04-12-2013, 23:30
(04-12-2013, 22:41)Ekkard schrieb: - Wenn ich mich als Teil eines Ganzen (Gemeinde, Gesellschaft, Volk Gottes) begreife, ist es nicht sinnvoll die anderen "übers Ohr zu hauen", mir unlautere Vorteile zu verschaffen, zu töten, nachbarliche Ehen zu stören, zu lügen ...
- Wenn mir Schuld vergeben wird, so ist es meine Aufgabe dies auch anderen Gemeindgliedern zu gewähren.
- Eine Gesellschaft funktioniert nur, wenn es eine Reihe gemeinsamer Wertvorstellungen gibt, die nicht bei jeder Beziehung erst ausgehandelt werden müssen (quasi als "Gott gegeben" zu betrachten sind).
- Auch Friede funktioniert meistens nur, wenn man mit dem Gegner würdig verhandelt und den gerechten Ausgleich sucht (heute sagt man: auf Augenhöhe verhandeln).
Letztlich steckt die ganze Logik in der Reflexivität der "goldenen Regel": Was dir die anderen tun sollen, das tue an ihnen.
Ohne Frage kann man das auch anders als an einem Gottesglauben "aufhängen".
Und dafür bedarf es keineswegs der Religion. Alleine schon deswegen, weil die Menschen doch heute (so wie du ja auch) um die gesellschaftbildende Funktion von Religion wissen. Doch wenn ich weiß, dass Gott und andere Mythen nur dem irdischen guten Zusammenleben dienen, aber eigentlich eben nicht mehr als Mythen sind, dann geht doch auch der Absolutheitsanspruch der Religion verloren.
Denn wenn ich weiß, dass es den strafenden Gott gar nicht gibt, bin ich auch bereit einmal über seine geforderten Regeln und Werte nachzudenken. Und dann vieleicht zu einem anderen Ergebnis zu kommen.
Und mit diesem Nachdenken und dem Ergebnis, dass verschiedenen Menschen zu unterschiedlichen Ansichten kommen, bedarf es anderer Ideen eine Gesellschaft zu "verkitten".
