04-12-2011, 15:43
(03-12-2011, 20:49)Artist schrieb: wollte damit nur ausdrücken, das ich davon ausgegangen bin das er okkultismus inhaltlich praktiziert, was er dannach abgesprochen hat. da er eher eine art atheistische redeführung hatte. konnte ich nicht verstehen, wie jemand atheistisch eingestellt ist und gleichzeitig okkultismus praktiziert
ich kann das im ansatz schon verstehen
nicht an einen gott zu glauben (insbesondere nicht an den, welchen die üblichen religionen vermitteln und dessen nichtexistenz man ggf. gewissermaßen empirisch widerlegt hat), heißt deshalb ja nicht zwangsläufig, zu meinen, es gäbe nicht - in anlehnung an shakespeare - "mehr dinge zwischen himmel und erde, als sich die schulweisheit träume läßt"
gerade junge menschen suchen danach, sind neugierig auf das nicht unbedingt rational faß- und erklärbare, sind interessiert an jenen jenseits- und zwischenwelten, von denen (eben nicht nur in der kirche) berichtet wird
was mich betrifft, so habe ich die sache mit dem christengott schon in relativ jungen jahren für mich abgehakt. auch dem entsprechend (wenn auch hauptsächlich aus anderen gründen) änderte (s)ich mein umfeld von "christlich inspiriert" auf "schamanisch inspiriert", also an veränderten bewußtseinszuständen und dem (vermeintlichen?) zugang zu anderen welten interessiert. die werke carlos castanedas waren für viele von uns eine art "bibel", und nicht wenige folgten diesem weg. manche allerdings fanden auch nicht wieder in "diese welt" zurück
ich interessierte mich sehr für das, was meine freunde mir von ihren schamanischen reisen berichteten. und bin heute noch davon überzeugt, daß sie nicht bloß spinnerei oder drogeninduzierte halluzinationen waren bzw. sind, daß da "etwas" ist - wenn auch nicht unbedingt für mich (ich bin ja auch aus meinen gesprächen mit gottgläubigen freunden davon überzeugt, daß da - jedenfalls für sie - "etwas" ist)
was dieses "etwas" genau ist, weiß ich nicht und will es auch gar nicht so genau wissen. den schamanismus betreffend sicher auch aus sorge darum, was daraus erwachsen kann (ich kenne eben auch negativbeispiele), den gottglauben betreffend aus empirisch nachgewiesener unfähigkeit zum eigenen nachvollzug. beides (oder ist es am ende gar dasselbe?) aber hat für mich nicht unbedingt mit jenem "gott" zu tun, an den ich nicht glaube - denn der definiert sich ja irgendwie (der gott der bibel, der allgütige allmächtige, der schöpfer und lenker von allem etc. pp)
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)

