27-05-2012, 23:49
(27-05-2012, 23:01)Ekkard schrieb:(27-05-2012, 13:26)schmalhans schrieb: Ich sehe keinen großen Unterschied, ob ich es wörtlich oder metaphorisch lese - denn die Geisteshaltung ist die selbe. In dieser Denkweise gibt nur Freund und Feind, nur gut und böse, nur schwarz und weiß.Das ist es ja eben! Dieses Gleichnis ist eine Überzeichnung ganz im Gegensatz zum tatsächlichen Leben. So, wie wörtlich Glaubende dieses Gleichnis missverstehen, tust du dies auch.
Grundsätzlich handelt es sich um den literarischen Kniff gegen den (Glaubens) Zweifel – oder das gute Argument dafür. Das Argument wird vorgebracht, weil Menschen im Allgemeinen in (Vorurteils-) Kategorien denken und nicht damit sie so denken!
Da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt - nicht das Gleichnis allein lehrt das Schwarz-Weiss-Denken. Es ist der Glaube selbst, der das tut. Das ist es, was Religionen Menschen beibringen: Freund-Feind, böse-gut, Sünde-Gnade, arm-reich, erwählt-vernichtet ...
Nichts dazwischen. Das Gleichnis sagt ganz klar: ich (Gott, Jesus) bringe die" Frohe Botschaft", bei einigen geht sie auf (guter Weizen), bei anderen nicht (Unkraut). Aber am Tag der Abrechnung (Jüngstes Gericht) wird das Unkraut vernichtet werden und nur die, die geworden sind, wie ich wollte, nehme ich im Himmelreich auf.
Bemerkst du nicht die Arroganz und Hinterhältigkeit (Liebe predigen und Hass meinen) dieser Aufforderung? Das Gleichnis steht für mich stellvertretend für die Überheblichkeit der Christenheit: "wir sind die besseren Menschen. Alle anderen können sich uns anschließen oder untergehen." Das ist die Frohe Botschaft. Hallelujah.
Es gibt weder gut noch böse in der Natur, es gibt keine moralische Entgegensetzung, sondern es gibt eine ethische Differenz. (Gilles Deleuze)

