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Ökomene : Gründe für die Stagnation
#9
(22-07-2013, 12:16)dalberg schrieb: Ich habe in meiner These 2 geschrieben: "Je mehr Ökumene (Brüderlichkeit) der Einzelne lebt, desto ökumenischer ist auch die Gemeinschaft."

nur kann ich nicht sehen, wo das stimmen würde

denn der einzelne hat eben oft nichts zu sagen, wenn es um die gemeinschaft geht. nehmen wir mal das beispiel gemeinsames abendmahl:

der einzelne katholische gläubige (oder sogar deren mehrheit) mag damit überhaupt kein problem haben oder es sogar wünschen - der einzelne pfarrer, der es anbietet, wird von oben kujoniert

also wird da nichts mehr gemacht

(22-07-2013, 12:16)dalberg schrieb: Wenn Menschen in Gemeinden oder gemeindeübergreifend über ihre Form des Christentums selbst entscheiden

das eben können/dürfen sie ja meist nicht

(22-07-2013, 12:16)dalberg schrieb: beinhaltet das geradezu zwingend auch Ungehorsam - oder sagen wir vielleicht besser Autonomie - der "Schafe" gegenüber den selbsternannten "Hirten"

man sieht ja, wozu das (nicht) führt

(22-07-2013, 12:16)dalberg schrieb: Dass das von oben gesteuerte System Kirche sich nicht ändern wird, diese Meinung hast du ja hier schon oft selbst vertreten. Somit ist nur eine Änderung von unten möglich

ersteres ist eine nüchterne bestandsaufnahme vor allem der situation des katholizismus (dürfte bei den orthodoxen nicht anders sein). zweiteres folgt aus ersterem aber keineswegs, denn dazu bedürfte es ja entsprechender strukturen der einflußnahme

(22-07-2013, 12:16)dalberg schrieb: Die rechtlichen Strukturen insbesondere der katholischen Kirche (die Strukturen der evangelischen Kirchen kenne ich nicht so genau) sind so geschickt - nennen wir dies mal teildemokratisch - angelegt, dass eine wirkliche wesentliche Änderung selbst auf der untersten Gemeindeebene gegen den Willen der Hierarchie faktisch nicht möglich ist

ganz genau

(22-07-2013, 12:16)dalberg schrieb: Aber trotz all dieser Misslichkeiten gilt für mich, dass das Glas der Ökumene nicht nur als halb leer, sondern auch schon als halb voll gesehen werden muss, wenn wir den von mir zitierten Maßstab anlegen, der da lautet: "Ziel der Ökumene ist somit eine „Einheit in versöhnter Verschiedenheit“, eine „Einheit in der Vielfalt“." So gesehen ist Ökumene zumindest für diejenigen Menschen schon zu einem guten Stück erreicht, die sich weder eine "Gleichschaltung" im Sinne der Hierarchie unterordnen, aber auch keine "Gleichschaltung" im Sinne von Totalreformern ersehnen, sondern mit einer Einheit in der Vielfalt zufrieden sind

ist das jetzt mehr als nur wortgeklingel?

worin soll denn diese "Einheit in der Vielfalt" konkret bestehen - abgesehen von "wir sind uns einig, daß jeder sein ding macht - aber bei sich und ohne daß wir davon berührt wären"?
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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