16-02-2005, 22:25
GermanHeretic schrieb:...Einerseits wollen sie mir etwas über die ABSOLUTE, göttlich offenbarte Wahrheit und eine naturgemäße, von Gott initiierte ABSOLUTE Moral erzählen, anderseits können sie per Mehrheitsbeschluß diese offenbarte Moral dem Zeitgeist anpassen. :eh:Wenn du jemanden ernst nimmst, GermanHeretic,
Ich wittere contradictio in adjecto.
der dir etwas "über die ABSOLUTE, göttlich offenbarte Wahrheit
und eine naturgemäße, von Gott initiierte ABSOLUTE Moral erzählen" will,
dann ist das deine Sache,
mir könnte das nicht passieren.
Du wirst auch keinen kritischen Christen heute finden,
der irgendwo eine solche Wahrheit behauptete zu kennen.
Das ist doch gerade das Lebendige an einem Glauben,
dass man sich bemüht,
die alten Glaubensbekenntnisse in seine Sprache zu übersetzen, um zu prüfen,
wie das heutige Leben in diesem Geist und Glauben auszusehen hat.
Glauben ist eine Entscheidungssache,
kein Kadavergehorsam gegenüber einer absoluten Autorität in einer Schriftensammlung menschlicher Autoren.
Kriterium ist dabei
die von Gott als höchstes Gebot angesetzte Nächstenliebe.
Genau die ist auch in der Frage der Homosexualität das Kriterium.
Einfach einer Autorität gehorchen ist etwas für unreife Kinder oder Sklaven,
aber nicht für freie Kinder Gottes.
Ich dachte immer, du hättest das verstanden.
Dass dann demokratisch beschlossen wird,
ist dir wohl leider nicht bekannt, GermanHeretic,
aber das gab es schon unter den Aposteln im NT.
Es ist gerade in der Evangelischen Kirche ein Wesensmerkmal.
Synoden und Presbyterien können Beschlüsse fassen,
wenn z.B. Bibelstellen nicht eindeutig sind.
Da ist Leben in der Bude, GermanHeretic,
kein Museums-Mief oder Kasernenhof-Gehorsam.
Glaube lebt und verlangt gründliches Denken und kritisches Prüfen,
wie Paulus schon sagt: "Prüfet alles, aber das Beste behaltet!" (1. Thessalonicher 5,21)
@Ekkard,
die von dir genannten Ansätze für verschiedene Meinungen und Haltungen
kann man natürlich immer wieder neu beschreiben und dann zur Diskussion stellen.
Ich setze da mehr auf den Pluralismus innerhalb einer Religion (s.o.)
in Fragen der Ausdifferenzierung von Verhaltensweisen
aus einer gemeinsamen Mitte heraus.
Vieles ist eben nicht eindeutig zu klären.
"Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche!" (Gustav Mahler nach Thomas Morus)


