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Bibelexegese ohne gesellschaftliche Rahmenbedinungen nicht sinnvoll möglich
#16
(25-01-2020, 13:38)Sinai schrieb: Absolut nicht.

Die Propheten lehnten sich immer gegen den Zeitgeist auf

Und die Bibel zeigt den ständigen Kampf gegen die Ägypter, gegen die Kanaaniter, gegen die Philister, gegen die Assyrer, gegen die Griechen, gegen den von den Römern eingesetzten Klientelkönig Herodes - und gegen den bei den Israeliten oft überhandnehmenden Zeitgeist: gegen die Verehrung des Goldenen Kalbes, gegen die Verehrung der Kultpfähle der Aschera, gegen den immer wieder einsickernden Baalskult

Dann kam Johannes der Täufer, der Umkehr predigte

Dann kam Jesus, der gegen das jüdische Establishment predigte

Schoene Aufzaehlung, die uebrigens zeigt, dass meine Aussage richtig war. Die Texte spiegeln immer den jeweiligen Zeitgeist und seine Befindlichkeiten wider. Dabei ist auch die jeweilige Sicht  der Vergangenheit vom Zeitgeist gepraegt. Das sieht man z.B. an den unterschiedlichen Gottesvorstellungen, die aus den Texten sprechen.

Wenn man z.B. das Buch Exodus nimmt, dann nimmt dies eine Geschichte aus der Zeit der Koenige Israels, projiziert sie zurueck in die mythischen Erzaehlungen einer Zeit, die niemand mehr kennt, hat aber den Anlass, davor zur warnen, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen in der Zeit des Wiederaufbaus des 2. Tempels, in der das Buch geschrieben wurde.

Und bei den Propheten, die zur Umkehr aufriefen, ging es im Prinzip um Reformen in eine Richtung, die es zuvor nie gegeben hatte, ausser in den erzaehlten Geschichten einer Vergangenheit, die es so nie gab. Aus diesem Grund lassen sich die Texte ja unter anderem so gut datieren; sie sind immer dem jeweiligen Zeitgeist verpflichtet, auch und gerade wenn sie dagegen anwettern. Es war schon immer Mode, radikale Reformen als angebliches "zurueck zu besseren Zeiten" zu bemaenteln.
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#17
(24-01-2020, 23:45)Sinai schrieb: Exegese ist viel mehr als die "Übertragung" von Texten aus dem antiken biblischen Kulturkreis in den unseren.
Du sagst mit anderen Worten genau das, was die Übertragung in unseren Kulturkreis beinhaltet. Was also soll der Widerspruch? Natürlich handelt es sich um weit mehr als die Erstellung eines Vokabelheftes! (Ich hatte keinerlei Einschränkungen im Sinn.)

(24-01-2020, 23:45)Sinai schrieb: Da geht es nicht um die Erstellung eines Vokabelhefts, sondern um eine mühsame Exegese
es geht darum, aufzuspüren was die Schrift überhaupt sagen will.
Ja natürlich! Du hast meine Aussage so eng gefasst, dass deine Einwände zu sein scheinen.

(24-01-2020, 23:45)Sinai schrieb: Die Texte sind völlig unverständlich und es ist egal, ob der "Drache" in Offb 20,3 ein chinesischer Drache ist, oder ob man sich einen Lindwurm aus dem Rheintal und dem Nibelungenlied vorstellt oder einen Tatzelwurm aus der alpinen Sagenwelt oder einen Leguan der Indianer.
Eben; und deshalb muss man den Mythos in eine Form bringen, damit die Glaubensaussage dahinter verständlich wird. Und dazu braucht man sowohl ein Verständnis alter Mythen und wie wir heute zu denken pflegen.

(24-01-2020, 23:45)Sinai schrieb: Zu den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ist zu sagen, daß die Bibel sich nie an die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ihrer Zeit anpassen wollte.
Das hat 'Ulan' bereits behandelt. Auch hier ist deine Überlegung so eng gefasst, dass die inneren Widersprüche der antiken Gesellschaft zwei (oder mehr) Zeitgeister zu sein scheinen. So ist das aber nicht gemeint. Deine aufgezählten Kritiker der Religionen sind Zeitgeist; sie gehören eindeutig in unseren Kulturkreis; sie folgen den heutigen Denkgewohnheiten.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#18
(25-01-2020, 14:21)Ulan schrieb: Wenn man z.B. das Buch Exodus nimmt, dann nimmt dies eine Geschichte aus der Zeit der Koenige Israels, projiziert sie zurueck in die mythischen Erzaehlungen einer Zeit, die niemand mehr kennt, hat aber den Anlass, davor zur warnen, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen in der Zeit des Wiederaufbaus des 2. Tempels, in der das Buch geschrieben wurde.

Und bei den Propheten, die zur Umkehr aufriefen, ging es im Prinzip um Reformen in eine Richtung, die es zuvor nie gegeben hatte, ausser in den erzaehlten Geschichten einer Vergangenheit, die es so nie gab.


Eine interessante oder zumindest spannende atheistische Theorie die man in zahllosen Variationen immer wieder liest, eine Behauptung oder besser gesagt ein Rekonstruktionsversuch der Entstehung Bibel, der sich aber nicht beweisen läßt.
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#19
(26-01-2020, 00:24)Sinai schrieb: Eine interessante oder zumindest spannende atheistische Theorie die man in zahllosen Variationen immer wieder liest, eine Behauptung oder besser gesagt ein Rekonstruktionsversuch der Entstehung Bibel, der sich aber nicht beweisen läßt.

Da ist wieder Dein Missbrauch des Begriff "Atheismus". Das hat nichts mit Atheismus zu tun. Es ist simple Logik, die sich aus dem Text ergibt.

Deine Definition von "theistisch" ist ziemlich extremistisch.
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