(11-01-2013, 09:05)Lelinda schrieb: Natürlich nicht. Aber im Gegensatz zu anderen Büchern verlangt die Bibel vom Leser erstens ein moralisches Verhalten, und droht zweitens mit spekulativen, im Wahrheitsfalle aber fürchterlichen, Strafen, falls man nicht alles kritiklos übernimmt. Deswegen sind ungute Verhaltensweisen, wenn sie der Bibel entnommen sind (zum Beispiel Schlagen von Kindern) nicht nur als Schuld der Leser anzusehen, sondern indirekt auch von den Schreibern.
Moin,
aber das ist doch keine Sache des Bibelverständnisses. Im Gegenteil, das Argument des Kinder-schlagen-ist-biblisch-erlaubt kenne ich christlicherseits eigentlich nur von manchen Verbalinspiriert-Glaubenden.
Es wäre also in diesem Fall genau umgekehrt: Durch ein interpretierendes Verständnis, was insbesondere auch den Zeitbezug der Entstehung berücksichtigt, werden die Forderungen der chr. Bibel abgemildert bzw. sogar teilweise abgeschafft.
Ein Gefährdungsanstieg durch Interpretationsmöglichkeiten sehe ich nicht.
Außerdem gibt es meines Erachtens sowieso kein zweifelsfreies wörtliches Verständnis der Bibel, sonsrt müssten sich ja alle Verbalinsprierten in ihrer Theologie einig sein. Wovon sie weit entfernt sind.
Bibelverständnis ist nunmal immer Interpretation.
Tschüss
Jörg

