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Engagement für religiös Verfolgte in Rußland
#51
(10-08-2012, 20:52)Ekkard schrieb: Schmalhans, du vertrittst einen Idealismus, der schlimmer ist als alle Religion.

Wie darf ich das denn nun wieder verstehen (vor allem in Bezug auf meinen letzten Beitrag)?

(10-08-2012, 20:52)Ekkard schrieb: Und du vermischst fortwährend Religion mit Religionsgemeinschaft.

Ganz und gar nicht. Ich habe mehrfach beide Begriffe definiert. Ich tue es gerne noch einmal. Religion ist ein auf den Glauben an ein transzendentes Wesen beruhendes absolutes System von Regeln, Geboten, Gesetzen, Vorschriften, Riten, Bräuchen (absolut verbindlich, absolut unveränderlich). Eine Religionsgemeinschaft ist eine hierarisch gegliederte, autoritär geführte Vereinigung zur Definition, Bewahrung und Durchsetzung einer bestimmten Religion. Sie ist aufgeteilt in einen (führenden) Klerus und eine (folgende) Laienschaft.

(10-08-2012, 20:52)Ekkard schrieb: Das "katholische Beispiel" zeigt das Problem, welches ich mit deinen Sätzen habe. Christliche Ideale sind die Nächstenliebe, die "goldene Regel", Gerechtigkeit, Solidarität, geradezu göttliche Würde für den Menschen.

Ich halte ehrlich gesagt nicht viel von Idealen. Ideale beschreiben ein "Vollkommenheitsmuster", sind also letzten Endes nicht erreichbar und nur hübsches Wortwohlfühlgeplänkel. Aber sei es drum - wieso sollten diese Ideale (ausgerechnet? ausschließlich?) christlich und nicht allgemein menschlich sein? Und wo kann ich verbindlich nachlesen (Statut, Satzung ...), dass diese Ideale auch Zielvorstellungen einer christlichen RG sind?

(10-08-2012, 20:52)Ekkard schrieb: In den Werken der Diakonie werden diese Ideale auch gelebt.

Was verstehst du unter Diakonie?

(10-08-2012, 20:52)Ekkard schrieb: Jetzt kommt aber der Konflikt in der real existierenden Gemeinschaft "Kirche". Da tauchen (in geschichtlicher Dimension) plötzlich Fragen nach ehe-ähnlichen Verhältnissen auf, die so gar nicht der Tradition entsprechen, deren Sinn auch aus der Geschichte nicht nachvollziehbar ist. Und schwupps, steht ein Ideal (der unbedingte Schutz der Ehe) gegen ein anderes (der persönlichen Freiheit gegenüber einer Neigung). Jetzt passiert das, was in menschlichen Sozietäten (ob säkular oder religiös) immer passiert: Es wird zugunsten einer Partei entschieden, die andere unterliegt.
Das ändert doch nichts an den (christlichen) Idealen. Man kann die realen politischen Verhältnisse nicht so ohne Weiteres der (neutestamentlichen) Lehre anlasten.

Ich glaube, du verwechselst hier etwas - die Religionsgemeinschaften (und deren Traditionen) sind nicht die Gesellschaft, sondern nur ein Teil von ihr, eine Interessensgemeinschaft, die eine bestimmte Gruppe und also bestimmte politische Positionen vertritt. Der Konflikt ist also einer zwischen politischen Gruppierungen. Das ist allerdings die Aufgabe von Parteien bzw. sollte es sein ...

Welche ist denn eigentlich genau die neutestamentliche Lehre und wer vertritt die? Die Zeugen Jehovas, die RKK, die orthodoxen Kirchen, die Mormonen, die protestantischen resp. evangelischen Kirchen, die Baptisten und andere Evangelikale, die Anglikanische Kirche, die Neuoffenbarer, die Arianer ...

Ist es nicht vielmehr so, dass es keiner so genau weiß und sich alle die Köppe heiß reden oder gar einkloppen deswegen? Kann sich jeder alles so auslegen, wie es gerade zum Lebenslauf passt?
Es gibt weder gut noch böse in der Natur, es gibt keine moralische Entgegensetzung, sondern es gibt eine ethische Differenz. (Gilles Deleuze)
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RE: Engagement für religiös Verfolgte in Rußland - von schmalhans - 10-08-2012, 21:46

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