09-09-2012, 10:14
Absolute Zustimmung. In den Jahrhunderten zwischen 700 und 1200 verwaltete die islamische Welt das antike Erbe und fügte neues Wissen hinzu - sie war praktische die progressivste Kraft weltweit. Über die iberischen Staaten sog Europa (heimlich) Einiges davon auf - es war ein wahrer Schmelztiegel von Judentum, Islam und Christentum. Leider setzte sich dann der Klerus auf allen Seiten durch und die Kreuzzüge bereiteten allem eine Ende. Der christliche Klerus setzte voll auf weltliche Machtentfaltung, der islamische Klerus wurde zum radikalsten Gegner jeglicher Verweltlichung und Sinnlichkeit (was sich in Europa erst sehr viel später aber nie ganz durchsetzte). Ich male mir immer wieder gerne mal aus, was gewesen wäre, wenn es die Kreuzzüge nicht gegeben hätte und die fruchtbare Zusammenarbeit sich fortgesetzt hätte. Aber wer weiß - vielleicht hätten sich Europa und die arabische Welt im Kampf um die amerikanischen Reichtümer gegenseitig vernichtet wie es Europa beinahe fast selbst getan hätte ...
Es gibt weder gut noch böse in der Natur, es gibt keine moralische Entgegensetzung, sondern es gibt eine ethische Differenz. (Gilles Deleuze)

