Gesetze zu durchschauen und ihnen voller Einsicht und Freiheit gehorsam zu sein,
das uns Gott geschenkt hat, aber keineswegs mit Gott gleichzusetzen ist.

Wenn Gott sich in einer Kraft ganz offenbart,
dann in der Nächstenliebe und Gerechtigkeit,
und zwar auch in solcher,
die gegen die Vernunft und Erfahrung, gegen alle Berechnungen und Erfolgschancen praktiziert wird,
weil dies im Geiste Gottes zum Erhalt des Lebens und unserer Welt unerlässlich ist.
"Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche!" (Gustav Mahler nach Thomas Morus)
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#39
Mariamante schrieb:Zum Christsein gehören m.E. zwei Aspekte:
1.Indem ich Jesus Christus als göttlichen Heiland und Erlöser anerkenne und zu lieben suche
2.Der Versuch nach den Wegweisungen Jesu Christi zu leben.
Die Bergpredigt als Programm und "Magna Charta" ist hier in besonderer Weise zu nennen.
Mit dieser Meinung, Mariamante
wird ein Kirchen-Oberer wie Ratzinger
kaum einverstanden sein,
weil es nach seiner Sicht "außerhalb der Kirche kein Heil" (extra ecclesia nulla salus) gibt,
was bei dir aber nicht vorkommt.

Auch sind für konservative Katholiken
die Sakramente und das Anerkennen sämtlicher Dogmen für das Christsein unerlässlich.
Auch davon schreibst du nichts.

Deshalb finde ich ja (als kritischer Protestant) deine Thesen so prima.
"Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche!" (Gustav Mahler nach Thomas Morus)
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#40
Zitat:Darüber haben wir uns schon oft unterhalten, Yentl,
Jesus wird weder im Alten Testament noch sonst wo vorher namentlich erwähnt.
Ach Mandingo,selbst wenn zu den vielen Detailen,der Name Jesus dick und fettim AT stehen würde,würdest du immernoch erzählen ,es wäre ein ganz andere Jesus gemeint.
Zitat:Im Detail ist da gar nichts eindeutig zu identifizieren,
sondern trifft auf viele "leidende Gottesknechte" zu.
Die Juden hätten ihn sonst wohl auch schnell erkannt.
Das haben ja auch viele erkannt,siehe z. B. Einzug nach Jerusalem.
Nur es ging ihnen wie dir,sie hatten ihre eigenen Vorstellungen;der Messias sollte sie vom Joch der Römer befreien,als er das nicht tat,haben sie ihn verworfen.

Gute Nacht
yentl
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#41
Anonymous schrieb:...Ach Mandingo,selbst wenn zu den vielen Detailen,der Name Jesus dick und fettim AT stehen würde,würdest du immer noch erzählen ,es wäre ein ganz andere Jesus gemeint.
Wenn die Katze bellen könnte, yentl,
wäre sie ein Hund!
Im AT steht nun mal kein Jesus-Name
und die Juden waren keine Idioten.
Mit der fehlenden "Befreiung vom Joch der Römer"
kann man sich eine simple Erklärung basteln,
die Sache ist aber komplexer.

Außerdem:
Man kann sich für Jesus auch ohne prophetische Ankündigungen begeistern und entscheiden,
weil einen sein Vorbild und seine Botschaft überzeugt.
So geht es mir.
"Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche!" (Gustav Mahler nach Thomas Morus)
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#42
Und wieder anders kann man (naja, ich mein schon mich :wink:) die juedische, originale Textbedeutung 100%ig anerkennen, wissen um den historischen und religioesen Wert im juedischen Kontext, halten diesen sogar fuer aeusserst wichtig, entscheiden sich aber fuer die christlich theologische Interpretaion alttestamentarischer Buecher als Methode und betrachten beide Herangehensweisen als "sich ergaenzend" fuer den eigenen christlich messianischen Glauben.


Danke,

Jazzter
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#43
Mandingo schrieb:[quote=Nagarjuna]Es gibt sehr viele unterschiedliche Auffassungen, was ein Christ ist. Aber welche Auffassung ist richtig?....() Nagarjuna
In meiner Sicht, Nagarjuna,
ist auch hier wieder die Kl
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#44
[quote=viator]...Wie denkst Du in diesem Zusammenhang
"Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche!" (Gustav Mahler nach Thomas Morus)
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#45
Danke f
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