30-08-2013, 22:06
An mich gerichtet:
Du siehst, das mit "allen Komponenten" ist nicht Sache der Physik, sondern der philosophischen Spekulation. Die Physik (bzw. ihre Modelle und Theorien) repräsentieren den umfangreichen Erfahrungsschatz der Experimentalphysik und der Astronomie. Mehr nicht: Soweit die Theorien reichen, repräsentieren sie gesicherte Daten aus Messungen einschließlich ihrer Streuungen, von denen aber nie geredet wird. Wovon ebenfalls fast nie gesprochen wird, sind die experimentellen Rahmenbedingungen. Eine Theorie gilt nur in dem Rahmen (in kg, m, s, T, eV, Impuls, Schwere, Magnetismus etc.), für die experimentelle Daten (oder astronomische Beobachtungen) vorliegen. Der Zufall begleitet uns auf Schritt und Tritt und ist so normal wie Brotkrümel.
Innerhalb der Streuungen haben wir es also mit Zufällen aller Art zu tun. Konnte man in der klassischen Physik noch sagen: "Wir kannten die Randbedingungen nicht genau genug", so lehrt uns die Quantenphysik, dass identische Experimente mehr als ein Ergebnis haben können, und dass dies grundsätzlich nicht an unserer Kenntnis von Randbedingungen liegt. Erst zig-Tausende gleichartiger Experimente zeigen das ganze Spektrum. Ein einzelner (quantenphysikalischer) Vorgang wählt sich daraus irgend einen Folgezustand - nachweisbar zufällig.
Also ja, es gibt echte Zufälle in den Entwicklungslinien physikalischer Systeme.
Beim genaueren Hinsehen, kann man innerhalb gewisser Zeitgrenzen durchaus Prognosen machen z. B. die Drehung der Erde um die Sonne. Aber nicht über sehr lange - in diesem Fall "astronomische" - Zeiten hinweg. Und je komplexer ein System ist, umso kürzer sind die Prognosezeiträume. Man denke an das Wetter.
(30-08-2013, 20:15)Lelinda schrieb: Ich dachte immer, dass wir nichts vorausberechnen können, weil wir niemals alle Komponenten, die mit dem Ereignis X zusammenhängen, kennen können, und dass diese unbekannten Komponenten dann "Zufall" genannt werden. Danach hätte es theoretisch keinen wirklichen Zufall gegeben, sondern nur in unserer Vorstellung.Philosophisch gesehen, ist die Physik schwieriger, als es sich aus den Schulbüchern mit Breitenwirkung ergibt. Also: In erster Linie ist Physik: Messen von Ereignissen, die sich aus voraus gehenden Zuständen und Vorgängen ergeben. Die nächsten Schritte sind: Auswertung, Feststellen von Abhängigkeiten (Kurven, Flächen, Ergebnisräume ggf. vieldimensional). Dann folgt die Modellbildung mit Aufstellung von "Formeln", welche die Datenlage reproduzieren. Meistens stecken hier schon Vereinfachungen und das Ausbügeln von Streuungen. Dann folgen weitere Untersuchungen des "Wesentlichen" und die Frage nach systematischen Abweichungen. Verschiedene Arbeitsgruppen kümmern sich um Details, Mathematiker um die Formalismen. Am Ende steht eine, das Wesentliche beschreibende Theorie, die (hoffentlich) die Ergebnisse aller bisherigen Experimente reproduzieren kann. So, diese Theorie wird nun verwendet, um Prognosen zu erstellen: Wenn ich eine Anordnung so und so wähle, dann müsste sich das und das ergeben. Wenn sich das so bestätigt, wird die Theorie gefeiert!
Du siehst, das mit "allen Komponenten" ist nicht Sache der Physik, sondern der philosophischen Spekulation. Die Physik (bzw. ihre Modelle und Theorien) repräsentieren den umfangreichen Erfahrungsschatz der Experimentalphysik und der Astronomie. Mehr nicht: Soweit die Theorien reichen, repräsentieren sie gesicherte Daten aus Messungen einschließlich ihrer Streuungen, von denen aber nie geredet wird. Wovon ebenfalls fast nie gesprochen wird, sind die experimentellen Rahmenbedingungen. Eine Theorie gilt nur in dem Rahmen (in kg, m, s, T, eV, Impuls, Schwere, Magnetismus etc.), für die experimentelle Daten (oder astronomische Beobachtungen) vorliegen. Der Zufall begleitet uns auf Schritt und Tritt und ist so normal wie Brotkrümel.
Innerhalb der Streuungen haben wir es also mit Zufällen aller Art zu tun. Konnte man in der klassischen Physik noch sagen: "Wir kannten die Randbedingungen nicht genau genug", so lehrt uns die Quantenphysik, dass identische Experimente mehr als ein Ergebnis haben können, und dass dies grundsätzlich nicht an unserer Kenntnis von Randbedingungen liegt. Erst zig-Tausende gleichartiger Experimente zeigen das ganze Spektrum. Ein einzelner (quantenphysikalischer) Vorgang wählt sich daraus irgend einen Folgezustand - nachweisbar zufällig.
Also ja, es gibt echte Zufälle in den Entwicklungslinien physikalischer Systeme.
(30-08-2013, 20:15)Lelinda schrieb: Es gibt also doch den Zufall, den auch ein (fiktives) Computerprogramm, das alle Komponenten auf der Welt kennt, NICHT vorausberechnen könnte?Etwas grob gesagt: Ja.
Beim genaueren Hinsehen, kann man innerhalb gewisser Zeitgrenzen durchaus Prognosen machen z. B. die Drehung der Erde um die Sonne. Aber nicht über sehr lange - in diesem Fall "astronomische" - Zeiten hinweg. Und je komplexer ein System ist, umso kürzer sind die Prognosezeiträume. Man denke an das Wetter.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
Ekkard

