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Ein Gott: Judentum, Christentum, Islam - Warum soviel gegenseitige Ablehnung?
#5
(14-11-2013, 01:05)Meryem schrieb: Warum gibt es so viele Konflikte zwischen den drei Religionen?
Hat der Menschen, die Neigung Unterschiede Abzulehnen, anstatt sie zu akzeptieren?

Vielleicht wäre die Frage besser allgemeiner zu stellen (Warum gibt es so viele Konflikte zwischen Menschen..).

Denn es sind wohl vorwiegend a) Realitäten (z.B. der stets vorhandene relative Mangel an Gütern) und b) menschliche Eigenschaften die unser Verhalten untereinander bestimmen (z.B. unbegrenzte Bedürfnisse, Gefühle der Angst und Unterlegenheit und die Unsicherheit in der Frage nach dem Lebenssinn).

Da Religion ein menschliches Produkt ist, tritt dieses Allzumenschliche dann auch unvermeidlich in der Religion als dem Versuch einer Antwort auf die Frage nach dem schon genannten Lebenssinn auf.

Ein zentrales Problem: Solange mein Nebenmensch (vermeintlich!?!?) existenzielle Fragen - wie die Frage danach, wer den von uns beiden den einzig wahren Gott und Glauben habe - vielleicht sogar noch demonstrativ - anders beantwortet als ich, fühle ich die Gültigkeit meiner eigenen Antwort und damit meine Lebens-Sinngebung ständig gefährdet. Dies trifft in umgekehrter Weise nicht minder für meinen Nebenmenschen zu.

Um diesen inneren Spannungszustand zu mildern oder am besten zu beenden bedarf es Verfahrensweisen zur Beseitigung oder wenigstens zur Einschränkung der Wahrnehmung dieser Unterschiede. Und die gibt es reichlich.

A) Mildeste Formen nach dem Motto "Aus den Augen aus dem Sinn": Übereinkunft zu einer gewissen Tabuisierung z.B. Entfernung von Religion aus dem öffentlichen Raum, keine öffentliche Mission, freiwillige Verschiebung ins Private, Tabu des Streit-Gesprächs über Religion

B) Schärfere Formen: Tabus werden zu staatlichen Gesetzen, einschließlich strafrechtlicher Maßnahmen.

C) Schärfste Formen: Eliminierung der fremden Glaubenslehre über Verbot, Vertreibung der Anhängerschaft, Vernichtung der Anhängerschaft.

Dass wir uns zumindest in Europa bei der Konfliktlösung weitgehend auf die Variante A) beschränken, klugerweise nur in Notfällen die Variante B) und wirklich nur ganz ganz selten Element der Variante C) aktivieren, ist eine erfreuliche Errungenschaft.

PS: An der hier oft geäußerte Meinung, mit einer Abschaffung von Religion sei die gegenseitige Ablehnung am einfachsten zu beenden, habe ich so meine Zweifel.
Der eminente Eifer im Kampf gegen Religionen und Kirchen den manche Personen, die sich als Atheisten und Agnostiker bezeichnen, an den Tag legen, gibt mir zu denken. Ist der ständige Blick ins "Nichts" vielleicht sogar noch schrecklicher als die Verunsicherung durch den Andersgläubigen?
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RE: Ein Gott: Judentum, Christentum, Islam - Warum soviel gegenseitige Ablehnung? - von dalberg - 14-11-2013, 11:13

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