29-12-2012, 01:20
(29-12-2012, 00:02)petronius schrieb: auf der rationalen überlegung, wie die basis unseres handelns sinnvoll zu gestalten sei, beruht die "goldene regel"
Die "Goldene Regel" beruht weder auf religiösen oder philosophischen Vorgaben, noch auf rationalen Überlegungen. Sie ergibt sich ganz intuitiv, wofür die Tatsache, dass sie auch in anderen Kulturen zu finden ist, nur ein Anhaltspunkt ist.
Die "Goldene Regel" ist dadurch entstanden, dass der Mensch von Natur aus fähig ist, mit anderen Menschen mitzufühlen und das anscheinend auch gerne tut - wie das Interesse an Filmen, Theater, Lagerfeuergeschichten oder Belletristik beweist, wo man sich mit einer sympathischen Figur so sehr identifizieren kann, dass man für einige Zeit vergisst, dass diese Figur nur erfunden ist und in Wirklichkeit weder leidet, noch Freude empfindet. An derartigen Geschichten wird deutlich, dass der Zuhörer oder Zuschauer derart mit der Figur mitgehen kann, dass er zum Beispiel deren Kummer wie seinen eigenen empfindet. Darum können solche Geschichten ja auch oft verwendet, um Regeln zu vermitteln (egal, ob in Gleichnissen oder im Rahmen der Kindergarten-Verkehrserziehung per Kasperle-Theater).
Und weil dieses Mitempfinden mit anderen Personen so extrem stark ist, dass es sich auch auf das eigene Gefühlsleben auswirkt, entstand die "Goldene Regel", zumindest, was sympathische Personen anbetrifft, ganz von alleine. Schon Kleinkinder versuchen, weinenden Altersgenossen zu trösten.

