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Theismus-Atheismus von Horkheimer
#5
Hier mal der Anfang! Vielleicht inspiriert er dich, auch das Übrige zu lesen und zu verstehen:
Die Veränderungen, mit denen Katholiken und Protestanten gleichermaßen versuchen, dem Zeitgeist in den entwickelten Ländern zu begegnen, sind nicht weniger weitreichend als die grundlegenden Veränderungen in der Geschichte der Theologie. Rom (gemeint ist wohl die Kurie) dieser Tage (Mai 1963) ist sowohl fortschrittlich als auch konservativ. Der neue Geist versucht, das Los der Arbeiter zu verbessern, um ihnen Teilnahme am Wohlstand in den freien Ländern zu ermöglichen, und sie von der brutalen Unterdrückung unter rückständigen Diktaturen zu befreien. Soziale Bewegungen werden ohne Hass beurteilt, sogar dann, wenn sie sich von einer antireligiösen Doktrin ableiten. Wer könnte es ablehnen, so werden wir in "Pacem in terris" (der päpstlichen Enzyklika »Friede auf Erden«) gefragt, "dass irgend etwas Gutes und Anerkennenswertes in diesen Bewegungen zu finden sei, solange sie sich an Gesetz und Ordnung halten, und die Bedürfnisse der menschlichen Person berücksichtigen. Die Unvermeidlichkeit sozialer Veränderungen wird (gegenwärtig) anerkannt und bestätigt. Aber die Toleranz gegenüber dem sozialen Fortschritt wird, bedingt durch interne Erfordernisse, mit dem Bestreben kombiniert, so viele Mittelklasse-Tugenden wie möglich zu bewahren und sie in die neue Ordnung einzubauen sogar mit dem Risiko, schnelle Anpassungen bestehender Bedingungen zu verhindern. Die (römisch-katholische) Kirche versucht, eine aktive Rolle bei der Formung der Gesellschaft zu spielen, obwohl sie in der Tradition verharrt, der sie (nur) einen neuen Sinn gibt. Ihre Anstrengungen, mit den Zeiten Schritt zu halten, erscheinen bescheiden verglichen mit den Schlüssen, welche protestantische Theologen bereits gezogen haben. Die Letzteren haben die Möglichkeit jeden Konflikts eliminiert nicht nur mit der (Natur-)Wissenschaft – Wissenschaft in ihrer positivistischen Form vermeidet sie (die Konflikte) ohnehin – sondern auch mit allen moralischen Prinzipien, unabhängig von ihrem Inhalt. Ferner ist die Setzung, Gott existiere real als eine Person oder gar als Dreieinigkeit – nicht zu erwähnen die andere (jenseitige) Welt – nur in einem mythischen Sinn wahr. Nach der populären Arbeit von John Robinson, einem anglikanischen Bischof, "Honest to God", über die gerade in einigen Ländern debattiert wird, ist die ganze Konzeption eines Gottes, der die Erde in der Person Seines Sohnes "besuchte", so mythisch, wie der Prinz in im Märchen.
(übersetzt bis "fairy tale").
Wenn du mehr nötig hast, bitte PM.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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Nachrichten in diesem Thema
Theismus-Atheismus von Horkheimer - von Lils - 07-12-2011, 00:25
RE: Theismus-Atheismus von Horkheimer - von Lils - 07-12-2011, 17:04
RE: Theismus-Atheismus von Horkheimer - von Ekkard - 07-12-2011, 19:18

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