22-07-2012, 10:37
Was du nicht verstehst oder nicht verstehen willst, ist der persönliche Hintergrund, ein Gefühl des Eingebundenseins in eine soziale Gruppe von Menschen ganz ähnlichen Hintergrundes. Zu diesem Hintergrund gehören alle möglichen Vorstellungen, Vorbilder, Vorurteile, vorgeprägte (antrainierte) Verhaltensweisen, Sympathien, Antipathien, ästhetische Empfindungen, Mythen und Motive.
Stell' dir vor, du stehst mit einem Partner in einer Kunstgalerie und betrachtest Werke der bildenden Kunst, und jeder erzählt von seinem Farb- und Formempfinden, von der erlebten "Notwendigkeit" oder "Berechtigung" einer Form oder Aufteilung.
Du kommst denknotwendig nicht zu einer abschließenden Analyse dessen, was dein Partner sagt (oder schreibt), eben weil die persönliche Vergangenheit die Beurteilung prägt.
Erst scheuchst du deine Gesprächspartner aus ihrer Betrachtung des Kunstwerks (sagen wir Religion) auf, dann wunderst du dich, wenn sie "Amok laufen".
Deine Religionskritik ist darauf aus, menschliche Bindungen an den kulturhistorisch gewordenen, persönlichen Hintergrund als Unsinn zu entlarven. Ich bin nicht davon überzeugt, dass dies so vernünftig ist, wie sich deine Beiträge anhören. Anderenfalls wäre jegliche Betrachtung von beispielsweise Kunst einfach nur töricht, weil es einen Globalkonsens bei solchen Betrachtungen nicht geben kann.
Religionskritik (allgemeiner Kulturkritik) hat gewiss ihre Berechtigung, zumal wenn es darum geht, persönliche Empfindungen oder Empfindungen ganzer Gruppen in ihrer Machtentfaltung zu beschränken. D. h. wenn du schreibst: "- vor allem! - forderungen an die menschen", so stimme ich dieser Kritik zu. Forderungen sind in der Tat "zustimmungspflichtig", wobei es einige gibt, über die "man" sich wohl einig sein dürfte.
Stell' dir vor, du stehst mit einem Partner in einer Kunstgalerie und betrachtest Werke der bildenden Kunst, und jeder erzählt von seinem Farb- und Formempfinden, von der erlebten "Notwendigkeit" oder "Berechtigung" einer Form oder Aufteilung.
Du kommst denknotwendig nicht zu einer abschließenden Analyse dessen, was dein Partner sagt (oder schreibt), eben weil die persönliche Vergangenheit die Beurteilung prägt.
(21-07-2012, 23:12)petronius schrieb: auch religionen bzw. gläubige, die über unter umständen tausende buchseiten hinweg sich in detaillierten beschreibungen von "gott", dessen verhalten, eigenschaften und - vor allem! - forderungen an die menschen ergehen, fallen immer wieder (wenns denn argumentatorisch eng wird) auf die position zurück, "gott" sei unfaßbar und entziehe sich jeder erkenntnisRichtig! Wenn du versuchst, das "Kunstwerk" Mensch (unsere Innenwelt) auf rationale Punkte fest zu nageln, dann kommt eben heraus, dass nur ein gewisser kulturhistorischer Hintergrund vorhanden ist, der sich gar nicht mit der Präzision eines Uhrwerks festlegen lässt. Dieser "persönliche Hintergrund" ist das, was man einem betrachteten Kunstwerk entgegen bringt.
(21-07-2012, 23:12)petronius schrieb: bescheinigt man diesen menschen nun aber eine haltung, sie würden in glaubensdingen sozusagen als grundvoraussetzung erst mal jede logik wegschmeißen, so springen sie erbost im quadratWenn dich dies wundert, hast du von Psychologie und Konversation keine Ahnung.
Erst scheuchst du deine Gesprächspartner aus ihrer Betrachtung des Kunstwerks (sagen wir Religion) auf, dann wunderst du dich, wenn sie "Amok laufen".
Deine Religionskritik ist darauf aus, menschliche Bindungen an den kulturhistorisch gewordenen, persönlichen Hintergrund als Unsinn zu entlarven. Ich bin nicht davon überzeugt, dass dies so vernünftig ist, wie sich deine Beiträge anhören. Anderenfalls wäre jegliche Betrachtung von beispielsweise Kunst einfach nur töricht, weil es einen Globalkonsens bei solchen Betrachtungen nicht geben kann.
Religionskritik (allgemeiner Kulturkritik) hat gewiss ihre Berechtigung, zumal wenn es darum geht, persönliche Empfindungen oder Empfindungen ganzer Gruppen in ihrer Machtentfaltung zu beschränken. D. h. wenn du schreibst: "- vor allem! - forderungen an die menschen", so stimme ich dieser Kritik zu. Forderungen sind in der Tat "zustimmungspflichtig", wobei es einige gibt, über die "man" sich wohl einig sein dürfte.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
Ekkard

