23-09-2012, 09:52
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 23-09-2012, 09:53 von schmalhans.)
(23-09-2012, 09:02)Unschlagbarer schrieb: Es soll zum Ausdruck bringen, dass man immer nur nach den Gefühlen religiöser Menschen fragt. Wer fragrt also nach den Gefühlen der Gegenseite? Das kommt einfach nicht vor! Das gibt es nicht, das zählt nicht!
Ich frage mich ja immer, was das eigentlich sein soll: religiöse Gefühle. Es sind ja nicht die Gefühle selbst religiös, sondern die Menschen sind es. Und wenn ich dann frage, welche Gefühle denn ausschließlich religiöse Menschen haben, bekomme ich keine (befriedigende) Antwort. Deshalb mal ein neues Thema aufgemacht.
Grundlagen
Definition "Gefühl"
"Die Emotion ist ein komplexer Prozess, der auf verschiedenen psychischen/seelischen Funktionsebenen abläuft. Davon zu unterscheiden ist der Begriff Gefühl, der nur das subjektive Erleben der Emotion bezeichnet, wie z. B. Freude, Lust, Geborgenheit, Liebe, Trauer, Ärger, (das) Glücklichsein, Wohlbehagen. Gefühle werden gewöhnlich als verschieden von Wahrnehmungen, Empfindungen und Denken, aber auch vom Wollen angesehen, können sich jedoch mit allen anderen Erfahrungsweisen verbinden. Vielfach wird angenommen, dass Gefühle Lust- und Unlustcharakter haben und durch ihr Angenehm- oder Unangenehmsein den Erfahrungen ein Wertprofil aufprägen (vgl. Wertvorstellung)."
*http://de.wikipedia.org/wiki/Emotion
Untersuchung "Religiöse Gefühle"
"Gefühle sind subjektive, rein private Regulierungsinstanzen des Handelns. Da Gefühle blind sind für wahr oder falsch bzw. für gut oder böse, stellen sie kein Kriterium dar, das zur Beurteilung der Wahrheit von Sätzen oder der Rechtmäßigkeit von Handlungen geeignet wäre. – Verletzte Gefühle sind reaktive Gefühle auf (subjektiv wahrgenommene) Beleidigungen. Wie alle Gefühle geben auch sie kein Kriterium ab, um ein inkriminiertes Verhalten zu qualifizieren oder zu verbieten."
*http://www.vww.at/E_Religioese%20Gefuehle.pdf
Außerdem
"Der Begriff des religiösen Gefühls [...] ist [...] rechtlich gesehen schwer fassbar, weil letztlich nicht definierbar." (Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, FDP, Ex-Bundesjustizministerin, Rechtsanwältin)
"Sie führt weiter aus, dass unter dem Vorwand, religiöse Gefühle würden verletzt, Einzelne oder Gruppen unliebsame Entscheidungen verhindern könnten."
chrismon 12 (2006), S. 40-41
Es gibt weder gut noch böse in der Natur, es gibt keine moralische Entgegensetzung, sondern es gibt eine ethische Differenz. (Gilles Deleuze)

