30-07-2012, 20:22
(30-07-2012, 19:15)petronius schrieb: weshalb mich dein tonfall ("leute, regt euch doch nicht so auf, er hat doch gar nix schlimmes geschrieben")etwas irritiert hat
gähn... können wir dieses Mutmaßen, Spekulieren etc. nicht mal sein lassen.
Für alle die das noch so lesen: Selbstverständlich stammt ein solches Zitat nicht von mir.
(30-07-2012, 19:15)petronius schrieb: nein, im ernst: auf die idee, die "beleidigung" eines gotteskonstrukts der beleidigung, also bewußten herabwürdigung und demütigung einer person nicht nur gleichzustellen, sondern sie sogar höher zu bewerten - auf die idee muß man als moderner mensch, möglicherweise noch demokrat und wenn schon nicht pluralistisch gesinnt, so doch tolerant, erst mal kommen
Das ist so nicht ganz richtig. Er sagt eindeutig: "Gott braucht nicht geschützt werden... Geschützt werden aber müssen Menschen, denen es um Gott geht, Menschen, die an Gott glauben. Sie sind es, die durch Religionsbeleidigung beleidigt werden, und zwar schwerer und tiefer als durch Beleidigung ihrer eigenen Person."
Der Mensch wird also sehr wohl mit einbezogen und das dem Menschen Heiligste höher gestellt als die eigene Person.
Ich selbst finde den Text Spaemanns schon deshalb nicht gut, da er viele Fragen aufwirft und nur wenige beantwortet.
Was konkret unter dem Begriff "Blasphemie" verstanden und unter Strafe gestellt werden soll bleibt ebenso offen wie die Frage, warum denn nun nur das Christentum davon profitieren soll.
Auch nach welchen konkreten Maßstäben ein Gericht urteilen soll wird nicht aufgegriffen. Auch nicht wo die Grenze zwischen Beleidigung und zb. Satire, Kritik etc. gezogen werden soll.
Mich wundert es jedoch sehr, was für Reaktionen ein solcher Text hervor ruft. Da wird beispielsweise die Vormachtstellung des Papstes propagiert obwohl Spaemann die Entscheidungsgewalt eindeutig bei den Gerichten sieht. Auch die "Beleidigung eines Gotteskonstruktes" als Gegenstand wird angegriffen, obwohl Spaemann auch hier den Menschen als Beleidigten in den Mittelpunk stellt.
Und ja, bei solchen Reaktionen wird die Frage nach dem Lesen der Lektüre wohl gestattet sein, ohne sich gleich "...er hat doch gar nix schlimmes geschrieben"-bla-bla in den Mund legen lassen zu müssen.
